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Fangshi

Fangshi

Fangshi sind Zauberpriester des chinesischen Altertums. Der Terminus Fangshi bedeutet "Mann der Technik" und die Fangshi beschäftigten sich mit Überlieferungen, die abseits der konfuzianischen Riten und Sitten lagen. Ihre Ursprünge lassen sich zurückverfolgen bis zu den Archivaren der Shang-Dynastie und Zhou-Dynastie, in deren Händen das Wahrsagen lag, und von denen Laozi einer gewesen sein soll. Die Fangshi praktizierten Astrologie, Exorzismus, Medizin, Divination, Magie, Geomantik, Langlebigkeitstechniken und Schamanismus. Sie standen der Schule des Taiji (Yin und Yang) und der Fünf Wandlungsphasen nahe. Sie gehören zu den Vorläufern der verschiedenen Schulen des Daoismus, der einige ihrer Techniken und Ansichten übernahm, z.B. die der Langlebigkeit, die Unsterblichkeitssuche, die Vorläufer von Taijiquan und Qigong, Sexualmagie und Atemübungen. Auch die Techniken der äußeren und inneren Alchemie sollen bis auf die Praktiken der Fangshi zurückgehen, die glaubten, Unsterblichkeit lasse sich durch Einnahme von Drogen erreichen. In den Registern der Fangshi zur Dämonologie und Angelologie lassen sich die späteren Register der Himmelsmeister zur Beherrschung von Göttern, Dämonen und Geistern finden. Kategorie:Chinesische Philosophie und Religion Kategorie:Magie

Konfuzianismus

Konfuzianismus (Pinyin: rújiā, Chinesisch: 儒家, Chinesisch für Schule der Gelehrten) ist der Begriff für Philosophien und politische Vorstellungen in China, die sich selbst in die Tradition des Meister Kong (lebte ca. Ende des fünften vorchristlichen Jahrhunderts, Chinesisch: 孔子 Pinyin: Kǒng Zǐ, latinisiert: Konfuzius) und seiner Schüler stellen. Konfuzius wurde von seinen Anhängern als Vorbild und Ideal verehrt. Seine moralischen Lehren, seine rituellen Schriften und seine Lebensweise wurden als mustergültig angesehen.

Konfuzius

Das Leben des "Konfuzius" ist durch den Kranz der Legenden hindurch nicht mehr zu bestimmen. Sowohl über seine Herkunft als auch über seinen tatsächlichen Lebensweg gibt es verschiedene, sich diametral widersprechende Beschreibungen. Sicher scheint lediglich die Tatsache, dass es einen wandernden Lehrer dieses Namens gab, dieser in Lu (in der heutigen Provinz Shandong) lebte und es einige schriftliche Werke gibt, die ihm zugeschrieben werden. Ziel seiner Lehren war es, die mythologische und religiösen Wertesysteme des chinesischen Feudalreiches zu erneuern. Als Ausweg aus dem politischen und sozialen Chaos sah er die Rückbesinnung auf die klassischen Tugenden.

Grundbegriff des Konfuzianismus

Harmonie des Universums und des Kosmos. Menschlicher Bereich: entspricht Ordnung in Natur

Fünf menschliche Elementarbeziehungen

# Vater-Sohn # Fürst-Untertan # Mann-Frau # Älterer Bruder-jüngerer Bruder # Freund-Freund Die Zahl Fünf findet sich auch in den
- Fünf Elementen des Daoismus
- Fünf Himmelsrichtungen(N, O, S, W + eigener Standpunkt)

Fünf Tugenden

# Ren, die gegenseitige Liebe # Yi, die Rechtschaffenheit # Zhong, die Gewissenhaftigkeit # Shu, die Gegenseitigkeit – was du nicht willst, dass man dir tu', das füge auch keinem anderen zu # Zhi, die Ehrlichkeit

Drei soziale Pflichten

Aus den fünf Tugenden wurden drei soziale Pflichten abgeleitet: # Loyalität (chin. 忠 zhong wörtl. "Untertanentreue") # kindliche Pietät (chin. 孝 xiao; wörtl. "Verehrung der Eltern und Ahne") # Anstand und Sitte (chin. 禮 li), umfasst alle Umgangsformen, sowohl unter den Menschen (Höflichkeit u. Etikette) als auch zwischen Menschen und der übersinnlichen Welt (Zeremonien, Opferriten) Weil die Ordnung Konfuzius' Meinung nach durch Achtung vor anderen Menschen und Ahnenverehrung erreichbar sei, haben li und kindliche Pietät die wichtigste Stellung im praktischen Leben erhalten. Kinder sollen Ahnenverehrung fortsetzen und Ahnen erhalten. Demzufolge gilt Kinderlosigkeit als großes Unglück. Als Ausweg werden Adoption und Nebenfrauen empfohlen. Die Summe aller Tugenden ist die wirkliche Mitmenschlichkeit (chin. ren 仁). Sie allein zeigt, wer innerhalb der Ordnung loyal, gerecht und ehrlich handelt. Und das kann nur, wer ausgiebig li (3. soziale Pflicht; s.o.) studiert und praktiziert. Wer li entsprechend lebt – also der Etikette, den Riten und der Sitte nach – und sich für die Ahnen aufopfert, verändert sich allein dadurch zum Guten. Das löst dann einen Dominoeffekt aus, der auf seine Mitmenschen und schließlich auf den gesamten Kosmos wirkt und die eigentliche Urordnung wiederherstellen kann. Das heißt:
- Wenn Familien in Harmonie sind, ist es auch das Dorf
- Sind Dörfer in Harmonie, ist es auch die Provinz
- Sind Provinzen in Harmonie, dann ist es im Endeffekt auch das Reich

Wichtigkeit des Studiums

Das Studium ist Voraussetzung für das Verständnis der Ordnung des Himmels und der Menschen. Allerdings soll man nur ergänzend zum Denken lernen. Konfuzius sagt also: „Lernen ohne zu denken ist sinnlos; aber denken ohne zu lernen ist gefährlich.“ Der Kern der Lehre sind die Fünf, Neun, bzw. Dreizehn Klassiker # Yi Jing = das Buch der Wandlungen # Shi Jing = das Buch der Lieder # Shu Jing = das Buch der Urkunden # Chun qiu = das Buch des Frühlings und des Herbstes # Li Ji = das Buch der Riten # Lun Yu = das Buch der Unterredungen # Da Xue = das Buch der großen Wissenschaft # Zhong Yong = das Buch der Lehre von der Mitte # Meng Zi = das Buch der Zusammenfassung

Konfuzianismus als Gesellschaftsmodell und Staatsdoktrin

Die sich in Konfuzius Tradition sehenden Denker, die in China unter dem Begriff Rujia zusammengefasst sind, entwickelten Vorstellungen, die den gesamten ostasiatischen Raum bis heute entscheidend prägten: von China über Taiwan, Japan, Korea bis Vietnam. Trotz verschiedener großer Brüche in der Geschichte, wie der legendären Verfolgung der Rujia unter dem chinesischen Kaiser Qin Shi Huangdi im 3 Jh. v. Chr. oder der Verteufelung von Meister Kong durch Mao Tsetung während der ersten vierzig Jahre der Volksrepublik China im vergangenen Jahrhundert haben die humanistischen und klaren Vorstellungen, die Konfuzius geprägt hatte, durch ständige Neuinterpretation in den Epochen als Basis der Gesellschaftsform gedient und das Ideal von Besonnenheit und Mitgefühl geprägt. Der Konfuzianismus selbst bildete die Staatsdoktrin zahlreicher Dynastien; ab der Han-Dynastie gab es ein umfassendes Prüfungssystem für die Beamten, zu dem vor allem die umfassende Kenntnis konfuzianischer Lehren zählte. Da die "Bedrohung" durch andere Weltanschauungen (chin. , Pinyin: jiāo; es es bedeutet sowohl Lehre, Philosophie als auch Religion) wie Taoismus und Buddhismus entwickelte sich in der Song-Dynastie eine neue Strömung, der Neokonfuzianismus des Zhuxi (jap.: Shushi). Dieser Konfuzianismus tolerierte auch mythische Elemente, obgleich der „Meister“ einst sprach: „Wenn du das Leben noch nicht kennst, wie sollst du da den Tod verstehen!“ Der Konfuzianismus als Religion – das heißt die altchinesische Religionsform, der Konfuzius selbst anhing und die er förderte, die aber nicht durch ihn begründet wurde – spielt dagegen heute nur noch eine geringe Rolle; in den meisten betroffenen Ländern sind heute Buddhismus und Taoismus die dominanten Religionen. Chinesen jedoch sehen hierin keine Konkurrenz, sondern eine Art Koexistenz, da jede "Religion" ihren eigenen "Aufgabenbereich" hat. Konfuzianismus ist im eigentlichen Sinne keine Religion, sondern eine praktisch orientierte, moralische Philosophie. Im Jahre 1995 wurde der Konfuzianismus in Korea zur Religion erklärt. Zur Zeit gehören insgesamt etwa 10 Millionen Menschen dieser Religion an, allerdings sind nur rund 6,1 Millionen offiziell angegeben.

Siehe auch


- Kongzi (Konfuzius)
- Mengzi (Menzius)
- Xunzi

Literatur


- Kungfutse: Gespräche • Lun Yü. (übersetzt von Richard Wilhelm), ISBN 3-424-00622-X
- Kungfutse: Schulgespräche • Gia Yü. (übersetzt von Richard Wilhelm), ISBN 3-424-00696-3
- James Legge: The Chinese Classics. Five Volumes, Shanghai 1935
- Hans van Ess: Der Konfuzianismus. C.H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-48006-3
- Konfuzius Gespräche. Aus dem Chines. übers. und hrsg. von Ralf Moritz, Stuttgart : Reclam 1998
- Kungfutse. Aus d. Chines. übertr. u. hrsg. von Richard Wilhelm Köln
- Gregor Paul: Konfuzius, Freiburg 2001
- Gu, Xuewu: Konfuzius zur Einführung. Hamburg 2002
- Lee, Eun-Jeung: Anti-Europa. Die Geschichte der Rezeption des Konfuzianismus und der konfuzianischen Gesellschaft seit der frühen Aufklärung. Eine ideengeschichtliche Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Entwicklung (Univ. Habil. Halle an der Saale 2002) (Politica et Ars 6), Münster 2003. Kategorie:Chinesische Philosophie und Religion ! Kategorie:Östliche Philosophie Kategorie:Japan ja:儒教 ko:유교

Shang-Dynastie

Die Shang-Dynastie (chin.: 商朝) war die zweite Dynastie in der chinesischen Geschichte. Sie regierte China zwischen dem 16. Jahrhundert v. Chr. bis etwa zum 11. Jahrhundert v. Chr. Sie folgte der in ihrer Existenz umstrittenen Xia-Dynastie und wurde von der Zhou-Dynastie abgelöst. Die Shang-Dynastie ist die erste chinesische Dynastie, die zeitgenössische schriftliche Dokumente hinterlassen hat. Besonders die spätere Periode der Shang-Dynastie, die Yin-Zeit (殷), ist mittlerweile sehr gut untersucht. Insgesamt sind Namen von 30 Königen aus 17 Generationen überliefert. Alle diese Namen wurden auch auf den Orakelknochen wiedergefunden, so dass die meisten Historiker davon ausgehen, dass die Könige auch tatsächlich gelebt haben.

Übersicht

Die Shang-Dynastie wurde von einem Stammesführer begründet, der erfolgreich gegen den letzten Xia-Herrscher rebelliert hatte. Seine Hauptstadt hieß Háo und lag vermutlich in der heutigen Shandong-Provinz. Spätere Dokumente sprechen dafür, dass die Shang-Herrscher insgesamt sechsmal ihre Hauptstadt verlagerten. Das letzte Mal von König Pán Gēng (盤庚) nach Yin. Da bislang, außer von Yin, keine Überreste der anderen fünf Hauptstädte gefunden werden konnten, gilt bei manchen Historikern die Geschichte von Pán Gēng weiterhin als ungesichert. Die Yin-Zeit gilt als der Höhepunkt der Shang-Dynastie, so dass gelegentlich diese auch die Yin-Dynastie genannt wird. Der letzte König der Shang-Dynastie Dì Xīn (帝辛, auch bekannt unter dem Namen Zhòu, 紂) galt als besonders verschwenderisch und sadistisch. Er nahm sich das Leben, als in einer Entscheidungsschlacht seine Armee zu den Rebellen überlief. Der Name Zhòu gilt bis heute in China als Synonym für Tyrannei und Gewaltherrschaft. Nach dem Untergang der Shang-Dynastie schworen die Angehörigen des Königshauses den neuen Zhou-Königen die Treue. Sie nahmen den Familiennamen Yin an. Dies war der Anfang dieses Familiennamens. Sie wurden Vasallen der Zhou-Könige und dienten ihnen auch als Minister in hohen Ämtern. Nach späteren Berichten, sowohl chinesischer als auch koreanischer Herkunft, siedelte sich ein Yin-Prinz mit seiner Gefolgschaft in der Nähe des heutigen Pjöngjang an und gründete dort den ersten koreanischen Staat.

Die Ruine von Yin

Die Ruinen von Yin wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts in der Nähe der Stadt Anyang in der Henan-Provinz entdeckt. Neben Fundamenten von Palästen und Tempeln wurden dort unter anderen elf Königsgräber ausgehoben, über Zehntausende Artefakte aus Bronze, Jade, Stein, Knochen und Keramik wurden bislang ausgegraben, dazu noch über 20.000 Orakelknochen, die Einblicke in Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion, Geographie, Astronomie, Kalender, Kunst und Medizin jener Zeit gewähren. Die Ruinen von Yin sind die wichtigsten archäologischen Entdeckungen in der Shang-Forschung.

Territorium

Das Territorium von Shang erstreckte sich von der Küste des Ostchinesischen Meeres bis zur Westgrenze der heutigen Shaanxi-Provinz, nach Süden erstreckte es sich bis an den Yangtsekiang, nach Norden bis zur heutigen Liaoning-Provinz. Damit umfasste es den mittleren und unteren Lauf des Gelben Flusses und Teile des Yangtsekiang-Laufs.

Gesellschaft

Gelben Flusses Die Könige der Shang-Dynastie galten als Repräsentanten Gottes auf der Erde und genossen damit nicht nur die höchste weltliche Macht, sondern auch die höchste geistliche Autorität. Die ausgegrabenen Königsgräber sind reich an Beigaben für die Toten, so dass man davon ausgehen kann, dass die Shang-Menschen an ein Leben nach dem Tod glaubten. Unter den Grabbeigaben waren auch Hunderte von Sklaven, die allem Anschein nach lebendig begraben wurden. Sie sollten wahrscheinlich den toten Königen nach ihren Leben weiterdienen. Die Beamtenschaft wurde in weltliche Verwaltungsbeamten und geistliche Beamten unterteilt. Geistliche Beamte waren zum Beispiel für Opferungen und Orakel zuständig. Belegt ist auch, daß der Schamanismus sehr verbreitet war und zur Religion der Shang gehörte. Das religiöse Leben war anscheinend zur Shang-Zeit sehr wichtig. Auch die ersten schriftlichen chinesischen Dokumente, die Orakelknochen, dienten vor allem dem Befragen einer göttlichen Urteilsinstanz. Verehrt wurden Geister wie auch Ahnen. Frauen genossen anscheinend eine hohe Stellung in der Gesellschaft. So kamen viele Orakelknochen von ranghohen Edelfrauen. Mindestens eine dieser Edelfrauen war sogar eine Militärführerin. Auffallend ist, dass an allen Ausgrabungsorten in Yin Überreste von Waffen gefunden wurden. Die Orakelknochen berichten von Auseinandersetzungen mit den Nomaden aus dem Norden und Westen. Verbrechen werden mit Gefängnis oder mit grausamen Strafen geahndet.

Wirtschaft

Die Landwirtschaft stellte den wichtigsten Wirtschaftszweig dar. Sie wurde großflächig und organisiert betrieben. Nachweisbar ist das Brauen von alkoholhaltigen Getränken mit Getreide. Ebenfalls nachweisbar ist die Nutzung von Seide. In der Viehwirtschaft wurden alle gängigen Tiere gehalten. Es gibt sogar einen Bericht über das Halten von Elefanten. Mit angrenzenden Völkern und Stämmen wurde intensiver Handel getätigt. Bis heute werden Geschäftsleute in China als Shang-Menschen (商人) bezeichnet. Ein gutes Straßennetz begünstigte den Verkehr und die Bildung von ersten chinesischen Städten.

Kultur

Aus der Shang-Zeit sind die ersten chinesischen Schriftzeugnisse überliefert worden. Viele der auf den Orakelknochen gefundenen Schriftzeichen haben bis heute (wenn auch in abgewandelter Schreibweise) überlebt. Abgesehen von Yin wurden Orakelknochen auch in anderen Gebieten entlang des Gelben Flusses gefunden. Da das Schriftsystem auf den Orakelknochen bereits recht ausgereift war, wird angenommen, dass das Schriftsystem bereits einen langen Entwicklungsprozess hinter sich hatte. Ausgegrabene Figuren stellten Musiker und Tänzer dar. Ob musizieren und tanzen jedoch als religiöse Zeremonie oder zum Vergnügen ausgeführt wurde, ist nicht mehr zu überprüfen.

Wissenschaft und Technik

Die frühesten chinesischen Eisenwerkzeuge wurden in Yin gefunden. Sehr raffinierte Bronzebehälter und Werkzeuge konnten bereits hergestellt werden. Zudem wurden Gefäße aus weißer Keramik ausgegraben. Auf den Orakelknochen sind Aufzeichnungen über Kometen gefunden worden. Es wurden auch Bewegungen des Planeten Mars (Planet) identifiziert. Anmerkungen über mathematische Probleme und Dokumentationen von Krankheiten wurden ebenfalls gefunden.

Herrscher der Shang-Dynastie


- Die Jahresangabe stammt aus Dokumenten, die erst viel später entstanden sind, deswegen sind sie nicht zuverlässig.

  - Diese Namen sind womöglich nicht die eigentlichen Namen der Könige. Sie scheinen eine Art postum verliehene Ehrennamen zu sein.

Weblinks

Kategorie:Dynastien (China) ja:殷 ko:상나라

Zhou-Dynastie

Die Zhou-Dynastie (周朝) wird in eine westliche Dynastie mit der Hauptstadt Zongzhou/Hao (zirka 1122/1045-770 v. Chr.) und in eine östliche Dynastie mit der Hauptstadt Chengzhou bei Luoyang (770-256 v. Chr.) unterteilt. Die Trennlinie ist ein Einfall von Barbaren, die 771 den König Youwang töteten und die Hauptstadt plünderten. Des Weiteren existierte eine nördliche Zhou-Dynastie, auch Bei-Zhou genannt, von 557 - 581 als kurzlebige Nachfolge-Dynastie des Tabgatsch-Reiches.

Zur Chronologie

Eine andere traditionelle Einteilung bezieht sich auf die Existenz von Reichsannalen im Herzogtum Lu für die Jahre 722-481, nach denen man in eine Periode der Frühlings- und Herbstannalen (770-476 v. Chr.) und in die nachfolgende Zeit der Streitenden Reiche (476-221 v. Chr.) unterscheidet. Die historische Datierung ist bis 841 v. Chr. unklar. Erst für die folgende Zeit beginnt der Historiker Sima Qian (145-84 v. Chr.) mit einer allgemein akzeptierten Datierung.

Die frühen/westlichen Zhou

Der letzte Yin-König Zhouxin (1154-1122 v. Chr.) war ein Tyrann. Er verlor viele Anhänger und musste sich mit den Huai-Barbaren auseinandersetzen, was der Zhou-Fürst Wen bzw. sein Nachfolger Wu Wang zum Einmarsch in Honan ausnutzten. In der Schlacht von Muye wurde Zhouxin von Wu Wang (reg. 1122-1117 v. Chr.) geschlagen und im Palast verbrannt. Die Zhou-Herrschaft blieb zunächst unsicher. Diverse Barbarenstämme unterwarfen sich (I-Barbaren im Osten, Man-Barbaren im Süden und Lü-Barbaren im Westen). Zongzhou/Hao im Wei-Tal (Provinz Shensi) wurde zur Hauptstadt. Zahlreiche Erben von namhafter Herkunft wurden als Lehnsherren eingesetzt - und erhoben sich bei erster Gelegenheit. Der neue Zhou-König Cheng Wang (reg. 1115-1078 v. Chr.) blieb jedoch mit Hilfe des Regenten Dan (seines Onkels) und seines Sohnes Bo-kin siegreich. Unter Cheng Wang soll das erste Kupfergeld eingeführt worden sein. Mu Wang (1001-946 v. Chr.) führte ein neues Strafgesetzbuch ein, in dem man sich von Leibesstrafen loskaufen (und so die Staatskassen füllen) konnte. Mu Wang setzte sich zudem mit den Quanrong (d.h. Hunde-)Barbaren im Nordwesten auseinander und bemühte sich der Überlieferung zufolge bis zum Tarimbecken vorzustoßen. Es handelt sich hier um eine Zeit der Expansion und Kolonisation in alle Richtungen. Li Wang (878-827 v. Chr.) war ein Tyrann, der von einer Revolte aus der Hauptstadt gejagt wurde. Sein Sohn und Nachfolger Xuan Wang (827-782 v. Chr.) wurde im Exil zum König gemacht und musste sich mit den Yanyun-Barbaren auseinandersetzen, die möglicherweise schon ein Reitervolk waren. (Die meisten Barbaren kämpften damals noch zu Fuß.) Gegen Ende seines Lebens bösartig und lasterhaft geworden, folgte ihm sein Sohn Youwang (781-771 v. Chr.), der durch eine ebensolche Haltung sämtliche Unterstützung im Reich verlor. Die Quanrong griffen Shensi an, der König Youwang wurde getötet und die Hauptstadt geplündert.

Die späten/östlichen Zhou

Ein Heer der Lehnsherren vertrieb dann die Barbaren und der neue König Ping Wang (770-719 v. Chr.) verlegte die Hauptstadt nach Chengzhou bei Luoyang (Provinz Honan), um sich vor weiteren Angriffen zu schützen. Der Herr von Qin deckte seinen Rückzug und wurde dafür von Ping Wang mit den alten Kernländern der Zhou belehnt. An diesem Punkt begann der Aufstieg der späteren Qin-Dynastie. In der Zeit der östlichen Zhou-Dynastie griff die Auflösung des alten Lehnsreiches immer mehr um sich. Die königlichen Rechte wurden von den großen Lehnsherren beansprucht, die sich gegenseitig mit allen Mitteln befehdeten. Wechselnde Bündnisse, Verrat, Meuchelmord, Bürgerkriege und Verwahrlosung der Sitten waren Tagesordnung, dazu kamen Angriffe von Barbaren. Der Zhou-König Huan Wang (719-696 v. Chr.) wollte die königliche Autorität gegenüber einem Lehnsherren wieder herstellen, wurde aber geschlagen und verwundet. Daraufhin nahmen große Lehnsherren, allen voran dieser Herzog von Chu 704 v. Chr. ebenfalls den Titel Wang (d.h. König) an. In der Folge wurde die Geschichte in erster Linie von Herzögen bzw. Königen wie Huan von Qi in Shandong (reg. 685-643 v. Chr.), Wen von Jin in Shensi (reg. 636-626 v. Chr.) usw. bestimmt. Die längst entmachtete (östliche) Zhou-Dynastie wurde 256 v. Chr. durch die Qin beseitigt, welche 221 v. Chr. auch die Zeit der Streitenden Reiche beendete.

Staat und Wirtschaft, Veränderungen/Entwicklungen

Das Reich teilte sich in 9 Provinzen und ca. 1700 Lehen. Es gab 5 Rangklassen von Lehnsherren, eine Hofhaltung mit königlichen Inspektionsreisen und ein diplomatisches Protokoll für den Umgang zwischen dem König und seinen Lehnsherren. Drei Großherzöge und sechs Minister fungierten als Staatsverwaltung. Die Macht der Lehnsherren richtete sich nach der Anzahl ihrer (Streit-)Wagen, ihren religiösen Privilegien (Opfer, Tänze, Hymnen), dem Alter ihrer Traditionen, ihrer Beziehung zum Königshaus und natürlich ihrem Reichtum. Bronzegefäße dienten dem Ahnenkult, ihre Inschriften enthielten Hinweise über den Rang der betreffenden Familie. Insgesamt kann man sagen, dass ein komplexes System der Kulthierarchien und Riten den Zusammenhalt des Staates bestimmte. Es gab Steuern („mittleres Quadrat“), Frondienste (3 von 10 Tagen) und Kriegsdienste. Im 6. Jahrhundert. v. Chr. verzeichnet man beispielsweise die Agrarsteuer in den Teilstaaten Lu und Zheng, Waffen und Getreideabgaben ersetzten den Kriegsdienst. Das war ein Gegensatz zur Yin-Zeit, wo man das Volk weniger von Frondiensten und Steuern in Anspruch genommen hatte und erklärte sich aus den ständigen Auseinandersetzungen der großen Familien. Die Gesetze wurden nun in Bronze geschrieben, allerdings hatte man nur wenige Beamten zu ihrer Überwachung. Man begnügte sich mit der Statuierung von Exempeln. In der Philosophie verzeichnet man Laotse, Konfuzius, Mengzi, Mo Zi. Besonders zur Zeit der Frühlings- und Herbstannalen und der Kämpfenden Staaten blühte sie aufgrund der schwierigen Verhältnisse. Wandernde Berater (allein schon Konfuzius hatte 72 bedeutende Schüler) versuchten die Teilstaaten effektiver zu organisieren und den inneren Frieden zu festigen. Die straffere Organisation der Herzogtümer führte im 4. und 3. Jhd. v. Chr. auch zu einem wirtschaftlichen Aufschwung und technischen Neuerungen. Die Landwirtschaft wurde intensiviert, man verwendete Dünger, gegossene Eisenwerkzeuge (Eisenguss 513 v. Chr. nachgewiesen) und das Brustgurtgeschirr, was den Zugtieren nicht mehr die Luftröhre abdrückte. Ferner unterschied man mehrere Bodenarten, be- und entwässerte in großen Anlagen, deren Konstrukteure auch namentlich überliefert sind. Infolgedessen nahm die Bevölkerungszahl im Gegensatz zur frühen Zhou-Zeit zu. Auch die Art der Kriegsführung wandelte sich vom ritualisierten Privileg des Adels zum gewissenlosen Einsatz großer Bauernheere, die mehr als 100 000 Mann umfassen konnten. In diesem geänderten Umfeld formten sich die Machtgrundlagen der künftigen Qin-Dynastie.

Weblinks


- [http://www.jaduland.de/asia/china/text/tschau.html Text zur Zhou-Dynastie]
- [http://www.uglychinese.org/zhou.htm englische Seite zu Ostasien] Kategorie:Dynastien (China) ja:周 ko:주나라

Laozi

Lǎozǐ (chin. 老子 = Alter Meister) ist ein legendärer chinesischer Denker, der im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben soll. Je nach Umschrift wird der Name auch Laotse, Lao-Tse oder Lao-tzu geschrieben. Diese älteren Umschriften sind im Folgenden hinter der Pinyin-Form in Klammern angegeben. Lǎozǐ gilt als Begründer des Daoismus (Taoismus). Das Dàodéjīng (Tao Te King, ~Ching), der einflußreichste daoistische Text, wird ihm zugeschrieben und daher oft auch einfach als "Laozi" bezeichnet. Der Text ist aber wahrscheinlich erst im 4. Jahrhundert v. Chr. entstanden beziehungsweise in seine heutige Form gebracht worden. Trotz der beeindruckenden Überlieferung minutiöser Chroniken und Listen von Herrschern, Beamten etc. aus China ist über Lǎozǐ fast nichts bekannt. Die ältesten Quellen sind Anekdoten und Legenden, die zum Beispiel in Zhuāngzǐs (Dschuang Dsi, Chuang-tzu) "wahrem Buch vom südlichen Blütenland" aufgeschrieben sind. Die erste historische oder biographische Quelle findet sich im Shǐjì (Shi chi) des Sīmǎ Qiān (Ssu-ma Ch'ien), den "Aufzeichnungen des Chronisten" aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., doch Sīmǎ Qiān schreibt selbst, daß seine Quellenlage sehr unsicher ist und er widersprüchliche Aussagen über Lǎozǐ gefunden hat - er ist nicht sicher, ob Lǎozǐ wirklich gelebt hat.

Biographie

1. Jahrhundert v. Chr. Der Überlieferung nach wurde Lǎozǐ in der Präfektur Kǔ (苦县/苦縣 Kǔ Xiàn) des Staates Chǔ, dem heutigen Kreis Lùyì (鹿邑) im heutigen Hénán geboren. Sein Sippenname war Lǐ (李), sein Vorname Ěr (耳 Ohr), sein Gesellschaftsname (字 zì) war Bóyáng (伯阳/伯陽); ein anderer Name für ihn ist Lǎo Dān (老聃) (聃 dān bedeutet Ohr ohne Rand ). Lǎozǐ diente als Archivar in der Bibliothek der Zhōu. Als er Chaos und den Verfall des Reiches vorhersah, verließ er das Land und wurde von Yǐn Xǐ (尹喜), dem Grenzwart vom Shan-Gu Paß, gebeten, sein Wissen für die Nachwelt aufzuzeichnen. Diese Sammlung seiner Lehren ist als Dàodéjīng bekannt. Das Shǐjì berichtet, daß Lǎozǐ nach dessen Niederschrift im Westen verschwand. Anhand von philologischen Untersuchungen und Exegese der überlieferten Fassungen kann man absehen, daß Lǎozi wahrscheinlich nie existiert hat, sondern daß das Werk diesen Namen in einer Zeit bekam, als lange tradierte mündliche Überlieferungen aufgeschrieben und mit einem Verfasser versehen wurden. Die Legenden, die sich um Lǎozǐ ranken, entstanden wohl aus dem Bedürfnis der damaligen Zeit heraus, eine Überlieferung historisch greifbar und zu einer Schule gehörend zu machen. Den Legenden nach wurde Lǎozǐ über 160 Jahre alt, andere Quellen sprechen sogar von 200 Jahren. Dieses hohe Alter erreichte er durch Vollkommenheit im Dào (Tao). Allerdings gibt es zu diesem Punkt sogar in der daoistischen Literatur Widersprüche. Nach seinen eigenen Lehren suchte Lǎozǐ Zurückgezogenheit und Namenlosigkeit. Dies steht im Widerspruch zur Bekanntheit seiner Person. Zhuāngzǐ kritisierte: "Um sie so fest an sich zu binden, muß er Worte gesprochen haben, die er nicht sprechen durfte ... das ist aber ein Abweichen von der himmlischen Natur." (Dschuang Dsi " Das wahre Buch vom südlichen Blütenland", Eugen Diederichs Verlag 1992)

Lǎozǐ als Gottheit

Ab dem 2. Jahrhundert während der Han-Dynastie entwickelte die Gestalt des Lǎozǐ sich zum Hochgott des Daoismus, und er wurde als einer der Drei Reinen in das Pantheon aufgenommen. Er verkörperte den Heiligen, wie er im Zhuangzi und im Huainanzi beschrieben wird und seine Züge vermischten sich mit den Gottheiten Taiyi und Huang Di. Er gilt als Verkörperung des Dao und seine Gestalt wurde kosmisiert, so nahm man an, er weile im Sternbild des Scheffels (Großer Bär) und steige auf und ab als Vermittler zwischen der himmlischen und der irdischen Welt. Sein Sitz ist der Mittelpunkt des Sternenhimmels und der Himmelsrichtungen, in der Ikonographie ist er umgeben von den vier heraldischen Tieren, die diese symbolisieren. Laozi wandelt sich mit den Zyklen der Zeit und nimmt vielerlei Formen an und auch ist er gleich dem Dao in der Lage, sich ins Unendliche auszudehnen und unendlich klein zu werden. In einigen daoistischen Schulen wurde sogar angenommen, Laozi sei das Dao selbst. So geht gemäß dieser Schulen seine Existenz dem Universum voraus und er tritt in ihm als Gestalter der kosmischen Ordnung auf. In unzähligen Inkarnationen ist er der weise Berater der Kaiser und unterweist die daoistischen Adepten, so daß er als immer wiederkehrender Lehrer und Verkünder der unterschiedlichen Schulen des Daoismus erscheint.

Schreibweisen


- Pinyin: Lǎozǐ (Laozi)
- Wade-Giles: Lao Tzu
- Chinesisch: 老子
- weitere Schreibweisen: Lao Tze, Lao Tse, Laotse, Laudse

Zitate

Es mangelt nicht an Zitaten, die Lǎozǐ zugeschrieben werden. Oft zeigt sich allerdings, daß sich im Dàodéjīng Nichts dergleichen findet, und mitunter nicht einmal eine geistige Verwandtschaft zu erkennen ist. Das Dàodéjīng, das einzige Werk, dessen mutmaßlicher Autor Lǎozǐ ist, umfasst ca. 5000 altchinesische Schriftzeichen. Es existieren zahlreiche Übersetzungen, die sich allesamt erheblich unterscheiden, da es keineswegs einfach ist, in der Vieldeutigkeit vieler dieser Zeichen den ursprünglichen Gedanken zu erkennen und angemessen zu formulieren. Einige der Übersetzungen sind leider völlig unbrauchbar, da sie etwa eine stark esotherische Terminologie verwenden, die den zumeist sehr klaren Beobachtungen Lǎozǐs nicht gerecht werden kann, oder auf andere Weise mehr von Ansichten des Übersetzers selbst einfließt, als von Lǎozǐ. Auf Wikiquote ist eine bunte Sammlung unverbürgter Zitate (siehe Weblinks).

Siehe auch


- Dao, Daoismus, Dàodéjīng, I Ging, Yin und Yang, Zhuāngzǐ, Konfutse, Konfuzianismus

Weblinks


-
- [http://www.bautz.de/bbkl/l/Lao_tse.shtml Kirchenlexikon zum Lao Tse]
- [http://projekt.gutenberg.de/laotse/taotekin/taotekin.htm Eine Übersetzung des Tao te King]
- [http://home.pages.at/onkellotus/ Online Sammlung von Übersetzungen des Dao De Jing]
- [http://home.pages.at/onkellotus/Andere/Brecht.html Gedicht] Bertolt Brechts über die Entstehung des Daodejing auf dem Weg des Laotse in die Emigration
- [http://www.tao-te-king.org/index.html 老子Lǎozĭ 道德經Dàodéjīng trilingual: Pīnyīn/Chinese+English+German, word-by-word] Kategorie:Mann Kategorie:Chinese Kategorie:Philosoph (Antike) Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Chinesisch) Kategorie:Religionsstifter Kategorie:Person des Daoismus Kategorie:Chinesische Gottheit ja:老子 ko:노자 ms:Lao Tzu simple:Lao Tzu th:เล่าจื๊อ

Astrologie

Die Astrologie (griechisch αστρολογία - wörtlich die Sternenkunde, nicht zu verwechseln mit Astronomie - die Gesetzmäßigkeit [der Bewegungen] der Sterne) ist die systematisch betriebene anthropologisch-mythologische Deutung der Stellung bestimmter Himmelskörper (insbesondere der Planeten des Sonnensystems) und wird auch der Esoterik zugerechnet; aus wissenschaftlicher Sicht wird die Astrologie je nach Herangehensweise zu den Para- oder Pseudowissenschaften gezählt. Sie versucht unter anderem aus dem Zusammenhang von Geburtsort, Geburtszeitpunkt und Stellung der Himmelskörper, je nach astrologischer Schule, das charakterliche Wesen und/oder das Schicksal eines Menschen abzuleiten. Die Meinung über Astrologie ist auch unter Astrologen geteilt. Sie reichen von dem Anspruch, Prognosen zukünftiger Ereignisse objektiv nachprüfbar erstellen zu können, bis hin zur einer rein charakterlichen, erklärenden Astrologie, die die Prognostik vehement ablehnt. In allen Weltkulturen lässt sich feststellen, dass astronomische Erscheinungen schon immer eine Faszination auf den Menschen ausübten. In diesem Artikel wird vor allem die babylonische oder "westliche" Astrologie beschrieben; andere Systeme unterscheiden sich davon mehr oder weniger. Die Betrachtungsweise der Astrologie ist geozentrisch (erdbezogen) orientiert, da die Elemente des Horoskops sich auf den irdischen Ort und Zeitpunkt beziehen. Aus der Tatsache, dass sich die am Himmel sichtbaren Elemente jedem Beobachter gleich darstellen, orientiert sich die Astrologie an einer scheinbaren Objektivität. Dies fordert die Naturwissenschaftler immer wieder zur Kritik heraus. Da in der Astrologie der Neuzeit die Ableitung astrologischer Aussagen nur auf symbolischer Ebene erfolgt, die mit den bekannten physikalischen Prinzipien unvereinbar ist, erkennt die Astrologie die physikalische-naturwissenschaftliche Methodik nicht als für sie relevant an.

Die astrologische Sicht

Astrologie orientiert sich nur an der tatsächlichen Himmelsansicht. (Mit Ausnahme der Hamburger Schule, die erdachte Konstrukte wie wirkliche Gestirne behandelt, Stichwort Transneptuner). Die Frage ist also nicht, wie das Weltall objektiv gesehen aussieht, welche Gesetze den Lauf der Gestirne bestimmen, oder was sich im Inneren eines Sterns tut; diese Fragen behandelt die Astronomie. Daher geht jede Infragestellung der Astrologie aufgrund von objektiven astronomischen Gesichtspunkten am Wesen der Astrologie vorbei. Die Frage ist vielmehr, wie erscheint der Himmel von einem bestimmten Punkt, zu einer bestimmten Zeit aus und welche Schlüsse zieht man daraus für Wesen und Werdegang des Menschen oder des Ereignisses, das an diesem Zeitpunkt das Licht der Welt erblickt hat. Die nicht geozentrische (wie oft fälschlich behauptet), sondern topozentrische Sicht ist ausschlaggebend für die Deutung. Da sich diese Sicht jederzeit nachvollziehen oder auch im Vorhinein darstellen lässt, kann eine Deutung zumindest teilweise von anderen nachvollzogen werden. Die Lehre selbst steht jedoch auf schwachen Füßen. Es fehlt eine die Realität vollständig umfassende und in ihren Elementen sicher voneinander abgrenzbare Symbolik. Prämissen werden oft, je nach Gutdünken der deutenden Astrologen, getroffen (zum Beispiel der so genannte "Orbis") gesetzt. Und eine Deutung rein aus den Daten des Horoskops und einheitlich erhobener Bezugsdaten des zu deutenden Objekts ist derzeit ebenfalls Utopie. Auch wenn die Zuordnung der Begriffe, zum Beispiel in der Reihe "Vitalität, Herz, Wirtschaft, Sonne, Gold" die eigentlich dahinter stehenden Symbolik ahnen lässt, so fehlt fast vollständig ein grundlegendes Konzept, das die Deutung vereinheitlichen und den Astrologen ein echtes Werkzeug jenseits von Intuition und "sechstem Sinn" geben würde. Bücher wie "Das senkrechte Weltbild" von Rüdiger Dahlke und Nicolaus Klein helfen beim Verständnis. Auch die Abhandlungen über die Archetypen und das kollektive Unbewusste und die Synchronizität haben neue Einsichten für die modernen Astrologen erbracht. Und schließlich in jüngster Zeit die Theorie von Rupert Sheldrake über morphogenetische Felder lieferte wieder neues Material für neue "Astrologien". Aber es gibt bis heute keine einheitliche Methodik, noch einen klaren theoretischen Unterbau, damit brauchbare Deutungen für jeden Interessierten möglich und machbar werden. So bleibt die Astrologie bis heute ein Stückwerk, das jeder Interessierte für sich selbst neu entdecken muss. Eine der modernsten Versuche ist die "Münchner Rhythmenlehre" von Wolfgang Döbereiner, der in Ansätzen eine nachvollziehbare Systematik erarbeitet hat, ebenso wie Dr. Heinz Fidelsberger, der die Tierkreiszeichen symbolisch abgrenzbar und als "Evolution" vom Ersten bis zum Zwölften erkennbar macht.

Das Horoskop, seine Elemente und seine Deutung

Das Horoskop ist eine Darstellung der Gestirne am Himmel zu einem Zeitpunkt, nach einem bestimmten Schema, bezogen auf einen Ort. Die Berechnung eines Horoskops erfolgt im Wesentlichen durch mathematische Methoden wie der Himmelsmechanik, heute meistens per Computer.

Verschiedene Formen des Horoskops


- Das Geburtshoroskop: Es ist nach Auffassung moderner Astrologen ein Anzeichen für die spätere charakterliche Prägung des Neugeborenen, das sich den zu ihm passenden Geburtszeitpunkt instinktiv wähle. Nach herkömmlicher Astrologenmeinung bestimmt allerdings der Geburtszeitpunkt umgekehrt den Charakter. Tatsächlich ergeben sich im Vergleich zwischen Eltern und Kindern sehr oft signifikante Übereinstimmungen besetzter Punkte in den Horoskopen, die nach Ansicht moderner Astrologie für das Zutreffen der ersten Meinung spricht. Außer der umfangreichen Arbeit von Gauquelin fehlen dazu genauere Untersuchungen. [http://www.astro.univie.ac.at/~wuchterl/Kuffner/mond/astrologie.html#Mars Weblink: Michel Gauquelin, Der Mars Effekt]
- Horoskop eines bestimmten Augenblicks: Soll nach astrologischer Auffassung helfen, günstige Zeitpunkte für geplante Unternehmungen festzulegen.
- Das Prognosehoroskop: Es ist gewissermaßen eine erweiterte Form des Augenblicks-Horoskops. Zahlreiche Prognosen haben sich in der Vergangenheit als unzutreffend erwiesen, zum Beispiel, aber beileibe nicht nur, im Vorfeld des vergangenen Jahrtausendwechsels. Daher gestehen auch manche Astrologen diesem Instrument keinen Wert mehr zu.
- Partnerhoroskop (auch: Beziehungshoroskop, Synastrie): Diese Horoskopart soll ganz allgemein Aufschluss über die Beziehung zwischen Menschen geben können, die viel miteinander zu tun haben. Es kann eine sexuelle Partnerschaft sein, aber auch die Beziehung zwischen Geschäftsfreunden, Arbeitskollegen, zwischen einem Elternteil und einem Kind oder zwischen Geschwistern. Beim Combin (einer Sonderform) wird aus den Mittelwerten der Geburtszeiten und Geburtsorte beider Partner ein neues Horoskop berechnet. Beim Composit (auch Composite oder Komposit) wird aus den Mittelwerten der Planeten und Achsen beider Partner ein neues Horoskop berechnet.
- Das Zeitungshoroskop: Obwohl in der breiten Öffentlichkeit das Zeitungshoroskop das Bild der Astrologie in der Öffentlichkeit bestimmt, gestehen Astrologen diesem Teil keinen Wert zu, da es lediglich die Gestirne im Bezug zum Sonnenstand bei der der Geburt im jeweiligen Sternzeichen auswertet (das heißt es soll für alle Personen gelten, die in diesem Zeitraum irgendeines Jahres geboren wurden). Dennoch werden gerade solche "Horoskope" ständig veröffentlicht. In diesen werden vieldeutige Formulierungen und allgemein zutreffende "Weissagungen" verwendet, um auf möglichst viele Menschen zuzutreffen. Zeitungshoroskope waren eine Erfindung von R.H. Naylor (1899-1952). Er schrieb 1930 erstmals für den Londoner "Sunday Express" diese Art von Horoskop.

Gestirne

Die klassische, im geozentrischen Weltbild entstandene Astrologie kennt sieben "Gestirne": Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn. Wohl ist dieses Weltbild Grundlage gewesen, aber moderne Astrologen hängen diesem Weltbild nicht etwa nach, sondern für sie ist nur nach wie vor die Himmelsbeobachtung von einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit, Grundlage der Deutung. Diese Deutung wurde von neuzeitlichen Astrologen nicht nur um Uranus, Neptun und Pluto erweitert, gelegentlich werden auch Kleinplaneten (zum Beispiel Ceres) oder bei der so genannten "Hamburger Schule" um mythische oder geometrische Konstrukte und ähnliches benutzt (zum Beispiel der "dunkler Mond" genannte zweite Brennpunkt der Umlaufelypse des Mondes, der mit den Eigenschaften der Lilith identifiziert wird). Jeder Planet gilt als Regent eines oder mehrerer Tierkreiszeichen, dem er damit seine Eigenschaften verleiht. Die Symbole der Planeten sind mit antiken Göttern verbunden, deren Namen sie tragen, beziehungsweise schon vor der klassischen Antike, z. B. schon in Babylonien, wurden diesen Himmelskörpern (zum Beispiel Venus/Aphrodite/Ischtar) Sammlungen von Eigenschaften zugerechnet, die dann jeweils als ein Gott in Allegorien und Erzählungen auftraten. Bei den erst in der Neuzeit entdeckten Planeten ist unter Astrologen umstritten, ob und inwiefern die ihnen von der Astronomie zugewiesenen Götternamen in Beziehung zu ihrem Symbolwert stehen.

Tierkreiszeichen

Die Tierkreiszeichen sind mit den Sternbildern gleichen Namens nicht deckungsgleich. Nach astrologischer Auffassung (genauer der systematischen Symbolik Heinz Fidelsbergers und anderer) sind auch hier die Namen der Zeichen Symbol der in ihnen enthaltenen Eigenschaften. Die Elemente der mittelalterlichen Alchemie (Erde, Feuer, Wasser, Luft) sind mit der astrologischen Lehre verwandt. Diese vier Elemente spiegeln sich auch in der Temperamentslehre des Hippokrates wider. Sie ist Ausdruck einer grundlegenden Vierheit, und in der Verbindung mit der Dreiheit, der so genannten Motorik (das Verhalten ist aktiv, passiv oder reaktiv, also handelnd, erleidend oder zuwiderhandelnd) ergeben sich die zwölf Zeichen, in denen jeweils ein Element mit einer Motorik kombiniert ist (zum Beispiel bei Löwe: passiv mit Feuer woraus sich dann etwa in der Deutung der zugehörigen Symbolik das Bild eines ruhenden Vulkans ergibt). Die zwölf Zeichen sind zudem noch in Geschlechter eingeteilt, wobei alle männlichen als instinktiv (triebhaft) gelten, alle weiblichen als emotionell (empfindend) und alle neutralen bzw. ambigenen Zeichen als intellektuell (denkend, quasi vom Geschlechtlichen losgelöst). Da sich aufgrund der Präzession der Erdachse die Tierkreiszeichen gegen die Sternbilder verschieben, sind beispielsweise die meisten im Sternzeichen Jungfrau Geborenen tatsächlich auf die Welt gekommen, als die Sonne im Sternbild Löwe stand. Astrologen in der griechischen (westlichen) Tradition arbeiten aber nicht mit den siderischen Sternbildern, sondern mit dem tropischen Tierkreis, jener Region relativ zum Frühlingspunkt, auf der die Planeten, Sonne und Mond sich scheinbar rund um die Erde bewegen. Jedoch wird von einigen Astrologen in der Mundanastrologie die Position des Frühlingspunktes, bezogen auf die Sternbilder, doch wieder in eine Deutung einbezogen, es werden daraus so genannte Äonen postuliert, etwa das angeblich beginnende Wassermannzeitalter. In der indischen Astrologie werden die Sternbilder gegenüber den Tierkreiszeichen bevorzugt. Die Astrologie bedient sich in den Ephemeriden dieser Positionsangabe (zum Beispiel 10° Löwe), die vor etwa 1700 auch in der Astronomie üblich waren. Im Tierkreis sind die Tierkreiszeichen, auch Sternzeichen genannt, jeweils 30° groß und es wird nur die Position der Gestirne, dazu zählen Planeten, Sonne, Mond und helle Sterne topozentrisch (bezogen auf einen Ort auf der Erde) betrachtet. Die Ephemeriden, die zur Himmelsbeobachtung verwendet werden, enthalten für alle diese Objekte die genauen Orte im Tierkreis sowie ihre Höhe zum (gedachten) Horizont. So ist Sonne 10° Löwe eine genaue Angabe, die für das Auffinden am Himmel, zusammen mit der Höhenangabe und der Sternzeit, ausreicht.

Häuser oder Felder

Der genaue Zeitpunkt des Horoskops sowie der geographische Ort, für den es gerechnet wird, bestimmen die Position der Felder. Derjenige Punkt auf dem Tierkreis, der gerade über den Horizont steigt, der Aszendent, wird dabei zum Beginn des ersten Hauses. Es folgen drei Felder bis zum Punkt der unteren Kulmination des Tierkreises, das heißt dem tiefsten Punkt unter dem Horizont, dann drei Felder bis zum gerade untergehenden Punkt des Tierkreises (Deszendent), drei Felder zur oberen Kulmination, und schließlich drei Felder zurück zum Aszendenten. Dadurch sind die Häuser im Allgemeinen auf der Ekliptik unterschiedlich groß. Bildlich kann man sich die Häuser wie eine in 12 gleiche Stücke nach der üblichen Art aufgeschnittene Orangenschale vorstellen, wobei Stengelansatz und Blütenrest der Orange genau am Nord- und Südpunkt des Horizonts liegen, eine Schnittlinie von Norden nach Süden den Himmel entlangläuft und unter der Erde wieder zurück nach Norden, eine am Horizont entlang, und auf jeder Seite noch je zwei Schnitte dazwischen liegen. Allerdings wird der Abstand der Planeten zur Ekliptik meist bei der Häuserzuordnung nicht berücksichtigt. Je nach astrologischer Schule werden die Häusersysteme nach Verfahren berechnet, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Das obengenannte ist das System des Campanus. Andere Systeme sind die von Regiomontanus, Placidus oder Koch, um nur einige zu nennen. Beim äqualen System, das auch oft eingesetzt wird, werden die Häuser vom Aszendenten ausgehend in 30°-Abschnitten dargestellt, so dass die Häuser gleich groß sind. Bei den vorgenannten Systemen sind die Häuser unterschiedlich groß. Die Deutung der Häuser führt daher je nach System oft zu Aussagen, die nicht miteinander übereinstimmen. Ebenso wie es nicht nur die westliche Astrologie gibt, sondern auch die indische, die chinesische und andere, existieren auch verschiedene Häusersysteme. Der Ansatz, der heutzutage pragmatisch meistens gewählt wird, ist, Aszendent, Descendent, MC (= Medium Coeli; die Himmelsmitte; i.e. der obere Kulminationspunkt der Ekliptik) und IC (=Imum Coeli, die Himmeltiefe, i.e. der untere Kulminationspunkt der Ekliptik) danach zu betrachten, in welchem Tierkreiszeichen sie sich befinden. Die Häuser selbst sind zwar deutbar, aber ebenso vieldeutig wie die Systeme.

Aspekte

Die Positionen der Planeten im Horoskop werden durch Winkel ausgedrückt. Einige ausgezeichnete Winkeldifferenzen der Planeten, nämlich die Teilungen von 360 Grad durch ganze Zahlen, bezeichnet man als Aspekte. Haben zum Beispiel zwei Planeten eine Winkeldifferenz von 90 Grad, spricht man von Quadratur. Dadurch ergibt sich theoretisch eine unendliche Anzahl von Aspekten, praktisch werden jedoch kaum andere als 0, 30, 45, 60, 90, 120, 135, 150, und 180 Grad benutzt. Die Aspekte bestimmen laut der astrologischen Lehre die Beziehung der Planeten zueinander, zum Beispiel gelten 60 und 120 Grad als harmonisch, 90 und 180 Grad aber als spannungsgeladen. Allerdings erstreckt sich nach astrologischer Auffassung die Wirksamkeit der Aspekte nicht nur auf die exakten Differenzen, sondern um diese herum auf eine so genannte Orbis, die je nach astrologischer Schule zwischen zwei und zehn Grad groß sein kann. Unbestritten in allen astrologischen Systemen ist aber die Wirksamkeit von Konjunktion um 0, Sextil um 60, Quadrat um 90, Trigon um 120, und die Opposition um 180 Grad.

Geschichte und Urformen der Astrologie

Ursprünglich herrschte die Vorstellung vor, die Gestirne repräsentierten himmlisch eine oder mehrere irdische Herrschergestalten. In Babylonien wurde zunächst ausschließlich Staatsastrologie betrieben, also das Schicksal des Gemeinwesens mit den Sternen verknüpft. Erst in der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. gewann – mit der Mantik einhergehend und der allgemeinen Individualisierung in hellenistischen Bereich- der Glaube Gestalt, das Schicksal des Einzelnen sei mit Hilfe des Horoskops ablesbar.

Astronomie und Astrologie früher Kulturen

In Mesopotamien finden sich die frühesten Wurzeln der Astrologie. Beginnend mit astronomischen Beobachtungen im 3. Jahrtausend v. Chr. schufen die Sumerer im 2. Jahrtausend v. Chr. mit den Zikkurat Stufentempel in Ur oder Uruk, deren Stockwerke die "sieben Gestirne" Mond, Sonne, Venus, Merkur, Mars, Jupiter und Saturn symbolisierten und den Priestern die Verbindung zu den Göttern ermöglichen sollten. Sternbilder wurden benannt, der Himmel wurde in drei Bereiche unterteilt, ein siderischer Mond-Tierkreis war bekannt. Sie glaubten, die Bewegung der Gestirne vollziehe sich durch göttlichen Einfluss. Die Bezeichnung "Chaldäer" für Babylonier wurde zum Synonym für "Astrologe". In Ägypten etablierte sich ab 2778 v. Chr. der exakteste antike Kalender. Im Aufgang des Sirius erkannte man den Zusammenhang mit dem bevorstehenden Nilhochwasser. Viele Prognosen für die Politik suchte man aus der Stellung dieses Sternes abzuleiten. Die auf den vier Himmelsrichtungen basierenden Pyramiden sollten als Rampe für die Seele des Pharao beim himmlischen Aufstieg dienen, der nach seinem Tod als heller Stern am Himmelsnordpol beobachtbar sei. Unter babylonischem Einfluss wurde der zwölfteilige Tierkreiszeichen (Zodiak) geschaffen. In Europa, so wird vermutet, spielt das Heiligtum von Stonehenge (um 2200 v. Chr.) die wichtigste Rolle als oberirdisches astrologisches Zentrum. Die kürzlich entdeckte Himmelsscheibe von Nebra (etwa 1600 v. Chr.), die älteste Sternenkarte Europas, harrt mit deutlichen kalendarischen und mythologischen Darstellungen ihrer endgültigen Entschlüsselung.

Entwicklung der Astrologie in Europa

Im Hellenismus werden astrologia (der verbreitetere und ältere Begriff) und astronomia nicht klar voneinander geschieden. Die erste begriffliche Trennung erfolgte durch Simplikios. Die Griechen übernahmen die babylonischen Planetennamen, richteten sich aber nach der Sonne. Nach Widerständen durch die römischen Kaiser findet die Astrologie Einfluss und Aufnahme in Alchemie, Gnosis, Manichäismus, und Christentum (etwa im christianisierten Tierkreis der Valentinianer, Zeno von Verona, Priscillianisten oder christliche Horoskope und Monatsprognosen in der Orthodoxie). Das frühe Christentum bleibt gegenüber der Astrologie in einem widersprüchlichen Verhältnis, da nach Auffassung vieler Kirchenlehrer die Vorherbestimmung des Schicksals dem freien Willen als unbedingte Voraussetzung (conditio sine qua non) des christlichen Glaubens widerspricht, andererseits die Geburt Christi astrologisch angekündigt wurde, sie also von Gott scheinbar gebilligt wird. Wird die Tätigkeit der "Weisen aus dem Morgenland" (Matthäus 2) ursprünglich als Kunst angesehen, so sind sie nach Hieronymus docti a daemonibus (von Dämonen belehrt). Erst Beda Venerabilis beschreibt sie als angesehene Heilige drei Könige. Tertullian warnt vor der Astrologie. Konstantin der Große bekennt sich dazu. Die Kirche des Mittelalters sieht zu einigen Zeiten in den astralen Mächten sogar den Todfeind des Glaubens. Renaissance und Humanismus brachten unter Rückbezug auf die hellenistische Form die Astrologie zu ihrer vollsten Blüte; andererseits häufte sich auch die rationalistische Kritik gegen sie. Friedrich II., die Päpste Julius II., Paul III. und Leo X. wie viele reformatorisch geprägte Personen (Albrecht Dürer) vertrauten der Astrologie. Martin Luther dagegen hielt nicht viel von den Astrologen: "Es ist ein Dreck um ihre Kunst." Bis zur Renaissance waren Astronomen häufig zugleich gläubige Astrologen (Tycho Brahe, Johannes Kepler). Es wird immer wieder die Meinung geäußert, Kepler beispielsweise hätte Horoskope aus rein wirtschaftlichen Gründen erstellt. Es stimmt zwar einerseits, dass er prognostische Horoskope ablehnte (In seinen Worten über die Supernova 1604: Jn Politischen sachen vnd menschlichen Hendeln acht ich / dieser stern hab trefflich viel zubedeuten / zwar nit seiner Natur nach / sondern per accidens / wegen der Menschen gemüther), glaubte andererseits jedoch, dass die gantze Natur / vnd alle deren crefften "(animales facultates)" eine verborgene art haben / die "aspectus" der himlischen liechtstralen zumerckhen vnd sich nach denselben zureguliren. Die astrologischen Diskussionen der Zeit jedenfalls tat er in seinen wissenschaftlichen Werken als ohne vernünftige Basis seiend ab. In der Folge der Erfindung des Teleskops trennen sich Astronomie und Astrologie endgültig, aber bis in die Romantik bewahrt die Astrologie ihren Einfluss in höchste Gesellschaftskreise (Johann Wolfgang von Goethes Horoskop, Schlegel und so weiter). Nach einer Periode, die vor allem von naturwissenschaftlichem Fortschritt geprägt war, während der sich nicht nur die allgemeine Auffassung änderte, sondern auch die Astrologie fast in Vergessenheit geriet, war es besonders Evangeline Adams (1865-1932) die die Astrologie wieder in der westlichen Welt populärer machte. Sie siedelte sich 1900 in New York an und beriet als Astrologin viele Personen darunter auch Millionäre wie J.P.Morgan, den Sänger Enrico Caruso oder den englischen König Edward VII. 1914 wurde sie wegen Wahrsagerei angeklagt, jedoch frei gesprochen mit der Urteilsbegründung, sie habe die "Astrologie zur Würde einer exakten Wissenschaft erhoben".

Astrologie heute

In der Gegenwart kann die Astrologie keineswegs als erledigt angesehen werden. Unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt scheint die Astrologie ein transzendentes Grundbedürfnis vieler Menschen zu stillen, besonders was die prognostische Astrologie betrifft. Zudem hat eine Untersuchung, die im Jahr 1978 von den Psychologen Mayo, White und Eysenck durchgeführt wurde, gezeigt, dass unabhängig vom jeweiligen Wissen um Gestirnstände Personen, die dieses Gedankengebäude kennen und für sich auch als wichtig betrachten, auch Stellungen der Planeten widerspiegeln. Diese Auffälligkeiten werden nun von vielen Astrologen in Zusammenhang mit der Theorie der morphogenetischen Felder von Rupert Sheldrake betrachtet und daraus neuere Begründungen angeboten. Diese sind noch keinesfalls verifiziert, könnten aber zukünftig die Sicht der Wissenschaft auf die Astrologie ändern und auch für eine Neuorientierung der Astrologie selbst führen. Die heutige Astrologie ist in verschiedenste Denkrichtungen gegliedert, die teilweise zu Auseinandersetzungen untereinander führen. Bereits das Berechnen des Horoskops, an sich eine rein himmelsmechanische Aufgabe, ist strittig, da zum Beispiel die so genannte "Wirksamkeit" der Aspekte (siehe unten) unterschiedlich gewertet wird und teilweise zusätzlich zu den allgemein benutzten Planeten weitere, auch mythische, Himmelskörper und rein geometrische Konstrukte hinzugezogen werden. (Hamburger Schule)

Revidierte Astrologie

Das Konzept einer revidierten Astrologie besteht seit etwa der 1950er Jahre. Geprägt wurde der Begriff vom Philosophen und Astrologen Thomas Ring, im Rahmen seiner mehrbändigen "Astrologischen Menschenkunde", die heute als Standardwerk der Astrologie gilt. Ring überführt die alte Lehre in eine zeitgemäße Form psychologischer Symbolik, indem er sie vom fatalistischen, "okkulten" Ballast früherer Jahrhunderte befreit. Rings poetischer Stil gilt vielen als besondere, schriftstellerische Leistung. Er wird jedoch von vielen Lesern als "zu umständlich" für ein Lehrbuch kritisiert.

Astrologie in anderen Kulturkreisen

In Amerika schufen Azteken und Mayas einen 260-Mondkalender zur Berechnung religiöser Feste. Der Himmel untergliederte sich in 13, die Unterwelt in 9 Regionen, entsprechend 13 Tages- und 9 Nachtstunden. Die Bauweise der Stadt Cuzco symbolisierte den zwölfgeteilten Tierkreis. Aus astral abgeleiteten Notwendigkeiten wurde die Praxis von Menschenopfern abgeleitet. In China, dem astronomischen "Reich der Mitte", in dem die Sterne nie untergehen, wurde der Kaiser als Repräsentant des Himmels verehrt. Die chinesische Astrologie schuf einen 28teiligen, den kaiserlichen Palästen zugeordneten Mondkalender wie auch einen zwölfgeteilten Tierkreis. In der Chinesischen Astrologie nimmt eher der Jupiter als die Sonne eine zentrale Rolle ein, wodurch mittels Abstraktion auch die bekannten und in ganz Ostasien volkstümlichen "Jahr der Ratte", "Jahr des Hasen" etc. zustande kommen. Schon vor Christi Geburt beobachteten chinesische Astrologen den Halleyschen Kometen, ab 28 v. Chr. Sonnenflecken. In Indien setzen die Veden im 2. Jahrtausend v. Chr. astronomische Beobachtungen in Bezug zur Religion. Astrologie zählte zur höchsten Gelehrsamkeit. Der Gedanke der menschlichen Reinkarnation in den Tierkreissymbolen fand hier seine Ausprägung. Die indische Astrologie bezieht auch viele Fixsterne in ihre Deutungen ein und bevorzugt die realen Sternbilder gegenüber den rechnerischen westlichen Tierkreiszeichen.

Kritik

Physikalisch

Abgesehen von bereits diskutierten Problemen, wie der Präzession der Erdachse, ergibt sich für Naturwissenschaftler ein ganz wesentlicher Kritikpunkt. Was dem Astrologen als Zeichen der Feinheit und Komplexität des Systems erscheint, sehen etliche Naturwissenschaftler als Flickwerk. Das Bestreben der Naturwissenschaften ist es, die Beobachtungen durch Abstraktion auf so wenig Prinzipien wie möglich zurückzuführen (Ockhams Sparsamkeit). Die Kritik an der Astrologie lautet, dass sie die Elemente zunehmend vermehrt. Ein solches Vorgehen ist in Physik und Astronomie bisher immer dem Zusammenbruch prinzipiell falscher Theorien vorangegangen, wie zum Beispiel die Einführung von Epizykeln in das geozentrische Weltbild. Darüber hinaus existiert bis jetzt keine physikalisch akzeptable Erklärung, wie die oben beschriebenen Komponenten des Horoskops Einfluss auf das irdische Geschehen nehmen könnten. Der gern zitierte Gezeiteneffekt durch die Gravitation ist dafür unter allen Umständen unzureichend, weit eher hätte es einen gravitativen Einfluss, ob vor dem Geburtshaus ein Baum steht oder nicht, von Bergen ganz zu schweigen. Dieser würde eine viel größere Anziehungskraft auf das neugeborene Kind ausüben, als sämtliche Sterne im Universum es aufgrund ihrer Entfernung können. Unter anderem durch den Mangel an überprüfbaren Erklärungen wird die Astrologie von den Wissenschaften als Pseudowissenschaft abgelehnt. Einige Astrologen dagegen weisen bei solcher Kritik darauf hin, dass die Astrologie auf Analogien und Symbolen gründet, nicht auf echten Kräften. Sie orientiert sich an der Wirklichkeit und der Gegenwart auf der Erde, die (phänomenlogisch) systematisiert werden. daher werden und wurden alle neuen durch Astronomie entdeckten Elemente einbezogen (zum Beispiel Neptun und Pluto). Die Entdeckung der neuen Elemente soll nach astrologischer Auffassung dann erfolgen, wenn das Bewusstsein im Menschen eine Entwicklung erreicht hat, welche die astrologischen Qualitäten eines Planeten repräsentieren. So wurde in den Jahrzehnten um die Entdeckung des Uranus die Dampfmaschine erfunden, die Industrialisierung begann und die französische Revolution leitete das Ende der Monarchien ein. Uranus soll also für Befreiung von Abhängigkeiten, plötzliche Umbrüche, neue Technik, Kapitalismus und so weiter stehen. Entsprechendes gilt für Neptun und Pluto.

Metaphysisch

Innerhalb der jeweiligen astrologischen Schule wird nach festen Regeln verfahren. Die meisten Astrologen sehen ihre Tätigkeit trotzdem als nicht naturwissenschaftlich begründbar. Das sei aber kein Qualitätskriterium, da nach den Philosophien des Strukturalismus und des Dekonstruktivismus eine exakte Naturwissenschaft alleine nicht in der Lage sei, alle Aspekte der Welt zu erklären. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (siehe Weblinks) hinterfragt seit vielen Jahren die Astrologie mit wissenschaftlichen Methoden. Sie prüft beispielsweise die Prognosen des Vorjahres und schaut, wie viele eingetreten sind. Die Prognosen der analysierten Astrologen in Deutschland schneiden dabei schlecht ab. Allerdings wird dabei davon ausgegangen, dass Astrologie Tatsachen beschreibt, was einige Astrologen ablehnen. Sie sind der Meinung, dass Astrologie Motivationen auf hohem Abstraktionsniveau beschreibt, die sich erst durch unterbewusste Entscheidungen in Tatsachen verwandeln können. Nach Ansicht dieser Astrologen sind Prognosen nicht im Sinne der Astrologie, da sie die prinzipielle Freiheit der Verwirklichungen einschränken.

Astrologie als Angelegenheit des Glaubens

Astrologie erfüllt bei vielen Menschen ein Bedürfnis nach übernatürlichen, transzendenten oder metaphysischen Erklärungen für ihre aktuelle oder zukünftige Befindlichkeit. Die Erwartung metaphysischer Aussagen lässt per Definition jede naturwissenschaftliche Kritik belanglos sein. Dies trifft übrigens nicht nur für Astrologie, sondern für jedes Wert- oder Anschauungssystem (zum Beispiel Religionen) zu, das jenseits der bekannten physikalischen Welt weitere Determinationen oder Existenzen unterstellt. Astrologische Glaubensartikel waren bislang nicht im selben Umfang die Ursache von Kriegen und Verfolgungen von Personengruppen, wie sie von Religionen oder rassistischen Zuordnungen ausgingen. Abgesehen von Einzelfällen hat Astrologie damit historisch eine geringe Schädlichkeit.

Psychologisch

Wo die Astrologie das charakterliche Wesen und Schicksalsentscheidungen der Menschen beschreibt, besteht immer das Problem der selbsterfüllenden Prophezeiungen. Die Kenntnis und innere Aneignung der beschriebenen Motivationen führt zur tatsächlichen Umsetzung. Dies reicht bis ins Unterbewusstsein und daraus folgender Bevorzugung nach Art eines Temperaments. So lassen sich anschließend Korrelationen zwischen astrologisch vorhergesagten und tatsächlichen beobachteten Verhaltensweisen finden. Aus Sicht der Naturwissenschaften lassen sich solche faktischen Beobachtungen nicht als Begründung für die Stichhaltigkeit der Astrologie heranziehen. Schon durch die Selbsterfüllung kann im psychologischen Sinne die Beschäftigung mit Astrologie ein Mittel zur Selbstinspektion und Selbstreflektion darstellen, ebenso wie andere religiöse beziehungsweise esoterische Glaubensübungen dazu geeignet sind (Tarot). Die Applikation auf Dritte ist dabei zweifelhaft, wenn diesem keine Beschäftigung mit Astrologie unterstellt werden kann, etwa "wir passen nicht zusammen, du bist halt Widder". Von Nicht-Gläubigen kann dies gar als quasi-rassistisch empfunden werden, da hier eine lebensbeschränkende Klassifizierung allein nach dem Zufall von Ort und Zeit der Geburt auf Dritte gelegt wird. Die beispielhaft angegebene Form der "Küchen-Astrologie" mag von geübten Astrologen abgelehnt werden, ist jedoch praktisch sehr geläufig, wodurch sich eine soziologische Kritik an der Astrologie ableitet. Neben der Selbstprojektion finden sich in der Psychologie weitere Zumutungen, etwa die Fremdprojektion (ähnlich dem Erlernen der Geschlechterrolle), sowie dem Bejahungsfaktor bei schwammigen Aussagen (sogenannter Barnum-Effekt), die die Selbstbestätigung über das Horoskop drastisch in Frage stellen. Für diese Effekte gibt es jeweils fundierte Studien, die deren teils starke Wirkung beschreiben. Ähnlich wie mit der physikalischen Kritik bleibt für den astrologischen Anteil hier nur ein kaum messbarer Hauch eines äusseren Einflusses übrig. Mögliche Beobachtungen sind vielmehr der Ausdruck des Erlernten als direkte Folge der Prägung der Psyche durch das astrologische Modell.

Astrologie im gesetzlichen Rahmen

Die Ausübung der Astrologie als Beruf ist gesetzlich nicht eindeutig geregelt. Einige Astrologen betreiben Ihre Tätigkeit als Gewerbe nach § 14 der Gewerbeordnung, andere als freien Beruf (ähnlich Künstlern oder Schriftstellern). Die Bezeichnung "Astrologe" ist in Deutschland nicht geschützt. Verbindungen von Astrologie und medizinischer Diagnostik werden von ausgebildeten Medizinern abgelehnt. In Deutschland darf man medizinische Tätigkeiten nur mit der entsprechenden amtsärztlichen Prüfung durchführen. Trotz genauem gesetzlichem Rahmen überschreiten viele Gewerbetreibende diese Grenze (bewusst oder unbewusst), ohne sich entsprechend zusätzlich zu qualifizieren. Es gibt auch Bestrebungen, den Beruf des Astrologen in einen gesetzlichen Rahmen einzubinden. Aber auch das wird kritisch gesehen, da es keine wissenschaftlichen Kriterien gibt, welche die Grenzen zwischen Astrologie und Nicht-Astrologie abstecken könnten.

Literatur


- Robert Henseling: Werden und Wesen der Astrologie. Kosmos Gesellschaft der Naturfreunde, Franckh`sche Verlagshandlung Stuttgart (1924)
- Peter Niehenke: Astrologie. Eine Einführung (2000). ISBN 3379017051. preiswertes Standardwerk
- John, S. (2005): '[http://www.astralogie.de/archiv/heuristik.zip Heuristik'.] Einführung in Weltbild und Methoden der kritischen Astrologie. Ein modernes Lehrbuch. Als PDF kostenlos
- Basler, Herbert (1998): '[http://www.skeptiker.de/skeptiker/archiv/1998/3/die_akte_astrologie.html Die Akte Astrologie von Gunter Sachs aus Sicht der Mathematischen Statistik'.] In: Skeptiker 3, S. 104 - 111.
- Rüdiger Dahlke und Nicolaus Klein: Das senkrechte Weltbild. Symbolisches Denken in astrologischen Urprinzipien. ISBN 3453152824
- Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. München: Beck, 2003, ISBN 3-406-50905-3 (Der Amsterdamer Professor stellt die Astrologie nicht unkritisch dar, beleuchtet sie aber als Teil der Kulturgeschichte mit Vergnügen)
- Kelly, Ivan W. (1998): why astrology doesn't Work. In: Psychological Reports 82, 527-546.
- Herrmann, Dieter B. (1999): Astronomisches Wissen und astrologischer Glaube. In: Astronomie + Raumfahrt 36/3, 14-17.
- Astrologiethemenheft (1996): Skeptiker - Parawissenschaften unter der Lupe, Heft 4. [http://gwup.org/skeptiker/archiv/1996/skeptiker1996heft4.pdf Infos als PDF]
- Wolfgang Döbereiner: Astrologisches Lehr- und Übungsbuch Band 1. ISBN 3-927094-12-9. Grundlagenwerk der Astrologie
- Thomas Ring (1892-1983): Kräfte und Kräftebeziehungen ISBN 3-7626-0421-5. Als PDF kostenlos [http://www.astro.com/h/ring_g.htm zum Download], als Band 1 der vierbändigen Astrologischen Menschenkunde.
- Martina Döhring: Grundlagen der esoterischen Astrologie, Edition Esoterick 2003, ISBN 3-936830-00-2

Weblinks


- [http://www.astrologiezentrum.de/aktuelles/kontroverse/kontroverse1.html Astrologie in wissenschaftstheoretischer Perspektive]
von Prof. Dr. Bernulf Kanitscheider / und
- [http://www.anomalistik.de/abg_astrologie.shtml Arbeitskreis Astrologie] der Gesellschaft für Anomalistik e.V.
- [http://www.astronomie.de/bibliothek/astrologie/astrologie.htm "Kritik der Astrologie"]
- [http://www.creastro.de/AstroKritik/astronomie-de.htm "Kritik der Astrologiekritik"]
- [http://www.astro.univie.ac.at/~wuchterl/Kuffner/mond/astrologie.html Was Sie in Astrologiebüchern nicht finden werden]
- [http://www.astralogie.de/replik.html Was Sie in Astrologiebüchern nicht finden werden - Replik]
- [http://www.gwup.org/themen/texte/astrologie/ Stellungnahme zur Astrologie] von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)
- [http://www.igpp.de Link zur Seite des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene] (IGPP)
- [http://www.badastronomy.com/bad/misc/astrology.html Bad Astronomy - Astrology (engl.)] Link zur Astrologie-kritischen Seite von Phil Plait, Autor von Bad Astronomy: Misconceptions and Misuses Revealed, from Astrology to the Moon Landing "Hoax" Kategorie:Esoterik Kategorie:Pseudowissenschaft Kategorie:Astrologie Kategorie:Mantik ja:占星術 ko:점성술 th:โหราศาสตร์

Exorzismus

Der Exorzismus (latinisiert aus griechisch εξορκισμός, exorkismós „das Hinausbeschwören“) ist in den Religionen die Praxis des „Austreibens“ von Dämonen bzw. des Teufels aus Menschen, Tieren oder Dingen. Wenn Menschen oder Tiere als betroffen angesehen werden, bezeichnet man sie als besessen. Der Exorzist tritt der religiösen Überzeugung nach in eine direkte Kommunikation mit dem unerwünschten Geist und sucht durch dessen Beseitigung eine Reintegration des Besessenen herbeizuführen. Die äußerlich erkennbare Form des Exorzismus variiert, kulturbedingt, vom intellektuellen Dialog bis zum Tanz im Trancezustand, sollte aber keinesfalls bezüglich geistigen Gehaltes außer Acht gelassen sein. Der Exorzismus ist im allgemeinen, insbesondere nach „römisch-katholischer Lesart“, aber eben nicht zwingend, nach einem bestimmten Schema gegliedert:
- Bedrohung
- Namenserfragung
- Ausfahrwort
- Rückkehrverbot

Alte Religionen

Sowohl im Hellenismus als auch im Judentum gab es Exorzisten (zum Beispiel Magier oder bestimmte Rabbiner), die in dieser Eigenschaft durchs Land zogen. In christlicher Zeit gebrauchten sie, aufgrund bekannter Wirksamkeit, den Namen Jesu für ihre Zwecke erfolgreich - und das unabhängig davon, ob sie Heiden oder Juden waren.

Christentum

Altes Testament

Im Alten Testament werden Dämonen und Besessenheit noch kaum thematisiert. Es finden sich lediglich einzelne Exorzismus-Formeln, wenn es um das Austreiben "böser Geister" im Zusammenhang mit Krieg, Krankheit, Unreinheit, Flüchen/Segnungen und Tod geht.

Neues Testament

Das Neue Testament setzt die Existenz von Dämonen als selbstverständlich voraus. Im Epheserbrief 6:12 werden sie Beherrscher dieser finsteren Welt genannt. Jesus von Nazareth praktiziert seinen Exorzismus vornehmlich als Heilung bestimmter Krankheiten. Besonders das Markusevangelium (Mk) schildert eindrücklich solche Exorzismen. Es lässt Jesu öffentliches Wirken mit einem Exorzismus (Mk 1,23–39) beginnen. „Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.“ (Mk 1:39) Weiter wird berichtet, wie Jesus gleich eine ganze Legion von Dämonen einem Besessenen austreibt (Mk 5:1–20). Auch Jesu Jünger erhalten die Macht, Dämonen auszutreiben (Mk 3:15).

Kirchengeschichte

In der Frühzeit des Christentums war der Glaube an Dämonen und an die Notwendigkeit von Exorzismen weit verbreitet, teilweise übernommen aus heidnischer Tradition und fest verwurzelt im Volksglauben. Aber auch für die Kleriker war der Dämonenglaube selbstverständlich und so wurde das kirchliche Amt des Exorzisten speziell für diese Aufgabe geschaffen. Die meisten größeren Gemeinden hatten zumindest einen Exorzisten. Exorzismus wurde auch an abtrünnigen Christen wie der Prophetin Priscilla ausgeübt, da man die Abwendung vom christlichen Glauben als vom Teufel verursacht ansah, der so einen Menschen an der Erlangung des ewigen Heils hindern wollte. Kirchliche Würdenträger wie Antoninus, Kyrill von Jerusalem und Johannes Chrysostomos empfahlen das Kreuzzeichen als Mittel zur Austreibung von Dämonen. Auch der Kirchenvater Origenes beschrieb detailliert die Möglichkeiten der Dämonenaustreibung. Als weitere Mittel wurden und werden genannt: Der Name Christi, das Taufsiegel, Anblasen, Ausspucken, Räuchern (auch andere Gerüche), Erz, Eisen, Feuer, Knoblauch, Zwiebeln, Verzicht auf Schweinefleisch, Glockenläuten etc.

Katholische Kirche

Der Exorzismus ist noch heute Bestandteil katholischer Lehre und Liturgie. Es wird dabei der einfache Exorzismus vom sog. Großen Exorzismus unterschieden. So beinhaltet der Taufritus einen kleinen Exorzismus, da er den Täufling von seinen Sünden und dessen Anstifter, dem Teufel, vom dem sich der Täufling - oder dessen Paten für ihn - lossagt, befreit. Der Vollzug des Großen Exorzismus ist einem Priester vorbehalten und bedarf der besonderen Genehmigung des Bischofs. Der Ritus ist im neu überarbeiteten Teil des Rituale Romanum De exorcismis et supplicationibus quibusdam von 1999 geregelt. Nach dem Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) dient der Große Exorzismus dazu, „Dämonen auszutreiben oder vom Einfluss von Dämonen zu befreien, und zwar kraft der geistigen Autorität, die Jesus seiner Kirche anvertraut hat“ (KKK Nr. 1673). Von Besessenheit unterschieden werden ausdrücklich Geisteskrankheiten. Diese „zu behandeln, ist Sache der ärztlichen Heilkunde“ (Ebd.). Vor dem Vollzug eines Großen Exorzismus muss sich die Kirche Gewissheit verschaffen, dass wirklich eine Besessenheit vorliegt und keine Krankheit. So ist unbedingt das Urteil unabhängiger Ärzte und Psychologen einzuholen. Das aus dem Jahr 1614 stammende Ritual war 1999 nach 385 Jahren von der vatikanischen Liturgiekongregation überarbeitet und mit strengen Auflagen versehen worden. [http://orf.at/050914-91205/index.html]

Andere christliche Kirchen

Die orthodoxe Kirche hat eine eigene Tradition des Exorzismus. Aufsehen erregte der Fall der 23-jährigen Nonne Maricica Irina Cornici, die im Juni 2005 im rumänischen Kloster Tanacu im Rahmen eines exorzistischen Rituals gekreuzigt wurde. Der von der Kirchenhierarchie nicht anerkannte Prior und vier Glaubensschwestern befinden sich in Untersuchungshaft. Die meisten älteren protestantischen Kirchen indes üben Exorzismus nicht oder nicht mehr aus. Wegen der fortschreitenden Erforschung von Geisteskrankheiten steht der Vollzug des Großen Exorzismus in den Großkirchen Europas eher am Rande. Anders in Afrika, wo die charismatische Bewegung Massenerweckungen auslöst, die mit weithin beachteten exorzistischen Heilungen einhergehen.

Probleme

Katholische Exorzisten unterscheiden zwischen Besessenheit (bzw. Infestation oder Umsessenheit) einerseits und religiöser Hysterie und diversen Geisteskrankheiten andererseits. Der Exorzismus solle nur bei Besessenheit und deren Abstufungen zur Anwendung kommen. Es wird zugestanden, dass ein „Besessener“ auch Anzeichen einer Geisteskrankheit zeigen kann. Da es aus wissenschaftlicher Sicht keinen Zustand der Besessenheit gibt, werden oft Vorwürfe erhoben, die Exorzisten behandelten religiös Hysterische und Geisteskranke und verschlechterten deren Zustand. Das Verweigern der Heilbehandlung einer Geisteserkrankung durch kompetente Ärzte und Therapeuten, um ein Exorzismus-Ritual durchzuführen, kann sowohl geistige wie auch körperliche Schäden bewirken. Es kam bei Exorzismen auch zu Todesfällen. In Deutschland wird insbesondere der Fall Anneliese Michel mit dem Exorzismus in Verbindung gebracht, eine junge Frau, die nach und möglicherweise auch wegen eines kirchlich angeordneten Exorzismus an den Folgen von Unterernährung und Entkräftung zu Tode kam. Mit Der Exorzist (1973) und seinen Nachfolgern haben sich mehrere Filme mit diesem Thema beschäftigt und einen großen Publikumserfolg erzielt. Stets wird hier die Besessenheit einer Person als Tatsache dargestellt.

Quellen


- [http://alt.bibelwerk.de/bibel/ Die Bibel (Einheitsübersetzung)]
- [http://www.clerus.org/pls/clerus/cn_clerus.h_select_attivita?dicastero=2&tema=3&argomento=15&sottoargomento=0&lingua=6&Classe=1&operazione=ges_doc&rif=586&rif1=586sabato Katechismus der Katholischen Kirche]
- [http://www.paxbook.com/texec/mediainfo.jsp?product_id=29963 De exorcismis et supplicationibus quibusdam.] ISBN 88-209-4822-2
- Karlheinz Deschner: Kriminalgeschichte des Christentums. Bd. 3. ISBN 3-499-60244-X

Literatur


- Gabriele Amorth: Ein Exorzist erzählt. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 2001, ISBN 3717110454
- Gabriele Amorth: Neue Berichte eines Exorzisten. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 2000, ISBN 3717110675
- Gabriele Amorth: Exorzisten und Psychiater. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 2002, ISBN 3717110926
- Georg Siegmund (Hrsg.): Von Wemding nach Klingenberg : vier weltberühmte Fälle von Exorzismen. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 1985, ISBN 3717108697
- Elisabeth Becker (Hrsg.): Der Exorzismus der Kirche unter Beschuss. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 1995, ISBN 371710991X
- Lisl Gutwenger (Hrsg.): „Treibt Dämonen aus!“ : von Blumhardt bis Rodewyk; vom Wirken katholischer und evangelischer Exorzisten. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 1992, ISBN 3717109561

Weblinks


- [http://www.pfarrerblatt.de/text_10.htm Artikel über Exorzismus] im Pfälzischen Pfarrerblatt
- [http://www.exorzismus.net/ www.exorzismus.net] Website mit ausführlichen Informationen über den Exorzismus in der Katholischen Kirche, von einem katholischen Theologen betrieben
- [http://www.abendblatt.de/daten/2004/09/16/341570.html www.abendblatt.de/daten/2004/09/16/341570.html] Artikel über den Chef-Exorzisten des Vatikan, Pater Gabriel Amorth
- [http://www.exorzismus.net/Papst_Benedikt1 Papst Benedikt XVI. in der Generalaudienz am 26.8.2005] Exorzisten leisten wichtigen Dienst

Siehe auch


- Der Exorzist Kategorie:Religion Kategorie:Ritus Kategorie:Liturgie Kategorie:Römisch-Katholische Kirche Kategorie:Dämonologie ja:悪魔払い

Wahrsagen

Wahrsagerei bezeichnet allgemein die vermeintliche Fähigkeit, die Zukunft vorherzusehen. Die Wahrsagekunst bezeichnet man auch als Mantik. Mantik Mantik Mantik Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Methoden entwickelt, die Zukunft vorherzusehen. Von wissenschaftlichem Gesichtspunkt aus darf die Wahrsagerei als unzulänglich bzw. Aberglaube gelten, da keine Methode bisher nachweisbar funktioniert. Dies wird jährlich zum Beispiel durch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. anhand von Vorhersagen "prominenter" Wahrsager für das Vorjahr bewiesen - die Trefferquote ist jedes Mal sehr gering. Um sicherzustellen, dass eine Vorhersage zutrifft, bedienen sich Wahrsager oft dem cold reading sowie dem sogenannten Barnum-Effekt. Wahrsagerei unterscheidet sich von den wissenschaftlichen Methoden der Zukunftsvorherzusage insofern, dass Wahrsagerei meist keine theoretischen Grundlagen besitzt und praktisch aus dem Nichts Schlußfolgerungen zieht, während die Wissenschaft erst durch die Theorie zur Voraussage kommt. Es ist allerdings keine Seltenheit, dass Mantiker versuchen, scheinbar wissenschaftliche Erklärungen für die Funktionsweise der Vorhersage zu finden, etwa dass die Karten im Tarot durch das Unterbewusstsein beim Mischen beeiflusst wären oder dass in der Astrologie der Mond eine sichtbare Veränderung(Gezeiten) bewirken kann. Häufig weisen Matiker auch darauf hin, dass ihre Vorhersage auf bestätigten Erfahrungen beruhen würde, weshalb das Fehlen einer Begründung für die Wirksamkeit, nicht die Wirksamkeit an sich verneinen könnte. Schon in früher Zeit entwickelten sich mehrere Methoden:
- das Bleigießen
- das Werfen kleiner Objekte, z.B. von Knochensplittern, und Deutung der Muster
- das Deuten der Eingeweidestruktur von Opfertieren (s. Haruspex)
- Flug bestimmter Vögel (Vogelschwärme) (Auspizien)
- Körnerfressen von (heiligen) Hühnern
- sonstiges Verhalten von Tieren
- Feuer (z. B. Rauchform, schnelles glühen, ...)
- die Palmblattbibliotheken in Indien
- das Lesen von Kokablättern in Peru, Bolivien und anderen lateinamerikanischen Ländern Später kam noch z.B. das Handlesen, Kartenlegen (vgl. Tarot), die Kaffeesatzleserei und Kristallomantie hinzu. Weitere historische Formen sind die:
- Stichomantie - Weissagung aus der Form von beliebigen Texten,
- Hydromantie - Weissagung aus der Form von Wasser
- Nekromantie - Weissagung durch Kontakt mit den Toten
- Myomantik - Weissagung aus den Lauten von Mäusen
- Kromniomantik - Weissagung aus der Form von Zwiebelsprossen
- Aeoromantik - Weissagung aus der Form von Wolken
- Xylomantik - Weissagung aus der Form von Zweigen.
- Garosmantie - Weissagung aus bauchigen, mit Wasser gefüllten Flaschen
- Daphnomantie - Weissagung mittels eines ins Feuer geworfenen Lorbeerzweigs Im Buch „The Concise Lexicon of the Occult” ( ISBN 0806511915 ) sind insgesamt 93 verschiedene Methoden der Weissagung aufgeführt. Eine Auswahl dieser findet sich in der Liste der Weissagungstechniken. siehe auch:Hellsehen Kategorie:Esoterik ! Mantik (Wahrsagerei) Kategorie:Volksglaube Kategorie:Okkultismus

Geomantik

Geomantie bzw. Geomantik bedeutet ursprünglich Weissagung aus der Erde (von griech. gaia = Erde, manteia = Weissagung) und beansprucht, eine ganzheitliche Form der Naturwissenschaft zu sein. Sie beschäftigt sich damit, "natürliche Energieströme" und "Energiezentren" auf der Erdoberfläche auszumachen und in landschaftsgestalterische Maßnahmen einzubeziehen. In der Geomantik wird der Lebensraum als ein vernetztes System aus Energien, Informationen und Beziehungen zueinander gesehen. Sie stellt Fragen nach der "Magie von Orten" wie:
- Warum gelten Orte als heilig?
- Warum werden an ein und demselben Ort über Jahrtausende Gottheiten verehrt und Wallfahrten unternommen?
- Gibt es Wasseradern, "Erdstrahlen", o.ä.?
- Gibt es großräumige Landschaftsstrukturen, liegen z.B. auffallende Steine, oder Landmarken auf besonderen Linien.
- Inwieweit sollten Bauherren ihr Bauvorhaben an die Gegebenheiten des Ortes anpassen? Die Geomantie sieht ihre Aufgabe im Verstärken so genannter "positiver" und im Abschwächen so genannter "negativer Kräfte und Energiefelder", um so ein Optimum an Harmonie im Lebensumfeld zu erreichen. Der Geomant kombiniert die unterschiedlichen "Kräfte", er reduziert die "schlechten Einflüsse" für den Menschen und aktiviert die "positiven" und versucht festzustellen, welche Auswirkungen und Veränderungen auf das Lebensumfeld etwa beim Bau eines Gebäudes auftreten; er ergreift Maßnahmen, um Gleichgewicht und Harmonie herzustellen. Für Anhänger der Geomantie ist es nicht unwesentlich, wie ein Gebäude platziert, ein Raum gestaltet oder die Umgebung in das Gesamtgefüge positiv eingegliedert wird. Geomantie wird oft auch als "Landschafts-Feng-Shui" charakterisiert, da in China diese Lehre der Naturbeobachtungen als Feng Shui bezeichnet wird. Übrigens ist Geomantie auch in Europa noch als lebende Tradition erhalten: die isländische Regierung und auch die Stadtbauverwaltung von Reykjavik leisten sich für größere Bauvorhaben wie Straßen durch unbewohntes Gebiet eine eigene Elfenbeauftragte, die prüft, ob bestimmte Orte von Erd- oder Wassergeistern bewohnt werden und weiträumig umgangen werden sollten. In asiatischen Gegenden wie in Bali gibt es eigens für die Erdmutung ausgebildete Priester, die Wesenheiten welche an einem bestimmten Ort wohnen, der bebaut werden soll, gut zusprechen, damit sie den Ort verlassen und umziehen. Gelingt dieser Überredungsversuch nach Einschätzung des Priesters nicht, dann wird dort nicht gebaut. Die Geomantie wird von der modernen Naturwissenschaft nicht anerkannt und fällt eher in den Bereich der Esoterik oder Pseudowissenschaften. Bei der Berechnung der geomantischen Landschaftsstruktur, die durchaus anspruchsvolle mathematische Methoden verwendet, werden historische Bauwerke als Basispunkte des Landschaftsnetzes verwendet. Dies geschieht unter der Annahme, dass die Menschen im Altertum bzw. Mittelalter bereits geomantisch optimale Bauplätze gewählt haben. Für Anhänger der Geomantie interessante Orte sind z.B.
- die Pyramiden von Gizeh
- Stonehenge
- die Externsteine im Teutoburger Wald
- die Steinreihen von Carnac und das Inselheiligtum von Gavrinis in der Bretagne
- Kraftort bei Scheuren / Forch in der Schweiz
- Belchen-Dreieck aus dem Belchen im Schwarzwald, Belchen in der Schweiz und Belchen (Ballon d' Alsace) im Elsass.
- Blauen-Dreieck aus dem Blauen im Schwarzwald, Blauen in der Schweiz und Blauen (Grand Ballon) im Elsass.
- Nöstach-Hafnerberg im Wienerwald - Magische Plätze Siehe auch: Feng Shui, Radiästhesie, Heiligtum, Ley-Linie Im 16. Jahrhundert hat Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim in seinem Buch "Werke der okkulten Philosophie" eine Devinationsmethode beschrieben, die heute als "astrologische Geomantie" bekannt ist und unter anderem auch im Esoteric Order of the Golden Dawn gelehrt wurde.

Literatur


- Marco Pogacnik: Wege der Erdheilung, Droemer Knaur, 2001, ISBN 3426871475
- Knoblauch, H.(1991) Die Welt der Wünschelrutengänger und Pendler - Erkundung einer verborgenen Wirklichkeit. Campus Verlag, Frankfurt/Main, New York.
- Marko Pogacnik: Schule der Geomantie, Droemner Knaur

Weblinks


- http://www.feng.shui-atelier.de
- [http://www.gwup.org/mitglieder/regionalgruppen/bamberg/projekte/geokomiker/ Bamberger Skeptiker zur Geomantie]
- http://www.ourvitalworld.com
- http://www.ljudmila.org/pogacnik/
- [http://www.pimath.de/PiRuhr/Kapitel5/ruhrgebiet5.html geomantische Landschaftsstruktur im Ruhrgebiet]
- [http://www.golden-dawn.org/cgi-bin/geo.pl kleines Programm zum Erstellen einer Devination mittels astrologischer Geomantie] Kategorie:Esoterik Kategorie:Parawissenschaft

Taiji

Tàijí oder Tai Chi (chin. 太極, vereinf. 太极 = Das sehr große Äußerste, auch Die großen Gegensätze) bezeichnet das höchste Prinzip des Kosmos. Der Terminus findet sowohl im Daoismus als auch im Konfuzianismus Verwendung. Eine allgemein akzeptable Definition ist schwierig, da der Begriff sehr unterschiedlich verwendet wird und in sich fließend ist. Das Zeichen 太 (tài) bedeutet ‚sehr groß‘, das Zeichen 極/极 (jí) bezeichnete ursprünglich den Gipfel eines Berges, aber auch den Firstbalken eines Satteldaches, als Adjektiv/Adverb heißt es ‚(der/die/das) äußerst(e)‘. Daraus entwickelte sich die Bedeutung des Hauptpunktes, der Achse. Im alten Chinesisch wird auch der Polarstern – gleichsam als Angelpunkt des Himmels – als Tàijí bezeichnet. In der daoistischen Tradition bezeichnet das Tàijí vor allem die Einheit der polaren Gegensätze Yīn und Yáng. Yīn (陰/阴) bezeichnete ursprünglich die im Schatten (侌) liegende Seite eines Hügels (阜/Radikal阝), Yáng (陽/阳) die der Sonne (日) zugewandte, helle (昜) Seite, was sich in den traditionellen Schriftzeichen zeigt. Yīn und Yáng vereinigen sich am Gipfel (極/极), eben am Tàijí. Damit drückt das Tàijí aus, dass alle Dinge in der Welt der Erscheinungen letztendlich in Harmonie stehen und dass auch scheinbare Gegensätze (z.B. Licht und Schatten) aus dem selben Urgrund hervorgehen. Nach daoistischer Lehre ist das Tàijí aus dem Wújí (無極/无极), dem Nicht-Sein, der Leere, entstanden. Aus dem Tàijí hingegen geht die gesamte Welt der Erscheinungen hervor (Wàn Wù (萬物/万物), „die zehntausend (≅ alle) Dinge“). Tàijí ist damit die Kraft, die die beiden Pole hervorbringt. Im Kapitel 42 des Dào-Dé-Jīng (道德經) von Lǎo Zǐ (老子) heißt es hierzu: „Dào erzeugt Eins, Eins erzeugt Zwei, Zwei erzeugt Drei, Drei erzeugt alle Dinge.“ 【道生一。一生二。二生三。三生萬物】. In den Konfuzianismus wird das Konzept des Tàijí vor allem durch den neo-konfuzianischen Philosophen Zhū Xī (朱熹) (1130-1200) eingebunden. Kern seiner Lehre ist, daß alle Dinge Lǐ (理) (am ehesten zu übersetzen mit „Grundprinzip“, „Vernunft“) besitzen. Das Lǐ ist unveränderlich, immateriell und den Dingen inhärent. Betrachtet man das Universum als ganzes, so ist dessen Lǐ eben das Tàijí, also das ordnende Urprinzip des Universums. Zhū Xī schreibt: „Das Tàijí ist einfach das höchste von allem, jenseits dessen nichts sein kann.“ Häufig wird mit dem Begriff auch nur die symbolische Darstellung des Tàijí bezeichnet, die eigentlich Tàijítú (chin. 太極圖, vereinf. 太极图) heißt. Diese allgemein bekannte graphische Darstellung des Tàijí, dann oft auch als Monade bezeichnet, geht vermutlich auf Lái Zhī-Dé (來知德/来知德; auch Lái Qū-Táng, 來瞿唐/来瞿唐) (1525-1604) zurück. Die Grundidee, alle Dinge so zu denken, als bestünde im Hintergrund eine höhere Harmonie, hat die gesamte ostasiatische Kultur auf das Tiefste beeinflusst. Das Einswerden mit dieser Harmonie des Tàijí beherrscht nicht nur die Spiritualität, sondern wirkt sich auf Wohnen und Städteplanung (Fēng Shuǐ (風水/风水)), Gartenbau, Gesellschaftordnung, Medizin und viele andere Bereiche bis in die heutige Zeit aus. Im Westen wird der Begriff zuweilen fälschlicherweise als Kurzform für das Übungssystem bzw. die Kampfkunst Tàijíquán (chin. 太極拳, vereinf. 太极拳) verwendet. Auch dieses Übungssystem basiert, wie sein japanisches Pendant, das Aikidō (合気道) („Weg im Einklang mit dem Qì (氣/气)“), auf diesem Einswerden mit der Harmonie des Tàijí. Als Kampfkunst bedient es sich dieser Erkenntnisse, als Formübung (jap. Kata) ist es der bewegungsmeditative Ansatz mit dem Ziel diese Harmonie zu erreichen. ---- Siehe auch: Dualismus, Yin und Yang, Dao, Daoismus, I Ging Kategorie:Weltanschauung Kategorie:Chinesische Philosophie und Religion Kategorie:Daoismus ko:태극

Yin und Yang

Yin und Yang (vereinfacht: 阴阳, traditionell: 陰陽, Pinyin: yīn yáng) sind zwei Begriffe aus der chinesischen (Natur-)Philosophie, die insbesondere im Daoismus von großer Bedeutung sind. Bei Yang handelt es sich um das Prinzip Himmel, bei Yin um das Prinzip Erde. Der Übergang von Yin zu Yang ist dabei fließend.

Entstehungsgeschichte

Die genauen historischen Ursprünge liegen vermutlich viele tausend Jahre in der Vergangenheit. Zuerst wurde das Prinzip im I Ging erwähnt, das aber auch nur sehr ungenau auf etwa 700 bis 1000 Jahre v. Chr. datiert werden kann. Zu dieser Zeit standen Yin und Yang vermutlich noch für recht praktische, alltägliche Dinge. Anhand der entsprechenden chin. Schriftzeichen wird vermutet, dass Yin anfangs vermutlich die Bezeichnung für die kältere, nach Norden weisende Seite eines Hügels war, mit Yang wurde die wärmere, nach Süden weisende Seite bezeichnet. Ursprünglich war es also eine rein geografische Einordnung. Nach und nach wurde Yang mit Sonnenlicht allgemein gleichgesetzt, während Yin mit Schatten verbunden wurde. Bald wurde daraus abgeleitet, dass die Sonne selbst Yang ist, Erde und Mond hingegen waren Yin. Mit der Zeit wurden die Begriffe immer abstrakter, allgemeiner angewendet. Die Tabelle unten rechts zeigt einige typische Entsprechungen von Yin und Yang, stellvertretend für die Vielzahl von möglichen Gegensatzpaaren. Wichtig ist, dabei immer in einem Zusammenhang zu bleiben. Es ist unsinnig zu sagen, Yang ist oben und Yin ist Wasser. Außerdem lässt sich weder Yin noch Yang in reiner Form finden, das Eine bedingt das Andere (vgl. Dualismus). Man kann auch nicht sagen, das eine sei gut und das andere schlecht, denn die daoistische Philosophie betont immer wieder, dass das Weiche (Yin) das Harte (Yang) besiegt, und in einigen Schulen des Daoismus muss der Adept erst reines Yin werden, um den Funken des Yang erlangen zu können. Ein Beispiel aus dem Taiji: Frage: Schau einen Stock an - sein eines Ende ist Yin, das andere Yang. Welches ist wichtiger? Antwort: Der Stock selbst ist wichtig!

Beziehung von Yin und Yang

Sonnenstrahlen sind ein gutes Yang-Beispiel: Sie kommen von der Sonne (vom Himmel, von oben) sind warm, hell, Licht und eine nicht anfassbare, dennoch spürbare subtile Energie. Diese Energie wird in Pflanzen mithilfe der Photosynthese in chemische Energie umgesetzt, welche als Träger und Speicher von Energie für die Pflanze dient. Dieser Prozess benötigt jedoch auch ein materielles Gegenstück, Wasser und Kohlendioxid. Das Yang der Sonnenstrahlen benötigt also Yin-Elemente, um wirksam zu werden. Wasser kann als Yin-Beispiel dienen: Wasser fließt immer nach unten (kann aber auch nach oben fliegen, wenn es erhitzt wird), ist als Meer kühl und dunkel. Wenn es gefriert, wird es aber zu Eis, also zum einen kälter<