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1652

1652

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- In der geschützten Ebene vor dem Tafelberg in Südafrika beginnen niederländische Siedler (später britische) ihre ersten Häuser zu bauen
- In Polen wird das Liberum Veto (Vetorecht der Abgeordneten des Sejm) eingeführt
- In Schweinfurt, Deutschland wird die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gegründet
- Barbados wird britische Kronkolonie

Kultur


- 17. Januar: Uraufführung des Dramas Eritrea von Francesco Cavalli in Venedig
- 21. Dezember: Uraufführung des Dramas Veremonda, l'amazzone di Aragona von Francesco Cavalli im Palazzo Reale in Neapel

Geboren


- 26. März: Valerian Brenner, Baumeister des Vorarlberger Barocks († 1715)
- 28. März: Samuel Sewall, US-amerikanischer Kaufmann und Richter († 1730)
- 16. April: Klemens XII., Papst seit 1730 († 1740)
- 21. April: Michel Rolle, Mitglied der Academie des sciences († 1719)
- 27. Mai: Liselotte von der Pfalz († 1722), Herzogin von Orléans
- 31. August: Carlo IV. Gonzaga, Herzog von Mantua († 1708)
- 9. Dezember: August Quirinus Rivinus, deutscher Mediziner und Botaniker († 1723)

Gestorben


- 30. Januar: Georges de la Tour, französischer Maler des Barock (
- 1593)
- 7. Februar: Philipp Christoph von Sötern, ab 1610 Bischof von Speyer und ab 1623 Erzbischof und Kurfürst von Trier (
- 1567)
- 17. Februar: Gregorio Allegri, italienischer Sänger und Komponist (
- 1582)
- 20. April: Pietrodelle Valle, italienischer Reisender und Reiseschriftsteller (
- 1586)
- 29. April: Heinrich von Wuthenau, deutscher Verwaltungsbeamter und Gelegenheitsdichter (
- 1598)
- 5. Mai: Philipp Wilhelm von Innhausen und Knyphausen, ostfrisischer Kommunalpolitiker (
- 1591)
- 21. Juni: Inigo Jones, führender Architekt im frühen 17. Jahrhundert in England (
- 1573)
- 25. Juni: Abraham von Franckenberg, schlesischer Mystiker (
- 1593)
- 7. August: Markus Friedrich Wendelin, evangelischer Theologe (
- 1584)
- 9. August: Frédéric-Maurice de La Tour d'Auvergne, duc de Bouillon, französischer General (
- 1605)
- 12. September: Franz Ico von Frydag, deutscher Offizier und Diplomat (
- 1606)
- 16. September: Johann von Werth, deutscher General im Dreißigjährigen Krieg (
- 1591)
- 20. Oktober: Antonio Coello, spanischer Schriftsteller (
- 1611) ko:1652년

Kategorie:1652



Polen

Die Republik Polen (poln. Rzeczpospolita Polska) ist ein Staat in Mitteleuropa. Polens Grenzen sind 3582 km lang, wobei 467 km auf die Grenze zu Deutschland im Westen, 790 km auf die zu Tschechien und 539 km auf die zu der Slowakei im Süden, 529 auf die zur Ukraine und 416 auf die zu Weißrussland im Osten, 103 km auf die zu Litauen und 210 auf die zur russische Exklave Kaliningrad im Nordosten sowie 528 auf die Ostsee-Küste im Norden entfallen. Flächenmäßig ist Polen der neuntgrößte Staat in Europa. Der Name "Polen" kommt von dem westslawischen Stamm der Polanen, deren Siedlungsgebiet sich im zentralpolnischen Großpolen um Posen und Gnesen befand und die die anderen westslawischen Stämme zwischen Oder und Bug im 10. Jahrhundert unterwarfen und einigten. Den Namen "Polanen" kan man mit "Feldbewohner" übersetzen (pole = Feld). Der latainische Name Terra Poloniae oder Regnum Poloniae wurde seit dem 11. Jahrhundert für das ganze polnische Staatsgebiet verwendet. Das Ursprungsgebiet der Polanen wurde ab dem 14. Jahrhundert als Altpolen und später Großpolen (von lat.: Polonia Maior) bezeichnet, während die südlicheren Landesteile um Krakau Kleinpolen (von lat.: Polonia Minor) genannt wurden. Andere Namen für das Land Polen und die Polen gehen auf den Stamm der Lędzianen zurück, die im Südosten Polens an der mittleren Weichsel siedelten, z.B. Lechia, Lenkija (litauisch), Lechistan (persisch) sowie Lach (russisch), Lengyel (ungarisch).

Geographie

Weichsel Das Gebiet Polens besteht aus fünf geografischen Räumen. Im Nordwesten befindet sich die von der pommerschen bis zur Danziger Bucht reichende Ostseeküste, die durch zahlreiche Nehrungen, Binnengewässer und Dünen gekennzeichnet ist. Die weitgehend gerade verlaufende Küstenlinie wird durch das das Stettiner- und Frische Haff sowie die Pucker Bucht gegliedert. Im Norden und der Mitte schließt sich das von der Eiszeit geformtes Tiefland der mitteleuropäischen Ebene an, das durch seine vier großen Seenplatten (Masurische Seenplatte, Kaschubische Seenplatte, Pommersche Seenplatte und Großpolnische Seenplatte) gekennzeichnet wird, deren Mermal neben den zahlreichen Gewässern vor allem die hügelige Moränenlandschaft ist, vgl. z.B. Kaschubische Schweiz. Südlich daran schließt sich die durch die Urstromtäler der großen Flüsse geprägte Landschaft Schlesiens und Masowiens an. Insbesondere die Lubliner Region an der mittleren Weichsel mit ihren Lößböden ist stark durch die Hohlwege gekennzeichnet. Südlich davon befinden sich die polnischen Mittelgebirge Krakauer-Tschenstochauer Jura, Heiligkreuzberge, Beskiden, Waldkarpaten und Sudeten. Die höchste Erhebung, die Tatra, ist ein geologisch sehr vielseitiges Hochgebirge. Siehe auch: Großpolen, Masowien, Ermland-Masuren, Pommern, Schlesien, Kleinpolen, Podlasien.

Geologie

Podlasien] Die geologische Struktur Polens ist im wesentlichen das Ergebnis einer Plattenkollision der Kontinente Afrika und Europa während der letzten Jahrmillionen und die Vergletscherung aus Skandinavien. Beide Ereignisse formten die Karpaten und die Sudeten. Die Moränenlandschaft Nordpolens weist zumeist Sand- und Lehmböden auf, während die südlicheren Urstromtäler oft Lößböden haben. Der Jura, die Pieninen und die Westliche Tatra betehen aus Kalkstein, während die Hohe Tatra, die Beskiden und das Riesengebirge sich zum großen Teil aus Granit und Basalten zusammensetzten. Das Heiligkreuzgebirge ist eines der ältesten Gebirge der Welt.

Berge

Basalt Polen hat 21 Zweitausender, von denen sich alle in der Tatra befinden. Die Tatra, auf polnischem Gebiet bestehend aus Hoher- und Westlicher Tatra, stellt die höchste Bergkette in Polen und den ganzen Karpaten dar. Der mit 2.499 m höchste Berg Rysy mit seinem hochgelegenen See Morskie Oko liegt in der Hohen Tatra. Der mit 2 m unter N.N. am tiefsten gelegene Punkt befindet sich bei Raczki Elbląskie in der Nähe von Elbląg im Weichseldelta. Die zweithöchste Gebirgkette in Polen sind die Saybuscher Beskiden mit der Babia Gora (1725 m) als höchsten Gipfel. Gefolgten werden sie von dem Riesengebirge, dessen Schneekoppe mit 1602 m die höchste Erhebung der Sudeten darstellt. Zu den schönsten Bergen Polens gehören die Waldkarpaten im äußersten Südosten des Landes, deren höchste in der Polonina die Tarnica mit ca. 1300 m ist. Unter Touristen sind zudem die Niederen Beskiden ca. 1000 m , die Gorce ca. 1300 m, und die Pieniny ca. 1000 m bekannt, die jeweils durch einen Nationalpark geschützt sind. :Kategorie:Gebirge in Polen

Seen

:Kategorie:Gebirge in Polen Polen gehört mit fast 10.000 geschlossenen Gewässern, deren Fläche einen ha überschreitet, zu den seenreichsten Ländern der Welt. In Europa weist nur Finnland mehr Seen pro qm als Polen auf. Die größten Seen mit über 100 km² Fläche sind Sniardwy und Mamry in Masuren sowie Łebsko und Drawsko in Pommern. Neben den Seenplatten im Norden (Masuren, Pommern, Kaschubei, Großpolen) gibt es auch eine hohe Anzahl an Bergseen in der Tatra, von denen das Meeresauge der flächenmäßig größte ist. Der mit über 100 m tiefste See ist der Hancza in der Seenplatte von Wigry östlich von Masuren in der Wojewodschaft Podlachien. Gefolgt wird er von dem Tatra Bergsee "Großer Polnischer See" im "Tal der fünf polnischen Seen". Zu den ersten Seen deren Ufer besiedelt wurden, gehört die Großpolnische Seenplatte. Die Pfahlbausiedlung von Biskupin, die von mehr als 1000 Einwohnern bewohnt wurde, gründeten bereits vor dem 7. Jahrhundert v. Chr. Menschen aus der Lausitzer Kultur. Die Vorfahren der heutigen Polen, die Polanen, bauten ihre ersten Burgen auf den Seeinseln (pl. "Ostrów"). Der legendäre Fürst Popiel soll im 8. Jahrhundert von Kruszwica am Gopło-See regiert haben. Der erste historisch belegte Herrscher Polens, Herzog Mieszko I., hatte seinen Palast auf der Wartheinsel "Ostrów Tumski" in Posen. :Kategorie:See in Polen

Flüsse

:Kategorie:See in Polen ]] Die längsten Flüsse sind die Weichsel mit 1047 km, der Grenzfluss Oder mit 854 km, die Warta mit 808 km und der Bug mit 772 km. Die Weichsel und die Oder münden genauso wie zahlreiche kleiner Flüsse in Pommern in die Ostsee. Die Liebe und die Wegorapa fließen über die Pregel und die Czarna Hancza über die Memel in die Ostsee. Daneben entwässern einige kleinere Flüsse, wie die Izer in den Sudeten über die Elbe in die Nordsee. Die Orawa aus den Beskiden fließt über die Waag und die Donau genauso wie einige kleiner Flüsse aus den Waldkarpaten über den Dnister ins Schwarze Meer. Die polnischen Flüsse wurden schon sehr früh zur Schifffart genutzt. Bereits die Wikinger befuhren mit ihren Drachenbooten während ihrer Raubzüge durch Europa die Weichsel und die Oder. Im Mittelalter und der Neuzeit als Polen-Litauen die Kornkammer Europas waren, gewann die Verschiffung von Agrarprodukten auf der Weichsel Richtung Danzig und weiter nach Westeuropa eine sehr große Bedeutung, wovon noch viele Renaissance- und Barockspeicher in den Städten entlang des Flusses zeugen. :Kategorie:Fluss in Polen

Küste

:Kategorie:Fluss in Polen] Die polnische Ostseeküste ist 528 km lang und erstreckt sich von Swinemünde auf den Inseln Usedom und Wollin im Westen bis zu Krynica Morska auf der Frischen Nehrung (auch Weichsel Nehrung genannt) im Osten. Die polnische Küste ist zum großen Teil eine sandige Ausgleichsküste die durch die stetige Bewegung des Sandes aufgrund der Strömung und des Windes von West nach Ost charakterisiert wird. Dadurch bilden sich viele Kliffe, Dühnen und Nehrungen, die nach dem Auftreffen auf Land viele Binnengewässer schaffen, wie z.B das Jezioro Łebsko im Slowinzischen Nationalpark bei Łeba. Die bekanntesten Nehrungen sind die Hela und die Frische Nehrung. Die größte polnische Ostseeinsel ist Wolin. Die größten Hafenstädte sind Gdingen, Danzig, Stettin und Swinemünde. Die bekanntesten Ostseebäder sind Zoppot, Misdroy,Kolberg, Łeba, Habichtsberg und Jurata. Polnische Inseln

Bodennutzung

Polnische Inseln] 28% des Landes sind von Wald bedeckt. Über die Hälfte der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, wobei allerdings die Gesamtfläche der Äcker zurückgeht und gleichzeitig die verbliebenen intensiver bewirtschaftet werden. Die Viehzucht ist insbesondere in den Bergen weit verbreitet. Große industrielle Ballungszentren sind das GOP in Oberschlesien, der Ballungsraum um Warschau und Lodsch sowie das Weichseldelta um die Dreistadt Danzig-Zoppot-Gdingen. Über 1 % der Fläche Polens - 3.145 km² - werden in 23 Nationalparks geschützt. In dieser Hinsicht nimmt Polen den ersten Platz in Europa ein. Drei weitere sollen in Masuren, im Krakauer-Tschenstochauer Jura und in den Waldkarpaten neugeschaffen werden. Die meisten polnischen Nationalparks befinden sich in den Bergen im Süden. Zudem werden Sumpfgebiete um Flüsse und Seen in Zentralpolen geschützt, sowie Küstengebiete im Norden. Zudem kommen zahlreiche Reservate und Schutzgebiete.

Flora und Fauna

Schutzgebiete] In Polen leben noch Tiere, die in weiten Teilen Europas bereits ausgestorben sind, wie z.B. der Wisent im Urwald von Bialowieza in Podlachien und der Braunbär in Bialowieza, in der Tatra und in den Waldkarpaten, der Wolf und der Luchs in den Waldgebieten, der Elch in Nordpolen, der Biber in Masuren, Pommern und Podlachien. In den Wäldern trifft man auch auf Nieder- und Hochwild (Rotwild, Rehwild und Schwarzwild). Zudem gibt es im Osten Polens auch Urwälder, die nie von Menschen gerodet wurden, wie der zuvor erwähnte Urwald von Bialowieza. Große Waldgebiete gibt es auch in den Bergen, Masuren, Pommern und Niederschlesien. Polen ist auch das wichtigste Brutgebiet der europäischen Zugvögel. Ein Viertel aller Zugvögel die im Sommer nach Europa kommen brütet in Polen, insbesodere in den Seenplatten und den Sumpfgebieten der Biebrza, Narew und Warthe, die jeweils durch einen Nationalpark geschützt werden. In Masuren gibt es Dörfer in denen mehr Störche als Menschen wohnen. Liste der Nationalparks in Polen

Klima

Das Klima ist gemäßigt und wird nach Osten und Südosten immer kontinentaler. bild:Klima_gdynia.png|Klimadiagramm Gdynia bild:Klima_warschau.png|Klimadiagramm Warschau bild:Klima_krakau.png|Klimadiagramm Krakau bild:Klima_zakopane.png|Klimadiagramm Zakopane

Größte Städte

Zakopane] Zakopane] Zakopane] Zakopane] Zakopane] Siehe auch: Liste der Städte in Polen, Liste deutscher Bezeichnungen polnischer Orte :Kategorie:Ort in Polen

Bevölkerung

Polen hat mit 40 Millionen Einwohnern die achtgrößte Bevölkerungszahl in Europa und die sechstgrößte in der Europäischen Union. Polen ist ethnisch betrachtet ein äußerst homogener Staat, was ein Novum in der polnischen Geschichte darstellt: Die Polen stellen mit 99,3 % die Mehrheitsbevölkerung. Die verbleibende Minderheitsbevölkerung in Polen setzt sich nach der Volkszählung von 2002 aus Deutschen (ca. 150.000), Weißrussen (ca. 49.000) und Ukrainern (ca. 30.000) sowie Tataren, Litauern, Roma, Lemken, Russen, Karäern, Slowaken und Tschechen zusammen. Unter den ausländischen Staatsangehörigen stellen Vietnamesen die größte ethnische Gruppe, gefolgt von Griechen und Armeniern.

Religion

Armenier Armenier) ist die größte Kirche in Polen und die fünftgrößte auf der Welt]] Armenier] Die polnischen Stämme waren ursprünglich Heiden und hatten - ähnlich wie die anderen Westslawen - ein polotheistisches Religionssystem, dessen Hauptgott Świętowit war, dessen vierköpfige Statuten zwischen Pommern (z.B. bei Kap Arkona auf Rügen) und der Ukraine (z.B. der Antichrist aus dem Zburz) gefunden wurden. Diese Religion konnte sich teilweise bis ins 14. Jahrhundert behaupten. Insbesondere im Nordosten wurde auch ein Ahnenkult gepflegt, der teilweise bis ins 19. Jahrhundert überdauerte und in der Romantik u.a. von Adam Mickiewicz in seinem Drama Dziady wieder aufgegriffen wurde. Die polnischen Stämme kamen wahrscheinlich im 9. Jahrhundert über das Großmährische Reich mit dem christlichen Glauben zum ersten mal in Kontakt. Die Wislanen in Kleinpolen wurde zur Zeit der byzantinischen Slawenapostel Kyrill und Method von den Herrschern des Großmährischen Reiches erobert und nach mährischen Chronisten soll bereits zu dieser Zeit das Christentum im slawischen Ritus in der Region um Krakau eingeführt worden sein. Im Jahre 965 heiratete der Herzog von Polen, Mieszko I., eine tschechische Prinzessin christlichen Glaubens und ließ sich im folgenden Jahr im lateinischen Ritus taufen. Damit hatten auch seine Untertanen den neuen Glauben anzunehmen. Polen war jedoch im Mittelalter nie einheitlich in der Religion. Noch bevor sich der christliche Glaube endgültig durchsetzten konnte, wanderten in den nächsten Jahrhunderten, begünstigt durch das Tolleranzedikt von Kalisch von 1265 Juden aus Westeuropa und Hussiten aus Böhmen nach Polen ein. Durch die Union mit Litauen 1386 und 1569 kamen viele weissrussisch- und ukrainischsprachige orthodoxe Christen unter die Herrschaft der polnischen Könige. Das Luthertum fand seit dem 16. Jahrhundert besonders bei der deutschen Bevölkerung in den nordpolnischen Städten viele Anhänger, während der Kalvinismus beim Kleinadel, der Szlachta, beliebt war. Es bildete sich auch eine polnische Sekte der arianischen Polnischen Brüder unter der Leitung von Fausto Sozzini, die in Rakow sogar eine eigene Universität gründete. Der Sejm von 1555 debattierte über die Einführung einer protestantischen Nationalkirche in Polen. Diese wurde zwar nicht eingeführt doch die Warschauer Konföderation und die Heinrichschen Artikel von 1573 sicherten die individuelle Glaubensfreiheit in der polnischen Verfassung, daher kam es in Polen nie zu Religionskriegen. 1596 wurde in der Kirchenunion von Brest die griechisch-katholische Kirche gegründet. Im 17. Jahrhundert vermochte die Gegenreformation jedoch die meisten "Andersgläubigen" auf die katholische Seite zu ziehen. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts siedelte der polnische König Jan Sobieski moslemische Tataren in Podlachien an. Eine relativ große moslemische Minderheit lebte auch um Kamieniec Podolski in Podolien, das zwischen 1672 und 1699 zum Osmanischen Reich gehörte. Im 18. Jahrhundert bildeten sich unter den polnischen Juden zwei dominierende Glaubensrichtungen, die aufgeklärte Haskala und die orthodoxen Chassiden. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Westverschiebung Polens ist Polen fast einheitlich katholisch - über 90 % römisch-katholisch, davon etwa 70 % praktizierend; 0,5 % Polnisch-Orthodoxe; 1,4 % Protestanten, 0,1 % Altkatholiken und religiöse Minderheiten von Zeugen Jehovas, Juden und Moslems (unter anderem die Tataren bei Białystok ). Die heute polnischen Regionen Niederschlesien, Lebus, Westpreußen, Pommern und das südliche Ostpreußen waren vor der Vertreibung der ansässigen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg mehrheitlich evangelisch-lutherisch. Oberschlesien und Ermland waren demgegenüber bereits vor dem Zweiten Weltkrieg schon mehrheitlich katholisch. Ein besonders hohes Ansehen in Polen besitzt der verstorbene Papst Johannes Paul II., der vor seiner Papstwahl als Karol Wojtyła Erzbischof von Krakau war und eine bedeutende politische Rolle während des Zusammenbruchs des Ostblocks inne hatte. Siehe auch: Konfessionen in Polen

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Polens

Vorhistorische Zeit und Gründung

Geschichte Polens im Frühmittelalter ]] Während der Eiszeiten lebten bereits Jäger und Sammler auf dem Gebiet des heutigen polnischen Staates, soweit die Vergletscherung ihnen Lebensraum zurückließ. Zentren dieser frühen Kulturen waren z.B Höhlen und Felsen in den südlichen Bergen. So wurde z.B. der Wawelhügel mitsamt Grotte in Krakau schon vor 20.000 Jahren bewohnt. In der Bronze- und Eisenzeit dominierte die Lausitzer Kultur und Przeworsker Kultur. Als bekanntestes Beispiel gilt die Pfahlbausiedlung in Biskupin, die um 700 v. Chr. gegründet wurde und um 400 v. Chr. von Skythen zerstört wurde. Während der Antike unterhielt die Bevölkerung im Gebiet des heutigen Polen über die Bernsteinstrassen Handelsbeziehungen mit Rom und Griechenland. Die Römer erwähnten bereits um Christi Geburt die Städte Kalisch und Turso. Germanische Stämme, die zeitweilig in Nord- und Westpolen siedelten (Goten, Vandalen und Burgunder) zogen während der Spätantike ins heutige Frankreich, Spanien und Tunesien und vermischten sich mit den dortigen Bevölkerungen. Gleichzeitig kamen während der Völkerwanderung andere Völker, darunter die Hunnen, Slawen und Awaren in das heutige Polen. Dauerhaft siedelten seit dem 5. Jahrhundert die Westslawen. Vor der Staatsgründung veranstalteten die Wikinger, Ungarn und Mährer Raubzüge nach Polen. Mit dieser Zeit verbindet man auch die Sagen um die ersten Urfürsten Polens Popiel, Piast, Lech und Siemowit. Polen, dessen Name sich vom westslawischen Stamm der Polanen ableitet, ist als Herzogtum im frühen 10. Jahrhundert von Posen und Gnesen aus gegründet worden. Es wurde von 960 bis 992 vom Herzog Mieszko I. aus der Dynastie der Piasten regiert, der nach und nach die anderen westslawischen Stämme zwischen Oder und Bug unterwarf. 966 ließ sich Mieszko I nach römisch-katholischem Ritus taufen. Das Territorium erreichte durch Eroberungen unter Mieszko I. und seinem Sohn Boleslaw dem Tapferen Grenzen, die den heutigen Staatsgrenzen sehr nahe kamen. Um 997 schloss Polen ein enges politisch-militärisches Bündnis mit dem Heiligen Römischen Reich, während des Staatsakts zu Gnesen im Jahr 1000 wurde die Übereinkunft vom polnischen Herrscher Boleslaw I. und Kaiser Otto III. bestätigt. Mit der Krönung Boleslaws im Jahr 1025 wurde Polen in den Stand eines Königreiches erhoben.

Mittelalter und Neuzeit

Königreich - 1795 ]] Während der Regentschaft des Piasten Kasimir I., wurde die Hauptstadt 1040 von Gnesen nach Krakau verlegt. Nach dem Tod von Boleslaw Schiefmund 1138 wurde die Senioratsverfassung eingeführt, nach welcher die Söhne Boleslaw III. als Juniorherzöge unter dem Seniorat des jeweils Ältesten der Dynastie unter ihnen die einzelnen Landesteile regierten. Bis 1295 dauerte die feudale Zersplitterung, der sogenannte Partikularismus, in Polen an, der zu einer starken politischen Schwächung Polens im 13. Jahrhundert führte. Polen zerfiel in mehrere de facto unabhängige Herzogtümer, Kleinpolen, Großpolen, Pommern, Sandomir, Schlesien, Masowien und Leczyca. Hinzu kamen in den folgenden Jahrhunderten Eroberungen verschiedener Staaten (Kgr. Böhmen, Mgf. Brandenburg, Kreuzritter vom Deutscher Orden). Auch der Mongolensturm des Jahres 1241, und die nachfolgenden großen Plünderungszüge der Tartaren ließen die Bevölkerungszahl in den polnischen Teilfürstentümern schrumfen. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde Polen unter der Regentschaft von Wladyslaw Ellenlang wiedervereinigt. Sein Sohn, Kasimir der Große, setzte den väterlichen Kampf um die Einheit fort und leitete erfolgreich soziale und wirtschaftliche Reformen ein, die Polen zu einer machtvollen Position in Mitteleuropa verhalfen. 1386 heiratete der litauische Großfürst Jagiello die polnische Königin Jadwiga von Anjou. Er, Wladyslaw II. Jagiello, nunmehr zugleich litauischer Großfürst und polnischer König, schuf den mächtigen Doppelstaat Polen-Litauen, der für die nächsten 300 Jahre die Geschicke Mittel- und Osteuropas entscheidend beeinflußte. Im 15. Jahrhundert, nach der politischen Ausschaltung des Deutschen Ordens, stieg das aus Polen und Litauen hervorgegangene Großreich zu einer der führenden Kontinentalmächte und war lange Zeit der größte Staat Europas mit Einflußsphären vom Baltischen- zum Schwarzen Meer und von der Adria bis an die Tore Moskaus. Auf Betreiben des letzten polnischen Königs aus der Jagiellonen-Dynastie, Sigismund August, wurde die Personalunion zwischen Polen und Litauen in Lublin im Jahr 1569 in eine Realunion umgewandelt. Polen und Litauen bildeten seit 1569 die sogenannte Adelsrepublik und damit den ersten modernen Staat Europas mit einem adelsrepublikanischen System.

Teilung, Unterdrückung und Kampf um die Unabhängigkeit

Geschichte Polens, 1793, 1795 ]] Durch zahlreiche Kriege mit Schweden, dem Osmanischen Reich, Russland, Brandenburg-Preußen, Siebenbürgen, fehlende politische Reformen, sowie innere Unruhen in der Adelsrepublik, die sich durch Bildung von Magnaten Konföderationen gegen die Interessen des Staates und des Königs, Kosakenaufstände und dauerhafte Konfrontation mit den Krim-Tataren in den südöstlichen Wojewodschaften kennzeichneten, stürzten Polen im 17. und 18. Jahrhundert in dauerhafte Krise. In den drei Teilungen Polens 1772, 1793 und 1795 wurde Polens innere Schwäche von seinen Nachbarn Preußen, Österreich und Russland ausgenutzt, welche Polen überfielen und am Ende rechtswidrig unter sich aufteilten. Polen wurde damit seiner Freiheit beraubt und in drei unterschiedliche Staaten zerrissen. Auf Drängen des französischen Kaisers Napoleon entstand im Rahmen des Friedens von Tilsit 1807 aus den preußischen Besatzungszonen der Zweiten- und Dritten Teilung (1809 kam das mit der Dritten Teilung seit 1795 österreichisch besetzte Westgalizien hinzu), ein relativ kleines Herzogtum Warschau, als Vasallenstaat des revolutionären Frankreichs. Durch die Niederlage der polnisch-französischen Allianz in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813, wurde das Herzogtum auf dem durch die Teilungsmächte dominierten Wiener Kongress größenteils 1815 dem zaristischen Russland zugesprochen, welches als Kongress-Polen in Personalunion mit Russland bis 1831 weitgehende Autonomie genoß. Im fehlgeschlagenen Novemberaufstand von 1830 versuchten die Polen die russische Fremdherrschaft und Dominanz abzuschütteln. Mit der Niederlage der Polen wurde die polnische Bevölkerung seit 1831 in den preußischen und russischen Besatzungszonen einer verstärkten Germanisierung - zufolge den preußischen Volkszählungen ohne größere Auswirkungen auf die Bevölkerungsverhältnisse - und Russifizierung unterzogen, die nach dem zweiten gescheiterten großen polnischen Aufstand, dem Januaraufstand von 1863, besonders forciert wurde. Die Bezeichnung Polen wurde verboten und das Land durch die russische Obrigkeit in "Weichselland" unbenannt. Ähnlich verfuhren auch die Hohenzollern mit ihrer Clique in Pommerellen und Großpolen (Provinz Posen), obgleich in preußischen Schulbüchern und Volkszählungen die Bezeichnung "Polen" weiterhin gebräuchlich blieb. Nur im von Österreich besetzten polnischen Galizien konnten die Polen mit den Liberalisierungsbestrebungen des Hauses Habsburg in der Donaumonarchie seit 1867 der geistig-nationalen Knechtschaft in den von Preußen und Russland dominierten Teilen Polens entkommen, das von da ab das Fundament der Wiedergeburt Polens nach dem Ersten Weltkrieg bildete.

Unabhängigkeit und die Zweite Republik 1918 - 1939

Ersten Weltkrieg am 18. März 1921, administrative Aufteilung in Wojewodschaften ]] Aufgrund der Niederlage der Teilungsmächte nach dem Ersten Weltkrieg, erlangte Polen 1918 seine Souveränität zurück. Im Versailler Friedensvertrag wurden die Unabhängigkeit Polens 1919 auch im internationalen Rahmen bestätigt, während die Teilungsverträge der Jahre 1772, 1793 und 1795 für illegal erklärt und anschließend annulliert wurden. Aufgrund der unklaren politischen Verhältnisse nach dem Zusammenbruch der Hohenzollern- und Romanow-Monarchien, kam es zu Grenzkonflikten bei der Neuordnung Mittel- und Osteuropas. 1919 begannen kämpferische Auseinandersetzungen zwischen polnischen, ukrainischen und bolschewistisch-russischen Kräften. Im August 1920 eroberten die Bolschewiken während des Polnisch-Sowjetischen Krieges Ostpolen, darunter auch weite Teile Galiziens. Nach dem Sieg Marschall Piłsudskis gegen die Bolschewiken an der Weichsel, wurde im Friedensvertrag von Riga am 18. März 1921 Polens Ostgrenze im Vergleich zur Curzon-Linie um etwa 250 km nach Osten verschoben. Die Curzon-Linie markierte die östliche Grenze des geschlossenen polnischen Siedlungsgebietes, während die östlichen Gebiete eine gemischte Bevölkerungsstrukur aus Polen, Ukrainern, Weißrussen, Litauern, Juden, Tataren, Deutschen u.a. aufwiesen, wobei Polen in vielen Städten und die anderen Bevölkerungsgruppen, meist Weißrussen bzw. Ukrainer, auf dem Land dominierten. Während die Bevölkerungsmehrheit der Städte meist katholisch bzw. jüdisch war, war die Landbevölkerung überwiegend russisch- bzw. ukrainisch-orthodox. Gleichwohl verfehlte Piłsudski sein Ziel, die Ukraine als unabhängigen „Pufferstaat“ zwischen Polen und Russland zu etablieren, was eines der zentralen Ziele der polnischen Politik war. In Riga erkannte Polen die Ukraine als Teil der Sowjetunion unter Mykoła Skrypnyk an. Im annektierten Gebiet östlich des Westlichen Bugs, bildeten die Polen 1919 25% der Bevölkerung, 1939, nach der Amtszeit Piłsudskis waren es bereits etwa 38%. Polnische Sprachinseln im je nach Region mehrheitlich ukrainisch, weißrussischen oder litauischen Umland waren die Regionen Vilnius und Lemberg. Kurz bevor Polen selbst vom nationalsozialistischen Deutschland überfallen wurde, stellte es im Zuge des Münchener Abkommens territoriale Forderungen an die Tschechoslowakei. Im Oktober 1938 annektierte Polen gegen den Willen der tschechischen Regierung das Olsagebiet, welches 1919 von der Tschechoslowakei besetzt wurde und mehrheitlich von Polen bewohnt wurde. Im September 1939 wurde Polen gemeinsam vom Dritten Deutschen Reich, dem deutschen Vasallenstaat Slowakei unter Jozef Tiso und der Sowjetunion überfallen. Zuerst besetzten Truppen des Deutschen Reichs und der Slowakei das Land und am 17. September, unter dem Vorwand des „Schutzes“ der weißrussisch-ukrainischen Bevölkerung, die Truppen der Sowjetunion. Die Annexion und Aufteilung des polnischen Staatsgebietes war zuvor in einem geheimen Zusatzprotokoll zum Hitler-Stalin-Pakt von den Diktatoren beschlossen worden. Damit nahm der Zweite Weltkrieg seinen Anfang, in dem sechs Millionen polnische Staatsbürger, darunter fast die Hälfte jüdischen Glaubens, ihr Leben verlieren sollten.

Zweiter Weltkrieg 1939 - 1945

Zweite Weltkrieg] Mit dem Überfall Deutschlands am 1. September und der Sowjetunion am 17. September 1939 auf Polen, begann der Zweite Weltkrieg. Noch vor dem Zusammenbruch der polnischen Front, floh die polnische Regierung über das neutrale Rumänien nach Paris, später nach London und organisierte von dort aus die Streitkräfte und den Widerstand neu. Der Krieg gegen Polen sollte nach dem Willen der NS-Führung Züge eines rassistischen Verdrängungs- und Vernichtungsfeldzugs annehmen. Anders als im Westen machte Hitler schon vorher klar, dass er die "Liquidierung des führenden Polentums" (Reinhard Heydrich) ins Auge fasste. Allein in den ersten vier Monaten der deutschen Besatzungsherrschaft wurden mehrere 10.000 Personen erschossen. Dabei ist noch einmal zu betonen, dass es sich hier nicht um einzelne Exzesse handelte, die aus dem Klima des Hasses und den Zufälligkeiten des Krieges heraus entstanden, sondern um durchorganisierten Massenmord. Bereits Anfang der 1940er Jahre errichteten die Nationalsozialisten mehrere Konzentrationslager auf dem Gebiet Polens, u.a. Auschwitz, Majdanek, Treblinka. Die Besatzungszeit hatte für große Teile der polnischen Zivilbevölkerung katastrophale Folgen. Großpolen, Westpreußen, Danzig und Oberschlesien wurden direkt von Deutschland annektiert. Kleinpolen, Masowien und Galizien mit etwa 10 Millionen Menschen wurden als so genanntes "Generalgouvernement" dem Reichsminister Hans Frank unterstellt, der vom Königssitz der polnischen Könige, dem Wawel in Krakau, die Vernichtungspolitik leitete. Zu den übergreifenden Zielen der Besatzungspolitik im gesamten Gebiet gehörte 1.) die Ausschaltung und Vernichtung der polnischen Juden und polnischen Intelligenz, 2.) die Vorverlegung der deutschen Ostgrenze und die Erweiterung des "Lebensraums im Osten" und 3.) die Stärkung der deutschen Kriegswirtschaft durch rücksichtslose Ausbeutung des Arbeitskräftepotenzials der Zwangsarbeiter und der materiellen Ressourcen Polens. Auch die Polen, die unter sowjetische Herrschaft geraten waren, waren von Gewaltmaßnahmen betroffen. Man schätzt, daß ungefähr 1,5 Millionen ehemalige polnische Bürger deportiert wurden. 300.000 polnische Soldaten gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft, nur 82.000 von ihnen überlebten. Ein Großteil der Offiziere - ca. 40.000 Personen - wurde durch sowjetische Truppen 1940 bei Katyn und in den Lagern von Starobielsk, Kozielsk und Ostaszków ermordet. Polnische Soldaten kämpften auf den Seiten der Alliierten an allen Fronten des Weltkiegs von der Luftschlacht um England, in Afrika, der Sowjetunion, bis zu den Invasionen in der Normandie und Italien. Die polnischen Soldaten stellten damit noch vor den Franzosen die viertgrößte Armee der Alliierten. Polnische Partisanengruppen, die die grösste Widerstandbewegung im besetzten Europa darstellten, leisteten auch in Polen selbst Widerstand. Nachdem die Rote Armee im Januar 1944 die polnische Grenze von 1939 überschritten hatte, wurden die Truppen der Heimatarmee vom NKWD entwaffnet, ihre Offiziere erschossen oder in den Gulag geschickt. Der Kampf einzelner Untergrundeinheiten gegen die sowjetische Besatzungsmacht dauerte jedoch bis Ende 1949 an. Am 1. August 1944 begann der Warschauer Aufstand. Die Sowjetunion, deren Truppen bereits am Ostufer der Weichsel standen, ließ die Einheiten der Heimatarmee ausbluten und machte eine Hilfe der Westalliierten unmöglich. So konnten deutsche Truppen die größte europäische Erhebung gegen die Okkupanten brutal niederschlagen. Die Zahl der Toten wird auf 180.000 bis 250.000 geschätzt. Dabei wurde die Innenstadt Warschaus unter großem Einsatz an Sprengmaterial akribisch Haus für Haus dem Erdboden gleichgemacht.

Volksrepublik, Sozialismus und die Gewerkschaftsbewegung Solidarność 1945 - 1989

Weichsel in Polen]] Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden die Grenzen des ehemaligen polnischen Staatsgebietes gemäß dem Potsdamer Abkommen nach Westen verschoben: Polen verlor das gemischt, mehrheitlich von Ukrainern und Weißrussen bevölkerte Drittel seines bisherigen Staatsgebietes an die Sowjetunion und die dort ansässige polnische Bevölkerung, ca. 2 - 2,5 Millionen Menschen, wurde vertrieben. Aus dem heutigen Ostpolen wurden etwa 1 Millionen Ukrainer in die Sowjetunion vertrieben. Bereits in den Jahren 1943 - 1944 wurden Zehntausende Polen in den Massakern in Wolhynien ermordet und viele mussten flüchten. Im Westen und Norden wurden Polen die zuvor deutschen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie als "Wiedergewonnene Gebiete", die ein Drittel des deutschen Reichgebiets darstellten, zugesprochen. Etwa 5 Millionen waren gegen Kriegsende von dort geflohen und wurden durch Einreiseverbot an einer Rückkehr gehindert (Schließung der Oder-Neiße-Übergänge für Rückkehrende am 30. Juni 1945). Aus den Ostgebieten wurden nach dem Krieg weitere 5 Millionen Menschen vertrieben. Die Gebiete wurden später überwiegend mit Bürgern aus Zentralpolen 3 Millionen, darunter etwa 0,5 Millionen zwangsumgesiedelte Ukrainer, und mit Vertriebenen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten (etwa 2 Millionen) besiedelt. Einige Oberschlesier, Masuren und Deutsche blieben als Minderheit zurück. Die neuen Grenzen wurden mit dem Potsdamer Abkommen vom August 1945 geregelt. Im Widerspruch zu den Regelungen in diesem Abkommen, die bis zum Abschluss eines Friedensvertrages die Grenzziehung westlich von Swinemünde und dann entlang von Oder und Neiße festschrieben, besetzte Polen mit Unterstützung Stalins auch die westlich der Oder gelegene Stadt Stettin und westlich angrenzende Gebiete, um sich diesen wichtigen Ostseehafen zu sichern. Mit dem Görlitzer Abkommen zwischen der neu entstandenen DDR und Polen vom 6. Juli 1950 wurde diese Grenzziehung dann auch vertraglich zumindest von der DDR akzeptiert. Auf die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkrieges folgte nun die kommunistische Diktatur. Das Land kam in den Einflussbereich der Sowjetunion und wurde als Volksrepublik dessen Satellitenstaat. Durch mehrere Aufstände äußerte die polnische Bevölkerung immer wieder ihren Unmut gegenüber der kommunistischen Führung (z. B. im Posener Aufstand). Die Gründung der Gewerkschaft Solidarność führte schließlich zu einem gesellschaftlich-politischen Umschwung im Land und zu den revolutionären Ereignissen von 1980 bis 1989, an deren Ende mit der Auflösung des sogenannten Ostblocks und der Sowjetunion das kommunistische Regime durch eine demokratische Regierungsform ersetzt wurde.

Das freie Polen und die Dritte Republik seit 1989

Ostblock Seit 1989 wurde die polnische Wirtschaft nach dem Balcerowicz-Plan mit schnellen Schritten in eine funktionierende Marktwirtschaft umgewandelt. Nach nur einer Amtszeit wurde der ehemalige Solidarność-Vorsitzende Lech Wałęsa von dem postkommunistischen Aleksander Kwaśniewski als Präsident abgelöst, dessen doppelte Amtszeit am 23. Dezember 2005 zu Ende geht. Unter ihm trat Polen am 12. März 1999 der Nato bei. Unter Leszek Miller entwickelte sich Polen während des Dritten Golfkrieges und in der Nachkriegszeit neben Großbritannien, Italien und Spanien zum wichtigsten Verbündeten der USA in Europa. Aufgrund der unterschiedlichen Haltungen der polnischen sowie der deutschen Regierung während des Irak-Konflikts kam es zu schweren Misstönen zwischen den beiden Staaten. Zu weiteren Verstimmungen führten Äußerungen der Verbände Heimatvertriebener, die ein Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin errichten bzw. Eigen

Veto

Ein Veto (lateinisch veto – ich verbiete) ist das Einlegen eines Einspruches, das innerhalb eines formell definierten Rahmens geschieht und damit Entscheidungen aufschieben oder ganz blockieren kann. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung war dieser lateinische Ausdruck bei den Römern noch nicht gebräuchlich: zwar hatte jeder Magistrat ein Vetorecht gegen Anordnungen seines Kollegen bzw. konnte ein Volkstribun Maßnahmen des Senats unterbinden, doch war der lateinische Begriff dafür intercessio ("Dazwischentreten"). Der Begriff stammt erst aus der polnischen Verfassung des 17./18. Jahrhunderts, wo im Sejm, dem Parlament, jeder einzelne Abgeordnete mit dem liberum veto ("freien Veto") Beschlüsse des Sejm aufheben konnte. Dieses Recht trug maßgeblich zur Lähmung und schließlichen Auflösung des Staates bei. Das Vetorecht eröffnet in der Regel einer Minderheit die Möglichkeit, gegen den Willen einer Mehrheit ein Verfahren zu beenden, ein Gesetz oder eine Entscheidung zu verhindern. Je nach der Dauer des dadurch erreichten Aufschubs unterscheidet man zwei Arten von Veto:
- aufschiebendes Veto (auch suspensives Veto genannt); ein solches Veto verliert seine Wirkung, wenn dasselbe oder ein neu gewähltes Parlament den ursprünglichen Beschluss, eventuell mit einer qualifizierten Mehrheit, wiederholt, oder verschiebt nur das Inkrafttreten des Gesetzes.
- absolutes Veto, wodurch ein Beschluss endgültig verhindert wird.

Beispiele

Das (gewöhnlich suspensive) Vetorecht gehört zu den Vorrechten vieler Staatsoberhäupter:
- der König von Frankreich besaß es nach der Verfassung von 1791
- auch der Präsident der USA kann gegen ihm missliebige Beschlüsse des Kongresses ein Veto einlegen. Im Weltsicherheitsrat der UNO haben die fünf ständigen Mitglieder (die Volksrepublik China, das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland, die Französische Republik, die Russische Föderation und die Vereinigten Staaten von Amerika) ein absolutes Vetorecht. In Deutschland kann der Bundesrat gegen jedes vom Bundestag verabschiedete Gesetz ein Veto einlegen. Bei manchen Gesetzen kann dieses Veto vom Bundestag überstimmt werden, bei den zustimmungspflichtigen Gesetzen hat er ein absolutes Vetorecht. Ebenfalls eine Form von Vetorecht ist das im Schweizerischen Verfassungsrecht verankerte Recht des Volkes, gegen Behördenbeschlüsse nachträglich eine Volksabstimmung zu erzwingen, die den beanstandeten Beschluss wieder aufheben kann (siehe Referendum). Diese Institution wurde deshalb zur Zeit ihrer Einführung im 19. Jahrhundert auch "Volksveto" genannt. Der österreichische Bundesrat hat in den meisten Materien nur ein suspensives Veto (auch: Zustimmungsrecht), das vom Nationalrat per Beharrungsbeschluss übergangen werden kann. Lediglich in einigen Materien, z. B. wenn die Rechte des Bundesrates verändert werden sollen, steht dem ihm ein absolutes Veto zu. Kategorie:Politischer Begriff ja:拒否権 nb:Veto

Sejm

Der Sejm [] bildet in Polen zusammen mit dem Senat das Parlament. Dabei kann der Sejm mit dem britischen Unterhaus, der Senat mit dem britischen Oberhaus verglichen werden. Der Name geht zurück auf den Reichstag im alten polnischen Königreich, siehe Stummer Sejm und Polnische Geschichte. Der Präsident des Sejm trägt den Titel Marschall (marszałek Sejmu). Seit 1993 gilt bei Wahlen zum Sejm für Parteien eine 5-Prozent-Klausel. Wahlbündnisse (z.B. AWS, SLD) mussten 8 Prozent der Stimmen erreichen, um in den Sejm einziehen zu können.

Wahlergebnisse zum Sejm seit 1991

1991

1993

1997

2001

2005

Siehe auch: Parteien in Polen Kategorie:Politik (Polen) Kategorie:Polnische Geschichte Kategorie:legislative

Schweinfurt

Schweinfurt ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Unterfranken (Bayern) und ist einer der Verdichtungsräume der Bundesrepublik Deutschland und war freie Reichsstadt. Ein berühmter Sohn Schweinfurts ist Friedrich Rückert, der sprachenbegabte Dichter und Übersetzer. Schweinfurts Kugellager-Industrie war Ziel heftiger Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg. Das Museum Georg Schäfer, gestiftet von Georg Schäfer, zeigt unter anderem bedeutende Werke der Altdeutschen Malerei.

Geschichte


- 791 Erste urkundliche Erwähnung
- 1254 Erste Erwähnung als Reichsstadt
- 1240 Erstes Stadtverderben
- 1437 Kauf der Deutsch-Ordenburg auf der Peterstirn
- 1542 Übertritt zum Protestantismus
- 1554 Zweites Stadtverderben im Markgräfler Krieg
- 1632 Gustav Adolf in der Stadt
- 1802 Verlust der Reichsunmittelbarkeit
- 1814 Erfindung des Schweinfurter Grün
- 1852 Anschluss an die Eisenbahn
- 1872 Gründung der Firma Kugelfischer
- 1890 Gründung der Kugellagerfabrik Fries & Höpfinger
- 1895 Gründung der Firma Fichtel & Sachs
- 1919 Eingemeindung von Oberndorf
- 1943 - 1945 schwere Kriegsschäden ("Drittes Stadtverderben")
- 1971 Gründung der Abteilung Schweinfurt der Fachhochschule Würzburg
- 2000 Eröffnung des Museum Georg Schäfer

Stadtgliederung

Museum Georg Schäfer 19 Stadtteile:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten


- St. Johannis Kirche
- Renaissance Rathaus
- Marktplatz mit Rückertdenkmal
- Geburtshaus von Friedrich Rückert
- Schrotturm
- Zeughaus
- Heillig Geist Kirche
- Wildpark

Theater


- Theater der Stadt Schweinfurt
- Hans Sachs Gruppe - Pflege des spätmittelalterlichen Fastnachtspiels, der Literatur im Allgemeinen und des Renaissancetanzes
- Puppentheater ohne Namen

Musik

Museen


- Museum Georg Schäfer - Das Museum Georg Schäfer präsentiert die bedeutendste Privatsammlung der Kunst des deutschsprachigen Raums des 19. Jahrhunderts.
- Bibliothek Otto Schäfer - Heute bewahrt die Bibliothek rund tausend illustrierte Drucke, vornehmlich des 15. und 16. Jahrhunderts. Eine zweite Sammlung widmet sich den Erstausgaben deutscher Literatur von der Reformationszeit bis zum Realismus
- Galerie Alte Reichsvogtei - zeitgenössische Kunst in Franken
- Museum Altes Gymnasium - Schwerpunkte der heimatgeschichtlichen Sammlung sind die Frühgeschichte seit dem 9. Jahrhundert, Darstellungen der Reichsstadtzeit, der Bürgerkultur, des Zunftlebens und des Beginns der Industrialisierung
- Halle Altes Rathaus
- Museum Gunnar-Wester-Haus - zeigt Gegenstände der Feuererzeugung und Beleuchtungskörper (Sammlung Graf Luxburg)
- Naturkundliches Museum - Vogelsammlung der Büder Schuler. Herbarium Emmert. Schmetterlinge
- Künstlerhof Oberndorf -
- Museumspädagogischer Service

Infrastruktur

Verkehr

Schweinfurt ist mit einem Binnenhafen am Main, zwei Autobahnen (A70 sowie ab Ende 2005 die A71 bis Erfurt/E48) und zwei Bahnhöfen (Hauptbahnhof und dem kleinen Stadtbahnhof, der nur von Regionalbahnen angefahren wird) der Deutschen Bahn AG ins Verkehrsnetz eingebunden.

Schienenverkehr

Drei wichtige Nahverkehrsstrecken, die Teils zur Anbindung an das Fernverkehrsnetz dienen, verlaufen durch Schweinfurt:
- 803 Schweinfurt - Bad Kissingen - Gemünden
- 810 Würzburg - Schweinfurt - Bamberg
- 815 Schweinfurt - Bad Neustadt an der Saale - Erfurt bzw. Meiningen Zusätzlich gibt es eine elektrifizierte, eingleisige Bahnstrecke nach Gemünden,die dort auf die Hauptstrecken Würzburg - Fulda und Würzburg- Aschaffenburg stösst und als wichtige Umgehungsstrecke des Bahnknotens Würzburg ausschließlich für den Güterverkehr genutzt wird. Die Bahnstrecke Schweinfurt- Kitzingen (die so. Steigerwaldbahn) wurde stillgelegt, ist aber betriebsbereit und wird gelegentlich für den Güterverkehr genutzt.

Autobahnen


- A 70 AD Schweinfurt (A 7) - Bamberg - AD Bayreuth/Kulmbach (A 9)
- Bis Ende 2005 im Bau A 71 AD Werntal(A 70) - AD Oberröblingen/Erfurt (A 4)

Flugplatz


- Flugplatz Schweinfurt-Süd - hat eine kleine Wiesenrollbahn, dient in erster Linie zum Starten und Landen der Segelflugzeuge und Fallschirmspringer.

Wirtschaft

Im 19.Jahrhundert wurde in Schweinfurt die (giftige) Farbe Schweinfurter Grün entwickelt und besonders in die Tropen exportiert, da sie termitenresistente Beschichtungen ermöglichte. Bekannt ist Schweinfurt durch seine metallverarbeitende Industrie, insbesondere Wälzlager und Fahrrad-Technik (siehe beispielsweise SKF (Svenska Kullagerfabriken), FAG Kugelfischer AG und ZF Sachs AG (ehemals Fichtel & Sachs) mit der millionenfach gebauten Torpedo Rücktritt-Bremsnabe, später der Torpedo-Dreigang-Nabe und den legendären Sachs Kleinmotoren. Fischer baute das erste Tretkurbelfahrrad der Welt, zu besichtigen im Städtischen Museum. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt aufgrund der Konzentration der kriegswichtigen Wälzlagerproduktion (über 60% der Gesamtproduktion des Deutschen Reiches) wiederholt das Ziel amerikanischer Bomberangriffe, durch die die Produktion zeitweise lahmgelegt wurde. Die schwersten Angriffe fanden am 17. August und am 14. Oktober 1943 statt (siehe auch Operation Double Strike). Unter großen Anstrengungen wurden die Fabriken repariert oder ersetzt und teilweise bunkerartig gegen Bomben geschützt, es wurden aber auch große Teile der Produktion an andere Standorte verlegt, so daß die Bedeutung Schweinfurts abnahm. Heute werden Zulieferteile für die Automobilindustrie hergestellt, wie z.B. Stoßdämpfer und Steuerungen, unter anderem auch in mehreren Betrieben der Deutschen Star (jetzt: Bosch Rexroth). Seit 1979 produziert ein Werk des Gesundheitkonzernes Fresenius Dialysegeräte in heutiger Weltmarkt-Führerschaft. Im Zuge der schwindenden Bedeutung der produzierenden Industrie bemüht sich Schweinfurt um eine Neuausrichtung auf kulturellem Sektor, zum Beispiel mit dem Museum Georg Schäfer.

Städtische Einrichtungen

Sport- und Freizeitbad "Silvana", Hallenbad, Stadtbücherei, Musikschule.

Schulen

Vereine

Sport

Sonstige


- Tauschring-Initiative für Schweinfurt
- Computer Club Schweinfurt
- Schweinfurter Schülervertretung e.V.
- Kulturpackt für Schweinfurt
- DLRG OV-Schweinfurt (Wasserrettung, Rettungsschwimmen)
- Wasserwacht Schweinfurt
- [http://www.stattbahnhof-sw.de/ Kulturhaus Stattbahnhof] - Verein zur Unterstützung und Erweiterung von Kultur und Kommunikation e.V.
- Freiwillige Feuerwehr Schweinfurt

Söhne und Töchter der Stadt


- 1473, Johannes Cuspinian, Humanist
- 1605, 30. September - Johann Lorenz Bausch, † 17. November 1665, Mediziner
- 1695, 10. September - Johann Lorenz Bach, † 14. Dezember 1773, Komponist
- 1705, 12. Februar - Johann Elias Bach, † 30.November 1755, Komponist
- 1911, 30. März - Heini Dittmar, Segelflieger
- 1788, 16. Mai - Friedrich Rückert, † 30.Januar 1866, Orientalist, Dichter
- 1812, Philipp Moritz Fischer 1890, Erfinder, Konstrukteur
- 1896, Georg Schäfer, Unternehmer
- 1914, Andreas "Ander" Kupfer, Fußballnationalspieler
- 1937, Paul Maar, Kinderbuchautor

Siehe auch


- Schweinfurt (Adelsgeschlecht)
- Landkreis Schweinfurt

Weblinks


- [http://www.schweinfurt.de/ Stadt Schweinfurt]
- [http://www.speedmap-schweinfurt.de/ Stadtplan]
- [http://www.poetryclub.de/ Musik und Poesie aus Schweinfurt: Rückert Projekt-poetryclub] Kategorie:Ort in Bayern ! Kategorie:Reichsstadt

Leopoldina

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ist die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft in Deutschland. Sie wurde am 1. Januar 1652 in Schweinfurt von den Ärzten Johann Lorenz Bausch, Johann Michael Fehr, Balthasar Metzger und Georg Balthasar Wohlfahrt als private Gesellschaft gegründet. Ähnliche Gelehrtengesellschaften entstanden in Italien (Accademia Nazionale dei Lincei, 1603), England (Royal Society, 1660) und Frankreich (Académie des sciences, 1666). Die Kurzform Leopoldina rührt von Kaiser Leopold I. her, der per Dekret vom 7. August 1687 den offiziellen Namen Sacri Romani Imperii Academia Caesareo-Leopoldina Naturae Curiosum festlegte. Durch Kaiser Karl VI. (1712) und Kaiser Karl VII. (1742) wurde der Name in Sacri Romani Imperii Academia Caesarea Leopoldino-Carolina Naturae Curiosum bzw. in Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinische Deutsche Akademie der Naturwissenschaftler geändert. In ihren 15 Statuten war u.a. festgelegt, daß der Wohnort des jeweiligen Präsidenten immer auch die Geschäftsstelle der Leopoldina sein sollte. Dies wurde erst mit der Einweihung der Bibliothek der Akademie am 23. April 1904 endgültig abgeschafft. Seit diesem Datum hat sie ihren Sitz in Halle (Saale). Mit diesem Datum wurde auch die Gepflogenheit aufgegeben, sich einen Gesellschaftsnamen zu geben. Zu Mitgliedern werden hervorragende Gelehrte aus aller Welt gewählt. Neben Naturwissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stammen ein Drittel ihrer Mitglieder aus 27 weiteren Ländern weltweit. Während der Zeit der deutschen Teilung war die Leopoldina die einzige Wissenschaftlerorganisation, die nicht geteilt wurde, sondern einheitlich weiterbestand. Nach ihrer Satzung hat die Leopoldina unter anderem folgende Aufgaben: "die Förderung der Forschung in internationaler Zusammenarbeit ihrer Tradition nach zum Wohle der Menschen und der Natur, u.a. durch Veranstaltung wissenschaftlicher Versammlungen, Veröffentlichung der erarbeiteten Ergebnisse, Unterhaltung eines wissenschaftlichen Archivs und einer wissenschaftlichen Bibliothek, Verleihung von Auszeichnungen und Preisen u.a. zur Förderung junger Wissenschaftler". Die Wahl zum Mitglied in der Leopoldina gilt als eine der höchsten Auszeichnungen für Naturwissenschaftler, die eine deutsche Institution zu vergeben hat. Daneben gab und gibt es noch verschiedene Ehrungen, welche die Leopoldina zu vergeben hatte:
- Ehrenmitglied: Dieser Titel wurde seit 1922 an Mitglieder mit herausragenden Verdiensten um Wissenschaft und Akademie verliehen.
- Carus-Stiftung: Anläßlich des 50. Dienstjubiläums von Carl Gustav Carus wurde am 2. November 1864 diese mit einem Kapital von 2.000 Talern gegründet. 1896 wurde der erste Preisträger mit dem Carus-Preis ausgezeichnet.
- Carus-Medaille: Durch Krieg und Inflation verlor die Carus-Stiftung ihr Kapital. Mit Wirkung vom 15. Dezember 1937 wurde der Stiftungsauftrag geändert und ab 1938 die Carus-Medaille verliehen. Ab 1961 wird sie durch den Carus-Preis der Stadt Schweinfurt begleitet.
- Schleiden-Medaille: Diese Medaille, die das Bild von Matthias Jakob Schleiden zeigt, wird ab 28. April 1955 alle zwei Jahre an Wissenschaftler verliehen, welche sie in der Zellbiologie vedient gemacht haben.
- Mendel-Medaille: Mit Wirkung vom 20. Oktober 1965 wird diese Auszeichnung für Pionierleistungen in der Biologie verliehen. Benannt ist sie nach Gregor Mendel und wurde das erstemal 1967 verliehen.
- Darwin-Plakette: als im Mai 1959 Charles Darwins Werk "On the origin of the species" den 100. Geburtstag feierte, beschloß die Leopoldina auf ihrer Jahresversammlung einmalig 18 Persönlichkeiten zu ehren. Die Wissenschaftler hatten dazu beigetragen, Darwins Ideen weiterzuentwickeln.
- Verdienst-Medaille: Für große Verdienste um das Wohl der Leopoldina wird seit 1961 diese Auszeichnung geschaffen und ab 1962 verliehen.
- Leopoldina-Preis für junge Wissenschaftler: dieser Preis wurde 1993 erstmals verliehen. Mit diesem Preis sind EUR 1000,-- verbunden, welche aus einer Schenkung von Karl Lohmann stammen. Dieser wird alle zwei Jahre verliehen; an Wissenschaftler die in Naturwissenschaften, Medizin oder Wissenschaftsgeschichte Herausragendes leisteten und das 30. Lebensjahr noch nicht überschritten haben.
- Georg-Uschmann-Preis für Wissenschaftsgeschichte: dieser Preis wurde 1997 Eugen Seibold gestiftet und ist mit EUR 2000,-- dotiert. Alle zwei Jahre wird seit 1999 die Dissertation oder die Habilitation eines Wissenschaftlers der Fächer Wissenschaft-, Medizin- oder Technikgeschichte ausgezeichnet.
- Preis der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina: dieser Preis ist mit 15.000 EUR dotiert und wird von der Commerzbank-Stiftung ausgelobt. Zum erstenmal wurde er 2001 verliehen.
- Ehrensenator der Leopoldina: auf der Jahresversammlung am 24. April 1993 wurde Hans-Dietrich Genscher wegen seiner außen- und innenpolitischen Verdienste bei der Wiederherstellung der Einheit Deutschlands dieser Ehrentitel verliehen. Diese Ehrung war eine einmalige Sache und es ist eigentlich nicht geplant, diesen Titel ein weiteres Mal zu verleihen.
- Ehrenförderer: Die Leopoldina ehrt mit desem Titel Nichtmitglieder, die sich um das Wohl der Akademie entscheidend verdient gemacht haben.

Präsidenten der Akademie

(mit Amtszeit und Akademienamen)
- 1652 - 1665 Johann Lorenz Bausch - Jason I. (Schweinfurt)
- 1666 - 1686 Johann Michael Fehr - Argonautoa I. (Schweinfurt)
- 1686 - 1693 Johann Georg Volckamer - Helianthus I. (Nürnberg)
- 1693 - 1730 Lukas Schröck - Celsus I. (Augsburg)
- 1730 - 1735 Johann Jakob Baier - Eugenianus I. (Altdorf bei Nürnberg)
- 1735 - 1769 Andreas Elias Büchner - Bacchius (Erfurt, Halle)
- 1770 - 1788 Ferdinand Jakob Baier - Eugenianus II. (Nürnberg)
- 1788 - 1791 Heinrich Friedrich Delius - Democedes II. (Erlangen)
- 1791 - 1810 Johann Christian Daniel von Schreber - Theophrastus Eresius IV. (Erlangen)
- 1811 - 1818 Friedrich von Wendt - Diocles Carystius IV. (Erlangen)
- 1818 - 1858 Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck - Aristoteles III. (Erlangen, Bonn, Breslau)
- 1858 - 1862 Dietrich Georg Kieser - Scheuchzer I. (Jena)
- 1862 - 1869 Carl Gustav Carus - Cajus II. (Dresden)
- 1870 - 1878 Wilhelm Friedrich Behn - Marco Polo I. (Dresden)
- 1878 - 1895 Hermann Knoblauch - Theodor Johann Seebeck (Halle)
- 1895 - 1906 Karl von Fritsch (Halle)
- 1906 - 1921 Albert Wangerin
- 1921 - 1924 August Gutzmer
- 1924 - 1931 Johannes Walther
- 1932 - 1950 Emil Abderhalden
- 1952 - 1953 Otto Schlüter
- 1954 - 1974 Kurt Mothes
- 1974 - 1990 Heinz Bethge
- 1990 - 2003 Benno Parthier
- 2003 - .... Volker ter Meulen Siehe auch: Akademie der Wissenschaften

Weblinks


- http://www.leopoldina-halle.de Kategorie:Deutsche Organisation Kategorie:Akademische Bildung Kategorie:Sachsen-Anhalt Kategorie:Halle (Saale)

17. Januar

Der 17. Januar (in Österreich: 17. Jänner) ist der 17. Tag des Gregorianischen Kalenders - somit bleiben 348 Tage (in Schaltjahren 349 Tage) bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1773 - James Cook überquert bei seiner zweiten Reise als erster Mensch den südlichen Polarkreis
- 1819 - Simon Bolivar proklamiert die Republik Kolumbien.
- 1852 - In der Sand River Convention garantiert Großbritannien die Unabhängigkeit Transvaals.
- 1945 - In Warschau kapitulieren die letzten deutschen Einheiten vor den polnischen Truppen.
- 1978 - Rücktritt des nordrhein-westfälischen Finanzministers Friedrich Halstenberg (SPD) als Folge der Affäre um Ludwig Poullain
- 1991 - Der Deutsche Bundestag wählt Helmut Kohl erneut zum Bundeskanzler Deutschlands.
- 1991 - Eine Allianz unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika greift den Irak mit dem Ziel an, Kuwait von der irakischen Besetzung zu befreien.
- 1991 - König Harald V. wird Staatsoberhaupt in Norwegen
- 1991 - Ägypten stellt sich im Golfkrieg gegen den Irak.
- 1995 - Italien. Lamberto Dini wird neuer Regierungschef.
- 2002 - Parlamentswahlen in Gambia

Wirtschaft


- 2001 - Die Staaten der OPEC beschließen in Wien, 5 % weniger Erdöl zu fördern.

Wissenschaft und Technik


- 1987 - Der Münchener Biologiestudent Olaf Reinicke entdeckt als erster in 198 Meter Tiefe einen Quastenflosser in seinem natürlichen Lebensraum.

Kultur


- 1652 - Uraufführung des Dramas Eritrea von Francesco Cavalli in Venedig.
- 1773 - Uraufführung der Motette Exultate, jubilate von Wolfgang Amadeus Mozart in Mailand
- 1779 - Uraufführung der komischen Oper Das Grab des Mufti oder Die beiden (zwei) Geizigen von Johann Adam Hiller
- 1899 - Uraufführung der Oper Die Kriegsgefangene von Karl Goldmark an der Hofoper in Wien.
- 1902 - Uraufführung der Oper Les Guelfes von Benjamin Godard am Théâtre des Arts in Rouen.
- 1907 - Uraufführung der Oper La Maschere von Pietro Mascagni am Teatro alla Scala di Milano in Mailand.
- 1929 - Popeye, eine Figur von Elzie Crisler Segar, erscheint zum ersten Mal als Comic in einer Tageszeitung

Religion


- 1562 - Die französische Regentin Katharina von Medici sichert den Hugenotten in Frankreich mit dem Edikt von Saint-Germain Glaubensfreiheit zu.
- 1566 - Pius V. wird an seinem 62. Geburtstag als Papst und Nachfolger Pius VI. (Papst) inthronisiert

Katastrophen


- 1966 - Südspanien entgeht einer atomaren Katastrophe, als über Palomares ein B-52-Bomber der US-Luftwaffe mit einem Tankflugzeug kollidiert. Vier Plutoniumbomben fallen vom Himmel und werden in aufwändiger Suche geborgen, das Absturzgebiet ist durch freigesetzte Strahlung verseucht.
- 1994 - USA. Ein Erdbeben der Stärke 6,7 in Kalifornien, USA fordert 60 Tote.
- 1995 - Japan. Ein Erdbeben der Stärke 7,2 in Kobe, Japan fordert 6433 Tote. Über 300.000 Menschen in der 1,4 Millionen Einwohner zählenden Stadt werden obdachlos; auch ein halbes Jahr nach der Katastrophe leben noch 17.000 Personen auf der Straße.
- 2002 - Demokratische Republik Kongo. Ausbruck des Vulkans Nyiragongo. Ein Lavastrom zerstört mehrere Dörfer und fließt schließlich durch Goma in den Kivusee. Schätzungsweise 500 000 Menschen werden obdachlos.

Sport


- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1998 - Vitali Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Marcus Rhode in Berlin durch technischen KO

Geboren

Berlin
- 1432 - Antonio del Pollaiuolo, italienischer Maler und Bildhauer
- 1463 - Friedrich III., der Weise, Kurfürst von Sachsen
- 1501 - Leonhart Fuchs, deutscher pflanzenkundiger Mediziner
- 1504 - Pius V., Papst 1566-1572
- 1512 - Sibylle von Jülich-Kleve-Berg, älteste Tochter von Herzog Johann III.
- 1560 - Caspar Bauhin, Schweizer Anatom, Botaniker und Professor
- 1584 - Diederich von dem Werder,
- 1600 - Pedro Calderón de la Barca, spanischer Dramatiker
- 1605 - Friedrich von Logau, Dichter des Barock
- 1612 - Thomas Fairfax, 3. Lord Fairfax of Cameron, englischer General
- 1672 - Antoine Houdar de la Motte, französischer Dramatiker, Librettist und Poetiker
- 1679 - Karl Wilhelm (Baden), Markgraf von Baden, Gründer von Karlsruhe
- 1706 - Benjamin Franklin, US-amerikanischer Naturwissenschaftler, Schriftsteller und Politiker
- 1732 - Stanislaus II. August (Polen), letzter König von Polen
- 1734 - François-Joseph Gossec, französischer Komponist
- 1739 - Johann Christian von Schreber, deutscher Mediziner und Naturforscher
- 1745 - Nicolas Roze, französischer Musiklehrer und Komponist
- 1746 - Paul Brigham, US-amerikanischer Politiker, Jurist und Gouverneur von Vermont Paul Brigham
- 1749 - Vittorio Alfieri, italienischer Dichter und Dramatiker
- 1768 - Sebastian Fahrländer, Schweizer Arzt und Politiker
- 1784 - Philippe-Antoine d'Ornano, französischer General, Pair und Marschall von Frankreich
- 1786 - Nikolaus Nack, Kaufmann und Politiker
- 1795 - Anselme Payen, französischer Chemiker, Physiker und Mathematiker
- 1811 - Joshua Norton, Norton I, Kaiser der Vereinigten Staaten und Schutzherr von Mexiko
- 1812 - Ludwig Windthorst, deutscher Politiker
- 1814 - Ludwik Mieroslawski, polnischer Revolutionär
- 1820 - Anne Brontë, englische Schriftstellerin
- 1823 - Édouard Lalo, französischer Komponist
- 1829 - Catherine Booth, Frau William Booths, des Gründers der Heilsarmee
- 1832 - Marie Wieck, deutsche Pianistin
- 1833 - Adolph Bermpohl, deutscher Navigationslehrer, DGzRS-Gründer
- 1833 - Theodor Bradsky, tschechischer Komponist
- 1834 - August Weismann, deutscher Biologe und Evolutionstheoretiker
- 1834 - Franz Josef Bucher, Schweizer Hotelier, Eisenbahnpionier und Unternehmer
- 1843 - Anton Thraen, Astronom
- 1846 - Ottmar von Mohl, deutscher Diplomat und Regierungsberater in Japan
- 1847 - Nikolai Jegorowitsch Schukowski, russischer Mathematiker, Aerodynamiker und Hydrodynamiker
- 1850 - Clemens von Podewils-Dürnitz, bayerischer Politiker
- 1850 - Joaquim Arcoverde de Albuquerque Cavalcanti, Erzbischof von Rio de Janeiro und Kardinal
- 1855 - Anton Stecker, Afrikareisender
- 1857 - Wilhelm Kienzl, österreichischer Komponist
- 1860 - Anton Pawlowitsch Tschechow, russischer Schriftsteller und Dramatiker
- 1860 - Douglas Hyde, irischer Dichter
- 1863 - David Lloyd George, britischer Politiker und Premierminister
- 1863 - Konstantin Stanislawski, russischer Schauspieler
- 1867 - Carl Laemmle, deutsch-amerikanischer Filmproduzent
- 1871 - David Beatty, Admiral der Royal Navy
- 1878 - Emil Helfferich, deutscher Südostasienkaufmann
- 1880 - Mack Sennett, US-amerikanischer Filmemacher
- 1881 - Alfred Radcliffe-Brown, britischer Sozialanthropologe
- 1881 - Karl Scharnagl, Oberbürgermeister von München
- 1885 - Emmy Ball-Hennings, deutsche Schriftstellerin
- 1889 - Giuseppe Beltrami, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1889 - Ralph Howard Fowler, britischer Physiker
- 1891 - Walter Eucken, deutscher Ökonom
- 1893 - Ernst Egli, österreichischer Architekt und Stadtplaner
- 1894 - Edgar André, Widerstandskämpfer, KPD-Politiker und Antifaschist
- 1894 - Werner March, deutscher Architekt
- 1895 - Hugo Karpf, deutscher Politiker
- 1897 - Werner Hilpert, deutscher Politiker
- 1899 - Al Capone, US-amerikanischer Gangster
- 1906 - Guillermo Stábile, argentinischer Fußballer
- 1907 - Henk Badings, niederländischer Komponist und Professor
- 1908 - Heinz Marten, deutscher Oratorien-Tenöre und Liedersänger
- 1909 - Freddie Frinton, englischer Komiker
- 1911 - George Stigler, US-amerikanischer Ökonom
- 1914 - Kurt Franz, Aufseher des Vernichtungslagers Treblinka
- 1917 - Matéo Maximoff, erster Schriftsteller der französischen Roma
- 1920 - Bohumil Váňa, tschechischer Tischtennisspieler
- 1922 - Betty White, US-amerikanische Schauspielerin
- 1923 - Horst E. Brandt, deutscher Film- und Fernsehregisseur
- 1925 - Walter Arendt, deutscher Politiker
- 1926 - Wolf Jobst Siedler, deutscher Schriftsteller und Publizist
- 1927 - Eartha Kitt, US-amerikanische Sängerin
- 1928 - Jean Barraqué, französischer Komponist
- 1931 - Lolita, österreichische Sängerin
- 1931 - Douglas Wilder, US-amerikanischer Politiker
- 1931 - Harold Miller, US-amerikanischer Sänger
- 1931 - James Earl Jones, US-amerikanischer Schauspieler
- 1931 - Nikolai von Michalewsky, deutscher Schriftsteller
- 1940 - Frieder Birzele, deutscher Politiker und MdL
- 1940 - Kipchoge Keino, kenianischer Leichtathlet
- 1940 - Tabaré Vázquez, uruguayischer Politiker
- 1942 - Muhammad Ali, US-amerikanischer Box-Weltmeister
- 1942 - Ulf Grahn, schwedischer Komponist
- 1942 - Ulf Hoelscher, deutscher Violinist
- 1943 - Billy Harper, US-amerikanischer Jazzmusiker
- 1943 - Chris Montez, US-amerika