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1604
Politik und Weltgeschehen
- 20. September: Nach einer über drei Jahre langen Belagerung gewähren die spanischen Truppen der niederländischen Garnison freien Abzug aus Ostende. Die Belagerung von Ostende hatte mehrere Zehntausend Menschenleben gefordert
- 9. Oktober: Die Supernova 1604 wird entdeckt
- Die Franzosen besiedeln Französisch-Guayana
- Magnus Pegel beschreibt in einem Buch die Grundgedanken für den Bau eines Tauchbootes
- 3. Januar: Jakob Balde, deutscher Jesuit und Dichter († 1668)
- 10. März: Johann Rudolph Glauber, Apotheker und Chemiker († 1670)
- 18. März: Johann IV. (Portugal), König von Portugal, der erste Monarch aus dem Hause Braganza († 1656)
- 3. April: Bodo von Hodenberg, deutscher Verwaltungsbeamter und Dichter
- 5. April: Karl IV. von Lothringen († 1675)
- 4. Juni: Claudia de Medici, Erzherzogin von Österreich und Landesfürstin von Tirol († 1648)
- 17. Juni: Moritz von Nassau, Gouverneur von Holländisch-Brasilien († 1679)
- 28. Juni: Heinrich Albert, Liederdichter und Komponist († 1651)
- 16. August Bernhard von Sachsen-Weimar († 1639), Feldherr im Dreißigjährigen Krieg
- 26. November: Johann Bach, Ältester Sohn von Hans Bach, Bruder von Christoph und von Heinrich Bach († 1673)
- 1. Februar: Johannes Suidlareus, Theologe und Prediger der Reformationszeit ( - 1545)
- 23. Mai: Peter Ernst Mansfeld, Statthalter in den Niederlanden und von Brüssel ( - 1517)
- Ferenc Nadasdy, ungarischer Adeliger ( - 1555)
ko:1604년
Kategorie:1604
BelagerungDie Belagerung ist eine militärische Taktik, die angewendet wird, um befestigte Orte zu erobern oder zumindest als Gefährdung für die eigene Truppe zu neutralisieren. Hierbei wird der zu erobernde oder neutralisierende Ort von eigenen Truppen umschlossen, so dass möglichst jeder Verkehr zwischen dem Inneren und dem Äußeren des Belagerungsrings unterbunden wird. Insbesondere soll der Nachschub an Soldaten, Waffen und Nahrung unterbunden werden.
Allgemein
Ziel der Belagerung ist es, die Befestigungsanlagen mithilfe von Belagerungsgerät so weit zu schwächen, dass ein Sturmangriff erfolgversprechend wird, oder die Belagerten durch Aushungern zur Aufgabe zu zwingen.
Von der Belagerung ist der "Handstreich" zu unterscheiden. Diese Taktik nutzt das Überraschungsmoment zum Sturm einer Festung aus und ist eigentlich nur nach einer relativ friedlichen Ruhe erfolgreich. Der Handstreich erfolgt seitens des Angreifers mit einem kleinen Truppenkontingent, das sich schlagartig einer Festung bemächtigen und den Gegner überrumpeln soll.
Diese Taktik gilt als außerordentlich riskant, und es gibt in der Geschichte genügend Beispiele, bei denen ein geplanter Handstreich als Fehlschlag endete.
In diesem Sinne ist der deutsche Überfall auf den Festungsring Lüttich zu Beginn des ersten Weltkrieges zu bewerten, während im Zweiten Weltkrieg der ebenfalls als Handstreich ausgeführte Angriff auf Fort Eben-Emael sehr erfolgreich war.
Verlässt ein Teil der Belagerten die Festung, um die Belagerer anzugreifen, nennt man das einen Ausfall. Kommen den Belagerten befreundete Truppen von außen zu Hilfe, spricht man von einem Entsatzheer.
Belagerungstechnik der Frühgeschichte und Antike
Städte werden schon seit frühester geschichtlich bekannter Zeit mit Mauern umgeben, um möglichen Feinden die Eroberung zu erschweren. Dagegen bildet sich ebenso früh eine Technik der Belagerung aus.
Die einfachste Form der Belagerung besteht darin, den Feind einfach einzuschließen und abzuwarten, bis ihm die Nahrung ausgeht. Die Länge einer Belagerung führt aber bei den belagernden Truppen häufig zu Seuchen wegen der mangelnden Hygiene in den Lagern.
Erste Belagerungsgeräte waren die Sturmleiter, mit deren Hilfe Mauern überwindbar werden, und der Rammbock zum Einrammen der Tore oder Mauern. Dieser bestand zunächst nur aus einem an einer Seite verstärkten Baumstamm, mit dem die Belagerer auf ein Tor der belagerten Stadt zurannten. Später kamen mechanische Geschütze hinzu, Katapulte und Schleudern verschiedener Art, mit denen die Mauern oder sogar das Innere beschossen werden konnten. Die Sturmleiter wurde zum Belagerungsturm erweitert, der Rammbock zur Schildkröte, die durch ein Gerüst aus Holz und Fellen geschützt wurde und über Räder verfügte. Griechen und Römer setzten auch Rampen und Gegenbefestigungen ein, um geographisch geschützte Stellungen zu stürmen (z.B. das auf einer Insel gelegene Tyros und den Hügel von Massada).
Eine ganz spezielle Form der Belagerungstechnik war die so genannte Menschenpyramide. Hierfür war überhaupt kein Belagerungsgerät notwendig, vielmehr bildete eine Gruppe entschlossener Angreifer selbst die Belagerungsmaschine. Das Ziel war, einen oder einige wenige Angreifer auf die Höhe der Festungswälle zu bringen. Dazu bildeten die Angreifergruppe eine Art Räuberleiter, in dem sie sich pyramidenförmig an der gegnerischen Mauer aufstellte. Diese Pyramide konnte allerdings nur in den Bereichen aufgestellt werden, in denen die Geschütze der Verteidiger nicht wirken konnten - dem so genannte Toten Winkel. Das Verfahren war nur bei relativ niedrigen Mauerhöhen erfolgreich und erhielt erst wieder eine Bedeutung, als die Festungsmauern immer niedriger ausgeführt wurden, um der Bedrohung durch die neuzeitliche Artillerie begegnen zu können.
Belagerung von frühneuzeitlichen Festungen
Mit der Erfindung des Spreng- und Schießpulvers und von Kanonen (siehe auch Steinbüchse) ergaben sich zum Teil neue Möglichkeiten für beide Seiten.
Der Angriff auf eine mit massiven Winkelbasteien versehene Festung war stets eine riskante Angelegenheit, so dass auf Seiten der Angreifer oftmals ein so genanntes Sturmgeld ausgelobt wurde. Um eine Bresche in die Festungsmauern zu schlagen, hoben die Belagerer Gräben aus, in der Regel parallel zu einer der vorderen Seiten einer Bastion. Danach wurden in diesem Graben Geschütze postiert, die sofort ein Deckungsfeuer eröffneten.
Nun wurde ein Annäherungsgraben in Richtung der Bastion angelegt, und nach einigen Metern wiederum ein Parallelgraben in dem die Kanonen Schutz fanden. Die Belagerer mussten beim Ausheben von Annäherungsgräben damit rechnen, das die Verteidiger der Festung einen Ausfall unternehmen, um die Arbeit der Sappeure zu unterbrechen. Deshalb legten sie oftmals in regelmäßigen Abständen zwischen den Gräben Festungen im Kleinstformat an, in denen man Truppen zur schnellen Abwehr eines Ausfalls stationierte.
Bei vielen frühneuzeitlichen Belagerungen entstanden komplexe Grabensysteme mit zahlreichen Befestigungsanlagen.
Hatten sich die Belagerer mit Hilfe von Annäherungsgräben nahe genug an eine Bastion herangearbeitet, konnten die Kanonen so viel Feuerkraft entfalten, um eine Bresche in die Bastion zu schießen. Doch die Verteidiger bildeten in solch einem Fall meist eine dichte Schützenlinie hinter der Bresche, und sie hielten Körbe mit Schutt, Erde und Holz bereit, um eine Bresche provisorisch schließen zu können. Zudem konnten Angreifer beim Sturm auf eine Bresche von angrenzenden Bastionen unter Beschuss genommen werden, insbesondere aus zurückgezogenen Flanken.
Wenn sich das Schlagen einer Bresche anbahnte, legten die Verteidiger der Festung oftmals eine Retirata hinter der betreffenden Mauerstelle an, wenn eine derartige zweite Front nicht bereits von Anfang an in der Festung vorhanden war.
Auch die alte Taktik des Unterminierens kam bei Belagerungen zum Einsatz. Dabei legten die Belagerer vom Gegner möglichst unbemerkt einen Stollen an, der bis unter die Befestigung gegraben wurde. Anfangs wurde das Fundament so lange unterhöhlt bis das Bauwerk unter eigenem Gewicht einstürzte, jedoch war das für die Belagerer selbst sehr gefährlich, weil der Zeitpunkt des Einsturzes ungewiss war. Man ging dazu über die Mauern mit Holzpfeilern abzustützen. Als der freigelegte Abschnitt ausreichend schien, brachte man zusätzlich brennbares Material das in Brand gesetzt wurde und die Pfeiler zerstörte, wodurch die Mauern zum Einsturz gebracht wurden. Bei frühneuzeitlichen Belagerungen bevorzugte man die Verwendung von Schießpulverladungen, wodurch der Begriff "Mine" von einem Stollen auf eine ausgelegte Sprengladung überging.
Bestand bei den Belagerten der Verdacht, dass eine Unterminierung im Gang ist, wurden Horchposten eingerichtet die in Feuerpausen auf grabungstypische Geräusche achteten. Andere Mittel waren aufgestellte leere Fässer, auf deren Oberseite etwas Wasser eingefüllt wurde oder erbsenbestreute Trommeln, um die von den Erdarbeiten ausgehenden Erschütterungen festzustellen und zu lokalisieren.
War ein Gang lokalisiert gruben die Verteidiger ihrerseits Stollen, um das Vorhaben des Gegners durch eine eigene Sprengladung zu vereiteln.
Bereits im späten 16. Jahrhundert wurde es üblich, das die Belagerer ihrerseits einen Ring aus Befestigungsanlagen um die belagerte Stadt oder Festung anlegten. Somit sicherten sich die Belagerer vor dem etwaigen Angriff eines Entsatzheeres, schnitten die belagerte Festung komplett von der Außenwelt ab und schützten sich vor möglichen Ausfallangriffen der Verteidiger.
Ein derartiger Befestigungsring bestand aus unzähligen Gräben und Werken, die teilweise so nahe wie möglich an die belagerte Festung getrieben wurden.
Ein besonders komplexer Ring aus Feldbefestigungen wurde zum Beispiel bei der Belagerung der niederländischen Stadt 's Hertogenbosch im Jahre 1629 angelegt.
In gewisser Weise ist der Grabenkrieg des Ersten Weltkrieges eine Erweiterung der Belagerung auf die gesamte Front. Mit weitreichender Artillerie und Flugzeugen wurde es fast unmöglich, Städte gegen eine Belagerung zu schützen. Dennoch kam es im Zweiten Weltkrieg mit der Belagerung von Leningrad zumindest zu einer langwierigen Belagerung einer Stadt. Auch die Eroberung der Festung Brest gestaltete sich äußerst schwierig.
Die letzte Belagerung im klassischen Sinne war der Kampf um die französische Festung Dien Bien Phu in Vietnam im Jahre 1954. In neuerer Zeit wurde von der Belagerung von Sarajewo im Bosnienkrieg gesprochen.
Siehe auch
- Liste von Belagerungen
- Kreative Art Belagerer zu demotivieren (Horaffensage)
Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung
ja:攻城戦
ko:공성전
Niederlande
Die Niederlande (niederländisch Nederland) sind Teil des Königreichs der Niederlande in Westeuropa. Sie sind einer der am dichtesten besiedelten Staaten der Welt. Rund ein Viertel des Landes liegt unterhalb des Meeresspiegels und ist mit rund 3.000 km Deichen geschützt.
Im deutsch- und englischsprachigen Raum wie auch in den Niederlanden selbst wird anstelle der offiziellen und korrekten Bezeichnung Niederlande umgangssprachlich häufig der Name Holland für das gesamte Staatsgebiet verwendet. Diese Bezeichnung stammt von der alten Grafschaft Holland her und bezieht sich eigentlich nur auf die heutigen Provinzen Nord- und Südholland. - Siehe dazu auch die Rubrik "Die Niederlande im deutschen Sprachgebrauch" am Seitenende.
Geografie
Räumliche Lage
Das ganze Landes liegt weniger als einen Meter über, einige Gebiete sogar unterhalb des Meeresspiegels.
Der höchste Punkt des Landes, der Vaalserberg im Südosten, befindet sich 322 m über dem Amsterdamer Pegel, dort liegt auch gleichzeitig das Dreiländereck zu Deutschland und Belgien. Die flachen Gebiete werden in der Regel durch Deiche vor Sturmfluten geschützt.
Teile der Niederlande, wie zum Beispiel fast die gesamte Provinz Flevoland, wurden durch Landgewinnung dem Meer abgewonnen. Sie werden als Polder bezeichnet.
Ungefähr ein Fünftel (18,41 %) der Landesfläche ist mit Wasser bedeckt, wovon den größten Teil das IJsselmeer ausmacht, eine ehemalige Nordsee-Bucht, die 1932 durch einen 29 km langen Abschlussdeich eingepoldert wurde.
Die wichtigsten Flüsse in den Niederlanden sind der Rhein, die Waal und die Maas.
Maas
Die Hauptwindrichtung in den Niederlanden ist Südwest, daraus resultiert ein gemäßigtes maritimes Klima mit kühlen Sommern und milden Wintern.
Siehe auch: Niederländische Inseln, Westfriesische Inseln
Nachbarländer
Die Niederlande grenzen im Westen und Norden an die Nordsee, im Osten an Deutschland und im Süden an Belgien.
Siehe auch: Städte in den Niederlanden
Bevölkerung
Die Niederlande sind mit etwa 480 Einwohnern pro Quadratkilometer Landfläche eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt (zum Vergleich: Deutschland 236, Monaco 16.435, Namibia 2).
Niederländisch ist die Amtssprache im gesamten Staat; daneben werden niederdeutsche Mundarten gesprochen. Das Friesische ist Amtssprache in der Provinsje Fryslân und dort auch Rundfunk- und Verwaltungssprache. Im Nordosten werden niedersächsische Dialekte gesprochen, im Südosten hochdeutsche Mundarten.
In den Niederlanden wohnen Einwanderer aus der ganzen Welt: Indonesien, Karibik, Südamerika, Afrika, Türkei, Polen etc.
Die wichtigsten Religionen (Stand: 2002) sind der Katholizismus (31 %), der Protestantismus (21 %) und der Islam (5,5 %). Die meisten Protestanten gehören einer calvinistischen Kirche an.
40 % der Niederländer fühlen sich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig.
Die katholische Bevölkerung lebt vor allem im Süden, die protestantische vor allem im Norden des Landes.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Niederlande
Nach der Aufteilung des Frankenreiches gehörten die niederen Lande zum ostfränkischen Königreich (Regnum Teutonicae) und danach zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Unter Kaiser Karl V., der zugleich spanischer König war, war das Land in siebzehn Provinzen aufgeteilt und umfasste auch den Großteil des heutigen Belgiens. Nach der Unabhängigkeitserklärung der sieben nördlichen Provinzen (Allianz von Utrecht) vom 23. Januar 1579 und dem folgenden Achtzigjährigen Krieg gegen die spanischen Habsburger wurde die formelle Unabhängigkeit von Spanien im Westfälischen Frieden am 15. Mai 1648 besiegelt, der, gleichzeitig mit der Schweiz, zur Trennung vom mittelalterlichen deutschen Reich führte. Dieses Datum gilt als Geburtstag der heutigen Niederlande.
In der Folge wuchsen die Niederlande (de nederen duitsche landen) als Republik der Vereinigten Niederlande, zu einer der größten See- und Wirtschaftsmächte des 17. Jahrhunderts. Während dieser Zeit wurden Kolonien und Handelsposten auf der ganzen Welt errichtet. Bekannt ist die Gründung von Nieuw Amsterdam, welches später in New York umbenannt wurde. In Asien schufen die Niederländer ihr Kolonialreich 'Nederlands-Indie', das heutige Indonesien, welches erst 1946 unabhängig wurde. Auch im nordöstlichen Südamerika (Surinam) und der Karibik entstanden Niederländische Kolonien (Aruba, Curaçao), (Bonaire), (Saba), (St. Eustatius) und (St. Maarten); diese Inseln sind heute stiller Teil der niederländischen Monarchie (Königreich).
1796 wurde mit französischer Unterstützung die Batavische Republik gegründet (benannt nach dem germanischen Stamm, der das Gebiet zwischen Rhein und Maas zuerst besiedelt hatte, den Batavern); 1806 machte Napoleon daraus das Königreich Holland.
Nach der Einverleibung durch Frankreich unter Napoleon I. wurde 1815 das Königreich der Niederlande gegründet, das auch das heutige Belgien umfasste. Erster König wurde Wilhelm I. aus dem Haus Oranien-Nassau. Belgien und damit das die niederfränkischen Flandern erlangte nach der belgischen Revolution von 1830 seine Unabhängigkeit, die allerdings erst 1839 von Wilhelm I. anerkannt wurde.
Der niederländische König war gleichzeitig Großherzog von Luxemburg, wo das Salische Gesetz kein weibliches Staatsoberhaupt zuließ. Als Wilhelm III. bei seinem Tod 1890 nur eine Tochter (Königin Wilhelmina) hinterließ, ging der Luxemburger Thron auf eine andere Erbfolgelinie im Haus Nassau über und Wilhelms Vetter Adolf von Nassau übernahm dort die Regierung.
Die Niederlande blieben im Ersten Weltkrieg offiziell neutral und konnten sich auch erfolgreich aus dem Krieg halten. Sie hielten ihre Truppen aber dennoch bis zum Kriegsende mobilisiert und hatten überdies mit einer großen Flüchtlingswelle zu tun.
Auch im Zweiten Weltkrieg versuchte die niederländische Regierung zunächst, sich aus dem Krieg herauszuhalten. Anderslautenden Warnungen glaubte sie nicht. Hitler jedoch befahl die Okkupation der Niederlande um so Frankreich unter Umgehung der "Maginot Linie" von Norden her einnehmen zu können. Nach dreitägigem Kampf zwangen die deutschen Truppen am Abend des 14.Mai 1940 die Niederlande mit dem Bombardement von Rotterdam zur Aufgabe. Die Innenstadt wurde durch Bomben und durch die anschließenden Brände weitgehend zerstört. Es war das erste Flächenbombardement im zweiten Weltkrieg. Die Niederlande waren von Mai 1940 bis Mai 1945 besetzt. Viele Niederländer arrangierten sich mit dem Regime und viele Mitläufer verinnerlichten auch die Ideologie eines großdeutschen bzw. großgermanischen Reiches. Die Judenverfolgung schlug in den Niederlanden besonders heftig zu: aus keinem anderen europäischen Land wurde ein so großer Bevölkerungsanteil abtransportiert. Noch immer ist die Rolle niederländischer Verwaltungsstellen und etwa der Niederländischen Eisenbahn beim Abstransport der Juden nicht restlos geklärt. Die Bevölkerung hatte aber mehrheitlich unter der Besatzung zu leiden und auch unter der Judenverfolgung (Anne Frank). Der südliche Teil der Niederlande wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1944 von den Alliierten befreit, der Norden des Landes erst durch das Kriegsende. 1949 kam die westdeutsche Stadt Elten (bei Kleve) mit Umgebung bis 1963 unter niederländische Verwaltung. Deren Bewohner blieben formal bundesdeutsche Staatsbürger, erhielten allerdings niederländische Pässe und wurden auch niederländischen Staatsbürgern rechtlich gleichgestellt. Forderungen nach Angliederung von Teilen des Münsterlandes und des grenznahen Rheinlandes an die Niederlande, deren Bürger niedersächsische und niederfränkische Dialekte - ebenso wie in den Niederlanden - sprachen, konnte sich in den Niederlanden letztlich jedoch nicht durchsetzen.
Im Februar 1953 verheerte eine Sturmflut den Südwesten der Niederlande und forderte 1800 Tote.
Die Niederlande sind Gründungsmitglied der Benelux-Wirtschaftsunion (seit 1944 geplant, am 3. Februar 1958 festgelegt und am 1. November 1960 in Kraft getreten). Sie waren ebenfalls Mitbegründer der NATO und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (und damit der Europäischen Union).
In der jüngsten Vergangenheit stand das multikulturelle politische Toleranzmodell der Niederlande auf dem Prüfstand. Ihre liberale Politik machte den Weg auch für eingewanderte radikale Islamisten und so genannte Hassprediger frei: Am 2. November 2004 kam es zum Mord an dem Regisseur Theo van Gogh. Die Folge des Mordes waren Anschläge auf Moscheen und Hassbekundungen gegen muslimische Bürger. Große Bevölkerungsteile fordern seither eine rigorose Politik gegen gewalttätige Einwanderer und eine Änderung der zu liberalen Einwanderungspolitik. Zahlreiche Politiker können seither nur noch unter Polizeischutz arbeiten und werden weiterhin von Islamisten bedroht.
Politik
Seit dem Ende der französischen Revolution im Jahre 1815 sind die Niederlande eine konstitutionelle Monarchie mit dem Königshaus Oranien-Nassau an der Spitze. Es herrscht allgemeines Wahlrecht ab 18 Jahren.
Staatsoberhaupt
Staatsoberhaupt seit 1980 ist Königin Beatrix von Oranien-Nassau.
Gemäß der Verfassung ist sie Mitglied der Regierung und ernennt die Minister. In der Praxis lässt sie nach Wahlen einen informateur (meist ein hoher Beamter) die Parlamentsfraktionen befragen. Nach dessen Berichterstattung bestellt die Königin einen formateur, der das Kabinett zusammenstellt. Dabei kann es sich bereits um den künftigen Ministerpräsidenten handeln.
Parlament
Das Parlament (Staten-Generaal, Generalstände) besteht aus zwei Kammern.
Die Wahl der 150 Mitglieder der Zweiten Kammer (Tweede Kamer) findet im Normalfall alle vier Jahre statt. Diese Kammer ist das Parlament im eigentlichen Sinne, als Volksvertretung und Kontrolle der Regierung.
Die Erste Kammer (Eerste Kamer), inoffiziell auch Senat genannt, setzt sich aus 75 Vertretern der Provinzparlamente zusammen, die ebenfalls alle vier Jahre gewählt werden. Die Arbeit der Ersten Kammer besteht vor allem in der Begutachtung von Gesetzen, die die Zweite Kammer erarbeitet hat; unter Umständen kann die Erste Kammer ein Gesetz durch ein Veto blockieren.
Der heutige Ministerpräsident Jan Peter Balkenende von den Christdemokraten ist seit 2002 im Amt.
Parteien
- Christlich-Demokratischer Apell/CDA (christlich-konservativ)
- Partei der Arbeit/PvdA (sozialdemokratisch)
- Volkspartei für Freiheit und Demokratie/VVD (liberal-konservativ)
- Sozialistische Partei/SP (links)
- Liste Pim Fortuyn/LPF (rechtspopulistisch)
- Grüne Linke/GL (ökologisch und sozialistisch)
- Democraten 66/D66 (sozial-liberal)
- Christen Union/CU (extrem christlich-konservativ)
- Staatskundig Reformierte Partei/SGP (extrem christlich-konservativ)
- Neue Kommunistische Partei der Niederlanden/NCPN (kommunistisch)
Siehe auch: Liste der niederländischen Ministerpräsidenten
Gesellschaftspolitik
In den letzten Jahrzehnten wurden die Niederlande unter anderem für ihre liberale gesetzliche Reglementierung weicher Drogen (siehe Coffee Shop), der Prostitution (sie ist ein gesetzlich anerkanntes Gewerbe und Prostituierte sind daher sozialversichert), von Abtreibung und Sterbehilfe bekannt. Die Niederlande gehörten auch zu den ersten Staaten, die die Ehe für Homosexuelle ermöglichten.
Mit Ausnahme der so genannten Randstad (Amsterdam, Rotterdam und Den Haag) hinken Offenheit und Toleranz in der Bevölkerung der eigenen liberalen Gesetzgebung jedoch noch Jahrzehnte hinterher und die Intoleranz wird hinter der vor allem in den Medien und der Politik demonstrativ vorgetragenen Political Correctness versteckt. So ist es in einigen Teilen des Landes um die Akzeptanz offen gelebter Homosexualität weit schlechter bestellt als in den meisten Teilen Deutschlands und oftmals finden verbale oder gar gewalttätige Übergriffe gegenüber Homosexuellen statt.
Am 2. November 2004 wurde der islamkritische Filmregisseur Theo van Gogh in Amsterdam ermordet. In Folge kam es zu Brandanschlägen auf Moscheen und zu moslemischen Übergriffen auf Kirchen. Die Vorfälle lösten heftige Diskussionen über die Integration von Ausländern und über das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen aus.
Militär
Es besteht keine allgemeine Wehrpflicht. Die Streitkräfte umfassen insgesamt 53.130 Personen, davon entfallen auf das Heer 23.150, auf die Luftwaffe 11.050 und auf die Marine 12.130 Soldaten. Die Militärausgaben betragen 1,6 % des BIP (zum Vergleich, Deutschland: 1,5 %, USA: 3,4 %). Die Führung des niederländischen Heeres ("Koninklijke Landmacht") ist durch das 1. D/NL-Korps eng mit der Deutschen Bundeswehr verzahnt.
Provinzen
1579 mit sieben Provinzen begonnen, kamen später die sogenannten Generalitätslande (NL: generaliteitslanden) als Provinzen Nord-Brabant und Limburg hinzu. Drenthe wurde ebenfalls eine eigene Provinz, und die dominierende Provinz Holland wurde 1840 aufgespalten in Nord-Holland und Süd-Holland. Die jüngste Provinz ist Flevoland, das erst 1986 als Provinz gegründet wurde. Seit dem 1. Januar 1986 gliedern sich die Niederlande in 12 Provinzen (NL: provincies).
Die Provinzen wiederum gliedern sich in 483 Gemeinden (gemeenten).
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft der Niederlande
Die Niederlande haben ein gut funktionierendes, offenes Wirtschaftssystem.
Seit den 1980er Jahren hat die Regierung ihre ökonomischen Eingriffe weitgehend zurückgenommen.
Beim produzierenden Gewerbe dominieren Nahrungsmittel- und chemische Industrie, Erdölraffinerien und die Herstellung von Elektrogeräten.
Lange vor seinen europäischen Nachbarn sorgte das Land für einen ausgewogenen Staatshaushalt und bekämpfte erfolgreich die Stagnation im Arbeitsmarkt.
Die moderne und hoch technologisierte Landwirtschaft ist außerordentlich produktiv: neben Getreide-, Gemüse-, Früchte- und Schnittblumenanbau - die Tulpenzüchtung beeinflusste sogar die Geschichte des Landes - gibt es noch Milchviehhaltung in großem Maßstab. Letztere liefert die Grundlage für den Holländer Käse als wichtiges Exportprodukt.
Die niederländische Landwirtschaft beschäftigt knapp unter 4 % der Arbeitnehmer, trägt jedoch erheblich zum Export bei. Die Niederlande sind nach den USA und Frankreich der weltweit drittgrößte Exporteur landwirtschaftlicher Erzeugnisse.
Als Mitbegründer der Euro-Zone wurde in den Niederlanden für Bankgeschäfte am 1. Januar 1999 die vorherige Währung, der Gulden, durch den Euro ergänzt.
Drei Jahre später, am 1. Januar 2002, ersetzen die Euromünzen und -banknoten für die Konsumenten den Gulden als Zahlungsmittel.
Naturressourcen
Die Niederlande verfügen über Erdgaslager, aus denen nahe Groningen sowie in der südlichen Nordsee in großem Maßstab gefördert wird. 1996 wurden 75,8 Mrd. m³ (nach BP) gefördert. Damit stehen die Niederlande im Ländervergleich bei der Erdgasförderung auf Platz fünf, nach Russland (561,1 Mrd. m³), USA (546,9 Mrd. m³), Kanada (153,0 Mrd. m³) und Großbritannien (84,6 Mrd. m³). Weiterhin gibt es an der emsländischen Grenze kleinere Erdölreserven und größere Salzlagerstätten bei Delfzijl und Hengelo. Abgesehen von Torf (u. a. im Bourtanger Moor) verfügen die Niederlande über keine weiteren nennenswerten Bodenschätze.
Kultur
Feiertage
Malerei
Viele weltberühmte Maler waren Niederländer.
Die Blütezeit der Republik im 17. Jahrhundert, das sogenannte Goldene Zeitalter brachte große Künstler wie Rembrandt van Rijn, Johannes Vermeer, Frans Hals, Carel Fabritius, Gerard Dou, Paulus Potter oder Jan Steen hervor.
Berühmte Maler späterer Epochen waren Vincent van Gogh und Piet Mondriaan. M. C. Escher ist ein bekannter Grafiker.
Architektur
Niederländische Architekten gaben wichtige Impulse für die Architektur des 20. Jahrhunderts. Hervorzuheben sind vor allem Hendrik Petrus Berlage und die Architekten der De Stijl-Gruppe (Robert van't Hoff, J.J.P. Oud, Gerrit Rietveld). Johannes Duiker war ein Vertreter des Neuen Bauens. Die sogenannte Amsterdamer Schule (Michel de Klerk) leistete einen bemerkenswerten Beitrag zur expressionistischen Architektur.
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg traten innovative niederländische Architekten hervor. Aldo van Eyck und Herman Hertzberger prägten die Architekturströmung Strukturalismus. Piet Blom wurde durch seine eigenwilligen Baumhäuser bekannt.
Wissenschaft
Aus den Niederlanden stammten Erasmus von Rotterdam, Baruch Spinoza und Christiaan Huygens. René Descartes verbrachte den Großteil seiner Schaffenszeit in den Niederlanden. Überhaupt fanden seit der frühen Neuzeit zahlreiche verfolgte Wissenschaftler in den Niederlanden Asyl und Wirkungsmöglichkeiten.
Die moderne Soziologie verdankt ihrem niederländischen Begründer S. Rudolf Steinmetz bedeutende Anregungen.
Literatur
Im "Goldenen Zeitalter" (De Gouden Eeuw) der Niederlande blühte neben der Malerei auch die Literatur, als bekannteste Vertreter wären Joost van den Vondel und P. C. Hooft zu nennen.
Wichtige Autoren im 20. Jahrhundert waren Harry Mulisch, Jan Wolkers und Simon Vestdijk.
Und während der deutschen Besatzung verfasste Anne Frank in Amsterdam ihr weltbekanntes Tagebuch.
Musik
Das niederländische Musikleben war im Bereich der klassischen Musik lange Zeit nicht auf dem Niveau anderer europäischer Staaten organisiert. Erst Ende des 19. Jahrhunderts fand eine Professionalisierung statt und es bildeten sich zahlreiche Orchester und Kammerensembles. Wichtige Komponisten im 20. Jahrhundert sind Julius Röntgen, Willem Pijper, Mathijs Vermeulen, Louis Andriessen, Otto Ketting, Ton de Leeuw, Theo Loevendie, Misha Mengelberg, Tristan Keuris und Klaas de Vries (Liste niederländischer und flämischer Komponisten). Die wohl bekannteste niederländische Rockband Golden Earring hatte in den 1970er Jahren ihren größten Hit mit "Radar Love".
Die Niederlande haben eine sehr lebendige Musik-Szene auf hohem Niveau. Es gibt zahlreiche Veranstaltungslokale und in den Medien wird den Künstlern viel Raum gegeben. Seit einigen Jahren ist "nederlandstalige muziek", Musik in der Landessprache sehr erfolgreich. Die berühmtesten Pop/Rockbands sind Blof, die meistgespielte Band im niederländischen Radio der vergangenen Jahre, und [http://www.acdaendemunnik.nl/ Acda en de Munnik], ein Duo, das mit Kleinkunstprogrammen bekannt geworden ist. Noch höhere Plattenverkaufszahlen erzielen Schlagerkünstler, wie Marco Borsato und [http://www.fransbauer.nl/ Frans Bauer]. Bekannte niederländische Rapper sind Ali B und Lange Frans & Baas B.
Natursehenswürdigkeiten
- De Hollandse Biesbosch, eine Fluss- und Sumpflandschaft
- Keukenhof
- die Nationalparks De Hoge Veluwe und Veluwezoon in der Veluwe
- die Naturschutzgebiete auf Texel
- Reeuwijkse Plassen bei Gouda
- Schiermonnikoog
- Die Deltawerke Schutzwehre gegen Sturmfluten. Gebaut nach der Sturmflut von 1953
Landesübliche Küche
Das inoffizielle Nationalgericht Stamppot ist zumeist eine passierte Mischung aus Kartoffeln und Gemüse. Häufig wird dabei Grünkohl (niederl. Boerenkool) verwendet. Teilweise werden auch angebratene Zwiebeln mit Schinkenspeck untergemengt.
Eine regelrechte Snackbarkultur ist in den letzten Jahrzehnten entstanden. In diesen Fastfoodrestaurants erhält man Pommes Frites (niederl. Patat) mit Mayonnaise, Ketchup (auch gemischt mit Zwiebeln = special) oder Erdnusssoße (niederl. Pindasaus).
Letztere hat sich durch die Einflüsse der Kolonialzeit etabliert. Überhaupt sind indonesische Einflüsse in der niederländischen Küche kaum zu übersehen, auch wenn die meisten Gerichte dem holländischen Geschmacksempfinden angepasst wurden.
Neben den Pommes Frites werden in den Snackbars auch fritierte Fleisch- und Käsegerichte angeboten.
Eine wirkliche Einzigartigkeit stellt der "Hollandse Nieuwe" dar. Dabei handelt es sich um rohe Heringsfilets, die am Schwanz gehalten über Kopf verzehrt werden, und über viele wertgebende Inhaltsstoffe verfügen sollen.
International bekannt ist der niederländische Käse (niederl. Kaas), der sowohl als Brotbelag als auch in Stücke geschnitten verzehrt wird. Am weitesten verbreitet ist der Gouda, der seinen Ursprung in der gleichnamigen Stadt hat. Er ist in unterschiedliche Reifegrade eingeteilt. Jonger Kaas ist am kürzesten gelagert und schmeckt sahnig mild. Belegen ist die nächste Stufe mit einem würzigem Geschmack und einer festen Konsistenz. Oude Kaas ist die teuerste und aromatischste Lagerstufe. Besonders bekannt ist der "Oud Amsterdam".
Das niederländische Frühstück ist eher spärlich und besteht meist aus einem Brot und einer Tasse Kaffee. Mittags gibt es ebenfalls belegte Brote dazu Milch oder Buttermilch.
Die Hauptmahlzeit stellt das Abendbrot dar, welches aus warmen Speisen besteht und gegen fünf Uhr nachmittags eingenommen wird.
Die Niederlande im deutschen Sprachgebrauch
Der grammatikalisch richtige Gebrauch des Namens Niederlande ist vielen Sprechern nicht geläufig, was zu der fälschlichen Verwendung des Namens Holland beiträgt. Niederlande stellt eine Pluralform dar; vergleichbar mit den USA (die USA). Den Ländernamen gibt es im Singular nicht.
Die Deklinationstabelle lautet wie folgt:
- Nominativ Plural: die Niederlande
- Genitiv Plural: der Niederlande
- Dativ Plural: den Niederlanden
- Akkusativ Plural: die Niederlande
Beispielsätze
- Nominativ: Die Niederlande sind Mitglied der EU.
- Genitiv: Das Bruttosozialprodukt der Niederlande beträgt x Euro.
- Dativ: Deutschland hat den Niederlanden Hilfe versprochen.
- Akkusativ: Viele deutsche Touristen besuchen die Niederlande.
Bei Satzkonstruktionen mit in ist zu beachten, dass in sowohl mit richtungsanzeigendem Akkusativ als auch mit ortsanzeigendem Dativ gebraucht werden kann:
- Ich fahre in die Niederlande. (richtungsanzeigender Akkusativ)
- Ich bin in den Niederlanden. (ortsanzeigender Dativ)
Weitere Themen
- Tourismus in den Niederlanden
- Nationalparks in den Niederlanden
- Liste der Bahnhöfe in den Niederlanden
- Niederländische Kolonien
- Niederländisch-Indien
- Liste der Königinnen und Könige der Niederlande
- Liste bekannter Niederländer
- Portal:Niederlande
- Portal:Benelux
- Niederlandistik Über Niederländische Sprache und Kultur
Weblinks
- [http://www.government.nl Offizielle Netzpräsenz der Regierung der Niederlande (englisch)]
- [http://www.koninklijkhuis.nl/ Offizielle Netzpräsenz des niederländischen Königshauses]
- [http://www.niederlandenet.de NiederlandeNet.de: Größtes Informationsportal über die Niederlande und die deutsch-niederländischen Beziehungen in deutscher Sprache]
- [http://www.niederlandeweb.de Offizielle Netzpräsenz der niederländischen Botschaft und Generalkonsulate in Deutschland]
- [http://www.netherlands-embassy.at Offizielle Netzpräsenz der niederländischen Botschaft in Wien]
- [http://www.niederlande-im-unterricht.de Deutsches Unterrichtsmaterial über die Niederlande für diverse Fächer, ausgerichtet auf die Lehrpläne Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=123 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes - [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-karten/karten.cgi?action=detail&templ=01_01_karten_detail&id=29 Karte: Die Niederlande um 1620 : Historische Karten (Haus der Bayerischen Geschichte)]
Kategorie:Staat
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Kategorie:Monarchie
Kategorie:Land in der EU
als:Niederlande
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Belagerung von OstendeDie Belagerung von Ostende fand während des auch als Achtzigjähriger Krieg bezeichneten niederländischen Unabhängigkeitskampfes statt. Spanische Truppen begannen am 5. Juli 1601 mit der Belagerung der von Niederländern verteidigten Stadt. Am 20. September 1604 kapitulierte die niederländische Garnison. Es handelt sich um eine der verlustreichsten Belagerungen der Frühen Neuzeit.
Frühen Neuzeit
Hintergrund
In den habsburgisch beherrschten Spanischen Niederlanden kam es aufgrund der harten spanischen Politik insbesondere gegenüber den meist calvinistischen Niederländern seit 1568 zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Der überwiegend von katholischen Wallonen bewohnte Süden der Spanischen Niederlande gründete jedoch im Januar 1579 die Spanien gegenüber loyale Union von Arras. Diese Union umfasste die Grafschaften Artois, Hennegau sowie den südlichen Teil Flanderns. Als Reaktion darauf formierte sich im selben Monat die von den Aufständischen getragene Union von Utrecht, die nicht nur Holland, Friesland, Zeeland, Geldern, Overijssel, Drenthe und Groningen ("Die sieben Provinzen"), sondern auch den nördlichen Teil Flanderns und den westlichen Teil Brabants umfasste. Die Union von Utrecht sagte sich 1581 von der spanischen Herrschaft los.
Die spanisch-habsburgischen Truppen unter dem Herzog von Parma gingen 1581 zur Offensive gegen die aufständischen Niederländer und Flamen über und drängten diese bis 1590 aus Flandern und Brabant zurück. Auch Groningen, Drenthe, ein großer Teil von Overijssel sowie der östliche Teil Gelderns wurden von den Spaniern erobert. An der flandrischen Nordseeküste konnte sich jedoch Ostende als niederländische Exklave halten. Es folgten mehrere Rückschläge für die spanischen Habsburger. Unter Moritz von Oranien gelang den Niederländern bis 1592 die Rückeroberung von sechs Städten, und im Dezember dieses Jahres erlag Parma einer schweren Verletzung. Am 30. Juni 1600 landeten niederländische Truppen an der flandrischen Küste und errangen am 2. Juli bei Nieuport einen Sieg über die Spanier, den sie aber nicht ausnutzen konnten. Die Spanier sahen sich nun zum Handeln gezwungen und beschlossen einen Angriff auf Ostende.
Verlauf der Belagerung
Ausgangslage
Am 5. Juli 1601 erschien ein spanisches Heer mit einer Stärke von circa 12.000 Mann unter dem Kommando von Erzherzog Albrecht von Österreich vor Ostende. Es bestand nicht nur aus Spaniern, sondern auch aus Burgundern, Deutschen, Italienern und Wallonen. Die Hafenstadt war nahezu vollständig von Wasser umgeben, während sich im Umland diverse Dünen befanden. Die Bewohner der Stadt hatte mehrere Jahre darauf verwendet, einen doppelten Festungsring aus Bastionen und Wällen zum Schutz der Stadt zu errichten. Diese Befestigungsanlagen bestanden aus stark sandhaltiger Erde, waren mit Palisaden versehen und von breiten Wassergräben umgeben. In der sumpfigen Umgebung der Stadt hatten die Niederländer zahlreiche vorgeschobene Befestigungsanlagen errichtet. Die Stadt wurde von einer etwa 7000 Mann starken Garnison verteidigt. Ostende stand über den Seeweg in ständiger Verbindung zu den Kerngebieten des Aufstands, Zeeland und Holland. Von dort aus wurden permanent Munition, Nahrung, Waffen und personelle Verstärkung eingeschifft.
Die Sandhügel-Bastion
Während der ersten Monate der Belagerung waren die Spanier damit beschäftigt, in mühsamen Kämpfen das Umland der Stadt zu erobern, bis sie Angriffe auf die Wälle von Ostende starten konnten. Dazu postierten die Spanier schwere Geschütze auf einer westlich der Stadt gelegenen Düne. Von dort aus beschossen sie die so genannte Sandhügel-Bastion im Nordwesten von Ostende. Die aus sandiger Erde bestehende, hohe Bastion absorbierte mehrere Tausend Kanonenkugeln, ohne das sie dabei schwer beschädigt wurde. Die Kämpfe um die Sandhügel-Bastion waren für die Spanier äußerst verlustreich. Während der Gefechtspausen kamen einige der Belagerten aus der Stadt heraus und schnitten den zahlreich herumliegenden Leichen das Fleisch von den Knochen, da man menschliches Fett für eine wirksame Wundsalbe hielt. In der Nacht vom 7. auf den 8. Januar 1602 unternahmen die spanischen Truppen über den nördlich der Stadt gelegenen Strand einen Sturmangriff auf die Sandhügel-Bastion, welcher jedoch scheiterte. Allein dieser Angriff kostete auf spanischer Seite etwa 2000 Menschen das Leben. Danach unternahmen die Spanier bis in das Jahr 1603 hinein keinen weiteren Sturmangriff auf Ostende mehr, sondern beschränkten sich darauf, die Düne westlich der Stadt zu befestigen und die Stadt von dort aus unter Geschützfeuer zu nehmen. Während dieser Phase der Belagerung kamen immer mehr schaulustige Zivilisten nach Ostende. Die Konstruktionen eines vom Papst zur Unterstützung der Spanier entsandten Festungsingenieurs erwiesen sich als nutzlos.
Die Kämpfe unter Spinola
Im Spätsommer 1603 traf zur Verstärkung der Spanier Ambrosio Spinola mit neuen Truppen vor Ostende ein. Dieser besaß kaum militärische Erfahrungen, hatte jedoch durch das Studium entsprechender Bücher gewisse Kompetenzen erworben. Er vermied einen großangelegten Sturmangriff und sorgte stattdessen dafür, dass sich seine Truppen durch die Anlage von Feldbefestigungen langsam an den nordwestlichen Teil von Ostende heranarbeiteten. Auch dieses Vorgehen war verlustreich, doch erwies es sich für die Spanier als erfolgreich. Am 4. April 1604 gelang den Spaniern bei einem Überraschungsangriff die Einnahme mehrerer Befestigungsanlagen in der Nähe der Sandhügel-Bastion. Kurz darauf zogen sich die Verteidiger von Ostende auf den inneren Verteidigungsring zurück. Bis zum Sommer mussten die Belagerten auch diesen Ring aufgeben. Sie zogen sich in eine provisorisch erbaute Zitadelle in Nordosten der Stadt zurück, die über vier Bastionen verfügte. Um diese letzte Befestigungsanlage in relativ kurzer Zeit zu errichten, hatten die Verteidiger der Stadt nicht nur Erde, sondern auch die Leichen ihrer getöteten Kameraden verwenden müssen.
Das Ende der Belagerung
Der Fall von Ostende wurde durch die Naturgewalten beschleunigt. Im August 1604 kamen Stürme auf, die es den niederländischen Schiffen erschwerten, Ostende weiterhin zu versorgen. Ein niederländisches Heer unter Moritz von Oranien begab sich nach Sluys, um die spanischen Belagerer von Ostende zur Feldschlacht zu bewegen. Dazu kam es aber nicht, weshalb sich Moritz zur Belagerung von Sluys entschloss. Ein spanisches Entsatzheer wurde abgewiesen und die Stadt am 17. August von Moritz eingenommen. Am Schicksal von Ostende änderte dieses Ereignis jedoch nichts. Am 22. August trugen ein starker Sturm und hohe Flutwellen einen erheblichen Teil der noch von den Belagerten gehaltenen Befestigungsanlage ab. Eine weitere Verteidigung der Stadt war somit aussichtslos geworden, so dass der Gouverneur von Ostende, Daniel d'Hertaing, Verhandlungen mit den Spaniern eröffnete. Der Gouverneur ließ zahlreiche niederländische Soldaten, calvinistische Priester und spanische Deserteure über den Seeweg aus der Stadt bringen und erhielt am 20. September 1604 von den Spaniern die Erlaubnis, mit seiner verbliebenen Garnison abzuziehen. Der Abzug verlief ohne Zwischenfälle, und am selben Tag besetzten spanische Truppen Ostende.
Resultat
Die Belagerung von Ostende zählt zu den verlustreichsten der Frühen Neuzeit. Die ständig verstärkten spanischen Truppen mussten etwa 40.000 Todesopfer hinnehmen, die sowohl einer tödlichen Verwundung, als auch Erkrankungen zum Opfer gefallen waren. Die Verluste der Belagerten sind schwer einzuschätzen, da
niederländische Schiffe etwa 3000 Fahrten von Holland und Zeeland nach Ostende unternahmen und dabei Verwundete und Kranke aufnahmen, die in vielen Fällen höchstens wenige Tage überlebten. Es kann von annähernd so vielen Todesopfern wie auf spanischer Seite ausgegangen werden. Die politischen Folgen der Eroberung von Ostende durch die Spanier erscheinen im Vergleich deutlich weniger bedeutend. Die Niederländer verloren permanent ihren letzten Stützpunkt an der flandrischen Küste. Die Kämpfe um Ostende hatten beide Seiten dermaßen geschwächt, dass trotz weiterer militärischer Auseinandersetzungen bereits 1609 ein zwölfjähriger Waffenstillstand ausgehandelt wurde. Der verlustreiche niederländische Unabhängigkeitskampf, bei dem es sich in erster Linie um einen Festungskrieg handelte, endete erst mit dem Westfälischen Frieden von 1648 endgültig.
Literatur
- Black, Jeremy: European Warfare, 1494-1660. Routledge, London 2002 ISBN 0-415-27532-6
- Duffy, Cristopher: Siege Warfare: The Fortress in the Early Modern World, 1494-1660. 2. Auflage. Routledge, London 1996 ISBN 0-415-14649-6
Siehe auch
Liste von Belagerungen
Kategorie:Achtzigjähriger Krieg
Ostende
Ostende
Ostende
Kategorie:1600er
Supernova 1604
Eine Supernova ist das schnell eintretende, helle Aufleuchten eines Sterns am Ende seiner Entwicklung durch eine Explosion, bei der der Stern selbst vernichtet wird. Die Leuchtkraft des Sterns nimmt dabei millionen- bis milliardenfach zu, er wird für kurze Zeit so hell wie eine ganze Galaxie.
Es gibt zwei grundsätzliche Mechanismen, nach denen Sterne zur Supernova werden können:
#Massereiche Sterne mit einer Anfangmasse von mehr als etwa 8 Sonnenmassen beenden ihre Entwicklung mit einen Kernkollaps nach dem völligen Verbrauch ihres nuklearen Brennstoffs. Es kann ein kompaktes Objekt, etwa ein Pulsar oder ein Schwarzes Loch, entstehen.
#Sterne mit geringerer Masse können ebenfalls als Supernovae explodieren, aber nur dann, wenn sie sich in einem engen Doppelsternsystem befinden und in ihrem vorläufigen Endstadium als Weißer Zwerg
Material von ihrem Begleiter, typischerweise einem roten Riesen, akkretieren.
Im Laufe der Zeit kann es dabei zu mehreren Nova-Ausbrüchen kommen, bei dem der Wasserstoff des akkretierten Gases fusioniert und Fusionsprodukte zurück bleiben. Das setzt sich so lange fort, bis die Masse des Weißen Zwergs die Chandrasekhar-Grenze überschreitet und er durch seine Eigengravitation zu kollabieren beginnt. Die dahei einsetzende Kohlenstofffusion zerreißt den Stern völlig. Daher wird dieses Phänomen auch als thermonukleare Supernova bezeichnet.
Bekannte Supernovae sind die Supernova 1987A in der Großen Magellanschen Wolke und die Keplersche Supernova 1604. Speziell letztere und die Brahesche Supernova 1572 haben die Astronomie beflügelt, da dadurch die klassische Auffassung von der Unveränderlichkeit der Fixsternsphäre endgültig widerlegt wurde.
Benennung und Klassifikation
Supernovae werden mit dem Vorsatz SN nach ihrem Entdeckungsjahr und einem alphabetischen Zusatz benannt. Da inzwischen mit heutigen Teleskopen und Suchprogrammen weit mehr Supernovae entdeckt werden, als mit Großbuchstaben von A bis Z benannt werden können, werden für die danach entdeckten kleine Doppelbuchstaben „aa“ bis „zz“ vergeben. SN1987A war also die erste im Jahr 1987 entdeckte Supernova, gegen Ende Februar. Im Jahr 2005 ist die Zählung dagegen Anfang Oktober bereits bei SN2005el angekommen.
Man unterscheidet historisch grob zwei Typen von Supernovae, die sich aber nicht mit den physikalischen Explosionsmechanismen decken. Die Einteilung erfolgt nach dem Kriterium, ob in den Spektren im Frühstadium der Supernova Spektrallinien des Wasserstoffs sichtbar sind oder nicht. Es gibt den Typ I mit den Untergruppen Ia, Ib und Ic, bei dem keine Wasserstofflinien sichtbar sind, und Typ II mit Wasserstofflinien (siehe Tabelle).
Supernovatypen Ib und Ic
Bei SN vom Typ Ib ist vor der Explosion die Wasserstoffhülle abgestoßen worden, so dass bei der Explosion keine Spektrallinien des Wasserstoffs beobachtet werden. Der Explosionstyp Ic tritt auf, wenn zusätzlich noch die Heliumhülle des Sterns abgestoßen wurde, so dass auch keine Spektrallinien des Heliums auftreten. Auch diese Explosionen werden durch einen Kernkollaps hervorgerufen, und es bleibt ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch zurück.
Die Untertypen II-L und II-P
Supernovae vom Typ II werden noch weiter unterschieden. Diese weitere Unterteilung richtet sich nach dem Kriterium, ob die Helligkeit der Supernova mit der Zeit eher linear abnimmt (Typ SN II-L) oder während des Abklingens eine Plateauphase durchläuft (Typ SN II-P).
Die Spitzenwerte der absoluten Helligkeiten zeigen bei SN II-P eine breite Streuung, während die meisten SN II-L fast gleiche Maximalhelligkeiten besitzen. Die Existenz von Plateauphasen wird dadurch erklärt, dass die ausgestoßene Masse und damit die Geschwindigkeit der Hülle der Supernova sehr groß ist. Der Rückgang der Helligkeit aufgrund der Abkühlung wird durch die rasche Ausdehnung der Hülle wegen der dadurch vergrößerten Oberfläche kompensiert und die Lichtkurve wird durch ein Plateau beschrieben. Die maximalen Helligkeiten hängen dabei vom Radius des Vorgängersterns ab, wodurch die große Streuung in den Maximalhelligkeiten der SN II-P erklärt wird. Supernovae vom Typ II-L haben geringere Expansionsgeschwindigkeiten, so dass ihre Helligkeit bereits in frühen Stadien von radioaktiven Prozessen bestimmt wird. Dadurch tritt eine geringere Streuung der Maximalhelligkeiten auf (Young, Branch, 1989).
Kernkollaps- oder hydrodynamische Supernovae
Vorläuferstern
Eine Supernova diesen Typs tritt am Ende des „Lebens“ eines massereichen Sterns auf, wenn er seinen Kernbrennstoff komplett verbraucht hat. Sterne mit Anfangsmassen zwischen etwa acht bis zehn und 30 Sonnenmassen beenden ihre Existenz als Stern in einer Typ-II-Explosion, massereichere Sterne explodieren als Typ Ib/c. All diese Sterne durchlaufen in ihrem Kern die verschiedenen energiefreisetzenden Fusionsketten bis hin zur Synthetisierung von Eisen. Supernovae vom Typ Ib oder Ic durchlaufen vor der Explosion eine Wolf-Rayet-Sternphase, in der sie ihre äußeren, noch wasserstoffreichen Schichten in Form eines Sternwinds abstoßen.
So setzt, nachdem der Wasserstoff im Kern des Sternes zu Helium fusioniert ist, eine weitere Fusionsstufe ein, der Drei-Alpha-Prozess, in dem Helium über das Zwischenprodukt Beryllium zu Kohlenstoff fusioniert. Dies wird möglich, da der Stern durch den im Inneren wegfallenden Gegendruck zusammenzufallen beginnt, wodurch sich Temperatur und Druck erhöhen. In der nächsten Fusionsstufe entsteht Sauerstoff. Dabei wird wieder Energie frei, welche den Stern von Innen mit Gegendruck versorgt und so den Zusammenfall aufhält. Weitere Fusionsstufen lassen den Stern weiter schrumpfen und so immer neue Elemente fusionieren. So folgen zum Beispiel die Fusion zu Neon, Aluminium, Calcium, Titan bis zum Eisen, dem 26. Element. Hier stoppt die Fusionskette, da die Fusion von Eisen zum folgenden Element Cobalt keine Energie mehr freisetzt.
Die aufeinanderfolgenden Fusionsstufen laufen immer schneller ab. Während ein massereicher Stern von etwa acht Sonnenmassen einige zehn Millionen von Jahren braucht, seinen Wasserstoff zu Helium umzuwandeln, benötigt die folgende Umwandlung von Helium in Lithium „nur“ noch wenige Millionen Jahre. Die Dauer der letzten Phase, in der Mangan zu Eisen fusioniert, lässt sich in Sekunden messen. Die Geschwindigkeit, mit der ein Stern den Brennstoff in seinem Inneren umsetzt, hängt vom Druck ab, der auf seinem Kern lastet und durch die Gravitation verursacht wird. Eine wichtige Konsequenz dieses Zusammenhangs ist, dass ein Stern aus Schichten besteht, in denen nach außen hin die Umsetzungsgeschwindigkeit abnimmt. Auch wenn im Kern schon das Heliumbrennen einsetzt erfolgt in den Schichten darüber noch das Wasserstoffbrennen. Die absolute Fusionsgeschwindigkeit im Kern steigt mit zunehmender Sternenmasse exponentiell an. Während ein Stern mit einer Sonnenmasse etwa 10 Milliarden Jahre benötigt, um die Fusionskette in seinem Kern bis zum Erliegen zu durchlaufen, liegt die Lebensdauer extrem schwerer Sterne mit etwa 100 Sonnenmassen nur noch in der Größenordnung von wenigen Millionen Jahren. Siehe Spätstadien der Sternentwicklung für einen genaueren Überblick.
Kernkollaps
Spätstadien der Sternentwicklung
Das Eisen, die „Asche“ des nuklearen Brennens, bleibt im Kern des Sterns zurück. Sterne, in denen Eisen durch Fusion synthetisiert wird, erzeugen immer einen Eisenkern, dessen Masse die Chandrasekhar-Grenze überschreitet. Im Falle eines Eisenkerns des Vorläufers einer Typ II Supernova liegt die Grenzmasse bei ca. 0,9 Sonnenmassen. Der entstehende Eisenkern überschreitet also die Grenzmasse und besitzt daher keine stabile Konfiguration. Der resultierende Kollaps des Zentralgebiets wird vornehmlich von zwei Prozessen unterstützt und beschleunigt: Erstens werden durch hochenergetische Strahlung Eisenatomkerne mittels Photodesintegration zerstört. Dabei entstehen alpha-Teilchen und Neutronen. Aufgrund der hohen Stabilität von Eisenkernen muss für diesen Prozess Energie aufgewendet werden. Zweitens werden freie Elektronen durch Protonen eingefangen. Dabei entstehen weitere Neutronen, und Neutrinos werden freigesetzt (J. Cooperstein and E. A. Baron, 1990). Sowohl der Energieverlust durch die Photodesintegration als auch der Verlust freier Elektronen bewirken eine starke Reduktion des Drucks im Kern.
Der Kollaps des Zentralgebiets geschieht so schnell – innherhalb von Millisekunden –, dass die Einfallgeschwindigkeit bereits in 20 bis 50 km Abstand zum Zentrum die lokale Schallgeschwindigkeit des Mediums übersteigt. Die inneren Schichten können nur aufgrund ihrer großen Dichte die Druckinformation schnell genug transportieren. Die äußeren Schichten fallen als Stoßwelle in das Zentrum.
Sobald der innere Teil des Kerns Dichten auf nuklearem Niveau erreicht, besteht er bereits fast vollständig aus Neutronen. Neutronen besitzen ebenfalls eine Chandrasekhar-Grenze (je nach Modell ungefähr 2,7 bis 3 Sonnenmassen). Diese wird von dem Neutronenkern jedoch nicht überschritten. Der Kollaps wird fast schlagartig gestoppt. Dies bewirkt eine gigantische Druck- und Dichteerhöhung im Zentrum, so dass selbst die Neutrinos nicht mehr ungehindert entweichen können. Diese Druckinformation läuft nun wiederum nach außen. Die Druckwelle erreicht rasch Gebiete mit zu kleiner Schallgeschwindigkeit, die sich noch im Einfall befinden. Es entsteht eine weitere Schockwelle, die sich jedoch nun nach außen fortbewegt. Das von der Schockfront durchlaufene Material wird sehr stark zusammengepresst, wodurch das Material sehr hohe Temperaturen erlangt (Bethe, 1990).
Einen großer Teil ihrer Energie wird beim Durchlaufen des äußeren Eisenkerns durch weitere Photodesintegration verbraucht. Nach Verlassen des Eisenkerns, wenn ihre Temperatur genug abgesunken ist, gewinnt die Druckwelle zusätzliche Energie durch erneut einsetzende Fusionsreaktionen.
Die extrem stark erhitzten Gasschichten, die neutronenreiches Material aus den äußeren Bereichen des Zentralgebiets mit sich reißen, erbrüten dabei im so genannten r-Prozess (r von engl. rapid, „schnell“) schwere Elemente jenseits des Eisens, wie zum Beispiel Kupfer, Germanium, Silber, Gold oder Uran. Etwa die Hälfte der auf Planeten vorhandenen Elemente jenseits des Eisens stammen aus solchen Supernovaexplosionen, während die andere Hälfte im s-Prozess von masseärmenen Sternen erbrütet und in deren Riesenphase ins Weltall abgegeben wurde.
Hinter der Schockfront dehnen sich die erhitzten Gasmassen schnell aus. Das Gas gewinnt nach außen gerichtete Geschwindigkeit. Einige Stunden nach dem Kollaps des Zentralbereichs wird die Oberfläche des Sterns erreicht, und die Gasmassen werden in der nun sichtbaren Supernovaexplosion abgesprengt. Die Hülle der Supernova erreicht dabei Geschwindigkeiten von Millionen Kilometern pro Stunde. Neben der als Strahlung abgegebenen Energie, wird der Großteil von 99 % der beim Kollaps freigesetzten Energie in Form von Neutrinos abgegeben. Diese verlassen den Stern, unmittelbar nachdem die Dichte der anfänglich undurchdringlichen Schockfront genügend klein geworden ist. Da sie sich fast mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, können sie von irdischen Detektoren einige Stunden vor der optischen Supernova gemessen werden (so geschehen etwa bei Supernova 1987A).
Supernovae des Typs II werden, da sie durch den Kollaps des Zentralgebiets bewirkt werden, auch als hydrodynamische Supernovae bezeichnet.
Das dargelegte Szenario beruht auf einem weitgehenden Konsens in der Wissenschaft, dass Supernovaexplosionen von massereichen Sternen prinzipiell so ablaufen. In detaillierten Rechnungen zeigt sich jedoch, dass mit der bisher benutzten Physik zu viel Energie von der nach außen laufenden Schockwelle verbraucht wird. Als Korrektur wurden noch die Neutrinos als zusätzliche Energie- und Impulsquelle betrachtet. Normalerweise wechselwirken Neutrinos mit Materie so gut wie nicht. Jedoch bestehen in der Schockfront so hohe Dichten, dass die Wechselwirkung der Neutrinos mit der Materie nicht mehr vernachlässigt werden kann. Dies hat zwar die Modellierungen verbessert, jedoch gibt es noch kein geschlossenes funktionierendes, physikalisches Modell einer Supernovaexplosion, dem alle sich damit beschäftigenden Wissenschaftlern zustimmen würden.
Eine Supernova in der Nähe belebter Planeten (Umkreis circa 50 Lichtjahre) hätte aufgrund der Strahlung verheerende Auswirkungen auf das dortige Leben.
Kompakte Objekte
Die Form des Überrestes, der von dem Stern zurückbleibt, hängt von dessen Masse ab. Nicht die gesamten äußeren Schichten werden bei der Supernovaexplosion fortgeschleudert. Das zurückbleibende Gas akkretiert auf den Überrest im Zentrum. Dieser Überrest, der zunächst nur aus dem kollabierte Kern besteht, besteht bereits fast vollständig aus Neutronen, das nachfallende Gas wird durch die oben genannten Prozesse ebenfalls in Neutronen zerlegt, so dass ein Neutronenstern entsteht. Wird der Stern durch das nachfallende Material noch schwerer (mehr als etwa 3 Sonnenmassen), so kann die Gravitationskraft auch den durch das Pauli-Prinzip bedingten Gegendruck überwinden, der in einem Neutronenstern die Neutronen gegeneinander abgrenzt und diesen so stabilisiert (siehe Entartete Materie). Der Sternenrest stürzt endgültig zusammen und bildet dann ein Schwarzes Loch, aus dessen Schwerkraftfeld keine Signale mehr entweichen können. Neuere Beobachtungen legen die Vermutungen nahe, dass es eine weitere Zwischenform gibt, die sogenannten Quarksterne, deren Materie aus reinen Quarks aufgebaut ist.
Neutronensterne rotieren oft mit sehr hoher Geschwindigkeit, da der Drehimpuls des ursprünglich auf kernnahen Bahnen von Millionen km Radius rotierenden Materials erhalten bleibt, wenn es zu einem Neutronenstern mit nur 10 km Durchmesser kollabiert. Als anschauliches Beispiel für den Mechanismus ist eine Eiskünstläuferin anzuführen, die bei einer Pirouette ihre Arme an den Körper zieht und ihre Drehung dadurch beschleunigt. So ist es möglich, dass sich Neutronensterne bis zu 1000-mal in der Sekunde drehen.
Durch die hohe Drehgeschwindigkeit baut sich gleichzeitig ein Magnetfeld auf, welches mit den Teilchen des abgestoßenen Gasnebels in Wechselwirkung tritt und so von der Erde aus registrierbare Signale erzeugt. Im Falle von Neutronensternen spricht man dabei von Pulsaren.
Thermonukleare Supernovae vom Typ Ia
Pulsar
Eine Supernova vom Typ Ia entsteht nach dem derzeit bevorzugten Modell nur in Doppelsternsystemen, in denen der eine Stern ein Weißer Zwerg, der andere ein roter Riesenstern ist. Der Weiße Zwerg akkretiert im Laufe der Zeit Gas aus der ausgedehnten Hülle seines Begleiters, wobei es zu mehreren Nova-Ausbrüchen kommen kann, bei dem der Wasserstoff des akkretierten Gases fusioniert und Fusionsprodukte zurück bleiben. Das setzt sich so lange fort, bis seine Masse die Chandrasekhar-Grenze überschreitet und er durch seine Eigengravitation zu kollabieren beginnt. Im Gegensatz zum Eisenkern eines SN-II-Vorläufersterns enthält der Weiße Zwerg jedoch große Mengen an fusionsfähigem Kohlenstoff, sodass der Kollaps zum Neutronenstern durch eine rapide einsetzende Kernfusion verhindert wird, und der Stern explodiert. Daher wird dieses Phänomen auch als thermonukleare Supernova bezeichnet.
Unterschiedlichen theoretischen Modellen zufolge kann die Kernfusion sowohl als Detonation als auch als Deflagration ablaufen. Neueren Arbeiten (Gamezo, Khokhlov & Oran, 2004) zufolge ist das wahrscheinlichste Szenario eine anfängliche Deflagration, die in eine Detonation übergeht. Die auftretende Supernova-Explosion ist immer innerhalb einer gewissen Stärke, da die kritische Masse sowie die Zusammensetzung des Weißen Zwerges konstant sind. Bei einer Supernova-Explosion vom Typ Ia bleibt kein kompaktes Objekt übrig – die gesamte Materie wird als Supernovaüberrest in den Weltraum geschleudert. Der Begleitstern wird zu einem so genannten „Runaway“-Stern (engl. „Flüchtender“), da er mit seiner – normalerweise hohen – Orbitalgeschwindigkeit davongeschleudert wird.
Entfernungsmessungen mit Hilfe von Supernovae
Da die Strahlung besonders im späteren Verlauf einer Supernova vom Typ Ia größtenteils durch den radioaktiven Zerfall von 56Ni zu 56Co und diesem zu 56Fe gespeist wird, wobei die Halbwertszeiten etwa 6 beziehungsweise 77 Tage betragen, ist die Form der Lichtkurve stets annähernd gleich. Durch diese Eigenschaften einer so genannten Standardkerze lassen sich anhand solcher Supernova-Explosionen relativ genaue Entfernungsbestimmungen im Weltall vornehmen, wobei auch die Zeitskala der Lichtkurve neben den Spektrallinien zur Bestimmung der Rotverschiebung verwendet werden kann, da sich bei einer Rotverschiebung von z. B. 2 auch der zeitliche Ablauf für den Beobachter um diesen Faktor verlängert.
Supernovaüberreste
Rotverschiebung
Das bei der Supernova ausgeworfene Material bildet einen Emissionsnebel, den so genannten „Supernovaüberrest“, im Gegensatz zum eventuell entstehenden Überrest des Kernkollaps, der in der Astrophysik als „kompaktes Objekt“ bezeichnet wird. Der wohl bekannteste Supernovaüberrest ist der Krebsnebel, der bei der Explosion der SN1054 ausgestoßen wurde. Diese Supernova ließ auch ein kompaktes Objekt, einen Pulsar zurück.
Referenzen
Siehe auch
Hypernova, Astronomische Objekte, Astronomie
Wissenschaftliche Arbeiten
- V.N. Gamezo, A. M. Khokhlov & E.S. Oran, Deflagrations and Detonations in Thermonuclear Supernovae, Physical Review Letters, vol. 92, issue 21, id. 211102, 05/2004 (auch [http://arxiv.org/abs/astro-ph/0406101 astro-ph/0406101])
- R. Dean et al., A Comparative Study of the Absolute Magnitude Distributions of Supernovae, The Astronomical Journal, Vol. 123, Issue 2, pp. 745-752, 02/2002 (auch [http://arxiv.org/abs/astro-ph/0112051 astro-ph/0112051])
- J. Cooperstein & E. Baron, Supernovae: The Direct Mechanism and the Equation of State, in Supernovae edited by A.G. Petschek, Springer 1990
- H. Bethe, Supernova mechanisms, Reviews of Modern Physics, Vol. 62, No.4, October 1990
- T.R. Young & D. Branch,Absolute lightcurves of type II supernovae, ApJ 342, L79-L82 (1989)
Multimedialinks
- Real Video Stream (Aus der Fernsehsendung Alpha Centauri):
- [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=991024.rm Was ist eine Supernova?]
- [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&g2=1&f=050427.rm Was passiert, wenn eine Supernova explodiert?]
- Flash Module (interaktive 2D und 3D Animationen inklusive Texterläuterung)
- [http://www.welsch.com/index.php?chap=6 2D und 3D-Animationen zu Supernovatypen 1a und 2 (erfordert Flash PlugIn 6)]
Weblinks
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/248926.html www.wissenschaft.de: Dramatische Materieverdichtung in kollabierenden Sternen ändert Form der Atomkerne ]
Kategorie:Astrophysikalischer Prozess
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Magnus PegelMagnus Pegel, auch Magnus Pegelius, ( - 1547 in Rostock; † 1619) war ein deutscher Arzt und Mathematiker.
Magnus Pegel war Sohn des Professors Konrad Pegel. 1569 erwarb er den akademischen Grad eines Magsisters und wurde 1579 als Professor für Mathematik nach Helmstedt berufen. 1581 kehrte er zurück nach Rostock und promovierte 1591 in Medizin. 1591 wurde er als Professor für Mathematik an die Universität Rostock berufen. Pegel knüpfte schon frühzeitig Kontakte mit außergewöhnlichen Gelehrten seiner Zeit wie zum Beispiel Tycho Brahe oder Jost Bürgi. 1593 kam ihm das kaiserliche Privileg zu Teil seine Werke schützen zu dürfen. Zeit seines Lebens kämpfte Pegel für eine auf Experimenten basierende Mechanik.
1604 erschien sein bekanntes Werk "Thesaurus rerum selectarum magnarum, dignarum, utilium, marinus, pro genere humane". In diesem äußerte er sich über diverse zu seiner Zeit futuristisch klingende Projekte und beschreibt die theoretischen Voraussetzungen bei der Konstruktion von Luftschiffen, Unterseebooten, Schiffsbrücken, automatischen Schusswaffen, Wasserkünsten und Badeöfen, eine Gedächtniskunst sowie die Chirurgia infusoria.
Zusammen mit Tycho Brahe wird Pegel später Ratgeber des Kaisers Rudolf II. in Prag.
Pegel, Magnus
Pegel, Magnus
Pegel, Magnus
Pegel, Magnus
3. JanuarDer 3. Januar (in Österreich: 3. Jänner) ist der 3. Tag des Gregorianischen Kalenders - somit bleiben 362 Tage - in Schaltjahren 363 Tage - bis zum Jahresende.
Am 3. Januar befindet sich die Erde an ihrem sonnennächsten Punkt (Perihel).
Ereignisse
- 1899 - Erste bekannte Benutzung des Wortes „Automobil“ (in der New York Times).
- 1908 - Das Gebiet des Kaziranga-Nationalparks in Indien wird unter Schutz gestellt.
- 1932 - Indien. Mahatma Gandhi wird als Mitglied der Unabhängigkeitsbewegung verhaftet.
- 1956 - Die Sendestation in 276 m Höhe auf dem Eiffelturm in Paris brennt.
- 1956 - Das Fernsehen der DDR nimmt seinen regulären Sendebetrieb auf.
- 1993 - Deutschland. Bundeswirtschaftsminister Jürgen Möllemann tritt zurück.
Wirtschaft
- 1927 - Deutschland. Die Deutsche Reichsbank und die Nationalbanken der Schweiz, Tschechoslowakei und Österreich bilden den Giroverband
Wissenschaft, Technik
- 1963 - Walter Bruch meldet das Farbfernsehverfahren PAL zum Patent an.
Kultur
- 1799 - Uraufführung der Oper Falstaff ossia Le tre Burle von Antonio Salieri am Theater am Kärntnertor in Wien.
- 1814 - Uraufführung der Operette Die Nachtmütze des Propheten Elias von Conradin Kreutzer in Stuttgart.
- 1843 - Uraufführung der komischen Oper Don Pasquale von Gaetano Donizetti am Théâtre-Italien in Paris.
- 1987 - Aretha Franklin wird als erste Frau in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Religion
- 1521 - Papst Leo X. erlässt die Päpstliche Bulle gegen den deutschen Reformator Martin Luther.
Katastrophen
- 1976 - Jahrhundertflut an der Nordsee. 6,45 Meter über NN am Pegel St. Pauli, 6,25 m über NN bei Wedel, 5,16 m in Büsum und 5,66 m in Husum.
- 1994 - Irkutsk, Russland. Absturz einer Tupolew Tu-154 der Baikal Air kurz nach dem Start Richtung Moskau wegen Triebwerksproblemen. Alle 125 Menschen an Bord und einer am Boden sterben.
- 2004 - Eine ägyptische Passagiermaschine der Fluggesellschaft Flash Airlines vom Typ Boeing 737 stürzt mit 148 Menschen an Bord in das Rote Meer.
Sport
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1914 - Eddie Coortie wird in Sydney Boxweltmeister im Mittelschwergewicht.
Geboren
Boxweltmeister
- 106 v. Chr. - Marcus Tullius Cicero, römischer Staatsmann, Redner und Schriftsteller
- 1196 - Tsuchimikado, 83. Kaiser von Japan
- 1518 - Hermann von Weinsberg, Ratsherr und Schriftsteller
- 1590 - Johannes Fischer, deutscher Pädagoge und Jurist
- 1604 - Jakob Balde, deutscher Jesuit und Dichter
- 1606 - Daniel von Plessen, deutscher Verwaltungsbeamter und Landrat von Mecklenburg
- 1616 - Caspar Aman, Hofkontrollor in Wien
- 1680 - Johann Baptist Zimmermann, deutscher Maler und Stuckateur des Barock
- 1698 - Pietro Metastasio, italienischer Dichter und Librettist
- 1710 - Richard Gridley, britisch-US-amerikanischer Militäringenieur
- 1716 - Carl Fredrik Adelcrantz, schwedischer Architekt
- 1719 - Friedrich Karl Joseph von Erthal, Erzbischof von Mainz
- 1728 - Johann Georg Büsch, Pädagoge, Publizist
- 1737 - Heinrich Wilhelm von Gerstenberg, deutscher Schriftsteller und Dichter
- 1737 - Johann Casimir Häffelin, Diplomat
- 1752 - Johannes von Müller, Schweizer Historiker
- 1756 - Jerome Pétion de Villeneuve, Anführer während der französischen Revolution
- 1763 - Joseph Fesch, französischer Kardinal
- 1777 - Elisa Bonaparte, die älteste Schwester Napoleon Bonaparte's
- 1780 - Johann Christian Woyzeck, deutscher Mann, Vorlage für die Hauptfigur in Georg Büchners Drama „Woyzeck“
- 1788 - Enne Heeren Dirksen, Professor der Mathematik
- 1789 - Carl Gustav Carus, deutscher Naturwissenschaftler und Maler
- 1792 - Peter Stenger, Bierbrauer und Unternehmer
- 1793 - Lucretia Mott, US-amerikanische Frauenrechtlerin
- 1806 - Henriette Sontag, deutsche Koloratursopranistin
- 1811 - Franz von Rinecker, Arzt
- 1812 - Elisha M. Pease, US-amerikanischer Politiker, Gouverneur von Texas
- 1818 - Fritz Anneke, deutscher Revolutionär und nordamerikanischer Offizier
- 1819 - Charles Piazzi Smyth, schottischer Astronom und Esoteriker
- 1819 - Franziska Schervier, Persönlichkeit der caritativ-sozialen Bewegung des 19. Jahrhunderts
- 1821 - Cesare Bonelli, italienisch Kriegsminister
- 1823 - Jacques-Nicolas Lemmens, belgischer Organist und Komponist
- 1827 - Michel Rodange, luxemburgischer Schriftsteller
- 1829 - Konrad Duden, deutcher Philologe; Herausgeber des ersten Rechtschreibwörterbuchs
- 1831 - Adolf Mützelburg, deutscher Schriftsteller
- 1840 - Damian de Veuster, belgischer Pater und Missionar
- 1850 - Sonja Kowalewski, russische Mathematikerin
- 1853 - Iwan Knorr, deutscher Komponist und Musikpädagoge
- 1857 - Emma Ihrer, deutsche Politikerin und Gewerkschaftlerin
- 1858 - Richard Franck, deutscher Komponist und Pianist
- 1861 - Ernest Renshaw, englischer Tennisspieler
- 1861 - William Renshaw, englischer Tennisspieler
- 1862 - Heinrich August Meißner, deutscher Ingenieur und Eisenbahnbauer
- 1862 - Max Littmann, deutscher Architekt
- 1868 - Heinrich Brauns, deutscher Politiker
- 1870 - Henry Handel Richardson, australische Schriftstellerin
- 1871 - Max Kaempfert, Schweizer Komponist und Dirigent
- 1876 - Wilhelm Pieck, deutscher Kommunist, Politiker und Präsident der DDR
- 1880 - Alim Khan, letzter Emir von Buchara
- 1883 - Clement Attlee, britischer Premierminister
- 1884 - Ida Wüst, deutsche Schauspielerin
- 1884 - Rudolf Koppitz, Fotograf
- 1886 - Grigori Nikolajewitsch Neuimin, russischer Astronom
- 1887 - August Macke, deutscher Maler des Expressionismus
- 1887 - Nicolás Fasolino, Erzbischof von Santa Fe und Kardinal
- 1891 - Alfred Brinckmann, deutscher Schachspieler und -autor
- 1892 - J. R. R. Tolkien, englischer Schriftsteller und Philologe
- 1893 - Pierre Drieu la Rochelle, französischer Schriftsteller
- 1895 - Borys Ljatoschynskyj, ukrainischer Komponist
- 1897 - Dorothy Arzner, US-amerikanische Regisseurin
- 1897 - Marion Davies, US-amerikanische Schauspielerin
- 1901 - Eric Voegelin, Politologe und Philosoph
- 1901 - Joseph Schoiswohl, österreichischer Bischof
- 1901 - Ngo Dinh Diem, erster Präsident von Südvietnam
- 1905 - Ray Milland, britischer Film- und Fernsehschauspieler
- 1906 - William Wilson Morgan, US-amerikanischer Astronom
- 1909 - Friedrich Engel (SS-Obersturmbannführer), SS-Mann, Kriegsverbrecher
- 1909 - Victor Borge, dänischer Pianist und Komödiant
- 1911 - Fritz Huschke von Hanstein, deutscher Autorennfahrer
- 1911 - John Sturges, Filmregisseur
- 1912 - Wolf von Aichelburg, rumänisch-deutscher Schriftsteller
- 1917 - Alexander Spoerl, deutscher Schriftsteller
- 1918 - Mady Rahl, deutsche Schauspielerin
- 1920 - Siegfried Buback, Jurist und Generalbundesanwalt am Bundesgerichtshof
- 1923 - Nell Rankin, US-amerikanische Opernsängerin
- 1924 - André Franquin, belgischer Comiczeichner
- 1924 - Otto Beisheim, deutscher Kaufmann und Unternehmer
- 1925 - Sieger Köder, Priester und Künstler
- 1926 - George Martin, britischer Musiker und Musikproduzent
- 1929 - Gordon Moore, Mitbegründer der Firma Intel und Urheber des Mooreschen Gesetzes
- 1929 - Sergio Leone, italienischer Filmregisseur
- 1931 - Werner Buschmann, Minister für Leichtindustrie der DDR
- 1932 - Clifton Marlin, US-amerikanischer Rennfahrer
- 1933 - Maxie Wander, deutsche Fotografin, Journalistin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin
- 1935 - Giovanni Lajolo, Erzbischof und ehemaliger apostolischer Nuntius in Deutschland.
- 1935 - Renate Rasp, deutsche Schriftstellerin
- 1935 - Richard M. Karp, US-amerikanischer Informatiker
- 1936 - Georgina Spelvin, US-amerikanische Pornodarstellerin
- 1937 - Zygmunt Konieczny, polnischer Komponist
- 1939 - Bobby Hull, kanadischer Eishockeyspieler
- 1939 - Dieter B. Herrmann, Astronom und Physiker
- 1939 - Robert Marvin Hull, kanadischer Eishockeyspieler
- 1940 - Manfred Vorderwülbecke, deutscher Sportjournalist und Autor
- 1941 - Horst W. Opaschowski, Freizeitforscher
- 1942 - László Sólyom, ungarischer Politiker, Präsident Ungarns
- 1943 - Reinhold Massag, deutscher Autor und Schauspieler
- 1943 - Van Dyke Parks, US-amerikanischer Musiker, Komponist und Arrangeur
- 1944 - David Atherton, englischer Dirigent
- 1945 - Frank Laufenberg, Kenner der internationalen Rock- und Popszene
- 1945 - Luigi Blau, österreichischer Architekt und Möbeldesigner
- 1945 - Stephen Stills, US-amerikanischer Musiker
- 1946 - John Paul Jones, englischer Rockmusiker und Musikproduzent
- 1946 - Olivia Molina, deutsch-mexikanische Tango- und Schlager-Sängerin
- 1946 - Rudolf Böhmler, Politiker
- 1946 - Victoria Principal, US-amerikanische Schauspielerin
- 1948 - Manfred Kokot, deutscher Leichtathlet
- 1950 - Christoph Delz, Schweizer Komponist und Pianist
- 1952 - Adelheid Arndt, deutsche Schauspielerin
- 1952 - Gianfranco Fini, italienischer Außenminister
- 1956 - Artur Mas, Oppositionsführer im katalanischen Parlament seit 2004
- 1956 - Mel Gibson, US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur
- 1960 - Marla Glen, US-amerikanische Blues-Sängerin
- 1961 - Susanne Riess-Passer, österreichische Politikerin
- 1962 - Ronnie Schöb, deutscher Professor für Volkswirtschaftslehre
- 1964 - Bruce LaBruce, kanadischer Autor, Filmemacher und Fotograf
- 1964 - Cheryl Miller, US-amerikanische Basketballspielerin
- 1964 - Leonard (Sänger), Schweizer Schlagersänger und Moderator
- 1965 - Aiman Abdallah, TV-Moderator
- 1968 - Kent Carlsson, ehemaliger schwedischer Tennisspieler
- 1969 - James Carter, US-amerikanischer Tenorsaxophonist
- 1969 - Marie Darrieussecq, französische Schriftstellerin
- 1969 - Michael Schumacher, deutscher Rennfahrer, siebenmaliger Formel 1-Weltmeister
- 1971 - Tarek Al-Wazir, deutscher Politiker und MdL
- 1972 - Alisha Klass, US-amerikanische Pornodarstellerin
- 1974 - Alessandro Petacchi, italienischer Radrennfahrer
- 1976 - Lee Hyung-Taik, südkoreanische Tennisspieler
- 1978 - Mike York, US-amerikanischer Eishockeyspieler
- 1980 - Bryan Clay, US-amerikanischer Leichtathlet
- 1981 - Eli Manning, US-amerikanischer Footballspieler
- 1983 - Tyra Misoux, deutsche Pornodarstellerin
- 1984 - Maximilian Mechler, deutscher Skispringer
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