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Empedokles
Empedokles ( - zwischen 494 v. Chr. und 482 v. Chr. in Akragas auf Sizilien (heute: Agrigento), † zwischen 434 v. Chr. und 420 v. Chr. auf dem Peloponnes) war ein Philosoph, Arzt, Politiker, Sühnepriester und Dichter im antiken Griechenland.
Leben
Empedokles stammte aus einem Adelsgeschlecht und genoss als Arzt, Politiker, Sühnepriester und Dichter hohes Ansehen und höchste Verehrung, die noch seine Nachwelt beflügelte. So widmete Friedrich Hölderlin ihm das Trauerspiel "Der Tod des Empedokles". Nach dem Tode des Tyrannen Theron wurde Empedokles in den ausbrechenden Kämpfen der Führer der Demokraten. Er löste die vermutlich oligarchische politische Vereinigung "Ratsversammlung der Tausende" auf und gab seiner Geburtsstadt (heute Agrigento auf Sizilien) eine neue Verfassung. Das Volk soll ihm die Könisgwürde angeboten haben, er lehnte jedoch ab, "als freier und jeder Herrschaft abgeneigter Mann", wie Aristoteles schrieb.
Als Verbannter bewanderte er später Italien und ließ sich in Thurioi nieder. Nach einer in mehreren Varianten erhalten gebliebenen Legende setzte er seinem Leben ein Ende, indem er sich in den Ätna stürzte. Der Gesamtumfang seiner beiden in Hexametern geschriebenen Werke ("Über die Natur" und "Entsühnungen") betrug nach Diogenes Laertios 6000 Zeilen. Aus diesen sind bis heute 450 Zeilen in Bruchstücken überliefert.
Leistungen
Er war ein Vertreter der Vier-Elemente-Lehre, und sah Liebe (Philotes) und Hass (Neikos) als Urkräfte, die die vier Elemente zusammenbringen und trennen. Dadurch entstünden Lebewesen und Dinge immer wieder neu in der Welt (Sphairos).
Seine große Leistung war es, die widersprüchlichen Theorien des Werdens von Heraklit und des Seiens von Parmenides von Elea zu verbinden, indem er das Sein dem Stoff zuschrieb und das Werden der Kraft.
Empedokles gab mit seiner Evolutionstheorie einen Anstoß zur Entwicklung der Biologie.
Philosophie bei Empedokles
Philosophie bei Empedokles bezeichnet seine naturphilosophischen Lehren, soweit sie in Fragmenten und anderen Überlieferungen erhalten sind.
Empedokles schließt an die milesische Naturphilosophie an
Empedokles schließt sich mit seiner philosophischen Lehre an die milesische Naturphilosophie an, wie sie in den Überlieferungen von Thales und Anaximander erhalten geblieben ist. Er übernimmt jedoch von Parmenides die Auffassung, dass das Seiende als unveränderlich und unvergänglich gedacht werden müsse. Um nicht wie jener deshalb die Realität von Bewegung und Veränderung leugnen zu müssen, unterstellt er - anders als der mit dem gleichen Problem ringende Demokrit -, Bewegung setze nicht leeren Raum voraus, sondern sei als Ortswechsel im Vollen zu denken, ähnlich wie beim Fisch im Wasser.
Das Problem der Zugleichheit von Sein und Mannigfaltigkeit löst er auf
Indem er vier qualitativ unterschiedene Bestandteile (Erde, Wasser, Luft und Feuer) voraussetzt, löst er auf seine Weise das Problem des Zugleichs von Sein und Mannigfaltigkeit. Während bei Heraklit die vier Elemente ineinander übergehende Formen des Feuers sind, sieht Empedokles sie als gleichbleibende, in kleinste Teile zerlegbare Grundkörper an. Er hat damit als erster den Gedanken des Aufbaus der physischen Welt aus einer beschränkten Zahl von Elementen in die Vorgeschichte der Wissenschaft eingebracht. Nach seiner kosmologischen Lehre verändert sich das aus vier Elementen bestehende kugelförmige All durch die in ihm wirkenden beiden Kräfte Liebe und Streit auf zyklische Art.
Zur Vorstellung des Kosmos bei Empedokles
Aristoteles schreibt dem Kosmos des Empedokles zweierlei einander ablösende Zustände zu:
:Wie Empedokles sagt, werden die Dinge abwechselnd in Bewegung und wieder in Ruhe versetzt; bewegt werden sie, wenn die Liebe aus der Vielheit die Einheit oder der Streit aus der Einheit die Vielheit herstellt; dagegen ruhen sie in den Zwischenzeiten. (in: Aristoteles, Physik VIII 1)
Aus diesem Grund sprechen die meisten modernen Versuche der Rekonstruktion der Lehre des Empedokles von vier Zuständen:
Zu den vier Zuständen der Liebe und des Streits (Hass) als Moment der Entwicklung des Alls
# In der Zeit der Herrschaft der Liebe, wenn die Elemente völlig miteinander vermischt sind
# In der Zeit des Hasses (des Streits), wenn die Elemente völlig voneinander geschieden sind, ist das All in Ruhe
# In der zeit, wenn die Liebe die abgesonderten Elemente zur Vermischung veranlasst bzw.
# In der Zeit, wenn der Hass die Vermischung auflöst, kommt der Kosmos in Bewegung
Aufgrund einer anderen Mitteilung des Aristoteles ist hingegen der Kosmos bei Empedokles in ewiger Bewegung (in: Über den Himmel I 10 279b).
Zur Konstruktion des Himmels, der Sonne und des Mondlichts
Aus dem homogenen Gemisch der Elemente sonderte sich zunächst die Luft, dann das Feuer, die - indem sie die beiden Halbkugeln des Tages und der Nacht herstellten - die Erde umgeben. Der Himmel besteht aus durch Feuerwirkung eisartig erhärteter Luft. Die am Himmel festgesetzten Fixsterne und Planeten sind gleichfalls feurige Körper. Die Sonne ist in der Tat mit der feurigen Halbkugel identisch. Jene Sonne, die der Mensch am Himmel erblickt, ist das von der Erde zurückgeworfene Licht der wirklichen Sonne. Der Mond erhält sein Licht von der Sonne. Die gegenwärtigen Arten der Lebewesen entstanden in dem vierten Stadium eines phylogenetischen Prozesses.
Zur phylogenetischen Theorie des Empedokles
Die phylogenetische Theorie des Empedokles wurde bereits im Altertum als Vorläufer der später von Hippokrates begründeten Medizin angesehen. Der Körper der Lebewesen ist ein aus den vier Elementen bestehendes Gemisch. Den Unterschied der Arten und der unserer Körper ausmachenden Materien (Fleisch, Knochen, Blut u.a.) erklärt Empedokles durch die verschiedenen Proportionen des Elementargemisches. Wichtigstes Moment der Ernährung ist Verdauung, während der sich die Nahrung in ihre Elemente zerlegt und so in den Körper einbauen lässt.
Die Atmung veranschaulicht das Beispiel der Wasseruhr. In der Weise, wie in ihrem Röhrensystem das abnehmende Wasserniveau der Luft den Platz frei gibt, verursacht in unserem Körper das sich aus den Röhren zurückziehende Blut das Einatmen und der wieder vorwärtsdrängende Blutstrom das Ausatmen. Die unsere Sinnesorgane konstituierenden Elemente nehmen die ihnen verwandten Elemente der Außenwelt wahr.
Zur Vorstellung der "Entsühnung" bei schwerer Schuld des Menschen
In seinen "Entsühnungen" verkündet Empedokles die orphisch-pythagoreische Lehre der Seelenwanderung:
:Wenn einer in Schuldverstrickung mit Mordblut seine eigenen Glieder befleckte, wer ferner im Gefolge des Streits einen Meineid schwor aus der Zahl der Dämonen, die ein sehr langes Leben erlost haben, die müssen dreimal zehntausend Horen fernab von den Seligen umherschweifen, wobei sie im Laufe der Zeit als alle möglichen Gestalten sterblicher Geschöpfe entstehen, die des Lebens mühselige Pfade wechseln (1, 31 B 115)
Die Wanderung ist nicht nur die Strafe, sondern gleichzeitig auch der Reinigungsprozess der Seelen. Als immer vollkommener werdende Lebewesen erhalten sie wieder irdische Gestalt, "zuletzt aber werden sie Seher und Sänger und Ärzte und Fürsten den iridischen Menschen, woraus sie emporwachsen als Götter, an Ehren reichste" (ebenda 1, 31 B 146).
Der Prozess der Entsühnung bedeutet die Einhaltung der Regeln einer gewissen mystisch-asketischen Lebensordnung, deren Grundprinzip darin besteht, keine Tiere zu schlachten und kein Fleisch zu essen. Empedokles weiß sich selber als einen Beteiligten dieses Prozesses:
:Zu diesen gehöre jetzt auch ich, ein von Gott Gebannter und Irrender, da ich rasendem Streite vertraute (in: ebenda 1, 31 B 115).
Die Authentizität sowohl seiner kosmologisch-kosmogonischen wie auch seiner mystischen Lehre beruht jedoch darauf, dass sich der Philosoph schließlich selbst für eine zum Endpunkt dieses Prozesses gelangte, rein gewordene Seele hält:
:Ich aber wandle euch daher als ein unsterblicher Gott, nicht mehr als Sterblicher ... (in: edenda 1, 31 B 112)
Werke
- Die Natur -- Lehrgedichte
- Reinigungslehren -- mythische Offenbarungen
- H. Diels (Hrsg.): Die Fragmente der Vorsokratiker. Berlin 1956
- W. Capelle: Die Vorsokratiker. Die Fragmente und Quellenberichte. Berlin 1958
Weblinks
-
- [http://www.pinselpark.org/philosophie/e/emped/texte/natur.html Fragment]: Über die Natur
- [http://www.pinselpark.org/philosophie/e/emped/texte/suehne.html Fragment]: Sühnelied
- http://www.anderegg-web.ch/phil/empedokles.htm
Siehe auch: Philosophie der Antike
Kategorie:Mann
Kategorie:Vorsokratiker
Erkenntnistheoretiker
ja:エンペドクレス
482 v. Chr.
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Das 5. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 500 v. Chr. und endete am 31. Dezember 401 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. - König Alexander I. von Makedonien wird Olympionike bei den Olympischen Spielen.
- 500 v. Chr. - Tarent war eine Monarchie
- 497 v. Chr. - Einsetzung der Saturnalien
- 497 v. Chr. - Sieg der Römer über die Latiner in der Schlacht am See Regillus.
- 494 v. Chr. - In Rom wird das Amt des Volkstribuns eingeführt.
- 494 v. Chr. - Zerstörung Milets durch die Perser
- 493 v. Chr. - Bündnisvertrag zwischen Latinern und Römern.
- 490 v. Chr. - Schlacht bei Marathon: Niederlage Persiens gegen die Griechen
- 483 v. Chr. - Beginn der buddhistischen Zeitrechnung
- 482 v. Chr. - Themistokles betreibt in Athen ein Flottenbauprogramm und den Ausbau eines Krieghafens im Piräus
- 480 v. Chr.
- Frühjahr: Perserkönig Xerxes I. zieht mit einem Heer von über 100.000 Mann nach Griechenland
- 11. August: Erste Schlacht bei den Thermopylen, gleichzeitig Seeschlacht von Kap Artemision . Spartanerkönig Leonidas fällt samt seiner 300 Mann starken Leibgarde und ca. 1.000 Thespiern bei der Sicherung des Thermopylenpasses, um den Rückzug des griechischen Bündnisheeres und die Loslösung der griechischen Flotte vom Feind zu sichern
- danach Plünderung Athens durch die Perser, Zerstörung der Akropolis
- September: Seeschlacht von Salamis. Der Athener Themistokles lockt die Persische Flotte in einen Hinterhalt im Sund der Insel Salamis. Die griechische Flotte ist mit ihren Ruderschiffen der weit größeren Flotte der Perser, die auf engem Raum nur schwerfällig operieren kann, überlegen
- 479 v. Chr.
- 27. August - An oder um diesen Tag finden mit der Schlacht von Platää und der annähernd gleichzeitigen Seeschlacht von Mykale die Perserkriege ein Ende. Die Perser werden von den verbündeten griechischen Kleinstaaten geschlagen.
- Bau der Stadtmauer von Athen gegen den Einspruch der Spartaner
- 477 v. Chr.
- Die Römer unterliegen im Krieg gegen die Veji
- Der Stadtstaat Athen gründet den Delisch-Attischen Seebund
- 476 v. Chr. - Der größte griechische Chorlyriker Pindar wird an den Hof des Tyrannen Hieron I. nach Syrakus berufen.
- 474 v. Chr. - Seeschlacht vor Cumae, die Etrusker unterliegen den Griechen und verlieren ihren Einfluß in Suditalien.
- 464 v. Chr. - Schweres Erdbeben in Sparta, über 20.000 Todesopfer.
- 457 v. Chr. - Befehl zum Wiederaufbau Jerusalems durch Artaxerxes
- 449 v. Chr. - Kalliasfriede: Das Perserreich schließt einen Kompromissfrieden mit Athen.
- 446 v. Chr. - Athen und Sparta schließen einen befristeten Frieden auf 30 Jahre.
- 443 v. Chr. - In Rom wird das Amt des Censors eingeführt.
- 442 v. Chr. - Die Antigone von Sophokles wird aufgeführt.
- 431-404 v. Chr. - Peloponnesischer Krieg
- 431-421 v. Chr. - Archidamischer Krieg
- 430 v. Chr. - Pestepidemie in Athen
- 429-427 v. Chr. - Belagerung von Plataeae
- 425 v. Chr. - Ein schweres Erdbeben erschüttert Athen, tausende Todesopfer. Durch die darauf folgende Flutwelle wurde Euböa zur Insel.
- 424-420 v. Chr. - die Samniten bringen Kampanien unter ihre Herrschaft.
- 415-413 v. Chr. "Sizilianische Expedition". Athen unterstützt Segesta gegen Syrakus und Selinus; Belagerung von Syrakus.
- 413 v. Chr. - Die Athenische Flotte wird im Hafen von Syrakus vernichtet.
- 413 v. Chr. - Dekeleischer Krieg
- 411 v. Chr. - Athen führt die Oligarchie ein, diese wird jedoch noch im selben Jahr durch Alkibiades gestürzt. Die Demokratie wird gestärkt, das allgemeine Klagerecht eingeführt.
- 404 v. Chr. - Athen kapituliert vor Sparta; Auflösung des Seebundes.
- Gründung von Phalassarna
Persönlichkeiten
Geboren
- um 500 v. Chr. - Perikles, athenischer Staatsmann († 429 v. Chr.)
- um 497 v. Chr. - Sophokles, griechischer Dramatiker († um 406 v. Chr.)
- 490 v. Chr. - Ion von Chios, vorsokratischer Philosoph und Dramatiker († 421 v. Chr.)
- um 485 v. Chr. - Herodot, griechischer Geschichtsschreiber († um 425 v. Chr.)
- um 480 v. Chr.
- Antiphon (Redner), griechischer Philosoph (Sophist) († 411 v. Chr.)
- Euripides, griechischer Dramatiker († 407 v. Chr.)
- Gorgias, griechischer Philosoph (Sophist) († 380 v. Chr.)
- 469 v. Chr. - Sokrates, griechischer Philosoph († 399 v. Chr.)
- 460 v. Chr.
- Demokrit, griechischer Philosoph († 371 v. Chr.)
- Hippokrates, griechischer Arzt († um 375 v. Chr.).
- 455 v. Chr. - Thukydides, griechischer Geschichtsschreiber († um 400 v. Chr.)
- um 450 v. Chr. - Alkibiades, griechischer Feldherr († 404 v. Chr.)
- um 450 v. Chr. - Thrasymachos, griechischer Vorsokratiker (Sophist) aus Chalkedon
- um 448 v. Chr. - Agathon von Athen
- um 445 v. Chr. - Aristophanes, griechischer Satiriker und Komödiendichter († um 385 v. Chr.)
- um 435 v. Chr. - Philoxenos, griechischer Dithyrambendichter († 380 v. Chr.)
- 427 v. Chr. - Platon, griechischer Philosoph († um 347 v. Chr.)
- um 426 v. Chr. - Xenophon, griechischer Schriftsteller und Politiker († 355 v. Chr.)
- 408 v. Chr. - Antiphanes
Gestorben
- 497 v. Chr. - Aristagoras, Tyrann von Milet
- 493 v. Chr. - Histiaios, Tyrann von Milet
- 490 v. Chr. - Pheidippides, griechischer Bote
- 486 v. Chr. - Darius I., persischer König und Neuorganisator des persischen Großreichs
- 483 v. Chr. - Buddha, Religionsstifter des Buddhismus aus Süd-Nepal/Nord-Indien ( - 563 v. Chr.)
- 479 v. Chr. - Konfuzius, chinesischer Philosoph ( - 551 v. Chr.)
- 465 v. Chr. - Xerxes I., persischer König ( - um 519 v. Chr.)
- um 460 v. Chr. - Themistokles, griechischer Feldherr ( - um 525 v. Chr.)
- um 460 v. Chr. - Epicharmos, griechischer Philosoph, Komödienschreiber und Arzt ( - um 540 v. Chr.)
- 456 v. Chr. - Aischylos, griechischer Dichter ( - 525 v. Chr.)
- 429 v. Chr. - Perikles stirbt während des Peloponnesischen Krieg an der Pest ( - um 500 v. Chr.)
- 428 v. Chr. - Anaxagoras, griechischer Philosoph ( - um 500 v. Chr.)
- um 425 v. Chr. - Herodot, griechischer Geschichtsschreiber ( - um 485 v. Chr.)
- 421 v. Chr. - Ion von Chios, vorsokratischer Philosoph und Dramatiker († 490 v. Chr.)
- 411 v. Chr. - Antiphon (Redner), griechischer Philosoph (Sophist) ( - um 480 v. Chr.)
- 407 v. Chr. - Euripides, griechischer Dramatiker ( - um 480 v. Chr.)
- 406 v. Chr. - Sophokles, griechischer Dramatiker ( - um 497 v. Chr.)
- 404 v. Chr. - Alkibiades, griechischer Feldherr ( - um 450 v. Chr.)
Erfindungen und Entdeckungen
- Herodot ( - 485 v. Chr., † 425 v. Chr.) berichtet von der optischen Signalübertragung durch Feuerzeichen bei den Persern.
- Demokrit ( - 460 v. Chr., † 371 v. Chr.) postuliert die Existenz von Atomen als kleinste und unteilbare Teilchen, aus denen alle Materie zusammengesetzt ist.
- Im Peloponnesischen Krieg (431 v. Chr. bis 404 v. Chr.) werden militärische Geheimbotschaften mit Hilfe der Skytale verschlüsselt.
00-05
ja:紀元前5世紀
ko:기원전 5세기
Agrigento
Agrigento (lat. Agrigent, griech. Akragas) ist eine Stadt mit circa 53.000 Einwohnern an der Südküste Siziliens, 4 km vom Meer entfernt gelegen. Die Stadt hieß seit der Eroberung durch die Sarazenen Grigent. Erst 1927 erhielt sie offiziell ihren heutigen Namen, wurde jedoch unter Mussolini in Girgenti umgetauft. Agrigento ist die Hauptstadt der Provinz Agrigento.
Geographie
Die Stadt liegt auf 213 m über dem Meeresspiegel auf einer nach Osten und Norden steilen, nach Westen langsam abfallenden Felshöhe und wird von zwei Flüssen umschlossen, Hypsas und Akragas. Diese vereinen sich unterhalb der Stadt auf halber Strecke zum Meer.
Das Stadtgebiet wird durch ein tiefes Tal in zwei Hälften geteilt, von denen sich der nordwestlichere bis zu 328 m, der südöstliche bis zu 351 m über den Meeresspiegel erhebt. Die Akropolis liegt im nordwestlichen Teil.
Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von etwa 450 ha in Form eines irregulären Rechtecks. Die Gesamtfläche der Gemeinde umfaßt 244 km², die Einwohnerdichte beträgt etwa 217 Einwohner/km².
Geschichte
Es wird vermutet, dass der Ort schon von einer Ansiedelung der Sikaner eingenommen war, ihnen wird das weit in den Fels geschlagene Gängesystem zugeschrieben, außerdem wurde eine vorgriechische Nekropole westlich der Stadt gefunden.
Um das Jahr 582 v. Chr. wurde die Stadt als Kolonie von Gela und Rhodos aus gegründet. Die Stadt erlebt einen großen Aufschwung, schon bald wird die Polis in den antiken Quellen gepriesen. Ihren Wohlstand verdankt die Stadt dem Anbau und Export von Getreide, Wein und Öl. Außerdem war Akragas für seine Pferde- und Viehzucht berühmt. Handelsbeziehungen zum griechischen Mutterland spiegeln sich insbesondere wieder in der Münzprägung.
Durch die Belagerung und die Einnahme durch die Karthager 405 v. Chr. erlitt die Stadt einen schweren Schlag und erholte sich danach nie wieder völlig. Nach der Schlacht am Krimissos, 338 v. Chr., kolonisierte Timoleon die Stadt erneut von Velia in Lucanien aus. Die Stadt erholte sich in den folgenden 70 Jahren, trotz Auseinandersetzungen mit Agathokles von Syrakus. Unter der Tyrannis des Phintias, um 286-280 v. Chr., standen auch Gela und Agyrum unter der Herrschaft Akragas.
In den darauf folgenden Jahrzehnten litt die Stadt stark unter den Kämpfen zwischen Römern und Karthagern. Die Belagerung und Plünderung durch die Römer im Jahre 261 v. Chr. und durch die Karthager 255 v. Chr. machten den gerade wieder gewonnenen Aufschwung zunichte. Im zweiten punischen Krieg wurde Akragas zunächst von den Römern belagert, um dann 210 v. Chr. eingenommen zu werden. Um das Jahr 43 v. Chr. erhielt die Stadt durch die posthume Lex Iulia das römische Bürgerrecht. Zerstört wurde die Stadt im 5. Jahrhundert n. Chr. durch den Einfall der Wandalen.
Seit 827 n. Chr. herrschten die Sarazenen, die Stadt konkurrierte mit Palermo um die Vorherrschaft in Sizilien. 1086 wurde hier ein Bistum gegründet, damals eines der reichsten auf Sizilien. Bis 1927 hieß die Stadt Girgenti.
Sehenswürdigkeiten
Die herausragende Sehenswürdigkeit Agrigents ist das Tal der Tempel. Der Tempelbezirk liegt 1 km außerhalb der Stadt.
Tal der Tempel
Tempelbezirk
Hier sind einige Tempel zu besichtigen:
- Tempio di Concordia: ein Tempel aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. gebaut im dorischen Stil. Im 6. Jahrhundert wurde durch Papst Gregor der Große der Tempel in eine Kirche umgewandelt. Im 18. Jahrhundert wurde der Tempel wieder restauriert. Es sind 34 Säulen erhalten. Der Tempel ist damit neben den Theseion in Athen der bestherhaltene Tempel der griechischen Zeit.
- Tempio de Giunone: Östlich des Tempio di Concordia steht der Tempio di Giunone. Dieser Tempel wurde im 5. Jahrhundert im dorischen Stil erbaut. 25 Säulen stehen noch. Weitere 9 Säulen hat man zur Hälfe wieder aufgerichtet. In der Nähe stehen die Reste eines Opferaltars.
- Tempio di Ercole: von dem Heraklestempel stehen noch acht Säulen. Diese wurden 1923 wieder aufgerichtet.
- Tempio di Giove Olimpico: heute ein Trümmerfeld, damals hatte der Tempel eine Länge von 113 m, und war damit der größte Tempel des Altertums (Tempel G in Selinunt 111 m, Artemision in Ephesus 109 m, Parthenon in Athen 70 m). Riesige Atlanten waren wohl als Träger des Gebälks gedacht, einer wurde restauriert und liegt jetzt am Boden (7,75 m lang) neben dem Trümmerfeld.
- Tempio di Castor e Polluce: vier Säulen und ein Stück Giebel stehen noch von dem Tempel. Nördlich von diesem Tempel stehen die Reste von zwölf Altären und acht kleinen Tempeln.
- Tempio die Vulcano: es stehen nur noch Reste des Tempels. Von hier hat man eine schöne Sicht auf die Tempel des Valle die Tempio.
Altstadt
- Der Dom steht auf den Fundamenten eins Jupitertempels. Der Dom wurde im 11. Jahrhundert errichtet und im 16./17. Jahrhundert umfangreich erneuert. 1966 wurde der Dom von einem Erdrutsch beschädigt. Vom Campanile hat man eine schöne Aussicht.
- Museo Diocessano: Museum mit Freskenmalereine und Reliquienschreinen aus der byzantinischen Zeit
- Rupe Atenea: Hauptstraße Agrigents
- Museo Acheologica Regionale: hier werden Funde aus der Gegend Argigents gezeigt.
Weblinks
- [http://www.comune.agrigento.it Offizielle Seite der Stadt Agrigent] (italienisch)
- [http://www.antikefan.de/Bilder/agrigent/agrigent.html Akragas, Agrigentum (Agrigent) - "Tal der Tempel"]
Kategorie:Ort auf Sizilien
Kategorie:Dorische Stadtgründung
Kategorie:Weltkulturerbe
ja:アグリジェント
434 v. Chr.
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Das 5. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 500 v. Chr. und endete am 31. Dezember 401 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. - König Alexander I. von Makedonien wird Olympionike bei den Olympischen Spielen.
- 500 v. Chr. - Tarent war eine Monarchie
- 497 v. Chr. - Einsetzung der Saturnalien
- 497 v. Chr. - Sieg der Römer über die Latiner in der Schlacht am See Regillus.
- 494 v. Chr. - In Rom wird das Amt des Volkstribuns eingeführt.
- 494 v. Chr. - Zerstörung Milets durch die Perser
- 493 v. Chr. - Bündnisvertrag zwischen Latinern und Römern.
- 490 v. Chr. - Schlacht bei Marathon: Niederlage Persiens gegen die Griechen
- 483 v. Chr. - Beginn der buddhistischen Zeitrechnung
- 482 v. Chr. - Themistokles betreibt in Athen ein Flottenbauprogramm und den Ausbau eines Krieghafens im Piräus
- 480 v. Chr.
- Frühjahr: Perserkönig Xerxes I. zieht mit einem Heer von über 100.000 Mann nach Griechenland
- 11. August: Erste Schlacht bei den Thermopylen, gleichzeitig Seeschlacht von Kap Artemision . Spartanerkönig Leonidas fällt samt seiner 300 Mann starken Leibgarde und ca. 1.000 Thespiern bei der Sicherung des Thermopylenpasses, um den Rückzug des griechischen Bündnisheeres und die Loslösung der griechischen Flotte vom Feind zu sichern
- danach Plünderung Athens durch die Perser, Zerstörung der Akropolis
- September: Seeschlacht von Salamis. Der Athener Themistokles lockt die Persische Flotte in einen Hinterhalt im Sund der Insel Salamis. Die griechische Flotte ist mit ihren Ruderschiffen der weit größeren Flotte der Perser, die auf engem Raum nur schwerfällig operieren kann, überlegen
- 479 v. Chr.
- 27. August - An oder um diesen Tag finden mit der Schlacht von Platää und der annähernd gleichzeitigen Seeschlacht von Mykale die Perserkriege ein Ende. Die Perser werden von den verbündeten griechischen Kleinstaaten geschlagen.
- Bau der Stadtmauer von Athen gegen den Einspruch der Spartaner
- 477 v. Chr.
- Die Römer unterliegen im Krieg gegen die Veji
- Der Stadtstaat Athen gründet den Delisch-Attischen Seebund
- 476 v. Chr. - Der größte griechische Chorlyriker Pindar wird an den Hof des Tyrannen Hieron I. nach Syrakus berufen.
- 474 v. Chr. - Seeschlacht vor Cumae, die Etrusker unterliegen den Griechen und verlieren ihren Einfluß in Suditalien.
- 464 v. Chr. - Schweres Erdbeben in Sparta, über 20.000 Todesopfer.
- 457 v. Chr. - Befehl zum Wiederaufbau Jerusalems durch Artaxerxes
- 449 v. Chr. - Kalliasfriede: Das Perserreich schließt einen Kompromissfrieden mit Athen.
- 446 v. Chr. - Athen und Sparta schließen einen befristeten Frieden auf 30 Jahre.
- 443 v. Chr. - In Rom wird das Amt des Censors eingeführt.
- 442 v. Chr. - Die Antigone von Sophokles wird aufgeführt.
- 431-404 v. Chr. - Peloponnesischer Krieg
- 431-421 v. Chr. - Archidamischer Krieg
- 430 v. Chr. - Pestepidemie in Athen
- 429-427 v. Chr. - Belagerung von Plataeae
- 425 v. Chr. - Ein schweres Erdbeben erschüttert Athen, tausende Todesopfer. Durch die darauf folgende Flutwelle wurde Euböa zur Insel.
- 424-420 v. Chr. - die Samniten bringen Kampanien unter ihre Herrschaft.
- 415-413 v. Chr. "Sizilianische Expedition". Athen unterstützt Segesta gegen Syrakus und Selinus; Belagerung von Syrakus.
- 413 v. Chr. - Die Athenische Flotte wird im Hafen von Syrakus vernichtet.
- 413 v. Chr. - Dekeleischer Krieg
- 411 v. Chr. - Athen führt die Oligarchie ein, diese wird jedoch noch im selben Jahr durch Alkibiades gestürzt. Die Demokratie wird gestärkt, das allgemeine Klagerecht eingeführt.
- 404 v. Chr. - Athen kapituliert vor Sparta; Auflösung des Seebundes.
- Gründung von Phalassarna
Persönlichkeiten
Geboren
- um 500 v. Chr. - Perikles, athenischer Staatsmann († 429 v. Chr.)
- um 497 v. Chr. - Sophokles, griechischer Dramatiker († um 406 v. Chr.)
- 490 v. Chr. - Ion von Chios, vorsokratischer Philosoph und Dramatiker († 421 v. Chr.)
- um 485 v. Chr. - Herodot, griechischer Geschichtsschreiber († um 425 v. Chr.)
- um 480 v. Chr.
- Antiphon (Redner), griechischer Philosoph (Sophist) († 411 v. Chr.)
- Euripides, griechischer Dramatiker († 407 v. Chr.)
- Gorgias, griechischer Philosoph (Sophist) († 380 v. Chr.)
- 469 v. Chr. - Sokrates, griechischer Philosoph († 399 v. Chr.)
- 460 v. Chr.
- Demokrit, griechischer Philosoph († 371 v. Chr.)
- Hippokrates, griechischer Arzt († um 375 v. Chr.).
- 455 v. Chr. - Thukydides, griechischer Geschichtsschreiber († um 400 v. Chr.)
- um 450 v. Chr. - Alkibiades, griechischer Feldherr († 404 v. Chr.)
- um 450 v. Chr. - Thrasymachos, griechischer Vorsokratiker (Sophist) aus Chalkedon
- um 448 v. Chr. - Agathon von Athen
- um 445 v. Chr. - Aristophanes, griechischer Satiriker und Komödiendichter († um 385 v. Chr.)
- um 435 v. Chr. - Philoxenos, griechischer Dithyrambendichter († 380 v. Chr.)
- 427 v. Chr. - Platon, griechischer Philosoph († um 347 v. Chr.)
- um 426 v. Chr. - Xenophon, griechischer Schriftsteller und Politiker († 355 v. Chr.)
- 408 v. Chr. - Antiphanes
Gestorben
- 497 v. Chr. - Aristagoras, Tyrann von Milet
- 493 v. Chr. - Histiaios, Tyrann von Milet
- 490 v. Chr. - Pheidippides, griechischer Bote
- 486 v. Chr. - Darius I., persischer König und Neuorganisator des persischen Großreichs
- 483 v. Chr. - Buddha, Religionsstifter des Buddhismus aus Süd-Nepal/Nord-Indien ( - 563 v. Chr.)
- 479 v. Chr. - Konfuzius, chinesischer Philosoph ( - 551 v. Chr.)
- 465 v. Chr. - Xerxes I., persischer König ( - um 519 v. Chr.)
- um 460 v. Chr. - Themistokles, griechischer Feldherr ( - um 525 v. Chr.)
- um 460 v. Chr. - Epicharmos, griechischer Philosoph, Komödienschreiber und Arzt ( - um 540 v. Chr.)
- 456 v. Chr. - Aischylos, griechischer Dichter ( - 525 v. Chr.)
- 429 v. Chr. - Perikles stirbt während des Peloponnesischen Krieg an der Pest ( - um 500 v. Chr.)
- 428 v. Chr. - Anaxagoras, griechischer Philosoph ( - um 500 v. Chr.)
- um 425 v. Chr. - Herodot, griechischer Geschichtsschreiber ( - um 485 v. Chr.)
- 421 v. Chr. - Ion von Chios, vorsokratischer Philosoph und Dramatiker († 490 v. Chr.)
- 411 v. Chr. - Antiphon (Redner), griechischer Philosoph (Sophist) ( - um 480 v. Chr.)
- 407 v. Chr. - Euripides, griechischer Dramatiker ( - um 480 v. Chr.)
- 406 v. Chr. - Sophokles, griechischer Dramatiker ( - um 497 v. Chr.)
- 404 v. Chr. - Alkibiades, griechischer Feldherr ( - um 450 v. Chr.)
Erfindungen und Entdeckungen
- Herodot ( - 485 v. Chr., † 425 v. Chr.) berichtet von der optischen Signalübertragung durch Feuerzeichen bei den Persern.
- Demokrit ( - 460 v. Chr., † 371 v. Chr.) postuliert die Existenz von Atomen als kleinste und unteilbare Teilchen, aus denen alle Materie zusammengesetzt ist.
- Im Peloponnesischen Krieg (431 v. Chr. bis 404 v. Chr.) werden militärische Geheimbotschaften mit Hilfe der Skytale verschlüsselt.
00-05
ja:紀元前5世紀
ko:기원전 5세기
Peloponnes
Der Peloponnes (griechisch Πελοπόννησος Pelopónnisos) ist eine Halbinsel und Verwaltungsregion im Süden Griechenlands. Etwa 1 Million Menschen leben dort.
Insel oder Halbinsel
Vom Festland ist der Peloponnes über eine schmale Landenge von ca. 6,3 km, den Isthmos von Korinth, zu erreichen, der jedoch 1893 durch den Kanal von Korinth durchbrochen wurde. Dennoch ist der Peloponnes keine Insel, weil der Kanal ein künstliches Bauwerk ist, daher kann man auch nicht von einer Insel sprechen. Siehe dazu auch Insel und Halbinsel.
Herkunft des Namens
Der Name ist hergeleitet von der mythologischen Gestalt Pelops, der ein Sohn des sagenhaften Königs Tantalos gewesen sein soll.
Im Mittelalter war für die Peloponnes auch die (italienische) Bezeichnung Morea (frz. Morée) geläufig.
Geografie
Der Peloponnes ist der südlichste Teil der Balkanhalbinsel und somit das am weitesten ins Mittelmeer hineinragende Gebiet. Der südlichste Punkt des Peloponnes ist Kap Malea. Im Osten wird der Peloponnes von der Ägäis und im Westen vom Ionischen Meer begrenzt.
Erdgeschichtlich betrachtet, war der Peloponnes ursprünglich eine Insel, wurde jedoch dann im Laufe der Zeit durch die Nord-Verschiebung der afrikanischen und saudiarabischen Platte an das Festland herangedrückt. (siehe dazu: Plattentektonik). Deutliche Spuren davon sind anhand der zahlreichen, geologisch gesehen relativ jungen, Faltengebirge zu erkennen. Diese spalten sich zahlreich auf dem Peloponnes auf und geben der Landschaft ein charakteristisches Bild. Vor allem im Zentralpeloponnes (Arkadien) ist die gebirgige Gegend schwer zugänglich und gekennzeichnet durch oberirdische abflusslose Becken (Poljen), in denen z.T. Seen entstanden. Ein Beispiel hierfür ist der mittlerweile verlandete Stymphalische See. Die Gebirge erheben sich auf dem Peloponnes in eine Höhe von bis zu 2400 m, die dazwischen liegenden Täler zeichnen sich für griechische Verhältnisse oft durch große Fruchtbarkeit aus.
Da die Verschiebung der Platten weiterhin anhält, ist der Peloponnes neben Italien zu den erdbebengefährdesten Gebieten Europas zu zählen.
Verwaltungsgliederung
erdbebengefährdesten
Einen Teil des Peloponnes bildet die Verwaltungsregion (griechisch περιφέρεια/periféria) Peloponnes (Πελοπόννησος/Pelopónnissos) mit 5 Präfekturen (griechisch νομοί/nomí, Singular νομός/nomós), von denen ein Teil der Präfektur Korinthien sich auch auf das griechische Festland jenseits des Isthmus erstreckt. Die Präfekturen Achaia und Elis bilden zusammen mit Ätoloakarnanien die Verwaltungsregion Westgriechenland. Ein Teil der Halbinsel Methana und ein Küstenstreifen der Argolischen Halbinsel wie auch die Inseln im Saronischen Golf und vor der peloponnesischen Südostküste gehören zur Verwaltungsregion Attika.
Präfekturen auf dem Peloponnes
Verwaltungsregion Peloponnes:
- Argolis (Αργολίδα/Argolída), Hauptstadt Nauplia (Ναύπλιο/Náfplio)
- Arkadien (Αρκαδία/Arkadía), Hauptstadt Tripolis (Τρίπολη/Trípoli)
- Korinthien (Κορινθία/Korinthía), Hauptstadt Korinth (Κόρινθος/Kórinthos)
- Lakonien (Λακωνία/Lakonía), Hauptstadt Sparta (Σπάρτη/Spárti)
- Messenien (Μεσσηνία/Messinía), Hauptstadt Kalamata (Καλαμάτα/Kalamáta)
Verwaltungsregion Westgriechenland:
- Elis (Ηλεία/Ilía), Hauptstadt Pyrgos (Πύργος/Pírgos)
- Achaia (Αχαΐα/Achaía), Hauptstadt Patras (Πάτρα/Pátra)
Verwaltungsregion Attika:
- Präfekturbezirk (νομαρχία/nomarchía) Troizen (Τροιζήνα/Trizína)
Städte
- Nafplio
- Patras (Πάτρα), zentraler Fährhafen (moderne Transkription: Patra)
- Pilos
- Sparta (Σπάρτη) (moderne Transkription: Sparti)
- Korinth (Κόρινθος)
Geschichte
Im Altertum war der Peloponnes Zentrum der mykenischen Kultur, die um 1100 v. Chr. ein abruptes Ende fand. Neben den Dorern hielten sich im Nordwesten die Achaier. In der klassischen Zeit unter der Herrschaft Spartas und seines Peloponnesischen Bundes wurde es nach dem Fall Spartas bei der Schlacht von Leuktra 371 v. Chr. vom Arkadischen Bund beherrscht. Nach der Makedonenherrschaft schlossen sich Teile des Peloponnes im Achäischen Bund zusammen, der 146 v. Chr. von den Römern nach der Zerstörung Korinths aufgelöst wurde. Nach jahrhundertelanger Zugehörigkeit zu Byzanz wurde die Halbinsel, die nun Morea bzw. Morée genannt wurde, 1204 von den Kreuzrittern erobert. Die Gegend rund um Misthra blieb aber byzantinisch und wurde zu einem kulturellen Zentrum. Ab dem 14. Jahrhundert wechselte der Besitz zwischen Venedig und dem Osmanischen Reich. Von 1686-1715 war die gesamte Morea ertsmals territorial vollständig eine venezianische Provinz (siehe auch Türkenkriege), nach der Unabhängigkeit Griechenlands 1822 wurde es unter seinem antiken Namen Teil des neuen Staates.
Bekannte antike Stätten
- Mykene
- Olympia (Zeusheiligtum, dort wurden die Olympischen Spiele der Antike ausgerichtet.)
- Tiryns
- Sparta
- Epidauros
- Maghoula-Galatas
- Methana
Wichtige Orte aus byzantinischer Zeit
- Misthra
- Monemvasia
- Methoni
Diese Orte liegen in der Argolis
- Kranidi
- Porto Heli
- Ermioni
- Methana
Verkehr
Es gibt Flughäfen bei Patras im Nordwesten und bei Kalamata im Südwesten.
Geschichtlich bedeutende Orte
- Kalavrita
Kategorie:Halbinsel
Kategorie:Geographie (Griechenland)
Kategorie:Historische Landschaft
ja:ペロポネソス半島
ko:펠로폰네소스 반도
simple:Peloponnese
ArztEin Arzt oder eine Ärztin (v. griech.: αρχίατρος archíatros = der Oberarzt, Leibarzt; zu archiater latinisiert) beschäftigt sich mit der Vorbeugung (Prävention), Erkennung (Diagnose), Behandlung (Therapie) und Nachsorge von Krankheiten und Unfällen.
Die germanische Bezeichnung für den Heilberuf (althochdeutsch lâchi) ist beispielsweise im schwedischen läkare, im englischen leech (Blutegel) oder im Familiennamen Lachmann erhalten ([http://www.dike.de/pfr-tischner/22-spr/ht-etym/worter/legis.htm ausführliche Angaben zur Etymologie]).
In vielen fachsprachlichen Komposita taucht das ursprüngliche griechische Wort (γ)ιατρός bzw. die ältere, gelehrtere Form ἰατήρ auf: iatrogen - durch ärztliches Handeln verursacht, der Psychiater - der Seelenarzt etc.
Allgemeines
Die Funktion des »Arztes« bzw. des »Heilers« ist eine der ältesten der Menschheit. Die Berufssoziologie lehrt, dass ein Berufsstand wie der der Ärzte unter solchen Umständen eine eigene Standesmoral entwickelt, deren bekannteste Form der »Eid des Hippokrates« ist. In krassen Fällen (vgl. die »Triage«) steht sie vor fast unlösbaren Aufgaben. Ihre Intaktheit ließe sich z. B. daran ersehen, ob bei lebensgefährlichen Seuchen die Ärzte nicht desertieren.
Ärzte unterliegen dem Arztwerberecht welches weitgehende Einschränkungen in der Publikation und Veröffentlichungen bedeutet. Ärzte haften ihren Patienten zwar nicht auf Erfolg ihres Handelns, können ihnen aber unter dem Gesichtspunkt der Arzthaftung zum Schadenersatz verpflichtet sein.
Ärzte nehmen im Gesundheitswesen eine Schlüsselposition ein und entscheiden durch ihre Verschreibungspraxis maßgeblich über die Umsatzentwicklung von Pharmaunternehmen, von denen sie durch Pharmareferenten nachhaltig umworben werden.
Deutschland
Die freie Ausübung der Heilkunde ist in Deutschland nur approbierten Ärzten erlaubt, mit festgelegten Einschränkungen dürfen auch Heilpraktiker Kranke behandeln. Spezielle Bereiche der Diagnostik und Therapie werden auch (i.d.R. auf Veranlassung von Ärzten) von Angehörigen der Heilhilfsberufe durchgeführt.
Die Approbation als Arzt setzt ein sechsjähriges Studium der Humanmedizin voraus. Die bundesweit einheitliche Approbationsordnung regelt die Ausbildung des Medizinstudenten bezüglich der Dauer und der Inhalte der Ausbildung in den einzelnen Fächern, sowie der Prüfungen. Diese schließt mit dem Staatsexamen ab. Von Oktober 1988 bis Oktober 2004 war zur Erlangung der Vollapprobation zusätzlich eine 18-monatige Tätigkeit als »Arzt im Praktikum« unter Aufsicht eines approbierten Arztes notwendig. Anschließend an das Studium ist es üblich, dass ein Arzt für mehrere Jahre als Assistenzarzt an einer Klinik arbeitet, um sich auf einem oder mehreren Spezialgebieten der Medizin weiterzubilden und evtl. einen Facharzttitel zu erwerben, der die Voraussetzung zur Niederlassung ist. Niedergelassene Ärzte arbeiten in freier Praxis, ggf. auch mit mehreren Ärzten in einer Gemeinschaftspraxis oder Praxisgemeinschaft.
Jeder Arzt ist Pflichtmitglied der Ärztekammer (Landesärztekammer), in deren Gebiet er seine ärztliche Tätigkeit ausübt. In Deutschland sind derzeit (Stand 2004) 394.400 Ärzte gemeldet, davon sind 88.000 ohne ärztliche Tätigkeit. Die Kassenärztliche Zulassung besitzen 59.000 Hausärzte und 58.900 Fachärzte. In den Kliniken sind 146.300 Ärzte beschäftigt.
Österreich
In Österreich ist man mit der Promotion (dem abgeschlossenen Universitätsstudium) zunächst Doktor der gesamten Heilkunde. Selbständig als Arzt tätig werden kann man auch hier nur, wenn für mindestens drei Jahre im Rahmen des »Turnus« verschiedene (definierte) Disziplinen durchlaufen wurden und die Arbeit hier vom jeweiligen Abteilungsvorstand positiv bewertet wurde. Damit hat man sich das »jus practicandi« erworben: Die Berechtigung zur selbständigen Berufsausführung als Arzt für Allgemeinmedizin.
Schweiz
In der Schweiz ist man nach dem mit dem Staatsexamen abgeschlossenen 6-jährigen Studium zunächst eidgenössisch diplomierter Arzt und als solcher zur Arbeit als Assistenzarzt in Krankenhäusern und Arztpraxen befugt.
Die Ausbildung zur selbständigen Berufsausübung befugten Facharzt dauert je nach Fach zwischen zwei (»praktischer Arzt«) und 8 Jahren nach dem Studienabschluss. Für einen Facharzttitel muss zudem eine Facharztprüfung abgelegt werden. Danach darf sich der Arzt »Facharzt für FMH« nennen. Die Erlaubnis zur Praxiseröffnung ist kantonal geregelt, die Zulassung zur Berufsausübung zulasten der Krankenkassen wird vom Krankenkassenzentralverband Santesuisse erteilt, ist aber nur eine Formalität. Aktuell besteht aber ein Praxiseröffnungs-Stopp, welcher die Berufsausübung zulasten der Krankenkassen einschränkt. Lediglich bei Bedarfsnachweis, z.B. bei einer Praxisübernahme, ist eine Zulassung möglich.
Die jeweilige Fachgesellschaft prüft – soweit dies überhaupt möglich ist –, ob jeder Facharzt seiner Fortbildungspflicht (je nach Fachgebiet 60–100 Stunden pro Jahr) nachkommt.
Seit dem 1. Januar 2005 gilt für die Assistenzärzte und Oberärzte eine durch das landesweit gültige Arbeitszeitgesetz begründete maximale Wochenarbeitszeit von 50 Stunden. Bis dahin waren Verträge mit der Formulierung »Die Arbeitszeit richtet sich nach den Bedürfnissen des Spitals« üblich, wodurch Arbeitszeiten oft über 60 und 70 Stunden pro Woche, ohne finanziellen Ausgleich zu leisten waren.
Auch mit dem neuen Arbeitsgesetz leisten die Assistenzärzte und Oberärzte immer noch knapp 20 % mehr Wochenstunden als die übrigen Beschäftigten im Spital- und weiteren öffentlichen Bereich (42-Stundenwoche). Damit ergeben sich für die Assistenzärzte Stundenlöhne und Gesamtvergütungen die unter denen des Heilhilfspersonal (Krankenschwestern, Physiotherapeuten etc.) liegen.
Für junge Oberärzte gilt Entsprechendes im Vergleich zu Heilhilfspersonal mit Fachausbildung und höherer Dienstaltersstufe (z.B. Intensivkrankenschwestern).
Die Leitenden Ärzte und Chefärzte sind finanziell in der Gesamtvergütung besser gestellt, jedoch sind sie aus dem Arbeitszeitgesetz ausgegliedert und haben damit keinen gesetzlichen Schutz ihrer maximalen Arbeitszeit.
Ärzte in anderen Berufen
- Einige Ärzte sind als Schriftsteller bekannt geworden, etwa Peter Bamm, Gottfried Benn, Georg Büchner, Hans Carossa, Louis-Ferdinand Céline, Michael Crichton, Alfred Döblin, Sir Arthur Conan Doyle, Rainald Goetz, Friedrich Reinhold Kreutzwald, Elias Lönnrot, William Somerset Maugham, Joaquín Navarro-Valls, Walker Percy, Friedrich Schiller, Carl Ludwig Schleich, Arthur Schnitzler, Anton P. Tschechow, Ernst Weiß, William Carlos Williams, und Friedrich Wolf.
- Andere Ärzte sind Politiker geworden: Salvador Allende, Gro Harlem Brundtland, Georges Clemenceau, Howard Dean, Bill Frist, Che Guevara, George Habash, Bernard Kouchner, Jean-Paul Marat.
Statistiken
center
Zitate
- Ärzte schütten Medikamente, von denen sie wenig wissen, zur Heilung von Krankheiten, von denen sie weniger wissen, in Menschen, von denen sie nichts wissen. (Voltaire)
- Gleichgewicht
:Was bringt den Doktor um sein Brot?
:a) die Gesundheit, b) der Tod,
:Drum hält der Arzt, auf daß er lebe
:uns zwischen beiden in der Schwebe.
::(Eugen Roth)
- An apple a day keeps the doctor away (Ein Apfel am Tag hält den Arzt fort)
- Wer heilt hat recht! (uralte ärztliche Weisheit)
- Todmüde Ärzte behandeln todkranke Patienten! (aktuelle ärztliche Wahrheit)
Siehe auch
- Liste bedeutender Mediziner und Ärzte
- Approbation, Ärztekammer, Ärztemangel, Arztwechsel, Arztwerberecht
- Medizinstudium
- Gesundheitswesen, Gesundheitswesen Schweiz, Gruppenkonsultation
- Patient, Patientenverfügung, Betreuungsrecht
- Visite, Abrechnungsbetrug
Literatur
- Via medici-Buchreihe: Berufsplaner Arzt; Markus Vieten, Thieme Verlag, ISBN 3131161051
Weblinks
- http://www.aerzteblatt.de: Das deutsche Ärzteblatt
- http://www.aerztezeitung.de: Einzige deutschsprachige Tageszeitung für Ärzte
- http://www.facharzt.de: unabhängige Informations- und Diskussionsbasis für Ärzte, minutenschneller Nachrichtendienst, Abo-finanziert, Werbe-finanziert
- http://www.arzt-auskunft.de: Arzt-Such-Service der Stiftung Gesundheit
- http://www.med-kolleg.de/arzt/: Arztsuche
- http://www.arzt.de: Deutsches Ärztenetz – Informationen aus ärztlichen Organisationen in Deutschland
Kategorie:Heilberuf
ja:医師
ko:의사
AntikeDer Begriff Antike (von lat. antiquus, alt, altertümlich) bezeichnet die Epoche des Altertums im Mittelmeerraum. Sie reicht etwa von 1200 v. Chr. (bzw. 800 v. Chr., siehe zeitliche Abgrenzung) bis ca. 600 n. Chr. und unterscheidet sich von vorhergehenden und nachfolgenden Epochen durch gemeinsame und durchgängige kulturelle Traditionen. Seit dem ersten Jahrhundert n. Chr. bildete zudem der Mittelmeerraum im Rahmen des Römischen Reichs eine politische und kulturelle Einheit. Im engeren Sinne bezeichnet man mit der Antike die Geschichte des archaischen und klassischen Griechenlands, des Hellenismus und des Römischen Reichs (Republik, Prinzipat und Spätantike).
Im weiteren Sinne bezieht die Antike auch die Geschichte der altorientalischen, nahöstlichen Hochkulturen Ägyptens, Mesopotamiens, Syriens, Persiens und Kleinasiens mit ein, die etwa mit dem Beginn der Schriftlichkeit um 3500 v. Chr. einsetzt. Dieser universalhistorische, über die Klassische Altertumswissenschaft hinausgehende Ansatz wurde unter anderem von dem Historiker Eduard Meyer im 19. Jahrhundert gefordert. Wieder aufgegriffen wurde dies in letzter Zeit etwa durch den deutschen Althistoriker Josef Wiesehöfer, einen anerkannten Experten für das antike Persien.
Josef Wiesehöfer
Epochenabgrenzung
Historisch bezeichnet Antike im Sinne der klassischen Altertumswissenschaft die Zeit von der allmählichen Herausbildung der griechischen Staatenwelt bis zum Ende des weströmischen Reichs im Jahr 476 bzw. bis zum Tod des oströmischen Kaisers Justinian I. 565. Immer öfter wird auch die arabische Expansion ab 632 als Enddatum genannt (siehe Islamische Expansion).
Der Anfang der antiken Kultur im klassischen Sinne wird im Allgemeinen mit der Entstehungszeit der Homerischen Epen und dem Beginn der griechischen Kolonisation des Mittelmeerraums im 8. Jahrhunderts v. Chr. angesetzt. Die Griechen verbreiteten ihre Bildung und Kultur in den folgenden Jahrhunderten im gesamten Mittelmeerraum und seit Alexander dem Großen auch im Orient und nach Zentralasien hinein. Die Römer brachten die antike Kultur bis nach Mittel- und Nordwesteuropa, wo sie sich seit dem frühen Mittelalter zur christlich-abendländischen Kultur wandelte.
Je nach Forschungsrichtung werden aber durchaus auch die Zeiten der minoischen und der mykenischen Kultur von etwa 1900–1100 v. Chr. sowie die Epoche der so genannten dunklen Jahrhunderte 1200–750 v. Chr. zur griechisch-römischen Antike gerechnet.
Als Epochengrenzen zum Mittelalter sind auch die Jahre 325 (Konzil von Nicäa), 393 (letzte Olympische Spiele der Antike), 476 (Absetzung des Romulus Augustulus), 498 (Taufe des Frankenkönigs Chlodwig I.), 529 (Gründung des ersten abendländischen Mönchsklosters durch Benedikt von Nursia; zugleich Schließung der platonischen Akademie als symbolisches Datum in der Philosophie nach dem Tod des "letzten" antiken Philosophen Boëthius 524), der Tod Kaiser Justinians I. 565, das Ende der Völkerwanderung mit dem Langobardeneinfall in Italien 568 oder die Eroberungszüge der Araber im 7. Jahrhundert vorgeschlagen worden. Im Allgemeinen wird das Ende der Antike heute in etwa mit dem Jahr 600 angesetzt; darin kommt zum Ausdruck, dass es letztlich keinen eindeutigen einmaligen Einschnitt zwischen Altertum und Mittelalter gab.
Zum Ende der Antike siehe vor allem Spätantike.
Ursprünge der antiken Kultur
Die Ursprünge der europäischen Antike liegen im Dunkeln. Ihre Vorgeschichte ist etwa in der Zeit von ca. 2000- ca. 1600 v. Chr., im Mittelhelladikum anzusiedeln. Zu Beginn dieses Zeitabschnitts - teils auch schon im letzten Abschnitt des Frühhelladikums FH III ca. 2200-2000 v. Chr. - wanderten indoeuropäische Stämme in Griechenland ein. Offenbar unter Einfluss der sogenannten minoischen Kultur auf Kreta, der ersten Hochkultur Europas, die ihre Blüte von ca. 1900 - 1450 v. Chr. hatte, entwickelte sich auf dem Festland aus der Kultur des Mittelhelladikums die mykenische Kultur (ca. 1600 - 1050/00 v. Chr.). Sie hat Ihren Ausgangspunkt vermutlich in der Argolis und erscheint unvermittelt mit reichen Schachtgräbern (ab ca. 1600 v. Chr.). Unter anderem übernahm die mykenische Kultur von der minoischen die Schrift. Die auf Kreta (unter anderem) verwendete sog. Linearschrift A), die aber bisher nicht vollständig entschlüsselt werden konnte, da die Texte in unbekannter Sprache geschrieben sind, wurde zur sog. Linearschrift B modifiziert. Die Linearschrift B begegnet auf zahlreichen Tontäfelchen u.a. der Paläste in Pylos, Theben, Mykene auf dem griechischen Festland und dem mittlerweile mykenisch beherrschtem Knossos auf Kreta.
Knossos
Bekannt sind die prächtigen Zentren der mykenischen Kultur. Bedeutende Fundorte sind Mykene, Pylos und Tiryns auf der Halbinsel Peloponnes, Orchomenos und Gla in Böotien (letzteres keine Burg), Milet in Westkleinasien usw. Die Zentren hatten eine Oberstädte, Burgen genannt, die im 13. Jh. in vielen Fällen stark befestigt wurden. Reiche Kuppelgräber, feine, teils reich bemalte Keramik, kunstvolle Gold-, Silber und Faiencerarbeiten etc. zeugen vom Reichtum und von der Spezialisierung des Wirtschaftssystems, das zentral gesteuert wurde. Intensive Handelskontakte wurden mit dem Nahen Osten, Assyrien und Ägypten gepflegt. Mykenische Keramik war in weiten Teilen des Mittelmeergebiets beliebt. Wahrscheinlich gab es sogar griechische Handelsniederlassungen in Süditalien. Etwa 1200-750 v. Chr. setzt man traditionell das "Dunkle Zeitalter" an, aus dem uns nur wenig überliefert ist. Zu Beginn dieser Phase werden viele der Burgen des griechischen Festlands zerstört. Die mykenische Tradition besteht jedoch noch ca. 150 Jahre weiter, bevor der Übergang in die sog. Protogeometrische Periode (ca. 1050 - 900 v. Chr.) erfolgt. Der Überlieferung nach setzt ca. 1050 v. Chr. die sehr umstrittene "Ionische Wanderung" ein, in deren Verlauf die Einwohner des griechischen Festlandes die Inseln der Ägäis und Kleinasiens kolonisierten. Auf dem griechischen Festland bietet sich ein diffuses Bild: wenige Siedlungen wurden bisher entdeckt und die meisten machen einen - im Vergleich zur mykenischen Zeit - ärmlichen Eindruck. Ganz anders hingegen Lefkandi auf Euböa: dort wurden neben einer Siedlung mit einem großen Gebäude des Fürsten von Lefkandi Gräber gefunden die sehr reich ausgestattet waren. Das Dunkle Zeitalter hellt sich in den letzten Jahrzehnten - dank vieler neuer Funde - immer mehr auf. Nach Annahme der Homerforschung spiegeln unterschiedliche Passagen der Ilias die Verhältnisse dieser Zeit wider. Sie war offenbar wichtig für die Entwicklung der griechischen Gesellschaft, auch hin zur griechischen Polis. Ab dem 8. Jh. sind die Kontakte zum vorderen Orient wieder sehr intensiv und es entstehen Handelsstationen auf Zypern (Kition) und in Syrien (Al Mina). Vermutlich bereits im späten 9. Jh. v. Chr. hat man von den Phöniziern das Alphabet übernommen.
Mit dem so genannten archaischen Zeitalter begann im frühen 8. Jahrhundert v. Chr. die eigentliche Antike. Seit dem Jahr 776 v. Chr. ist die Siegerliste der olympischen Spiele überliefert. Von etwa 770 bis 540 v. Chr. breiteten sich die Griechen während der Großen Kolonisation im westlichen Mittelmeer (vor allem Sizilien und Unteritalien, siehe auch Magna Graecia), an der nördlichen Ägäis und am Schwarzen Meer aus. In Kleinasien waren Griechen bereits vorher ansässig. In dieser Zeit (etwa zwischen 750 und 650 v. Chr.) wurden auch die Homerischen Epen (Ilias und Odyssee) schriftlich fixiert, die ältesten Literaturdenkmäler des Abendlands; auch Hesiod wirkte um diese Zeit (700 v. Chr.) (siehe auch: altgriechische Literatur)
Entstehung der Polis
Zugleich bildete sich das System der griechischen Stadtstaaten, der Poleis heraus, wobei die Mehrzahl nur über eine sehr kleine Bevölkerung verfügte. Der werdende Militärstaat Sparta im Süden der Peloponnes unterwarf zwischen 720-600 v. Chr. Messenien und kontrollierte damit den gesamten südwestlichen Teil der Halbinsel. Die Stadt mit ihrer oligarchischen Verfassung kann als das erste Beispiel der fortan beherrschenden Polis-Struktur gelten.
Auch in vielen anderen griechischen Stadtstaaten regelten Verfassungen das Zusammenleben der Bürger, aber auch die Tyrannis, wie sie um 650 v. Chr. beispielsweise in Korinth und Megara bestand, war keine Seltenheit. In Athen bildete sich Schritt für Schritt ein demokratisches System heraus. Nach den Gesetzgebungen Drakons (621 v. Chr.) und Solons (594/593 v. Chr.) gelang es Peisistratos und seinen Söhnen etwa zwischen 561 und 510 v. Chr. zwar noch einmal, eine Tyrannis zu errichten. Bis 501 v. Chr. brachten die Reformen des Kleisthenes von Athen aber den endgültigen Durchbruch für die attische Demokratie.
Blütezeit Athens
Mit Athens Unterstützung der kleinasiatischen Griechenstädte im Ionischen Aufstand um 500 v. Chr. begann ein annähernd zweihundertjähriger Konflikt mit dem Perserreich, zunächst in Gestalt der Perserkriege, über die uns der "Vater der Geschichte", der Historiker Herodot, mal mehr, mal weniger zuverlässig informiert. Als die Perser zu einer Strafexpedition in Griechenland einfielen, wurden sie 490 v. Chr. von den Athenern in der Schlacht bei Marathon besiegt. Zehn Jahre später unterlag der persische Großkönig Xerxes I. der athenischen Flotte unter Themistokles in der Seeschlacht von Salamis und 479 v. Chr. den vereinigten Heeren der griechischen Poleis in der Schlacht von Plataiai. Persien war vorerst zurückgedrängt, während die griechischen Poleis in Kleinasien befreit wurden.
Kleinasien
Mit der Gründung des Attischen Seebunds 477 v. Chr. unter der Vorherrschaft Athens setzte die Blütezeit der Stadt ein, die bis zum Ende der Regierungszeit des Perikles im Jahr 429 v. Chr. reichte. Damals entstanden einige der bedeutendsten philosophischen, literarischen und architektonischen Werke der griechischen Antike, etwa die Tragödien von Aischylos, Sophokles und Euripides oder der Parthenontempel auf der Akropolis. Auch der Philosoph Sokrates, der Lehrer Platons, wirkte damals in Athen.
Kampf um die Hegemonie
Die zunehmende Rivalität zwischen der Seemacht Athen und der Landmacht Sparta mündete 431 v. Chr. in den fast 30 Jahre währenden Peloponnesischen Krieg, den der Historiker Thukydides eindringlich beschrieb. Der sehr wechselhaft verlaufende Konflikt endete, auch aufgrund der Unterstützung Spartas durch das Perserreich, 404 v. Chr. mit der vollständigen Niederlage Athens und der Errichtung einer zeitweiligen spartanischen Hegemonie über Griechenland.
In der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. führten die griechischen Städte einen fast permanenten Krieg aller gegen alle - in wechselnden Koalitionen und unter fortwährender Einmischung der Perserkönige, wobei die Sehnsucht nach einem allgemeinen Frieden auch zu propagandistischen Zwecken eingesetzt wurde (siehe den Königsfrieden von 386 v. Chr.). Theben löste Sparta 371 v. Chr. nach der Schlacht von Leuktra als Hegemon ab, doch auch Thebens Vorherrschaft war nur von kurzer Dauer; der Peloponnesische Krieg hatte somit, wie sich im Nachhinein zeigte, das Machtgleichgewicht nachhaltig destabilisiert.
Auf Sizilien behauptete sich derweil das mächtige Syrakus gegenüber der Handelsrepublik Karthago, welche mit den griechischen Poleis ("Westgriechen") seit dem frühen 5. Jahrhundert v. Chr. im Konflikt lag. Auf Sizilien hielt sich zudem, im Gegensatz zum Mutterland, in vielen Städten die Tyrannis als Regierungsform (siehe Dionysios I. von Syrakus, Agathokles von Syrakus und andere).
Dem andauernden Machtkampf im griechischen Mutterland machte erst die gewaltsame Einigung Griechenlands durch Philipp II. von Makedonien ein Ende. Der von Athenern wie Demosthenes als nicht-griechischer Barbar betrachtete König errang mit seinem glänzend geschulten Heer in der Schlacht von Chaironeia 338 v. Chr. die Hegemonie über Hellas, die im Jahr darauf im Korinthischen Bund bekräftigt wurde.
Zeit des Hellenismus (336 bis 30 v. Chr.)
Hellenismus
Nach der Ermordung Philipps 336 v. Chr. führte sein Sohn Alexander der Große ein griechisch-makedonisches Heer nach Asien und eroberte in wenigen Jahren das gesamte Perserreich. Der Alexanderzug bahnte der griechischen Kultur im ganzen damals bekannten Orient den Weg, von Ägypten über Mesopotamien und Persien bis zu den Grenzen Indiens. Nach Alexanders Tod 323 v. Chr. in Babylon teilten seine Nachfolger, die Diadochen, in lange währenden Kriegen das Reich unter sich auf. In allen Teilreichen - vom ptolemäischen Ägypten im Westen bis zum Seleukidenreich im Osten - bildete der Hellenismus in den folgenden Jahrhunderten die prägende Kultur.
Das Zeitalter des Hellenismus war geprägt von einem fast andauernden Kampf der drei Großmächte (Ptolemäer, Seleukiden und Antigoniden) um die Vorherrschaft. Rom intervenierte zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. in Griechenland. 146 v. Chr. unterstellte das Römische Reich die Mitglieder des unterlegenden Achaiischen Bundes der Provinz Macedonia; Korinth als führende Polis wurde zerstört. Jedoch blieben viele Poleis wie Athen und Sparta zumindest vorerst formell unabhängig.
Bald darauf folgte der Erwerb Pergamons und 64/63 v. Chr. die Beseitigung der Überreste des Seleukidenreiches. Als letzter Nachfolgestaat des Alexanderreichs wurde im Jahre 30 v. Chr. das ptolemäische Ägypten, dessen letzte Herrscherin Kleopatra VII. war, ins Römische Reich eingegliedert. Damit war die hellenistische Staatenwelt als machtpolitischer Faktor ausgelöscht. Die griechische Kultur jedoch lebte mit unverminderter Kraft im Römischen Reich fort und prägte es bis zu seinem Untergang im Westen 476 und darüber hinaus bis in die Zeit des Byzantinischen Reiches.
Nach den Griechen wurden die Römer zu den zweiten Trägern und Vermittlern der antiken Kultur. Je weiter sie als Eroberer in die Länder der Levante vordrangen, desto stärker ließen sie sich von deren Kultur beeinflussen. Literatur, Philosophie, Kunst, Architektur und Alltagskultur der Griechen wurden von den Römern dann auch im westlichen Mittelmeerraum verbreitet - und weit darüber hinaus bis zum Rhein und zu den britischen Inseln.
Ursprünge Roms
Rom, der Legende nach 753 v. Chr. gegründet, entstand neueren Forschungen zufolge erst gegen Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. aus dem Zusammenschluss mehrerer dörflicher Siedlungen an einer Furt am Unterlauf des Tibers. Politisch und kulturell stand Rom lange unter etruskischem Einfluss. Die Etrusker wiederum unterhielten schon früh Kontakt mit griechischen Kolonisten.
Römische Republik
Um 500 v. Chr. befreiten sich die Römer vom etruskischen Stadtkönigtum und bildeten wohl um 475 v. Chr. eine republikanische Regierungsform aus. In den Zwölftafelgesetzen, die um 450 v. Chr. entstanden, wurden die ersten zivil-, straf- und prozessrechtlichen Normen des römischen Rechts festgehalten. Die Verfassung sah von da an ein Zusammenwirken der drei Institutionen Senat, Magistratur und Volksversammlung vor, die sich in ihrer Macht theoretisch gegenseitig beschränkten. Die offizielle Bezeichnung der Republik lautete S.P.Q.R. für Senatus Populusque Romanus (dt.: Senat und Volk von Rom). Faktisch dominierte jedoch der Senat, der sich aus Angehörigen der adligen Familien, der Patrizier zusammensetzte. Aus ihm gingen auch die Konsuln hervor, die beiden auf ein Jahr gewählten obersten Magistrate der Republik. Das höchste den nichtadligen Plebejern zugängliche Amt war das des Volkstribunen, der ein Vetorecht gegen Senatsbeschlüsse besaß.
Vetorecht
Bis zum Jahr 272 v. Chr. unterwarfen die Römer ganz Italien südlich der Poebene. In den Punischen Kriegen gegen die Seemacht Karthago im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. begann der Aufstieg Roms zur antiken Supermacht, die für Jahrhunderte die gesamte Mittelmeerwelt beherrschte. Nach 200 v. Chr. mischte sich Rom auch in die Politik der hellenistischen Großmächte ein und wurde zur Protektoratsmacht im östlichen Mittelmeerraum. 148 v. Chr. wurde das Makedonien der Antigoniden, 63 v. Chr. das Reich der Seleukiden, und schließlich 30 v. Chr. das Ägypten der Ptolemäer römische Provinz.
Gleichzeitig kam es jedoch im Inneren zu einer ganzen Reihe von Krisen, in denen der Kampf der an den überkommenen sozioökonomischen Strukturen festhaltenden Optimaten gegen die auf Reformen drängenden Popularen sich spiegelte. In der Epoche der Bürgerkriege erreichte die Krise der späten Römischen Republik ihren Höhepunkt und es zeichnete sich ab, dass die Republik als solche sich überlebt hatte: So wurde der Prinzipat möglich. Bereits Gaius Julius Caesar hatte als Diktator auf Lebenszeit (dictator perpetuus) eine quasi-monarchische Stellung erlangt. Als erster römischer Kaiser gilt jedoch sein Großneffe und Erbe Augustus, dem es gelang, mit dem Prinzipat eine dauerhafte monarchische Staatsordnung an die Stelle der zerrütteten Republik zu setzen.
Das von Augustus errichtete Kaiserreich (Prinzipat) wurde von ihm und seinem Nachfolger Tiberius noch sicher geführt. Unter Caligula, Claudius und Nero kam es nach einem Krisenjahr (Vierkaiserjahr) zum Regierungsantritt der Flavier (Vespasian, Titus, Domitian) die insgesamt recht erfolgreich herrschten. Nach der Ermordung Domitians folgte allerdings eine weitere Krise des Herrschaftssystems, die jedoch unter den so genannten Adoptivkaisern weitgehend behoben werden konnte.
Das Imperium erlebte seine größte Blüte und Ausdehnung denn auch unter eben diesen Adoptivkaisern in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts (Expansion unter Trajan, Rücknahme und Sicherung der Grenzen unter Hadrian). Bald nach der Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr. wuchs jedoch der Druck auf die Reichsgrenzen immer stärker an. Im Norden und Nordosten bedrängten die Germanen, im Osten die Parther (die sich trotz mancher Niederlage behaupten konnten) und später die Sassaniden das Reich. Mit dem Tod von Mark Aurel, dem Philosophenkaiser im Geiste der Stoa, der sich entgegen seinen Neigungen bald nach Übernahme der Herrschaftsfunktionen nahezu ständig zu kriegerischer Verteidigung der Reichsgrenzen genötigt sah, endete im Jahre 180 ein Zeitalter, das viele als ein goldenes begriffen hatten – was aber wohl nur mit Abstrichen gelten kann.
Nach dem schwachen Commodus stabilisierten die Severer die Grenzen wenigstens teilweise, bevor es unter den so genannten Soldatenkaisern zur Reichskrise des 3. Jahrhunderts kam, die geprägt war von raschen Regierungswechseln, zentrifugalen Tendenzen im Inneren (Abspaltung des Imperium Galliarum; Verlust mehrerer Provinzen an Palmyra) und dem stetig wachsenden Druck auf die Grenzen. Neben den verschiedenen Germanenstämme (wie die Alamannen und Goten), übte vor allem das Sassanidenreich im Osten einen enormen Druck aus. Nach dem Sturz des letzten Partherkönigs im Jahr 224, erneuerten die Sassaniden das Perserreich in Anlehnung an das Reich der Achämeniden. Großkönig Schapur I. besiegte mehrmals ein römisches Heer und nahm Kaiser Valerian sogar gefangen – ein einmaliger Vorgang in der römischen Geschichte. Auch die Nachfolger Schapurs sollten sich den Römern als in der Regel gewachsene Gegner erweisen.
Die Spätantike (284 bis 565/632 n. Chr.)
Es gelang gegen Ende des 3. Jahrhunderts mit der Einführung der Tetrarchie durch Kaiser Diokletian noch einmal eine Stabilisierung des Reiches zu erreichen. Diese Zeit der beginnenden Spätantike ist gekennzeichnet von Umbrüchen. Die Anerkennung und Privilegierung des Christentums unter Kaiser Konstantin I. (welches vorher teils blutig verfolgt worden war) stellte bereits eine wesentliche Abkehr von der antiken Kultur dar, insbesondere von der antiken Philosophie und dem Religionspluralismus.
Ein letzter Versuch, die heidnischen Kulte durch die Verbindung mit neuplatonischem Gedankengut wieder zu beleben, scheiterte mit dem Tod Kaiser Julians im Jahr 363; alle nachfolgenden Kaiser waren Christen.
Valentinian I. stabilisierte den Westen des Reiches, doch kam es im Zuge der Völkerwanderung 378 zur Schlacht von Adrianopel und zu einer neuen Krisenzeit. Kaiser Theodosius I. wiederum konnte den Osten des Reiches stabilisieren und war zugleich der letzte Kaiser, der über das gesamte Imperium Romanum herrschen sollte; er erklärte das Christentum schließlich zur Staatsreligion. Allerdings lassen sich noch bis mindestens in das 6. Jahrhundert hinein Heiden auf dem Boden des Imperiums nachweisen.
Nach der Teilung des Reiches unter den Söhnen des Kaisers Theodosius 395 erwies sich letztlich nur das von Konstantinopel (Byzanz) aus regierte, überwiegend griechischsprachige Oströmische Reich auf Dauer als lebensfähig (Latein blieb hier aber noch bis ins 7. Jahrhundert Amtssprache). Das so genannte Weströmische Reich hatte dem Ansturm der Hunnen und Germanen immer weniger entgegenzusetzen. Es kam zu einer langsamen Auflösung des weströmischen Heeres, während die Germanen von mehreren Westprovinzen direkten Besitz ergriffen und dabei an die Stelle der römischen Autoritäten traten. Die Veränderungsprozesse im Zuge der Völkerwanderung scheinen dabei bei weitem nicht so einfach gewesen zu sein, wie man lange glaubte, und sind heute wieder Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion. 410 wurde Rom von den Westgoten, 455 von den Vandalen geplündert. Im Jahr 476 setzte der Germanenfürst Odoaker, ein Skire, den letzten Westkaiser Romulus Augustulus ab (obwohl der letzte anerkannte Westkaiser Julius Nepos noch bis 480 lebte) und unterstellte sich der nominellen Oberherrschaft des oströmischen Kaisers.
Die traditionelle Geschichtsschreibung sah in diesem damals nur wenig beachteten Akt oft das "Ende der Antike"; heute ist man von dieser Sichtweise abgekommen. Vielmehr wird das 6. Jahrhundert heute meist mit gutem Grund noch zur Antike gezählt. Der oströmische Kaiser Justinian I. (527-565) versuchte noch einmal mit recht beachtlichem Erfolg eine Wiederherstellung des Gesamtreiches, die letztlich jedoch nicht gelang - zumal an der Ostgrenze die Sassaniden das Reich weiter unter Druck setzten. Im Oströmischen Reich lebten antike Kultur und Geisteswelt aber noch bis weit ins Mittelalter fort, allerdings bildete hier die arabische Expansion des 7. Jahrhunderts einen deutlichen Einschnitt, der das spätantike frühbyzantinische Reich vom Byzanz des Mittelalters trennte.
Bedeutung und Nachwirken der Antike
Die Bedeutung der Antike für den weiteren Verlauf der Weltgeschichte kann gar nicht hoch genug veranschlagt werden. In dieser Epoche liegen die Wurzeln für die Entwicklung der westlichen Welt. Ionische Naturphilosophie, attische Demokratie, römisches Recht und religiöser Pluralismus waren Hinterlassenschaften, an die neuzeitliche Aufklärer, Staatstheoretiker, Naturwissenschaftler, Menschenrechtsverfechter u.a.m. anknüpfen konnten.
Bis heute erhaltene Zeugnisse der Antike sind - neben überlieferten Texten philosophischer, literarischer oder historischer Natur - zahlreiche Objekte der griechischen und römischen Kunst: von großen Skulpturen bis zur Kleinkunst, Töpferei etc. Wichtige Antikensammlungen befinden sich in Rom, Athen, Neapel, Paris, London, München, St. Petersburg, Wien und Berlin. Für die Kenntnis des antiken Alltags sind vor allem archäologische Ausgrabungen wie die in Pompeji, Olympia, Delphi oder Pergamon von Bedeutung.
Als man im Italien des 15. Jahrhunderts die erhaltenen (meist römischen) Überreste neu zu schätzen lernte und in der Kunst nachahmte, bezeichnete man dies als Renaissance, als Wiedergeburt der Antike.
Es muss jedoch beachtet werden, dass die Antike dem Mittelalter auch nie völlig entschwunden war und es, neben den Byzantinern und Arabern, unter anderem der Tätigkeit der Mönche und der Karolingischen Renaissance zu verdanken war, dass nicht noch mehr verloren ging. In der neueren Forschung wird auch betont, dass durchaus gewisse Kontinuitätslinien zwischen der Antike und dem Mittelalter bestehen.
Seit dem 18. Jahrhundert trat infolge der Arbeiten von Johann Joachim Winckelmann die klassische griechische Kunst zunehmend ins Zentrum des Interesses. Im 19. Jahrhundert sprach man im Zusammenhang mit den Arbeiten von Architekten und Künstlern wie Karl Friedrich Schinkel, Franz Karl Leo von Klenze und Berthel Thorwaldsen von der "Renaissance der griechischen Antike", heute vom Neuhumanismus.
Vor allem aber setzte die Wiedergeburt des antiken Geistes in der Renaissance der jahrhundertelangen Dominanz religiösen Denkens ein Ende und mündete schließlich in die Epoche der europäischen Aufklärung und in die Moderne. Fast alle Ideen der neuzeitlichen Aufklärung haben antike Vorläufer. Ohne griechische Wissenschaft und Philosophie, ohne das römisches Recht, ohne Architektur und Kunst von Griechen und Römern sind die neuzeitliche westliche Kultur und Zivilisation nicht denkbar.
Siehe auch: Klassizismus, Philosophie der Antike
Quellen in Auswahl
Der Großteil der antiken Literatur (und damit auch der Geschichtsschreibung) ist uns nicht erhalten, sodass unser Wissen über die Antike zum Teil sicher durch Überlieferungszufälle verzerrt wird. Man hat geschätzt, dass uns kaum 10% der griechischen Literatur überliefert ist (siehe H. Strasburger: Umblick im Trümmerfeld der griechischen Geschichtsschreibung, in: Historiographia antiqua, Festschrift W. Peremans, Leuven 1977, S. 3-52). In Teilen sieht es besonders trostlos aus (Hellenismus), in anderen Bereichen etwas besser (klassische Zeit Griechenlands sowie Spätantike). Insgesamt ist die Quellenlage jedoch problematisch. Neben den erzählenden Quellen müssen natürlich auch Inschriften und Reden sowie archäologische und numismatische Quellen etc. herangezogen werden. Eine Zusammenfassung mit ausführlichen Angaben bieten die entsprechenden Artikel (Geschichtsschreibung) im Pauly (RE; KlP; DNP) oder anderen Lexika. Im folgenden seien einige der wichtigsten (erhaltenen) antiken Autoren genannt.
- Herodot, Historien
- Thukydides, Der Peloponnesische Krieg
- Xenophon, Hellenika
- ders., Der Zug der Zehntausend
- Arrian, Alexanders des Großen Zug durch Asien
- Pausanias, Beschreibung Griechenlands
- Plutarch, Große Griechen und Römer
- Polybios, Historien
- Livius, Römische Geschichte
- Diodor, Bibliothek
- Sallust, Die Verschwörung des Catilina
- ders., Der Krieg gegen Jugurtha
- Caesar, Der Gallische Krieg
- ders., Der Bürgerkrieg
- Tacitus, Annalen
- ders., Germania
- Flavius Josephus, Der jüdische Krieg
- Sueton, Leben der Caesaren
- Ammianus Marcellinus, Res Gestae
- Zosimos, Neue Geschichte
- Anonymus, Historia Augusta
- Prokopios von Caesarea, Kriege, Bauten und Geheimgeschichte
Eine äußerst wichtige Sammlung stellt Jacoby dar: Felix Jacoby, Fragmente der Griechischen Historiker (FGrHist), Berlin (später Leiden) 1923 ff. [http://www.klassphil.uni-muenchen.de/%7Ewaiblinger/jacoby.html Vorläufiges Register]
Literatur
Allgemein: Ausführliche Angaben sind entweder den Bibliographien der unten genannten Werke (besonders sei dabei auf | | |