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Basilisk

Basilisk

] Echsenart (Basiliscus basiliscus) in Südamerika anderer Name auch Helmbasilisk. Mythologie: Der Basilisk (griech. basiliskos = "kleiner König") ist ein mythisches Reptil, das auch als "König der Schlangen" bezeichnet wurde. In mittelalterlichen Tierbüchern werden Basilisken oft als Mischwesen mit dem Oberkörper eines Hahns mit einer Krone und dem Unterleib einer Schlange dargestellt. Schlangen Er wurde von Plinius dem Älteren in seiner Naturalis Historia beschrieben, demzufolge er mit Giftzähnen und einem tödlichen Blick bewaffnet sein soll. Auch in den mittelalterlichen Werken "Physika" von Hildegard von Bingen und "Ornithologia" des Bologneser Naturforschers Ulisse Aldrovandi finden Basilisken Erwähnung. Der Basilisk schlüpft aus dem Ei eines alten Hahnes oder aus einem dotterlosen Hühnerei, das von einer Kröte, einer Schlange oder im Mist ausgebrütet wird. Sein stinkender Atem ist unerträglich und sein Blick soll versteinern können. Das Ungeheuer haust in Brunnenschächten und Kellern und kann nur vernichtet werden, indem ihm ein Metallspiegel vorgehalten wird, worin sich der versteinernde Blick gegen den Basilisken selbst kehrt. Das Motiv des versteinernden Blickes findet sich auch in den antiken Erzählungen über die Gorgo Medusa, der statt Haaren Schlangen auf dem Kopf wuchsen.

Symbol und Darstellung

Basilisken symbolisieren den Tod, den Teufel, die Sünde oder den Antichristen. Unter den Todsünden wird der Basilisk oft mit der Wollust, aber auch mit Neid und Hochmut gleichgesetzt. Häufig wird Christus dargestellt, wie er einen Basilisken zertritt. Als Basiliskengift wurde die sich gegen Ende des 15. Jahrhunderts ausbreitende Syphilis bezeichnet. Die Redewendung Basiliskenblick bezeichnet einen besonders scharfen oder stechenden Blick.

Sonstiges

In dem Roman "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" kommt ein Basilisk vor, der Menschen mit seinem Blick tötet oder in Stein verwandelt und durch den Schrei des Hahnes getötet wird. Zu den ältesten Wiener Sagen (aus dem 13. Jahrhundert) gehört jene über den Basilisken in der Schönlaterngasse, der einen Brunnen vergiftete und von der Bevölkerung schließlich durch Erde und Steine erstickt wurde (siehe: Witzmann 2003, Seite 119-125). Ein Basilisk ist außerdem eine real existierende Art der Leguane. Außerdem ist es der Markenname der Emulationssoftware Basilisk, die eine Macintosh-Betriebsysstemoberfläche auf einem IBM-kompatiblen PC zeigt.

Basel

Basilisk Der Basilisk ist seit 1440 Schildhalter des Wappens der Stadt Basel. Angeblich soll bei der Gründung der Stadt Basel in einer Höhle ein Drache (Basilisk) gewohnt haben. Nach einer anderen Version soll ein Kaufmann einen Basilisken nach Basel gebracht haben. Fest steht, dass 1474 in Basel (nach einem Tierprozess) ein Hahn zum Tode verurteilt wurde. Dem Hahn wurde vorgeworfen, er habe ein Ei gelegt, was wider die Natur war. Vor allem aber befürchteten die Basler, dass aus dem Ei ein Basilisk schlüpfen könnte. Der Hahn wurde nach ordentlichem Prozess enthauptet und das inkriminierte Ei den Flammen übergeben. Der Stadtname hat nichts mit dem Basilisken zu tun, sondern kommt vom lateinischen "Basilea".

Literatur


- Gebhardt, Harald und Ludwig, Mario: Von Drachen, Yetis und Vampiren - Fabeltieren auf der Spur. BLV-Verlag, München, 2005, ISBN 3-405-16679-9
- Marianne Sammer: Basilisk - regulus. Eine bedeutungsgeschichtliche Skizze. In: Ulrich Müller, Werner Wunderlich (Hrsg.): Dämonen, Monster, Fabelwesen. Universitäts-Verlag Konstanz, St. Gallen 1999 (Mittelalter Mythen, Bd. 2) ISBN 390870104X, S. 135-160 (Mit reichhaltigen Literaturangaben)
- Reingard Witzmann: wunder.orte | zauberzeichen. Sagenwege durch Wien. Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten 2003 ISBN 3853262716

Weblinks

[http://www.tierseiten.com/schuppenkriechtiere/basiliscus_basiliscus.html Basilisk] Siehe auch: Fabelwesen, Chimäre, Liste von Fabelwesen Kategorie:Basel Kategorie:Fabeltier Kategorie:Reptilien ja:バジリスク th:บาซิลิสก์

Reptilien

Die Kriechtiere (Reptilia) oder Reptilien (von lateinisch "reptilis": kriechend) bilden eine der Wirbeltiere. Als phylogenetisches Taxon oder als geschlossene Abstammungsgruppe müssten sie auch die Vögel beinhalten. In der hier wiedergegebenen klassischen Zusammenstellung sind die Reptilien entsprechend keine natürliche Gruppe, sondern ein paraphyletisches Taxon, weil sie nicht alle Nachkommen ihres letzten gemeinsamen Vorfahrens enthalten. Es sind wechselwarme Tiere, die einen Schwanz, eine Haut mit Hornschuppen und meist vier Beine besitzen, die allerdings bei den Schlangen zurückgebildet wurden. Kriechtiere atmen durch Lungen. Sie legen Eier oder gebären lebende Junge (eierlebendgebärend, ovovivipar) und entwickeln sich direkt, das heißt ohne Larven-Zwischenform.

Abstammungsgeschichte

Entwicklungsgeschichtlich stammen die Reptilien einschließlich der Vögel von amphibischen Landwirbeltieren ab. Wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist, dass Lurche kein Amnion, das den sich entwickelnden Embryo umgibt, besitzen. Die übrigen Landwirbeltiere werden danach auch als Amnioten bezeichnet. Sie sind im Gegensatz zu den Lurchen zur Fortpflanzung nicht auf Wasserstellen angewiesen, und auch generell besser an trockene Lebensräume angepasst. Die Amniota spalteten sich in zwei Zweige auf, die nach der Anzahl der Schädelöffnungen (außer Auge, Nase, Ohr) als Synapsida (eine Öffnung) und Diapsida (zwei Öffnungen) bezeichnet werden; die Ur-Amniota hatten keine Öffnungen (Anapsida). Die Diapsida wurden zu den Reptilien und Vögeln, mit so bekannten ausgestorbenen Gruppen wie den Dinosauriern (Dinosauria) oder Flugsauriern (Pterosauria). Kontrovers ist die Situation der Schildkröten: Ihr Schädel weist keine Öffnungen auf, was sie als ursprüngliche Anapsida ausweist; einige Paläontologen nehmen allerdings an, dies sei eine spätere Rückentwicklung aus Diapsiden. Auch aufgrund der Lage der Halsarterien und der Ausbildung der Aorta werden sie heute in die Verwandtschaft der Reptilien als Schwestergruppe der Archosauria eingeordnet. Die Fossiliensituation erlaubt derzeit aber keine endgültige Klärung. Die ersten Reptilien treten im frühen Perm (vor etwa 300 Mill. Jahren) auf. Eine erste Aufspaltung fand sehr früh in uneigentliche Reptilien (Parareptilia) und eigentliche Reptilien (Eureptilia) statt. Vertreter der Parareptilia sind die im Trias ausgestorbenen Procolophonida, die oft als nahe Verwandte der Schildkröten angesehen werden, und die schon im Perm ausgestorbenen Pareiasauria. Die Eureptilia spalteten sich in eine Vielzahl von Zweigen auf. Der Zweig der Archosauria umfasst die Krokodile, die Flugsaurier und die Dinosaurier (und damit nach heutigem Verständnis auch die Vögel). Der parallele Zweig der Leptosauria enthält die nahe verwandten Echsen, Schlangen und Doppelschleichen, sowie die etwas entfernteren Brückenechsen. Daneben kennt man noch den ausgestorbenen Zweig der Sauropterygia, große Meeresreptilien.

Systematik

Version 1 (Klassische Version): Schildkröten als Anapsida Dinosaurier In dieser Version stellen die Reptilien eine vollkommen künstliche Gruppe dar (Polyphylum), da sie sowohl die Synapsida (mit den Säugetieren) als auch die Vögel ausschließen:
- "Kriechtiere" ("Reptilia")
  - Anapsida
    - Schildkröten (Testudinata oder Chelonia)
  - Romeriida
    - Diapsida
      - Echsen (Sauria)
      -
- Lepidosauromorpha
      -
  - Schuppenkriechtiere (Squamata)
      -
  - Sphenodontida
      -
    - Schnabelköpfe (Rhynchocephalia) mit der Familie der Brückenechsen (Sphenodontidae)
      -
- Archosauromorpha
      -
  - † Fischsaurier (Ichthyosauria)
      -
  - † Plesiosaurier (Plesiosauria)
      -
  - Archosauria
      -
    - Krokodile (Crocodylomorpha)
      -
      - Alligatoren (Alligatoridae)
      -
      - Echte Krokodile (Crocodylidae)
      -
      - Gaviale (Gavialidae)
      -
    - † Flugsaurier (Pterosauria)
      -
    - † Dinosaurier (Dinosauria) Version 2: Schildkröten als Schwestergruppe der Archosauria, "Reptilien" und Vögel als Sauropsida In diesem Fall bilden die Kriechtiere noch immer keine vollständige natürliche Gruppe, da sie die Vögel ausschließen. Die Alternative Sauropsida, welche die Vögel als Teil der Dinosauria mit umfassen, sind jedoch ein echtes Taxon:
- Sauropsida
  - Lepidosauromorpha
    - Schuppenkriechtiere (Squamata)
    - Schnabelköpfe (Sphenodontida oder Rhynchocephalia) mit den Brückenechsen (Sphenodontidae)
  - Archosauromorpha
    - † Fischsaurier (Ichthyosauria)
    - † Plesiosaurier (Plesiosauria)
    - Schildkröten (Chelonia)
    - Archosauria
      - Krokodile (Crocodylomorpha)
      -
- Alligatoren (Alligatoridae)
      -
- Echte Krokodile (Crocodylidae)
      -
- Gaviale (Gavialidae)
      - † Flugsaurier (Pterosauria)
      - † Dinosaurier (Dinosauria)
      -
- † Vogelbeckensaurier (Ornithischia)
      -
- Echsenbeckensaurier (Saurischia) mit den Vögeln (Aves) Siehe auch: Systematik der Reptilien

Weblinks


- [http://www.naturfilme.com/Reptilien.html Reptilien-Videos] – Videoaufzeichnungen online anschauen
- [http://www.htvoe.at Herpetologische Terraristische Vereinigung Österreich]
- [http://www.dght.de Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde] ! ja:爬虫類 ko:파충류 ms:Reptilia simple:Reptile th:สัตว์เลื้อยคลาน

Naturalis historia

Die Naturalis historia ist ein Vorläufer der Spezialenzyklopädie in lateinischer Sprache von dem römischen Historiker und Schriftsteller Gaius Plinius Secundus (Plinius der Ältere, ca. 23 n. Chr.-79 n. Chr.). 79 n. Chr. Die Naturalis historia (gelegentlich auch Historia naturalis; dt.: "Naturforschung" oder "Naturgeschichte") ist entstanden um 79 n. Chr. und bildet eine umfassende Enzyklopädie der Naturwissenschaften und -forschung; dabei handelt es sich auch um die älteste vollständig überlieferte systematische Enzyklopädie. Die Naturalis historia umfasst 37 Bücher mit insgesamt 2.493 Kapiteln. Nach dem Quellenverzeichnis wurden insgesamt annähernd 500 Autoren verarbeitet, darunter rund 100 Primärquellen sowie fast 400 Sekundärquellen.

Disposition

Plinius beschreibt sein Vorhaben folgendermaßen: : "Ich beabsichtige nun, alles das zu berühren, was nach dem Ausdruck der Griechen in eine "Enzyklopädie" gehört, was entweder noch unbekannt oder noch nicht sicher erforscht ist [...] Zwanzigtausend merkwürdige Gegenstände, gesammelt durch das Lesen von etwa zweitausend Büchern, unter welchen erst wenige ihres schwierigen Inhalts wegen von den Gelehrten benutzt sind, von Hundert der besten Schriftsteller, habe ich in 16 Bänden zusammengefasst, dazu aber noch vieles gefügt, wovon entweder unsere Vorfahren nichts wußten oder was das Leben erst später ermittelt hat." (Gaius Plinius Secundus, Historia Naturalis)

Gliederung

Die Naturalis historia ist folgendermaßen gegliedert:
- Buch 1: Widmung, Inhalts- und Quellenverzeichnis
- Buch 2: Kosmologie
- Bücher 3-6: Geographie und Ethnologie
- Buch 7: Anthropologie und Physiologie
- Bücher 8-11: Zoologie
- Bücher 12-19: Botanik
- Bücher 20-32: Pflanzliche und tierische Heilmittel (Pharmakologie)
- Bücher 33-37: Mineralogie und Verwendung der Metalle und Steine (Metallurgie, Lithurgie), besonders in der Kunst

Ausgaben und Übersetzungen

Noch 1469 wurde der lateinische Erstdruck "Historiae naturalis libri XXXVII" in Venedig aufgelegt. Die erste deutschsprachige (Teil-) Übersetzung der Bücher 7 bis 11 wurde von Heinrich von Eppendorff angefertigt und 1543 in Straßburg unter dem Titel Natürlicher History Fünff Bücher angefertigt; sie fand jedoch nur wenig Beachtung. Ganz anders die Übersetzung des Theologen Johann Heyden, die 1565 in Frankfurt am Main erschien und über 200 Holzschnitte von Jost Amman (1539-1591) enthielt (Caij Plinij Secundi, Des fürtrtefflichen Hochgelehrten Alten Philosophi Bücher und schrifften von der Natur, art und eigenschafft der Creaturen oder Geschöpffe Gottes). Insgesamt erschienen danach zwischen 1465 und 1800 noch rund 200 Ausgaben der Naturalis historia.

Literatur


- Gaius Plinius Secundus: Historia Naturalis (Greno 10/20 # 17). Nördlingen 1987

Siehe auch


- Geschichte und Entwicklung der Enzyklopädie

Weblinks


- LacusCurtius: Naturalis historia libri XXXVII -- http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Pliny_the_Elder/home.html
- Deutsche Bibliothek: Buch des Monats März 1999: Bücher und Schriften von der Natur, Art und Eigenschaft der Kreaturen oder Geschöpfe Gottes -- http://www.deutsches-museum.de/bib/entdeckt/alt_buch/buch0399.htm und http://www.deutsches-museum.de/bib/entdeckt/alt_buch/text0399.htm Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Antike (Literatur) Kategorie:Literatur (Latein) Kategorie:Lexikon, Enzyklopädie

Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen (
- 16. September 1098 in Bermersheim; † 17. September 1179 im Kloster Rupertsberg bei Bingen) war eine Mystikerin, deren Leistungen heute von unterschiedlichen Disziplinen wie Medizin, Biologie und Musik anerkannt werden. Sie wird als Heilige verehrt, obwohl sie nie offiziell kanonisiert wurde. Politisch hat sie es in der Zeit des Mittelalters als Frau geschafft, sich gegen herrschende Meinungen durchzusetzen. Die Andersartigkeit der von ihr entwickelten Denkansätze bergen noch heute Entdeckungspotential und Interpretationsmöglichkeiten. Ihre Reliquien werden in Eibingen aufbewahrt.

Vita

Hildegard von Bingen wurde als Tochter des Edelfreien Hildebertus von Bermersheim geboren. Ab 1106 lebte Hildegard bei Jutta von Sponheim, der Lehrmeisterin der von beiden begründeten Klause an dem von Benediktinermönchen bewohnten Disibodenberg. Nach dem Tode Juttas von Sponheim wurde sie 1136 zur Lehrmeisterin dieser Klause gewählt und gründete um 1150 das Kloster Rupertsberg bei (heute in) Bingen am Rhein gegen den Widerstand ihres Abtes Hugo. Der Mainzer Erzbischof Heinrich bestätigte die Überschreibung der durch ihren Ruf sehr umfangreich gewordenen Klostergüter. Das Kloster wurde durch Schenkungen äußerst wohlhabend. Hildegard gründete 1165 in Eibingen ein noch bestehendes Filialkloster, das heute die Rechte der Klöster Rupertsberg und Eibingen besitzt (seit der Zerstörung von Rupertsberg 1660). Die wenigen Kunstgegenstände, vor allem das gold-purpurne Antependium, zeugen vom Reichtum Rupertsbergs. Von Bernhard von Clairvaux auf ihrem Weg bekräftigt, begann sie 1141 in Zusammenarbeit mit Propst Volmar von Disibodenberg und der Nonne Richardis von Stade, ihre Visionen und theologischen wie anthropologischen Vorstellungen in lateinischer Sprache niederzuschreiben. Ihr Hauptwerk Liber Scivias Domini (Wisse die Wege des Herrn) entstand in einem Zeitraum von sechs Jahren. Dieses Buch enthält 35 Miniaturen. Diese Miniaturen theologischen Inhalts sind äußerst kunstvoll, mit leuchtenden Farben gemalt und dienen hauptsächlich zur besseren Begrifflichkeit des komplizierten und tiefsinnigen Textes.

Interdisziplinäres Wirken

Die Bedeutung von Hildgard von Bingen lässt sich schlecht in eine einzelne Kategorie zwängen. Während sie zu ihrer Zeit vor allem durch eigene Denkansätze aus dem Rahmen fiel, lässt sie sich auch heute oft schwer einordnen, da sich unser Weltbild nach der Aufklärung stark verändert hat. Hildegard von Bingen wird allgemein gesprochen jedoch als eine Person eingeschätzt, die durch eigene Denkansätze neue Impulse setzte und damit einen erweiterten Blickwinkel ermöglichte.

Bedeutung in der Musik

Die unter dem Namen "Symphonia (h)armonie celestium revelationum" (Symphonie der Harmonie der himmlischen Offenbarungen) überlieferte Sammlung geistlicher Lieder der Hildegard von Bingen umfaßt 69 Stücke mit überlieferten Melodien, 4 Liedtexte ohne Melodien sowie das in Text und musikalischer Notation erhaltene theologische Singspiel "ordo virtutum", das in zwei Fassungen vorliegt (Urfassung in der Visionsschrift "Scivias"; und im sog. "Rupertsberger Riesencodex" (Wiesbaden)) und am reinsten die visionäre Gedanken- und Bilderwelt Hildegards zum Ausdruck bringt. Die kompositorische Leistung der Hildegard von Bingen wird in der Fachwelt jedoch kontrovers diskutiert. Die in vielen Teilen stark vom zeitüblichen Gregorianischen Gesang abweichenden Notationen und reichhaltigen Melismen mit ihren weiten Amplituden sowie immer wiederkehrende Neumenabfolgen sprechen entweder für eine individuelle Innovation seitens Hildegards oder aber für ein mangelndes Können, das in einer Art "Baukastensystem" die einzelnen Neumen mit dem Text verbindet. Die Frage, ob die Melodien den Texten angepaßt wurden, oder ob sich der Liedtext den Neumen unterordnet, wurde bislang nicht eindeutig von der Forschung beantwortet. weiterführende Literatur:
- Newmann, Barbara (Bearb.): Hildegard of Bingen: Symphonia - a critical edition of the Symphonia; Ithaka/London 1988 ISBN 080-142-009-1
- Konermann, Bernward (Hrsg.): Hildegard von Bingen: Ordo Virtutum - Spiel der Kräfte; Augsburg 1991 ISBN 362-900-604-3

Bedeutung in Biologie und Medizin

Interessant für Biologie und Medizin sind ihre Abhandlungen über Pflanzen und Krankheiten. Nach 1150 verfasste Hildegard mit Causae et Curae (Ursachen und Heilungen) ein Buch über die Entstehung und Behandlung von verschiedenen Krankheiten. Das zweite der naturkundlichen Werke heißt Liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum, was auf Deutsch so viel bedeutet wie: "Buch über das innere Wesen (Beschaffenheit und Heilkraft) der verschiedenen Kreaturen und Pflanzen", weshalb Hildegard heute teilweise als erste deutsche Ärztin bezeichnet wird. Zu ihrer Zeit waren Ärzte noch Klostermediziner und Wunderheiler, die kein Studium an einer Universität absolviert hatten. Die Leistung Hildegard von Bingens liegt unter anderem darin, dass sie das damalige Wissen über Krankheiten und Pflanzen aus der griechisch-lateinischen Tradition mit dem der Volksmedizin zusammenbrachte und erstmals die volkstümlichen Pflanzennamen nutzte. Sie entwickelte eine eigene Ansicht von Körperlichkeit – einschließlich der Sexualität.

Religiöse und politische Bedeutung in ihrer Zeit

Ihr selbstbewusstes, charismatisches Auftreten führte zu ihrer großen Bekanntheit. Sie predigte als erste Nonne öffentlich dem Volk die Umkehr zu Gott (u.a. auf Predigtreisen nach Mainz, Würzburg, Bamberg, Trier, Metz, Bonn und Köln). Kaiser Barbarossa berief sie zu seiner Pfalz Ingelheim, um Rat zu suchen. Auch im hohen Alter unternahm sie noch Reisen zu verschiedenen Klöstern. Sie wurde für viele Menschen zur Wegweiserin wegen ihres Glaubens und ihrer Lebensart, und schon zu ihren Lebzeiten nannten viele sie eine Heilige (s.u.). Ihre moralische Lehre faszinierte zu ihrer Zeit nicht nur die Nonnen, sondern auch Mönche, Adlige und Laien. Mit bewundernswertem Selbstbewusstsein setzte sie ihre Interessen gegen andere durch, nicht immer zur persönlichen Bereicherung, sondern aus Überzeugung (z.B. bei der Bestattung eines Exkommunizierten oder dem Abstreiten der Besitzrechte des Disibodenberges). Ihre umfangreiche Korrespondenz mit hohen geistlichen und weltlichen Würdenträgern (darunter auch Bernhard von Clairvaux) ist in ca. 300 Schriftstücken erhalten geblieben. Dabei zeigte sich ihr außergewöhnlich starker Charakter und Gottesglaube. Für diese Zeit erscheinen ihre offenen Worte und Ermahnungen, die sie gegenüber König und Papst führte, als besonders bemerkenswert. Die Besetzung höchster Kirchenämter durch Verwandte (u.a. ihr Bruder Hugo als Domkantor von Mainz) verschafften ihr den nötigen Einfluss, um angehört zu werden.

Verehrung und Brauchtum

Heiligsprechung

Bereits zu Lebzeiten wurde Hildegard wie eine Heilige verehrt. 1228 wurde ein erster Antrag auf Heiligsprechung gestellt. Das Verfahren dauerte jedoch so lange, dass selbst der letzte Versuch einer Kanonisation unter Papst Innozenz IV. im Jahre 1244 zu keinem Ergebnis führte. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde Hildegard dann in das Martyrologium, das Verzeichnis der Heiligen der Kirche, aufgenommen, ohne dass eine Kanonisierung erfolgte. Die regelmäßig zu größeren Festlichkeiten oder Jubiläen von Heiligen übersendeten päpstlichen Bullen zeugen von der großen Bedeutung der Heiligkeit Hildegards, die vom aktuellen Papst Benedikt Bestätigung findet.

Laufende Verfahren beim römischen Stuhl

Von verschiedenen Gruppierungen wurde im 20. Jahrhundert ein Verfahren zur Anerkennung Hildegards als "Kirchenlehrerin" eingebracht. Dieses Verfahren ist nach wie vor im Vatikan in der Prüfungsphase.

Eibinger Reliquienschatz

Hildegard hat als eine der bedeutendsten Frauen des Mittelalters eine große Anzahl von Reliquien geschenkt bekommen und zusammengetragen. Diese als der "Eibinger Reliquienschatz" bezeichneten Reliquien befinden sich, wie der Hildegardisschrein selbst, in der Pfarrkirche "Sankt Hildegard und St. Johannes d.T." in Eibingen. Der Reliquienschatz wird in dem südlichen Teil des Hauptschiffes in einem gläsernen Altar aufbewahrt. Der Hildegardisschrein befindet sich im Altarraum der Kirche in einem Hochgrab. Weiterhin gehören zum Eibinger Reliquienschatz:
- Das Haupt der Heiligen Gudula, der Nationalheiligen von Belgien und Patronin der europäischen Parlamentshauptstadt Brüssel.
- Das Haupt der Heiligen Berta, der Mutter des heiligen Rupert von Bingen
- Das Haupt des Heiligen Valerian
- Der Arm des Heiligen Rupert von Bingen

Hildegardisfest in Eibingen

Das religiös katholisch geprägte Hildegardisfest wird jährlich am 17. September in Eibingen gefeiert. Es gliedert sich traditionell in das am Morgen gehaltene Pontifikalamt und die mittags stattfindende Reliquienfeier mit anschließender Reliquienprozession durch die Straßen von Eibingen. Der Reliquienschrein wird an diesem Tag geöffnet. Das Fest schließt mit der Hildegardisvesper in der ebenfalls in Eibingen gelegenen Abtei "St. Hildegard".

Gesellschaften/Forschung

Die Hildegard-Forschung hat mittlerweile weltweite Bedeutung gewonnen. In Deutschland und Europa befassen sich unzählige Diplomarbeiten, Forschungsgruppen und Hildegard-Gesellschaften mit den Schriften und dem Wirken der Heiligen. In den letzten Jahren hat verstärkt Interesse an den Hildegard-Werken aus den Vereinigten Staaten und Asien eingesetzt. Hildegard-Kongresse in den USA oder Asien zeugen vom weltumspannenden Interesse am Thema der Nonnenklöster im allgemeinen und Hildegard im besonderen.

Werke


- Liber Scivias (1141-51)
- Liber vitae meritorum (1158-63)
- Liber divinorum operum (1163-73/74)
- Physica
- Causae et curae Siehe auch: Hildegard-Medizin

Weblinks


- [http://www.eibingen.de/pfarrei/ Pfarrei St. Hildegard in Eibingen mit Informationen über Hildegard von Bingen und die Pfarrkirche sowie dem dort befindlichen Hildegardisschrein]
- [http://www.abtei-st-hildegard.de Abtei St. Hildegard in Eibingen mit Informationen über Hildegard von Bingen und das Klosterleben]
- [http://gutenberg.spiegel.de/autoren/hildegar.htm Hildegard von Bingen im Projekt Gutenberg]
- [http://www.uni-mainz.de/~horst/hildegard/gwelcome.html Biografie, Werk, Verweise]
- [http://www.medieval.org/emfaq/composers/hildegard.html Diskographie (engl.)]
- [http://www.bistum-trier.de/bingen/index.html Bistum Trier über Hildegard von Bingen]
-
- [http://www.magi-e.historicum.net/reihe/magi-e_band_06.html Biographie, Frauenbild, Briefwechsel mit Bernhard von Clairvaux im Volltext]
- [http://www.disibodenberg.de/ Geschichte des Disibodenbergs]
- [http://digi.ub.uni-heidelberg.de/sammlung2/cpg/salX16.xml?docname=salX16&pageid=PAGE0001 Digitalisat der Salemer Handschrift von Scivias]
- [http://www.gesundheitstrends.de/gesundheitstrends/heilmethoden/hildegard-medizin.php gesundheitstrends.de zur 'Hildegard Medizin']
- [http://www.garten-literatur.de/Blattwerk/neue/hildegard_von_bingen.htm Literatur von und über Hildergard von Bingen] Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen ja:ヒルデガルト・フォン・ビンゲン

Ulisse Aldrovandi

Ulisse Aldrovandi (
- 11. September 1522 in Bologna; † 4. Mai 1605 ebd.; auch bekannt als Ulysses Aldrovandus) war ein italienischer Arzt und Naturforscher. Naturforscher

Leben

Ulisse Aldrovandi erlernte zuerst das Kaufmannshandwerk und studierte danach in Bologna Medizin. Ab 1560 war er Professor an der dortigen Universität. 1568 gründete er in dieser Stadt den Botanischen Garten. Ihm zu Ehren erhielt die Wasserfalle ihren botanischen Gattungsnamen Aldrovanda. Neben Conrad Gesner gilt Ulisse Aldrovandi als einer der Begründer der modernen Zoologie. Vor allem seine sehr detaillierten systematischen Untersuchungen machten ihn bekannt. Das Hauptwerk von Ulisse Aldrovandi ist die aus elf Bänden bestehende "Historia animalium", von der besonders die drei Bände über die Vögel ("Ornithologia") berühmt wurden als Ergänzung zu Gesners ebenfalls als "Historia animalium" bezeichneten Werk. In der "Historia Monstrorum" beschreibt Aldrovandi detailliert eine Reihe von Fabelwesen, die zu seiner Zeit als existent betrachtet wurden, darunter etwa die aus der griechischen Mythologie stammenden Kentauren, den Satyr und die Chimäre. Ein drittes bekanntes Werk ist "De Monstris"), in dem er verschiedene Missbildungen des Menschen behandelt.

Weblinks


- Aldrovandi, Ulisse Aldrovandi, Ulisse Aldrovandi, Ulisse Aldrovandi, Ulisse Aldrovandi, Ulisse

Medusa (Mythologie)

Medusa ist der Name zweier Gestalten der griechischen Mythologie. Die erste ist eine der drei, vier oder sieben Hesperiden, die die Goldenen Äpfel hüteten. Die zweite, weitaus bekanntere, von der in der Folge hier die Rede ist, war eine Gorgone, die Tochter der Meeresgottheiten Phorkys und Keto, sowie die Schwester von Stheno und Euryale. Sie war die einzig sterbliche der drei Gorgonen. Ursprünglich war Medusa schön. Als Pallas Athene sie jedoch bei einer Buhlschaft mit Poseidon in einem ihrer Tempel überraschte, wurde sie von der erzürnten Athene in jene Gestalt verwandelt, als die sie gefürchtet war: Ein geflügeltes Ungeheuer mit Schlangenhaaren, langen Eckzähnen, einem Schuppenpanzer, Flügeln glühenden Augen und heraushängender Zunge; so sahen auch - aus welchem Grunde auch immer - Medusas Schwestern aus. Das Gesicht der Medusa war so hässlich, dass jeder sofort zu Stein erstarrte, der sie sah.

Perseusmythos

Die Gorgonen sollen so abscheulich gewesen sein, dass man bei deren Anblick sofort zu Stein erstarrte. Mit ihnen wurde der Heros Perseus konfrontiert, der Sohn des Göttervaters Zeus und der Prinzessin Danae, indem ein Freier der Danae namens Polydektes Perseus aufforderte, ihm das Haupt der Medusa zu bringen, in der Hoffnung, Perseus würde dies wie seine Vorgänger nicht überleben. Auf diese Weise wollte er sich den Weg zu Danae bahnen. Doch Perseus hatte Pallas Athene auf seiner Seite, die ihm einen Schild lieh, von Hermes bekam er geflügelte Schuhe, Nymphen händigten ihm eine Tarnkappe aus. Athene sah dies als Möglichkeit, die Frevlerin Medusa gänzlich auszumerzen und wies Perseus ein, wie er die Medusa enthaupten könnte, ohne ihr ins Angesicht zu blicken und deshalb zu Stein erstarren zu müssen. Perseus pirschte sich an, als die Gorgonen im Schlafe versunken waren, spiegelte Medusas Gesicht im Schild der Athene, enthauptete die Gorgo und suchte das Weite, hinter ihm das Geschrei und aufgebrachte Gezeter ihrer entsetzten Schwestern. Als Perseus die Medusa enthauptet hatte, entsprang ihrem Körper das erste geflügelte Pferd namens Pegasos, da Medusa von Poseidon geschwängert worden war, während er die Gestalt eines Pferdes angenommen hatte. Auch der Krieger Chrysaor , der manchmal wie Pegasos als Pferd dargestellt wird, entsprang dem Rumpf der Medusa. Das Medusenhaupt im Beutel, flog Perseus mit Pegasos übers Meer nach Äthiopien, wo er die Königstochter Andromeda vor einem Meeresungeheuer des Poseidon errettete. Als der Titan Atlas, der das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern trug, nicht im Sinne des Perseus handelte, präsentierte ihm dieser das Medusenhaupt, woraufhin Atlas zu einem Gebirge erstarrte - das Atlasgebirge in Marokko. Auch in anderen Fällen erwies sich das abgeschlagene Haupt der Medusa als günstige Waffe; so brauchte Perseus, als übel gesonnene Krieger bei einem Gelage auf ihn zustürzten, ihnen nur das Haupt der Gorgo zu zeigen und sie erstarrten zu Stein wie Atlas. Pallas Athene hat im Anschluss das Haupt der Medusa als besonderen Schutz auf ihren Schild geheftet, später wurde es als das Gorgoneion bekannt. Das Blut der Medusa schenkte Pallas Athene dem Asklepios und dem Erichthonios.

Darstellungen

Erichthonios
Römische Kopie in der Glyptothek München]]Auf alten Darstellungen wirken die Gorgonen weniger abscheulich, auch wenn sie verworrene Haare und heraushängende Zungen haben, eher wirken sie hier wie verschrumpelte Frauen. In der Kunstgeschichte ist das Standbild des Renaissance-Künstler Benvenuto Cellini berühmt, das Perseus beim Bezwingen von Medusa zeigt.

Literatur

Gebhardt, Harald und Ludwig, Mario: Von Drachen, Yetis und Vampiren - Fabeltieren auf der Spur. BLV-Verlag, München, 2005, ISBN 3-405-16679-9 Ovid: Metamorphosen. Deutscher Taschenbuchverlag, 3. Auflage, 2001

Weblinks

Kategorie:Griechische Mythologie ja:メデューサ

Wollust

Wollust ist ein Synonym für extrem starkes sexuelles Verlangen bzw. sexuelle Begierde. Wollust beschreibt eine barock anmutende Empfindung, die als drängend, lustvoll, schwülstig gilt, früher auch als ruchlos und frevelhaft. Wollust ist nicht nur körperliches Verlangen, sondern setzt auch erotische Fantasien frei. Hinter der Wollust stehen mit den damit verbundenen Fantasien starke Triebkräfte und Verlockungen. Im katholischen Christentum gilt Wollust als eine Hauptsünde wie auch die Gier. Die Wollust war einer der Hauptvorwürfe an vermeintliche Hexen in der Frühen Neuzeit. Ihnen warf man vor, dass sie aufgrund ihrer übergroßen Wollust nicht nur Geschlechtsverkehr mit dem Teufel (die so genannte Teufelsbuhlschaft) trieben, sondern auch eifrig gemeinsam Orgien auf ihren Hexensabbaten feierten. Kategorie:Laster Kategorie:Sexualität ja:性欲

Neid

Unter Neid versteht man ein Gefühl des Unbehagens über das Glück oder den Erfolg eines Mitmenschen. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch der Begriff Missgunst gebraucht. Ein neidischer Mensch wird als Neider bezeichnet. Neid geht auf eine starke Beschädigung des Selbstwertgefühles des Neiders zurück. Das Ziel des Neides ist dem entsprechend, den beneideten Vorzug zunichte zu machen (nicht etwa, ihn an sich zu bringen - das wäre Habsucht); als Charakterzug also für andere so gefährlich wie gegebenenfalls unerkennbar.

Bewertung des Neides

Die Bibel verurteilt Neid an mehreren Stellen, z.B. Römer 1,29; 1.Timotheus 6,4; Titus 3,3; 1.Petrus 2,1; Jakobus 3,14+16, Galater 5,21. Der Neid gehört seit dem späten 6. Jahrhundert zu den sieben Todsünden der Römisch-Katholischen Kirche.

Sozialneid

Unter Sozialneid versteht man den Neid in einem sozialen Milieu auf eine vermeintlich besser gestellte Gruppierung (Bezugsgruppe). Dies kann sich sowohl auf Privilegien als auch auf Besitz beziehen. "Neid" wird in diesem Zusammenhang auch als polemischer Kampfbegriff gegen emanzipatorische Bewegungen (historisch z.B. gegen die Arbeiterbewegung) benutzt. Dem nach entspringe der Wunsch nach Gleichheit im Grunde dem Neid, der aus der eigenen Unfähigkeit zu demjenigen Erfolg her rühre, der auf Leistung zurück gehe.

Volkskundliches

Sogenannte Neidköpfe, meist angebracht an Giebeln, sollten dem Volksglauben nach das Unheil und Böse abwehren. Die bösen Mächte und Geister sollten den Menschen in den damit bedachten Gebäuden nichts neiden und sie damit nicht gegen die Bewohner aufbringen. Um dem Neid von Nachbarn zu entgehen, haben in den 1950er Jahren, als ein Fernseher noch etwas Besonderes war, Menschen ihre Fernsehantenne auf dem Dachboden angebracht. Diese war so zwar für Andere unsichtbar, bedeutete aber gleichzeitig, eine erheblich schlechtere Empfangsqualität in Kauf zu nehmen.

Siehe auch


- Gunst
- Neidgenossenschaft

Zitate


- Sokrates: Freunde beseitigen den Neid, indem sie ihre Güter dem Freunde anbieten oder indem sie die seinen als die ihren ansehen.
- Molière: Die Neider sterben, nimmer stirbt der Neid.
- Oscar Wilde: Die Anzahl unserer Neider bestätigt unsere Fähigkeiten.
- Schopenhauer: In Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid.

Literatur


- Helmut Schoeck: Der Neid. Eine Theorie der Gesellschaft, 1966, mehrere Auflagen.

Weblinks


- Friedhelm Decher: [http://www.marburger-forum.de/mafo/heft2005-3/Decher_Neid.htm Neid. Über die Macht des „gelben Monsters"], philosophiegeschichtlicher Essay im Marburger-Forum, Heft 3/2005

Wortumfeld

Im Altnordischen war ein „Neiding" etwa ein ehrloser Feigling. Kategorie:Emotion Kategorie:Psychoanalyse ja:嫉妬

15. Jahrhundert

Das 15. Jahrhundert begann am 1. Januar 1401 und endete am 31. Dezember 1500. Es ist die Endphase des Spätmittelalters, die Epoche des Humanismus, der Beginn der Renaissance und der Übergang zur Neuzeit.

Ereignisse und Entwicklungen


- In der Zeit von 1403 bis 1516 erobern die Schweizer Eidgenossen das Tessin.
- Das Abendländische Schisma endet 1417.
- Jeanne d'Arc führt die französischen Truppen 1429 zu einem Sieg gegen die Engländer im Hundertjährigen Krieg.
- Konstantinopel fällt 1453 an das Osmanische Reich.
- Die Hussitenkriege finden 1419 bis 1436 in Mitteleuropa statt.
- Niccolo Machiavelli schreibt Il Principe.
- 1474-1477 finden die Burgunderkriege statt, die mit dem Untergang des Hauses Burgund enden.
- Nach fast 800-jähriger muslimischer Herrschaft fällt am 2. Januar 1492 Granada, die letzte Hochburg des einst großen maurischen Reiches auf spanischem Boden (Abschluss der Reconquista). Muslime und Juden werden vertrieben.
- Christoph Kolumbus erreicht am 12. Oktober 1492 die zu den Bahamas gehörende Insel Guanahani und entdeckt damit Amerika.
- 1493-1519: Maximilian I. (HRR) regiert. Sein Beiname "Der letzte Ritter" symbolisiert den Untergang des Rittertums.
- Die Zulus besiedeln Teile des heutigen Südafrika.
- Die Spanische Inquisition wird gegründet.
- Vasco da Gama erreicht 1498 Indien.
- Niedergang des Khmer-Reiches von Angkor, 1431 Eroberung durch das Thai-Königreich Ayutthaya
- älteste Volksschauspiel Deutschlands: Drachenstich

Persönlichkeiten


- Filippo Brunelleschi erfindet die Zentralperspektive
- Leonardo da Vinci, Erfinder und Maler
- Martin Luther 1483-1546, Reformator
- Albrecht Dürer 1471-1528, deutscher Maler und Graphiker.

Erfindungen und Entdeckungen


- Johannes Gutenberg erfindet 1440 den Satz mit beweglichen Lettern, revolutioniert die Druckkunst und bricht das Informationsmonopol der Kirche. 01-15 ! ja:15世紀 ko:15세기 simple:15th century th:คริสต์ศตวรรษที่ 15

Syphilis

Syphilis (lat. Lues venerea), auch Lues, harter Schanker oder Franzosenkrankheit genannt, ist eine ansteckende Geschlechtskrankheit, die von Bakterien (Treponema pallidum) verursacht wird. Die Krankheit wird durch Schleimhautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Bei der Geburt kann eine infizierte Mutter die Krankheit an das Neugeborene übertragen.

Symptome

Erstes Stadium (Primärstadium, L1 (Lues 1)) Drei bis vier Wochen nach der Ansteckung erscheint an der Stelle, an der die Bakterien in die Haut oder Schleimhaut eingedrungen sind, ein schmerzloses Geschwür. Andere Namen dafür sind auch harter Schanker oder Primäraffekt. Das Geschwür entsteht also am Penis, an den Schamlippen oder in der Vagina. Bei Oralverkehr findet man es auch im Mund oder Rachen und bei Analverkehr im Enddarm. Das Geschwür ist gerötet und sondert eine farblose Flüssigkeit ab. Diese Flüssigkeit enthält sehr viele Erreger, ist also äußerst ansteckend. Ein bis zwei Wochen später schwellen die benachbarten Lymphknoten an und werden hart (daher der Name "harter Schanker"). Auch unbehandelt heilen die Geschwüre von selbst nach einigen Wochen ab, wodurch die Erkrankung oft ignoriert oder nicht erkannt wird. Zweites Stadium (Sekundärstadium, L2) Acht Wochen nach der Ansteckung kommt es oft zu grippeartigen Beschwerden wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Kopf- und Gliederschmerzen. Die Lymphknoten am ganzen Körper sind vergrößert. Nach zehn Wochen erscheint bei den meisten Erkrankten ein Hautausschlag. Zunächst sind es nur schwachrosa gefärbte Flecken, die sich in derbe, kupferfarbene Knötchen (Papeln) verwandeln. Breite Papeln, die besonders in Hautfalten auftreten, nennt man Condylomata lata. Wenn diese aufgehen und nässen, ist die austretende Flüssigkeit wieder hoch infektiös. Seltener treten auch Schleimhautveränderungen im Mund und an den Genitalien auf. Manchen Patienten fallen die Haare aus. Alle Hauterscheinungen heilen nach ungefähr vier Monaten ab, so dass manche Patienten von ihrer Infektion nichts wissen. Unbehandelt kommen sie aber innerhalb verschiedener Zeitabständen wieder. Stillstand (Latenzzeit) Für viele Erkrankte kann die Syphilis jetzt zu einem Stillstand kommen, der jedoch jederzeit, nach Monaten oder Jahren unterbrochen werden kann und dann zur Spätsyphilis führt. Die Erreger sind jedoch immer noch im Körper des Betroffenen. Er ist somit immer noch ansteckend, auch wenn diese Gefahr sinkt, je länger der Patient beschwerdefrei bleibt. Drittes Stadium (Tertiärstadium, L3) Drei bis fünf Jahre später sind nicht nur Eintrittspforte, Lymphknoten und Haut befallen. Die Erreger haben sich im ganzen Körper ausgebreitet und auch innere Organe befallen wie Blutwege, Luftwege, Rachen, Speiseröhre, Magen, Leber, Knochen, Muskeln. Es bilden sich Knoten, die oft gummiartig verhärtet sind (Gummen). Auf der Haut bilden sie mitunter große Geschwüre, am Gaumen entsteht unter Umständen ein Loch zur Nasenhöhle. Wenn diese Knoten aufbrechen, zerstören sie das umgebende Gewebe. Besonders gefährlich ist ein syphilitischer Knoten an der Hauptschlagader (Aorta). Er führt hier zu einer Aussackung (Aortenaneurysma), das sehr leicht zerreißen kann. Wenn dies eintrifft, verblutet der Betroffene innerlich. Viertes Stadium (Neurolues, L4) Ohne Behandlung kommt es zehn bis zwanzig Jahre nach Beginn der Erkrankung zu schweren neurologischen Störungen (vgl. Progressive Paralyse). Ein Viertel der unbehandelten Patienten erkranken an chronischer Hirnentzündung (Syphilis cerebrospinalis), die zu Geistesschwachsinn führt (zum Teil wird aber auch von einer erheblichen kurzzeitigen Steigerung der kognitiven mentalen Fähigkeiten der Infizierten berichtet). Weiter wird das Rückenmark und seine austretenden Nerven so geschädigt, dass die Patienten zunächst Schmerzen haben, dann Schmerz und Temperatur nicht mehr wahrnehmen. Das Gehen und die Kontrolle über Blase und Darm sind gestört. Am Ende sind die Patienten gelähmt. Weiterhin treten oft Kreislauf- oder Knochenschäden auf. Diesen Verlauf beobachten wir in den westlichen Ländern dank ausreichender Therapie mit Antibiotika nur noch selten.

Geschichte

Darm Darm 1495 trat die Syphilis zum ersten Mal bei der Belagerung Neapels durch den französischen König Karl VIII. auf. Daraufhin überzog innerhalb von fünf Jahren eine Syphilis-Epidemie ganz Europa. Den Verlauf ihrer Ausbreitung kann man an den Namen erkennen, die die verschiedenen Völker ihr gaben, je nachdem, wo man die Quelle der Ansteckung vermutete:
- Italien: Französische oder keltische Krankheit
- Frankreich: Italienische oder neapolitanische Krankheit
- Spanien: Französische Krankheit
- England: Französische Krankheit
- Schottland: Englische Krankheit
- Deutschland: Französische Krankheit
- Polen: Deutsche Krankheit
- Ungarn: Französische Krankheit
- Russland: Polnische Krankheit
- Mongolei: Russische Krankheit
- Japan: Chinesisches Himmelsstrafengeschwür Da in diesen Bezeichnungen deutlich ein Muster von Sympathien und Antipathien der jeweiligen Nationen zu erkennen ist, sagen die jeweiligen Namen natürlich weniger etwas über den wirklichen Ursprung der Krankheit als viel mehr über die Beziehungen der einzelnen Länder zueinander aus. Nach der Kolumbus-Theorie wurde die Syphilis von Christoph Kolumbus bzw. seinen Matrosen eingeschleppt, als er 1493 nach der Entdeckung Amerikas 1492 nach Europa zurückkehrte. Inzwischen gilt die Kolumbus-Theorie als widerlegt. Der Engländer Dr. Simon Mays begründet seine präkolumbianische Theorie auf Knochenfunde, die auf die Zeit von 1296 - 1445 datiert wurden. Spezifische Veränderungen an den Knochen lassen mit großer Sicherheit auf eine Infektion mit Syphilis schließen. Die bedeutendsten Funde dieser Art stammen aus Riverhall, Essex in England. Demnach trat die Syphilis also bereits deutlich früher als 1495 zuerst in England auf. Es gibt weitere Hinweise, dass die Syphilis in einer harmloseren Form, als Hautkrankheit, schon im alten Griechenland oder im präkolumbianischen Amerika existierte. Der Name Syphilis geht auf ein 1530 veröffentlichtes Gedicht des venezianischen Gelehrten Girolamo Fracastoro zurück. Die Reinzüchtung des Syphiliserregers gelang 1911 erstmals dem japanischen Bakteriologen Noguchi Hideyo. Eine der größten Medizinskandale der USA war die Tuskegee Syphilis Study im Ort Tuskegee im US Staat Alabama, in dem etwa 400 schwarze und gleichzeitig meist arme und analphabetische Einwohner mit bekannter Syphilis bewusst nicht mit dem zur Verfügung stehendem Penicillin behandelt wurden, um die Spätfolgen der Infektion beobachten zu können. Die beobachteten Personen wurden nicht über die Studie informiert und auch nicht darüber, dass in der Zwischenzeit eine effektive Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung stand. Die „Studie“ begann im Jahre 1932 und endete erst 1972, als Einzelheiten an die Öffentlichkeit durchsickerten. Das Robert-Koch-Institut in Berlin gab im Oktober 2004 bekannt, dass die Zahl der Syphilisinfektionen in Deutschland 2003 im Vergleich zum Vorjahr um weitere 20% angestiegen sei und schlug vor allem für die bundesdeutschen Großstädte Alarm.

Behandlungsmethoden

Im Mittelalter wurde die Syphilis mit dem hochgiftigen Quecksilber behandelt. Die südamerikanischen Indianer verfügten über eine kombinierte Syphilistherapie, die ihnen in der Regel auch Heilung verschaffte, denn die Krankheit verlief bei ihnen weniger schwer als bei Europäern. Sie verwendeten Abkochungen aus dem Holz oder der Rinde des Guajakbaumes (Guaiacum officinale und G. sanctum) oder der Sarsaparillewurzeln (Smilax regelii u.a. Arten) in Kombination mit einem Schwitzbad und einer Fastenkur. Das Schwitzbad, dem sich die Indianer nach Einnahme von Guajak unterzogen, bestand in einer gezielten Heißbedampfung der äußeren Genitalien. Der Humanist Ulrich von Hutten hat diese Methode im Selbstversuch erprobt und in seinem 1519 erschienenen Werk "De guajaci medicina et morbo gallico liber unus" beschrieben. Tatsächlich trat durch die Behandlung zeitweilig eine Verbesserung ein. Um 1900 fand man heraus, dass Treponema pallidum Temperaturen von über 41° C nicht überlebt. Daraufhin infizierte man Syphiliskranke absichtlich mit Malaria. Häufig genügten die hohen Malariafieberschübe, den Syphiliserreger abzutöten (Malariatherapie). Die Risiken und Nebenwirkungen waren nicht unerheblich, einer tertiären Syphilis waren sie jedoch durchaus vorzuziehen. 1909 entwickelt Paul Ehrlich Salvarsan ein weniger giftiges, aber wirksames arsenhaltiges Mittel. Heute wird die Syphilis mit Antibiotika behandelt und ist im ersten und zweiten Stadium heilbar. Im dritten Stadium bleiben oft Spätschäden.

Prävention

Durch die Anwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr kann die Übertragungswahrscheinlichkeit der Syphilis und anderer Geschlechtskrankheiten wesentlich verringert werden. Auch eine Übertragung der Syphilis beim Oralverkehr ist möglich. Insbesondere Menschen, die Sex mit wechselnden Partnern haben, sollten regelmäßig ihr Blut auf Syphiliserreger untersuchen lassen, da in Deutschland die Anzahl der Syphilisfälle in den letzten zwei Jahren deutlich ansteigt.

Bekannte Opfer


- Al Capone
- Konrad Celtis
- Sir Randolph Churchill
- Mihai Eminescu
- Erasmus von Rotterdam
- Paul Gauguin
- Klement Gottwald
- Francisco Goya
- Tongzhi, chinesische Kaiser
- König Heinrich VIII.
- Heinrich Heine (umstritten, vermutlich eher Multiple Sklerose)
- Ulrich von Hutten
- Lenin
- Guy de Maupassant
- Friedrich Nietzsche
- Niccolò Paganini
- Harry Nelson Pillsbury
- Kardinal Armand Jean du Plessis Richelieu
- Arthur Schopenhauer
- Franz Schubert
- Henri de Toulouse-Lautrec
- Oscar Wilde (umstritten)
- Hugo Wolf

Literatur


- Die Strafe der Venus
  - Adam, Birgit:
  - Eine Kulturgeschichte der Geschlechtskrankheiten. 2001. 238 S. m. zahlr. Abb.
  - ISBN 3-572-01268-6, KNO-NR: 09 82 57 26 -ORBIS- 5.00 EUR
- Dermatologie und Venerologie.
  - Braun-Falco, Otto; Plewig, Gerd; Wolff, Helmut H.:
  - 4. Aufl. Sonderausg. 2002. XIII, 1615 S. m. 850 meist farb. Abb. 27 cm.
  - ISBN 3-540-43556-5, KNO-NR: 00 31 16 00 -SPRINGER, BERLIN- 69.95 EUR -

Weblinks


- [http://www.rki.de/cln_011/nn_225576/DE/Content/InfAZ/S/Syphilis/syphilis.html Robert Koch Institut] Syphilis
- [http://www.cdc.gov/nchstp/od/tuskegee/time.htm www.cdc.gov] Tuskegee Experiment (Englisch)
- [http://www.gpc.edu/~shale/humanities/composition/assignments/experiment/tuskegee.html www.gpc.edu] Internet Resources on the Tuskeegee Study (Englisch) Kategorie:Sexuell übertragbare Erkrankung ja:梅毒 ko:매독

Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Kategorie:Wikipedia:Qualitätssicherung Die Diskussion über diesen Antrag findet auf der Qualitätssicherungsseite statt.
Hier der konkrete Grund, warum dieser Artikel auf den QS-Seiten eingetragen wurde: Die Inhaltangabe ist zu umfangreich und es werden zuviele Einzelheiten des Buch erwähnt. LaWa 03:21, 25. Nov 2005 (CET) Harry Potter und die Kammer des Schreckens (ISBN 3551551685; Originaltitel: Harry Potter and the Chamber of Secrets, ISBN 0747538484) ist der zweite Band der Harry-Potter-Buchreihe von Joanne K. Rowling.

Das Buch

Rahmendaten

Harry Potter and the Chamber of Secrets kam im Jahr 1998 in die Buchläden. Seitdem wurde es über 42 Millionen mal verkauft. Die deutsche Ausgabe ist im Carlsen Verlag erschienen. Sie hat 352 Seiten. Der Übersetzer ist Klaus Fritz (Deutsche Ausgabe: ISBN 3551551685).

Buchinhalt

Die Sommerferien verbringt Harry wieder bei seinen Verwandten, den Dursleys. Eines Tages taucht in Harrys Zimmer ein Elf namens Dobby auf und bittet ihn, nicht nach Hogwarts zurückzukehren, dort drohe ihm große Gefahr. Dobby schafft er es, dass Harry von seinem Onkel Vernon in seinem Zimmer eingesperrt wird. Harry wird jedoch von seinem Freund Ron und dessen Zwillingsbrüdern Fred und George Weasley befreit und verbringt den Rest des Sommers im Fuchsbau, dem Haus der Weasleys. Den Bahngleis 9¾ am Bahnhof King's Cross, von dem der Hogwarts Express startet, der die Schüler in die Schule bringen soll, können Harry und Ron nicht betreten. Also versuchen sie es mit dem fliegenden Auto von Rons Vater, was allerdings nicht gut geht; sie werden fast von der Schule verwiesen. In der Schule sind Harry und Ron auch wieder mit ihrer Freundin Hermine vereint. Es geschehen allerdings seltsame Vorfälle: Einige Schüler werden Opfer eines Versteinerungszaubers. Es geht das Gerücht um, der Erbe Slytherins sei zurückgekehrt und hätte die Kammer des Schreckens, in der das Monster Slytherins lauert, geöffnet. Harry wird von einigen Leuten für den Erben gehalten, da er ein Parselmund ist: Er hat die seltene Fähigkeit, mit Schlangen zu sprechen, was auch der Zauberer Slytherin könnte. Hermine findet heraus, dass das Monster ein Basilisk ist, deren Blick bei direktem Augenkontakt tödlich ist, bei indirektem Augenkontakt jedoch nur versteinert. Als schließlich Ginny Weasley, Rons Schwester, vom Erben Slytherins entführt wird, wollen die Lehrer die Schule schließen. Harry und Ron finden jedoch heraus, was Hermine entdeckt hat und begeben sich zur Kammer des Schreckens, von der sie jetzt wissen, dass sie von einer Mädchentoilette der Schule aus zu erreichen ist. Die beiden werden unterwegs allerdings getrennt, so dass Harry das Monster alleine besiegen muss. Es stellt sich heraus, dass der Erbe Slytherins niemand anderes als Lord Voldemort ist, der sein jugendliches Ich in einem Tagebuch aufbewahrt hat, mit dessen Hilfe er nun die Kammer wieder geöffnet hat. Harry muss gegen den Basilisken kämpfen und kann ihn mit Hilfe des Phönix von Dumbledore und des Schwertes von Godric Gryffindor besiegen. Ginny Weasley wird befreit. Am Ende des Buches werden alle Versteinerten wiederbelebt, Dobby der Hauself kommt dank Harry aus seinem sklavenähnlichen Dienst frei und Harrys Haus Gryffindor gewinnt den Hauspokal.

Der Film

Die Verfilmung hatte am 14. November 2002 Premiere. Seitdem hat der Film weltweit mehr als 850 Millionen US-Dollar eingespielt und ist damit Nummer acht der erfolgreichsten Filme. In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 6 Jahren frei gegeben, in vielen anderen europäischen Ländern erhielt der Film hingegen eine Alterfreigabe nur für ältere Kinder. Um die Altersfreigabe ab 6 Jahren zu rechtferigen, wurde die deutsche Fasung leicht gekürzt. So ist der Angriff der peitschenden Weide und der Kampf mit dem Basilisken in der Originalfassung länger. In der deutschen Presse wurde zum Filmstart wiederholt die Kritik geäußert, dass wohl um besserer Einspielergebnisse willen eine Freigabe ab 6 durchgeboxt worden sei, obgleich der Film von seiner Gesamtstimmung her nicht für Kinder dieses Alters geeignet sei. Auf DVD erschien die deutsche Fassung des Films gleich zwei mal. So gibt es eine Version mit einer DVD und eine andere mit viel Zusatzmaterial, letztere Version wird auf 2 DVDs angeboten. Bei beiden deutschen Veröffentlichungen handelt es sich um die gekürzte Fassung des Filmes. In der Schweiz hingegen erschien der Film auf DVD in seiner ungekürzten Fassung und auf deutsch. Diese DVD wurde jedoch mit einem Importverbot nach Deutschland belegt.

Weblinks


-
- [http://www.ofdb.de/view.php?page=fassung&fid=28347&vid=64248 OFDb-Eintrag] von Harry Potter und die Kammer des Schreckens
- [http://www.filmmusikwelt.de/index.php?D=5de4e35a5a4bc63bc513f83a2ab925ac&V=file&file=26f9b27aef9fad59596ffb168dc061a1 Besprechung der Filmmusik]
- [http://www.filmspiegel.de/filme/harrypotterunddiekammerdesschreckens/harrypotterunddiekammerdesschreckens_1.php Filmkritik von filmspiegel.de mit links zu weiteren Rezensionen]
- [http://www.harrypotter-xperts.de/index.php?page=143&book=2 Kritik an der deutschen Übersetzung von 'Harry Potter and the Chamber of Secrets']

Rezensionen (Buchfassung)

bei:
- [http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id_book=140 Buchwurm.info] Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (20. Jh.) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Fantasy-Literatur Kategorie:Harry Potter Kategorie:Filmtitel Kategorie:Kinderfilm Kategorie:Fantasyfilm Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:1998 ja:ハリー・ポッターと秘密の部屋 ms:Harry Potter dan Bilik Rahsia

13. Jahrhundert

Das 13. Jahrhundert begann am 1. Januar 1201 und endete am 31. Dezember 1300.
Etwa zur Jahrhundertmitte war der Übergang vom Hochmittelalter zum Spätmittelalter in Europa.

Ereignisse und Entwicklungen


- Vierter bis achter Kreuzzug
- Untergang der Dynastie der Hohenstaufen
- Die Mongolen unter Dschingis Khan erobern große Teile Asiens und Osteuropas und errichten eine mongolische Dynastie in China
- Marco Polo erreicht China und Tibet
- Erste islamische Reiche entstehen in Südostasien
- Ewiger Bund der Eidgenossen (Gründungsjahr der Schweiz 1291)
- In Straßburg entsteht die erste Bauhütte. Bauhütten gelten als Vorläufer der Zünfte.
- Gründung des Franziskanerordens

Persönlichkeiten


- Franz von Assisi, Gründer des Franziskanerordens
- Albertus Magnus, Universalgelehrter und Theologe
- Thomas von Aquin, Theologe
- Ludwig IX., König von Frankreich
- Friedrich II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
- Dante Alighieri, italienischer Dichter
- Dschingis Khan, mongolischer Khan
- Baibars al-Bunduqdari, mamluckischer Sultan von Ägypten und Syrien
- Robert von Sorbon, französischer Gelehrter

Erfindungen und Entdeckungen


- Der Kompass wird aus dem Osten eingeführt. Er ermöglicht den Schiffen, von nun an fernab der Küsten zu segeln. 01-13 ! ja:13世紀 ko:13세기 simple:13th century th:คริสต์ศตวรรษที่ 13

Leguan

Die Leguane (Iguanidae) bilden eine Familie der Reptilien. Es handelt sich um Echsen, die wahrscheinlich mit den Agamen verwandt sind und diese auf dem amerikanischen Doppelkontinent ersetzen. Während die Mehrzahl der über 700 Arten in Nord- und Südamerika lebt, gibt es einige Arten auch auf Madagaskar und manchen ozeanischen Inseln. Die meisten Arten sind 10-30 cm lang, einige besonders große Vertreter erreichen aber Längen von 2 m (Grüner Leguan).

Systematik

Die Systematik der ist seit 1989 häufigen Änderungen unterworfen und wird immer noch diskutiert. Zu dieser Zeit teilten die Herpetologen Frost & Etheridge die große in eine Reihe von kleineren n, die zuvor den Status von n hatten, wodurch die Iguanidae nur noch aus einer Reihe von en bestanden. Nahezu ein Jahrzehnt später ergaben Befunde aus der Molekularbiologie, daß die ursprüngliche Zusammenfassung innerhalb einer doch gerechtfertigt war. Ursprüngliche Einteilung in n:
- Corytophaninae
- Crotaphytinae
- Iguaninae
- Oplurinae
- Phrynosomatinae
- Polychrinae
- Kielschwanzleguane (Tropidurinae) Einteilung in en gemäß Frost & Etheridge:
- Amblyrhynchus
- Brachylophus
- Conolophus
- Ctenosaura
- Cyclura
- Dipsosaurus
- Iguana
- Sauromalus
- Armandisaurus (fossil)
- Lapitiguana (fossil)
- Pumila (fossil) Bild:Chuckwalla (Sauromalus obesus).jpg|Zwei Chuckwallas (Sauromalus obesus) Bild:Nashornleguan (Cyclura cornuta).jpg|Nashornleguan (Cyclura cornuta) Bild:Crotaphytus_collaris_iguanidae.jpg|Halsbandleguan (Crotaphytus collaris) Bild:Sceloporus cyanogenys (aka).jpg|Blauer Stachelleguan (Sceloporus cyanogenys)

Haustiere

Die Haltung von Leguanen als Haustiere in Terrarien ist möglich. Allerdings sollte man sich im Voraus sehr genau über die Haltungsbedingungen informieren, da diese Tiere eine sehr intensive Pflege benötigen.

Literatur


- Frost, D.R.; Etheridge, R.; Janies, D. & Titus, T.A. .2001. Total evidence, sequence alignment, evolution of Polychrotid lizards, and a reclassification of the Iguania (Squamata: Iguania). American Museum Novitates 3343: 38 pp.
- Sprackland, Robert. 1999. Iguanids, iguanines, and drawing lines. The Vivarium 10(2): 24-25.
- Macey, J. R., Allan Larson, Natalia Ananjeva and Theodore Papenfuss. 1997. Evolutionary shifts in three major structural features of the mitochondrial genome among iguanian lizards. Journal of Molecular Evolution 44: 660-674.
- Frost, Daryl and Richard Etheridge. 1989. A phylogenetic analysis and taxonomy of iguanian lizards (Reptilia: Squamata). University of Kansas Museum of Natural History Miscellaneous Publications 81: 1-65.
- de Queiroz,K. 1987. Phylogenetic Systematics of Iguanine Lizards - A Comparative Osteological Study. University of California Publ. in Zoology, Vol. 118. XII + 203 pp. ISBN 0-520-09730-0

Weblinks


- [http://www.curator.org/LegacyVMNH/WebOfLife/Kingdom/P_Chordata/ClassReptilia/O_Squamata/InfraIguania/FIguanidae/iguanidae.htm Virtual Museum of Natural History] (englisch)
- [http://www.nps.gov/moja/mojaanlz.htm Fotos verschiedener Leguanarten] (englisch)
- [http://tolweb.org/tree?group=Iguania&contgroup=Squamata Tree of Life] (englisch)
- [http://www.embl-heidelberg.de/~uetz/families/Iguanidae.html Iguanidae-Seite von Peter Uetz] (englisch)
- [http://www.markuskappeler.ch/tex/texs/inselleguan.html Inselleguan]
- [http://www.green-iguana.net Grüner Leguan]
- [http://www.tierlexikon.ch/systematik.262.html Verschiedene Leguane auf Tierlexikon.ch] Kategorie:Echsen

Emulator

Als Emulation (von lat. aemulari nachahmen) wird in der Computertechnik das funktionelle Nachbilden eines Systems durch ein anderes bezeichnet. Das nachbildende System erhält die gleichen Daten, führt die gleichen Programme aus und erzielt die gleichen Ergebnisse wie das originale System. Ein Emulator ist ein System, das ein anderes nachahmt. Zu unterscheiden sind Hardware- und Software-Emulatoren. Ein Hardware-Emulator ist ein elektronisches Gerät, das einen Mikroprozessor (CPU) funktionell, elektrisch und mechanisch (Gehäuse und Pins) nachbilden kann. Die Verbindung zur Prozessorbaugruppe wird mittels Sockel und passendem Stecker erstellt. Er wird auch als in circuit emulator (ICE) bezeichnet. :Beispiel 1: Ein Faxmodem emuliert für den Computer einen Drucker, wird also über einen speziellen Druckertreiber angesprochen. Dem Telefonnetz gegenüber emuliert es ein Faxgerät. :Beispiel 2: Ein Terminal emuliert für den PC einen Host/Mainframe, wird also über einen speziellen Terminalemulation angesprochen. Dem Host/Mainframe gegenüber emuliert es ein Terminal über einen DTC (Digital Terminal Controller) und einen MDP (Multiple Digital Port). Eine Virtuelle Maschine wird oft fälschlicherweise als Emulation bezeichnet. Im Vordergrund steht aber, dass die gesamte Hardware also, CPU, RAM etc. eines anderen Systems (Hostrechner) virtuell und möglichst exakt nachgebildet wird. Jede Virtuelle Maschine besitzt dabei ihre eigene virtuelle Hardware und läuft unabhängig von den anderen Maschinen. :Beispiele: :
- der 68000er-Emulator, den Apple mit seinen PowerPC-basierten Betriebssystemversionen mitliefert (Mac OS) :
- Mac-on-Linux, das z. B. einen Pegasos-Rechner in einen PowerPC-basierten Macintosh-Clone verwandelt :
- Der Emulator atari800, der unter Linux den Atari 800 und den 800 XL aus den 1980er Jahren wieder zum Leben erweckt :
- „Daemon-Tools“ emulieren CD-/DVD-Laufwerke am Windows-PC Eine Terminalemulation erlaubt die Interaktion mit textorientierten Programmen, die auf einem entfernten Rechner laufen, über eine externe Schnittstelle, meist eine serielle Leitung oder eine Modemverbindung. Terminalemulationen wurden programmiert, um das Verhalten eines „dummen“ Terminals, also eines einfachen Datensicht- und Eingabegerätes, nachzuahmen. Terminalemulationen existieren auch für Rechner mit graphischer Oberfläche.

Anwendungsbereiche

Emulatoren werden für verschiedene Zwecke eingesetzt:
- Investitionsschutz: Software, die für ältere Systeme entwickelt worden ist, kann auf modernen Systemen weiter laufen.
  - Beispiel: auf einem Linux-/Apple-/Amiga-Rechner wird mittels Bochs, QEMU, VMware bzw. VirtualPC ein PC emuliert, auf dem Windows installiert werden kann. Die meiste bisher gekaufte Windows-Software kann weiter eingesetzt werden.
  - Das Open-Source-Projekt Wine dagegen emuliert nur die Schnittstellen der Windows-Betriebssystems zur Anwendung.
- Softwareentwicklung:
  - Es ist möglich, Software für andere Systeme zu entwickeln und zu testen.
    - Beispiel: Programme, die für Palm OS auf einem PC entwickelt werden, können mit einem Palm-Emulator getestet werden.
  - Es ist möglich, ein Betriebssystem zu testen.
    - Beispiel: Der Emulator „Bochs“ bietet eine Debug-Schnittstelle an. Hiermit kann man prüfen (oder für Lehrzwecke beobachten), wie/ob etwas funktioniert.
- Ausbildung: Ein Emulator erlaubt es, sich in Systeme einzuarbeiten, deren Anschaffung sonst sehr aufwändig wäre.
  - Beispiel: Mit dem Hercules-Emulator wird auf einem PC ein S/370 emuliert, auf dem ein komplettes MVS installiert wird.
- Zur Langzeitarchivierung digitaler Objekte stellt die Emulation eine Alternative zur Migration bzw. Konvertierung dar (siehe auch Elektronische Archivierung).
- Freizeit/Hobby: Alte Konsolenspiele aus den frühen achtziger Jahren können dank geeigneter Emulatoren wie z. B. MESS auf moderner Hardware laufen.
- Ergonomie: Software, die normalerweise nur auf Systemen mit unergonomischen Ein-/Ausgabegräten läuft (LC-Displays), kann auf Systemen mit komfortablen Bildschirmen laufen.
  - Beispiel: Die Bildwiedergabe bei Game-Boy-Emulatoren auf einem PC ist besser als bei einem realen Game Boy. Siehe auch: Simulator, Bochs, DOSBox, MESS, PearPC, QEMU

Bekannte Hardware-Emulatoren


- HP Terminal
- Memorex Telex Terminal
- JANUS (Atari-Hardwareemulator für den PC von 1995)

Bekannte Software-Emulatoren


- Bochs
- DOSBox
- DOSEMU
- MESS
- QEMU
- Teemtalk von Neoware früher Pericom
- VirtualPC von Microsoft für Macintosh Systeme
- Win4Lin von Netraverse

Oft dafür gehalten, jedoch keine Emulatoren

Folgende Software wird fälschlicherweise oft für Emulations-Software gehalten:
- VMware und VirtualPC (die Version für Microsoft Windows Systeme) – zählen nicht zu den Emulatoren, da es sich hierbei um Virtualisierung, nicht Emulation, von Systemen handelt und weder Soft- noch Hardware emuliert wird. Vielmehr wird die Hardware virtualisiert
- WINE (WINE Is Not an Emulator) – wie der Name schon sagt, kein Emulator
  - CrossOver Office – siehe WINE
  - Cedega – siehe WINE
- LINE – wie WINE kein Emulator
- Xen – ist auch kein Emulator, sondern ein Monitoring-Programm, das hier der Vollständigkeit halber aufgeführt wird
- E/OS
- Mac-on-Linux, ShapeShifter, Plex86
- SCO UNIX
- ScummVM

Emulierte Systeme

Emulatoren existieren für fast jedes System, so z. B. für:
- Acorn
- Atari 2600
- Atari ST
- C64
- DOS
- Amiga
- GameBoy (und Gameboy Advance) (Bsp. Emulator: Visual Boy Advance)
- SPUTM (Game-Engine vieler LucasArts-Spiele)
- Macintosh (68000 und PowerPC)
- IBM Großrechner (S/360 bis zSeries) (siehe Hercules (Emulator))
- Intel x86
- NES
- SNES (Bsp. Emulator: Snes9x)
- Nintendo 64 (Bsp. Emulator: Project64)
- Sega Master System
- Sega Mega Drive
- Palm
- PlayStation (Bsp. Emulator: ePSXe)
- PlayStation 2 (Bsp. Emulator: PCSX2)
- Sinclair ZX81 und ZX Spectrum
- PC Engine
- Neo Geo Sämtliche emulierte Systeme zu nennen würde den Rahmen hier sprengen. In letzter Zeit spielen Emulatoren auch in der Freeware-Szene eine bedeutende Rolle. So bietet etwa der GameBoy Advance durch seine relativ einfache Programmiersprache (eine vereinfachte Version von C) die Möglichkeit, Spiele und Anwendungen zu programmieren, die dann auf einem Emulator genutzt werden. Für den Nutzer, der Emulatoren z. B. zum Ausführen von alten, kommerziellen Computer- und Videospielen einsetzt, ist problematisch, dass diese auch dann noch unter dem Schutze des Urheberrechts stehen, wenn es sie seit mehreren Jahren nicht mehr zu kaufen gibt. Gegenüber der echten, ursprünglichen Hardware besitzen Spielkonsolen-Emulatoren einige Vorteile. Dazu zählen die exzellente Bildqualität, der digital verarbeitete und somit verlustlos aufnehmbare Ton. Weitere, die Benutzerfreundlichkeit der eigentlichen Systeme erweiternde Aspekte sind z. B. das Verbessern der Videoausgabe (z. B. Weichzeichnen und Filtern von Grafiken bei Konsolen wie Super Nintendo oder Playstation, obwohl diese Systeme niemals diese Techniken unterstützten, geschweige denn berechnen könnten) oder das Verwenden von Savestates zum schnellen Speichern und Laden von Spielständen – jederzeit während der Laufzeit des Spieles.

ROMs

Software älterer Computersysteme, besonders der Spielekonsolen, ist häufig nur in Form von ROM-Bausteinen verfügbar. Da sich ROMs relativ einfach auslesen lassen, arbeiten Emulatoren in der Regel problemlos mit so genannten ROM-Dateien (oder auch ROM Images), die in verschiedenen Dateiformaten vorliegen. Ähnlich verhält es sich mit Kopien von Software, die auf Bändern oder Disketten ausgeliefert wurden. Auch hier sind Tape Images bzw. Disk Images für die Benutzung mit einem Emulator verbreitet. Entpackt verweisen verschiedene Dateiendungen auf bestimmte ROM-Formate:
- .a26 – Atari 2600
- .a78 – Atari 7800
- .adf – Amiga Disk Files, Acorn Disc Files
- .nes – Nintendo Entertaiment System
- .smc – Super Nintendo Entertaiment System
- .bin – Image einer Standard-CD, etwa einer Playstation
- .d64 – C64 Disk Image
- .t64 – C64 Tape Image
- .gb .gbc .gba – Gameboy, Gameboy Color & Gameboy Advance
- .z64 .v64 .n64 – Nintendo 64 Der bekannteste Emulator und der mit Abstand beliebteste, ist MAME. Mame steht für „Multiple Arcade Machine Emulator“ und emuliert in der aktuellen Version über 2.500 Arcade-Automaten (ohne Clones und nicht funktionierende Spiele). Ein Problem ist allerdings, dass nicht alle ROMs copyrightfrei sind und noch kommerziell genutzt werden. Das MAME-Open-Source-Projekt nimmt deswegen keine Roms auf, die jünger als 2 Jahre sind, auch um Neuentwicklungen nicht zu gefährden. Wobei das nicht ausschließt, dass alternative MAME-Versionen das hin und wieder tun – mit mehr oder weniger Erfolg. Neuere, erst wenige Monate alte ROMs zwingen in der Regel jeden PC in die Knie und werden nur mangelhaft emuliert. Ältere wie Pacman, Mr. Do, Popeye und Polyplay (der einzige Arcade-Automat der DDR) laufen hingegen wie auf den Original-Automaten, das einzige, was fehlt, ist der klassische Münzeinwurf. Es gibt allerdings Nachbauten im Gehäuse eines normalen Automaten, die einen PC enthalten, auf dem MAME läuft und der explizit an die Hardware des Automaten angepasst wurde. Die Szene der Emulationsfans ist sehr groß, wächst, unterhält viele Foren und stellt eine große Konkurrenz zum kommerziellen PC-Spiele-Sektor dar. Innerhalb dieser bildete sich auch die Translations-Szene, die sich vorwiegend mit dem Übersetzen vom japanischen Nintendo- und Sega-ROMs ins Englische beschäftigt oder etwa japanische/englische ins Deutsche, da die Spiele von den Herstellern selber für den deutschen Markt nie lokalisiert wurden. Eine der wenigen bekannten Seiten die sich ausschließlich mit legalen ROMs beschäftigen ist [http://www.pdroms.de PDRoms]. Dort werden seit 1998 alle möglichen homebrew-Spiele und -Demos für verschiedene Systeme zusammengetragen. Aktuell beherbergt diese Seite über 2000 Dateien in über 20 Kategorien.

Siehe auch


- SheepShaver, Basilisk II

Weblinks


- [http://www.emuwiki.org EmuWiki] – ein Wiki speziell über Emulation
- [http://www.nintendo.com/corp/legal.jsp#roms Nintendo über ROMs und Emulatoren] (englisch)
- [http://www.retrobase.net RETROBASE.NET] – Datenbank für klassische Videospiele mit Screenshots
- [http://www.opensource.eu.com/colinux] Linux unter Windows XP (englisch) ! ja:エミュレータ

Schildhalter

Als Schildhalter (früher auch Wappenknechte) werden in der Heraldik hinter, neben oder unter dem Schild eines Wappens befindliche Menschen- und Tiergestalten genannt, die auf einer geeigneten Basis, einem Boden, Rasen, Gesims, Konsole, einer ornamentalen Ranke oder ähnlichem zu stehen pflegen. Nur Engelsfiguren dürfen fliegen. Sie treten einzeln oder paarweise, gleichartig oder verschieden neben oder hinter dem Schild auf, tragen, halten oder stützen ihn. Ein Siegel mit Wappendarstellung aus dem Jahre 1195 ist der älteste Beleg für einen Schildhalter. Es zeigt einen Löwen mit umgehängtem Schild. Schildhalter gehören gemäß den heraldischen Regeln zu den Pracht- oder Prunkstücken eines Wappens wie die Wappenmäntel und Wappenzelte, die Bild- und Wortdevisen, Fahnen und Banner. Das heißt, sie waren ursprünglich nicht fest definierter Bestandteil des Vollwappens. Sie machten keine zusätzlichen Aussagen über den Wappeninhaber und waren nicht von bestimmten Rechten abhängig. Sie dienten lediglich als Dekoration und konnten jederzeit entfallen. Sie waren auch nicht erblich. Seit Mitte des 17. Jahrhundert wurde es jedoch üblich, Schildhalter diplommäßig und erblich zu verleihen. Auch eine Reihe landesherrlicher Wappen haben bestimmte Schildhalter, die durch Verordnungen ein für allemal festgesetzt sind. In England gelten die Schildhalter als besondere Ehrenzeichen, die nach wie vor amtlich verliehen werden.

Beispiele

Bild:Bayern wappen.png|Wappen Bayerns: zwei Löwen Bild:Botswana coa.png|Wappen Botsuanas: zwei Zebras Bild:Hawaii Wappen.png|Wappen Hawaiis: (Kamehameha I. und "Freiheitsgöttin" Bild:Lesothoarms22.PNG|Wappen Lesothos: zwei Basutho-Pferde Bild:Coat of Arms of Hungary 1867.jpg|Älteres Wappen Ungarns: zwei Engel

Literatur


- Walter Leonhard, Das große Buch der Wappenkunst, München 1978, ISBN 3-8289-0768-7
- Heinrich Hussmann, Über deutsche Wappenkunst, Wiesbaden 1973
- Gottfried Daniel Hoffmann (1719-1780), Ueber die Wappen-Schildhalter, Tübingen : Heerbrandt, 1779 Kategorie:Heraldik

Basel

Basel (franz. Bâle, ital. Basilea) ist eine Stadt in der Schweiz am Dreiländereck Schweiz-Deutschland-Frankreich. Sie bildet zusammen mit den Gemeinden Riehen und Bettingen den Halbkanton Basel-Stadt. Basel wird unterteilt in Kleinbasel auf der rechten und Grossbasel mit dem Münsterhügel auf der linken Rheinseite. In die Stadt eingegliedert ist das frühere Fischerdorf Kleinhüningen. Das eigentliche Zentrum Basels ist die Altstadt in Grossbasel rund um den Marktplatz und das Rathaus aus dem 14. Jahrhundert. Mit ihren engen Strassen und Gassen lädt die Altstadt auf beiden Seiten der Mittleren Rheinbrücke zum Flanieren ein. In die vom Autoverkehr befreite Innenstadt gelangen die Besucher mit dem Tram. Basel ist nach Zürich und Genf die drittgrösste Stadt der Schweiz und Zentrum der Chemie- und Pharmaindustrie. Sie bildet einen Eisenbahnknotenpunkt mit einem der grössten Rangierbahnhöfe Europas im benachbarten Muttenz. Mit den Frachthäfen der Region Basel, den einzigen der Schweiz, besteht über den Rhein eine Verbindung zur Nordsee. Der Flughafen Basel Mulhouse Freiburg wird gemeinsam mit den französischen Nachbarn betrieben. Er liegt auf französischem Territorium, ist jedoch durch eine exterritoriale Strasse von der Schweiz aus erreichbar. Innerhalb des Flughafen-Areals verläuft daher eine Zollgrenze. Basel wird manchmal als deutschsprachiger Teil der Romandie bezeichnet. Wie diese ist Basel eher liberal und europafreundlich, währenddessen der Rest der Deutschschweiz eher konservativ und europakritisch eingestellt ist. Entsprechend auch das Motto von Basel Tourismus: "Basel tickt anders".

Wappen

Basel Tourismus Das Wappen der Stadt Basel sowie des Halbkantons Basel-Stadt ist ein nach links (heraldisch rechts) gerichteter schwarzer Krummstab auf weissem Feld, Baselstab genannt. Drei Querbalken unterbrechen diesen Stab, der nach unten breiter wird und in drei Zacken ausläuft. Das Sinnbild des Baselstabs ist der gekrümmte Hirtenstab der Bischöfe. Wappenschildhalter sind Löwen, wilde Männer, Engel und seit dem 15. Jahrhundert auch Basilisken - das sind Drachen mit einem Hahnenkopf und einem Schlangenschwanz.

Geographie

Lage

Die im äussersten Nordwesten gelegene und gleichzeitig drittgrösste Stadt der Schweiz liegt zu beiden Seiten des Rheins. Dieser macht zwischen den Vorhöhen des Schwarzwaldes und des Schweizer Jura eine 90°-Biegung, die man Rheinknie nennt. An dieser Stelle endet der Rheinabschnitt Hochrhein und es beginnt der Oberrhein. Am höher gelegenen südlichen Rheinufer fliesst die Birs in den Rhein und bildet die Grenze zum Kanton Basel-Landschaft. Auf dem flacheren nördlichen Ufer dehnen sich grosse Industriegebiete aus. Dank dieser Lage wurde Basel schon früh zum Knotenpunkt wichtiger Verkehrswege und damit ein bedeutender Handelsplatz. Die Stadt zählt deshalb zu den am dichtesten besiedelten Gebieten Europas und verfügt dennoch über 320 ha Grünfläche und 71 ha Wald. Die Stadt Basel und die zwei Landgemeinden Riehen und Bettingen weisen einschliesslich ihrer Wasserflächen 3694 ha auf und sind damit der flächenmässig kleinste Schweizer Kanton. Dennoch sind innerhalb dieses verhältnismässig kleinen Landstücks beträchtliche Höhenunterschiede vorhanden. Den tiefsten Punkt im Kanton Basel-Stadt misst man am Rheinhafen in Kleinhüningen mit 245 m, der Münsterplatz im Zentrum liegt 270 m über dem Meeresspiegel und die höchste Erhebung liegt oberhalb Bettingen bei St. Chrischona mit 522 m. Dort befindet sich auch der Fernsehturm St. Chrischona, das höchste Gebäude der Schweiz.
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Blick vom Basler Münster auf Kleinbasel und das Rheinknie. In der Mitte erkennt man den Messeturm.

Klima

Die Stadt Basel hat durch die von der Burgundischen Pforte einströmende mediterrane Luft ein äusserst mildes und sonniges Klima. Im Jahresdurchschnitt liegt die Temperatur bei 9,4° C. Pro Jahr misst man 785 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. Im Winter liegt Basel meist nur unter einen dünnen Schneedecke. Durchschnittlich liegt in Basel an 30 Tagen im Jahr Schnee. Die Winde sind relativ schwach und wehen bei gutem Wetter von Osten, bei schlechtem von Westen.

Quartiere

Die Stadt Basel kennt keine Bezirke oder Stadtteile, sondern gliedert sich nach Wohnvierteln, den sogenannten Quartieren. Es gibt insgesamt 19 dieser Quartiere, die sich links und rechts des Rheins verteilen.
- Die linksrheinischen Quartiere: Altstadt (Grossbasel), Vorstädte, Am Ring, Breite, St. Alban, Gundeldingen, Bruderholz, Bachletten, Gotthelf, Iselin, St. Johann.
- Die rechtsrheinischen Quartiere: Altstadt (Kleinbasel), Clara, Wettstein, Hirzbrunnen, Rosental, Matthäus, Klybeck und seit 1893 Kleinhüningen. Die zwei Landgemeinden Riehen und Bettingen gehören nicht dem Stadtgebiet Basels an. Bettingen

Bevölkerung


- Einwohner:
  - Stadtgemeinde Basel: 166'000 Einwohner (2004)
  - Trinationale Agglomeration Basel (TAB, mit Frankreich und Deutschland): rund 731'000 Einwohner (2004; Quelle: TAB)
  - Kanton Basel-Stadt: 188'000 Einwohner (2004)
- Auto-Kennzeichen (Kanton Basel-Stadt): BS

Wirtschaftsleben

Trinationale Agglomeration Basel Basel kommt aufgrund seiner zentralen Lage in Mitteleuropa eine besonders wichtige und bevorzugte handelgeografische Bedeutung zu. Der Lebens- und Wirtschaftsraum am Dreiländereck umfasst über 2,3 Millionen Einwohner und über 1 Million Erwerbstätige (Stand 2001). Basel ist Standort und teilweise Hauptsitz vieler chemischer Betriebe. Zusammen mit den Fabriken im benachbarten Schweizerhalle stellt Basel 20% des Schweizer Exports und erwirtschaftet ein Drittel des Sozialproduktes. Neben der Chemie sind ebenfalls die Industriezweige der Maschinen- und Metallproduktion, Textilien und der Nahrungs- und Genussmittel angesiedelt. Die jahrhunderte lange Tradition im Buchdruck und in der Papierherstellung hat dazu geführt, dass mehrere Verlage in Basel beheimatet sind. Seit 1917 hat sich aus der Schweizer Mustermesse, einer nationalen Leistungsschau, ein europaweit bedeutender Messestandort entwickelt. Die Messe Basel trägt jedes Jahr zahlreiche Fachmessen und Kongresse aus, unter anderem die "Art Basel", die weltweit wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst und die BASELWORLD, die weltweit grösste Uhren- und Schmuckmesse. Ebenfalls traditionell begründet ist die starke Bedeutung Basels als Kapital- und Bankenzentrum. Seit dem späten Mittelalter war Basel ein bedeutender Bankenplatz. Neben vielen Banken und Versicherungen hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hier ihren Sitz. Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat in Basel eine Niederlassung.

In Basel ansässige Unternehmen

Die folgenden bedeutenden Unternehmen haben ihren Sitz in Basel:
- Novartis AG (vorm. Ciba-Geigy AG und Sandoz AG)
- Roche Holding AG (F. Hoffmann-La Roche & Co. AG)
- Die Stadt ist Hauptsitz der UBS AG, einer Schweizer Grossbank.
- Die SWISS International Air Lines AG (vorm. Crossair)
- Die mch Messe Schweiz AG, mit den weltbekannten Messen Art Basel (Kunst) und Baselworld (Uhren und Schmuck)
- Der deutsche Bayer-Konzern errichtet seine Europazentrale der rezeptfreien Me