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Homunculus

Homunculus

Ein Homunculus (lat. „Menschlein“) ist ein künstlicher (aus einer Transmutation geschaffener) Mensch ohne Seele. Der Homunculus ist in der Kulturgeschichte ein weit verbreitetes Thema, das unter anderem Goethe in seinem Faust II aufnimmt. In der Anatomie des Gehirns werden Repräsentationen von Körperteilen als sensorischer Homunculus bzw. motorischer Homunculus verstanden. Für alle sensiblen und motorischen Bahnen gibt es eine Punkt-zu-Punkt-Zuordnung zwischen der Körperperipherie und dem Gehirn. So ist z. B. eine bestimmte Zellgruppe in der Großhirnrinde (Cortex) für die bewusste Wahrnehmung eines Schmerzreizes in einem ganz genau definierten Hautareal, und zwar nur für dieses, zuständig. Das Gehirn kann also allein aus der aktivierten Zellgruppe im Cortex schlussfolgern, in welchem Körperabschnitt der Schmerz auftritt. Diese Projektionen vom Körper auf das Gehirn entsprechen den sensorischen und motorischen Rindenfeldern. Die Größe des Zellgebietes im Rindenfeld entspricht nicht genau dem Ausmaß des Areals im Körper. Für besonders feinsensible oder feinmotorische Körperabschnitte (z. B. Finger) stehen recht große Rindenareale zur Verfügung. Andere Körperteile, die keine fein abgestimmten Bewegungen ausführen und die nicht so schmerzempfindlich sind (z. B. Bauch) haben nur relativ kleine Rindenfelder. Der Homunculus im Gehirn ist also gegenüber der tatsächlichen Körpergestalt stark größenverzerrt. Die selbe Art von Abbildung wird in der Alternativmedizin für die Reflexzonen verwendet. In der „kartesisches Theater“ genannten Hypothese über die Entstehung von Bewusstsein wird ein Homunculus postuliert, der im Gehirn sitzt und die passiven Projektionen der Sinneseindrücke aus z. B. den Rindengebieten des sensorischen Homunculus oder dem primären visuellen Cortex betrachtet und „bewusst“ verarbeitet. Das Problem an dieser Hypothese wird offensichtlich, wenn man sich fragt, welche Instanz im Kopf des Homunculus eigentlich Bewusstsein erzeugt. Postuliert man einen Homunculus, benötigt man am Ende unendlich viele ineinander verschachtelte Homunculi, was das Problem offensichtlich nicht löst.

Siehe auch

Künstliche Intelligenz - Dermatom (Anatomie) - Myotom - Alchemie - Golem - Paracelsus - René Descartes - Antoni van Leeuwenhoek

Literatur


- Vladimir Bazala: Homunculus-Problem einst und jetzt. In: Sepp Domadl (Hrsg.), Paracelsus im Blickfeld heutiger wissenschaftlicher Betrachtung. Ein Rundgespräch, Wien, 1974, S. 23-27. (Salzburger Beiträge zur Paracelsusforschung. 12).
- Albert Ludwig: "Homunculi und Androiden. Die Grundlagen", Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen LXXII (1918), 1, S. 137-153.
- Wilder Penfield, Theodore Rasmussen: The Cerebral Cortex of Man. A Clinical Study of Localization of Function. New York, The Macmillan Comp., 1950.
- Herbert Silberer: "Der Homunculus", Imago III (1914), S. 37-79.
- Klaus Völker (Hrsg.): Künstliche Menschen. Dichtungen und Dokumente über Golems, Homunculi, Androiden und liebende Statuen, München, 1971. Kategorie:Philosophie des Geistes Kategorie:Zentralnervensystem Kategorie:Alchemie ja:ホムンクルス

Latein

Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum. Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.

Entwicklung

romanischen Sprachen Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein. Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen. Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa. In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.

Antike

Antike Schreibweise

Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen. Vergleiche folgendes Beispiel: Alte Schreibweise: AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES Heutige Schreibweise: Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo, sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat. poena metusque aberant nec verba minantia fixo aere legebantur, nec supplex turba timebat iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti. nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem, montibus in liquidas pinus descenderat undas, nullaque mortales praeter sua litora norant. nondum praecipites cingebant oppida fossae, non tuba directi, non aeris cornua flexi, non galeae, non ensis erant: sine militis usu mollia securae peragebant otia gentes. Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter) Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.

Antike Aussprache

Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.

Literatur

Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.

Gegenwart

Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte. Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften. Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare
-
„gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden. Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher. Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.

Modernes Latein

Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr. Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat. Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry. Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein. In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen. Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.

Latein in den Wissenschaften

In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.

Latein in der katholischen Kirche

Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken). Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen. Siehe auch: Lateinische Kirche

Referenzlisten


- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter

Siehe auch


- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus

Weblinks


- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de] Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein ja:ラテン語 ko:라틴어 simple:Latin language th:ภาษาละติน zh-min-nan:Latin-gí

Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe (
- 28. August 1749 in Frankfurt am Main als J.W. Goethe; † 22. März 1832 in Weimar; auch Göthe) ist als Dichter, Naturwissenschaftler, Kunsttheoretiker und Staatsmann der bekannteste Vertreter der Weimarer Klassik. Als Verfasser von Gedichten, Dramen und Prosa-Werken gilt er als der größte deutsche Dichter und ist eine herausragende Persönlichkeit der Weltliteratur. Weltliteratur

Leben

Herkunft und Jugend (1749–1765)

Weltliteratur Goethes Vater, Johann Caspar Goethe (
- 1710; † 1782), war im kaiserlichen Rat vertreten. Er ging zunächst auf eine der besten Schulen des Landes, auf das Gymnasium Casimirianum in Coburg, hatte in Leipzig Rechtswissenschaften studiert, am Reichskammergericht in Wetzlar gearbeitet, Reisen nach Rom und Paris unternommen, und sich schließlich in seiner Vaterstadt Frankfurt niedergelassen, wo die Familie in einem geräumigen Haus am Großen Hirschgraben lebte. Er ging dort seinen Neigungen und Interessen nach; so widmete er sich der Zusammenstellung eines Naturalienkabinetts und der Sammlung von Gemälden. Goethes Mutter Catharina Elisabeth Goethe (
- 1731; † 1808) war eine geborene Textor. Die Tochter des Frankfurter Bürgermeisters hatte mit 17 Jahren den damals 38-jährigen Rat Goethe geheiratet. Außer der am 7. Dezember 1750 geborenen Schwester Cornelia Friderike Christiana starben alle anderen Geschwister früh. 1758 erkrankte Goethe an den Blattern (Pocken). Goethe wurde von seinem Vater und durch Privatlehrer unterrichtet; auch erhielt er Unterricht im Reiten und Fechten. Schon früh interessierte er sich für die Literatur, wobei er sein Augenmerk zunächst auf Friedrich Gottlieb Klopstock und Homer richtete. Mit 14 Jahren bewarb er sich bereits um die Mitgliedschaft in der Arkadischen Gesellschaft zu Phylandria. Auch begeisterte er sich für das Theater – so besuchte er während der französischen Besetzung 1759 häufig das französische Theater im Junghof. 1763 erlebte er ein Konzert des damals 7 Jahre alten Mozart. Am 30. September 1765 verließ er Frankfurt, um in Leipzig das Studium der Rechte aufzunehmen.

Studium und Geniezeit (1765–1775)

Leipzig

Leipzig (1765–1768)

Von 1765 bis 1768 studierte Goethe in Leipzig. Er hörte dort die Poetikvorlesung von Christian Fürchtegott Gellert und nahm an dessen Stilübungen teil. Auch nahm er Zeichenunterricht bei Adam Friedrich Oeser, dem Direktor der Leipziger Akademie. Er verliebte sich in Käthchen Schönkopf und besang diese Liebe in heiter-verspielten Versen in der Tradition des Rokoko (Gedichtzyklus Annette). Auerbachs Keller und die dort beheimatete Sage von Fausts Fassritt 1525 beeindruckten ihn so sehr, dass er später Auerbachs Keller als einzigen konkret existierenden Ort in sein Drama Faust I aufnahm. – Ein Blutsturz zwang ihn, das Studium abzubrechen und am 28. August 1768 nach Frankfurt zurückzukehren.

Frankfurt/Straßburg (1768–1770)

Eine eineinhalbjährige, von manchen Rückfällen unterbrochene Genesungszeit folgte. Während der Rekonvaleszenz wurde er liebevoll von Mutter und Schwester umsorgt. Eine Freundin der Mutter, Susanne von Klettenberg, brachte ihn mit pietistischen Vorstellungen in Berührung. Im April 1770 verließ er Frankfurt, um dem Wunsch seines Vaters entsprechend in Straßburg sein Studium zu beenden. In Straßburg lernte er Friederike Brion, eine Pfarrerstochter, kennen. Ihr widmete er einige Gedichte, darunter z. B. „Willkommen und Abschied“, „Sessenheimer Lieder“ und „Heidenröslein“.

Frankfurt und Darmstadt (1771) und dann nach Wetzlar (1772)

Am 31. Aug. 1771 wurde Goethe in Frankfurt als Advokat zugelassen. Damals stand er in Verbindung mit dem Darmstädter Hof, der der Empfindsamkeit huldigte; aus diesem Kreis sind Schlosser und Johann Heinrich Merck hervorzuheben. Am 10. Mai 1772 ging Goethe zum Abschluss der juristischen Ausbildung als Referendar an das Reichskammergericht in Wetzlar. Er war vom 25. Mai desselben Jahres an Rechtspraktikant am Reichskammergericht. Seine Großtante, Frau Hofrat Susanne Cornelia Lange, die in Wetzlar lebte, vermittelte ihm ein Haus, in dem er zusammen mit Jakob Heinrich Born, einem Bekannten aus der Leipziger Studienzeit und Sohn des Bürgermeisters von Leipzig, wohnte. Nach der unglücklichen Liebe zu Charlotte Buff verließ Goethe Wetzlar am 11. September 1772 wieder. Er hatte gerade sein Studium der Rechtswissenschaften abgeschlossen und wollte auf Drängen seines Vaters Kenntnisse im Kameralrecht und in der Prozessführung sammeln. Goethes Vater hatte große Pläne mit seinem einzigen Sohn: Sein Ziel war es, ihn zum Schultheißen in Frankfurt zu machen. Daher hatte er seinen Sohn schon früh mit Rechtsbüchern vertraut gemacht und ihn viel auswendig lernen lassen. Es war nicht so, dass Goethe das Praktikum am Reichskammergericht unwichtig gewesen wäre. Er war durchaus interessiert am Erscheinungsbild des Reichskammergerichtes, da er hoffte, sich daraus ein Bild über die Zustände im Reich machen zu können. Er nahm Veränderungen in der Rechtspraxis wahr und konnte diese als Ganzes überschauen, war sich aber der Lückenhaftigkeit seiner Fachkenntnisse beim Studienabschluss bewusst. Goethe wollte im Sinne von fortschrittlicher, humaner Rechtsprechung und Vollzug und systematisch strukturierten und philosophisch begründeten Gesetzen unter Berücksichtigung von psychischen und sozialen Faktoren arbeiten. Dies lässt sich aus den erhaltenen 28 Akten des Advokaten Goethe ableiten. Dennoch besuchte er das Reichskammergericht sehr selten und nutzte es kaum als Ausbildungsmöglichkeit. Denn zum einen war er gegenüber der Rechtspraxis skeptisch wegen der Korruption, die er als Ausdruck der zerrütteten Verhältnisse in Deutschland sah. Diese hatte sein Vater schon, als Goethe noch ein Kind war, angeprangert. Zum anderen misstraute er dem Reichskammergericht und den Visitationen zwischen 1767 und 1776. Er glaubte wie viele andere junge Juristen, mit denen er sich im Gasthof »Zum Kronprinzen« traf, nicht, dass diese etwas verbessern könnten. Außerdem behauptet Goethe später, als er Dichtung und Wahrheit niederschreibt, es habe sich schon in seiner Kindheit gezeigt, dass er kaum aus Interesse an den Rechtswissenschaften Jurist werden wollte, sondern vielmehr aus Reiselust. Nach dem Suizid des Gesandtschaftssekretärs Karl Wilhelm Jerusalem Ende Oktober 1772 kehrte Goethe vom 6. bis 10. November 1772 noch einmal für kurze Zeit nach Wetzlar zurück. Jerusalem war ein entfernter Bekannter von Goethe. Sein Suizid war für Goethe der Auslöser, seinen Roman Die Leiden des jungen Werthers zu schreiben. Darin verbindet er die eigenen Erlebnisse mit seiner angebeteten Charlotte Buff mit dem Schicksal Jerusalems, das er in Gesprächen mit Personen, die kurz vor seinem Tod noch mit ihm zu tun gehabt hatten, ergründete. Der Roman wird ein großer Erfolg und gilt als literarische Initialzündung der Empfindsamkeit und der Sturm und Drang-Literatur. 1774 Lahnreise mit seinen Freunden Basedow und Lavater nach Ehrenbreitstein. Im Anblick der Burg Lahneck: Geistesgruß.

Weimar (1775–1805)

Burg Lahneck 17751776 betreibt Goethe einen intensiven Briefwechsel mit Gräfin Augusta Louise zu Stolberg-Stolberg, die in dem adeligen Kloster zu Uetersen lebt. 1776 tritt Goethe als Geheimer Legationsrat in den Staatsdienst des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach ein und bekam weitere politische Aufgaben. Er wohnte sechs Jahre in seinem „Gartenhaus“ (Goethes Gartenhaus), das der Herzog ihm schenkte und dessen umliegenden Garten er als Parkgarten selbst plante und gestaltete. Diesen „Garten am Stern“ bezeichnete er später in seinen Tagebüchern als „untern Garten“. Maßgeblich beteiligt war er auch an der Planung des Landschaftsgartens an der Ilm. Wollte, Gott hätte mich zum Gärtner oder Laboranten gemacht, ich könnte glücklich sein schreibt er in seinem Tagebuch. Er lernte die Hofdame Charlotte von Stein kennen. Zehn Jahre lang verband die beiden eine innige Beziehung. Charlotte von Stein schrieb Goethe 1780 sein Gedicht „Wanderers Nachtlied“]] 1779 wird er zum Geheimrat befördert. Die Entscheidung, das Angebot des acht Jahre jüngeren Herzog Carl August in dem Weimarer Mini-Staat ein wichtiges Amt anzunehmen, war eine für politische Reformtätigkeit. Goethe war innerhalb des Kabinetts verantwortlich für eine wachsende Zahl von Zuständigkeiten. Politik blieb – auch nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst – ein Feld, dem er seine stetige Aufmerksamkeit schenkte. In diesen Jahren begann er sich intensiv mit der Naturwissenschaft zu beschäftigen. Am 23. Juni 1780 wird er als Lehrling in die Weimarer Freimaurerloge Anna Amalia zu den drei Rosen aufgenommen. Der Meister vom Stuhl, Staatsminister Jakob Friedrich Freiherr von Fritsch, sah Goethe mit Skepsis und übergab daher den Hammer an Johann Christoph Bode. Er dachte sogar wegen Goethes Ernennung zum Geheimrat an Rücktritt von seinem Amt als Staatsminister. Zum Gesellen wird Goethe am 23. Juni 1781 befördert, am 2. März 1782 zum Meister erhoben. Wenige Wochen nach dieser Erhebung musste die Loge Amalia ihre Arbeit einstellen, da es in der Freimaurerei in dieser Zeit zu Zerwürfnissen kam. Der Herzog vermietete ihm 1782 dann ein Haus am Frauenplan, das er ihm 1792 schließlich schenkte. Hier lebte Goethe bis zu seinem Tod. Auch den Garten am Frauenplan gestaltete der Dichter selbst. (1885, nach dem Tod des letzten Enkels und Erben Goethes, wurde das Haus am Frauenplan zum Nationalmuseum erklärt. Da nach dem Zweiten Weltkrieg sehr viel zerstört wurde, kam Karl Foerster nach Weimar und gestaltete den Garten neu). Aufnahme in den Illuminatenorden am 11. Februar 1783 unter dem Namen „Abaris“, geworben von Johann Christoph Bode. 1777 Erste Reise in den Harz Am 10. Dezember ist er auf dem Brocken; dies gilt als die erste Winterbesteigung dieses Berges. 1783 erfolgt die zweite Reise in den Harz, im darauffolgenden Jahr 1784 die dritte und letzte Harzreise. 1784 entdeckte er den Zwischenkieferknochen am menschlichen Schädel.

Reise nach Italien (1786–1788)

Zwischenkieferknochen Am 3. September 1786 verließ Goethe fluchtartig die heimischen Gefilde. In Weimar war nur seinem vertrauten Diener und Sekretär Philipp Seidel sein Reiseziel bekannt. Goethe gab sich in Italien unter dem Namen „Filippo Miller“ aus. Die ersten Briefe, welche Goethe nach Hause richtete, waren undatiert. Erst von Rom aus gab er den Nächststehenden Nachricht über seine eigentlichen Entschlüsse und die Absicht, längere Zeit in Italien zu bleiben. Seinen Aufenthalt in Italien beschreibt Goethe in der Italienischen Reise. In Rom freundete er sich 1786 mit Heinrich Tischbein an, mit dem er 1787 unter anderem nach Neapel reiste. Im selben Jahr entstand auch das berühmte Gemälde Tischbeins, das Goethe als Reisenden in der römischen Campagna zeigt (siehe abgebildetes Detail). Auch Angelika Kauffmann lernte er dort kennen. Goethe beschreibt seinen 15-monatigen Aufenthalt in der „Hauptstadt der Welt“ als Erfüllung eines Lebenstraumes – als „einen zweiten Geburtstag, eine wahre Wiedergeburt“. Er lässt sich als Künstler von der Monumentalität der antiken Bauten inspirieren (Pantheon, Kolosseum, Kaiserthermen u. a.)und studiert antike Skulpturen (Apoll vom Belvedere, Herkules Farnese, Juno Ludovisi u. a.). Darüber hinaus beschäftigt er sich intensiv mit der italienischen Renaissance-Malerei und bewundert neben Michelangelo vor allem Raffael als den Gipfel der abendländischen Kunst und wahren Erneuerer der Antike. In den „Römischen Elegien“ (1795) blickt der Begründer der deutschen Klassik wehmütig auf sein Rom-Erlebnis zurück und äußert den Wunsch einst an der Pyramide des Cestius begraben zu werden. Damit macht er deutlich, dass der Aufenthalt in Rom der entscheidende Anstoß für die Entwicklung einer klassischen deutschen Dichtung war, die an die antike Größe anknüpft.

1788 bis 1805

Etwa ab dem 40. Lebensjahr muss Goethe unbeweglich und steif gewesen sein. Er litt, wie sich später herausstellte, unter schweren Bandscheibenschäden und Verwachsungen mehrerer Brustwirbel. 1795 begann seine Freundschaft mit Schiller, der zuerst als Historieprofessor nach Jena gekommen war. Ihre Freundschaft dauerte bis zu Schillers Tod 1805. 1798 schrieb er die Elegie „Die Metamorphose der Pflanzen“.

Nach 1805

Im Jahr nach Schillers Tod heiratete Goethe Christiane Vulpius, mit der er bereits seit 1789 zusammenlebte und mit der er den gemeinsamen Sohn August hatte. Am Rande des Erfurter Fürstenkongresses 1808 wurde Goethe von Napoléon I. empfangen, der ihm das Kreuz der Ehrenlegion verlieh. 1814 reiste Goethe in die Rhein- und Maingegenden. 1816 starb seine Frau Christiane. 1817 begann er die „Geschichte seines botanischen Studiums“ „Zeitschrift Zur Naturwissenschaft überhaupt, besonders zur Morphologie“ (bis 1824). Freundschaft mit Kaspar Maria von Sternberg und Karl Friedrich Zelter. Goethe starb am 22. März 1832. Seine berühmten letzten Worte sollen „Mehr Licht!“ gewesen sein. Er wurde am 26. März in der Fürstengruft bestattet. Seine Grabrede hielt Johann Friedrich Röhr, Generalsuperintendent in Weimar.

Nachkommen

Johann Wolfgang von Goethe und seine Frau Christiane hatten fünf Kinder. Außer August, dem ältesten, wurden alle tot geboren oder starben früh. August hatte drei Kinder: Walther Wolfgang (
- 1818), Wolfgang Maximilian (
- 1820) und Alma Sedina von Goethe (
- 1827). August starb zwei Jahre früher als Goethe selbst in Rom. Seine Frau Ottilie von Goethe gebar nach seinem Tod ein weiteres (nicht von August stammendes) Kind namens Anna Sybille, welches nach einem Jahr starb. Alma starb 1844 mit 16 Jahren, Wolfgang starb 1883 und Walther 1885. Alle waren unverheiratet, und so starben die direkten Nachkommen von Johann Wolfgang von Goethe 1885 aus. Wolfgang und Walther, der 1859 Freiherr wurde, vermachten den Nachlass der Großherzogin Sophie und dem Staat Sachsen-Weimar-Eisenach. Friedrich Georg (
- 1657) (weitere 8 jüngere Geschwister) | Johann Kaspar G. + Katharina Elisabeth Textor ______________|________________ | | | Johann Wolfgang Cornelia weitere früh Gestorbene + Christiane Vulpius | |_______________
- | | August vier früh Gestorbene + Ottilie von Pogwisch |_______________________________ | | | Walther Wolfgang Alma (
- ) Cornelia hatte zwei Töchter: Luise Maria Anna (1774–1811) und Julie (1777–1793; nur 16 Jahre). Luise hatte mit Ludwig Nicolovius neun Kinder. Vier davon waren früh gestorben oder kinderlos. Die anderen fünf Kinder hatten zahlreiche Nachkommen, wovon heute noch einige leben.

Einzelaspekte des Lebens

1859 Goethe ist eine faszinierende Persönlichkeit. Grund dafür ist vor allem seine Vielgestaltigkeit: Diese zeigt sich in vielen Aspekten, die sich gegenseitig erhellen. Jeder dieser Aspekte lässt sich oft über Jahrzehnte hindurch verfolgen und bildet gewissermaßen eine eigene Biografie. Zwei spezielle Aspekte sind seine Beziehungen zu Frauen – und seine Krankheiten. Wobei diese beiden Aspekte einander insofern entgegengesetzt sind, als Frauen häufig die Anfangspunkte einer Entwicklung in Goethes Leben markieren – ein neues Kapitel wird aufgeschlagen -, während die (teilweise schweren) Erkrankungen häufig Endpunkt, Abschluss, aber auch Flucht kennzeichnen.

Lieben, Liebchen und Liebeleien: Goethe und die Frauen

Anna Katharina Schönkopf (auch „Käthchen“ und „Annette“) (1746–1810): Tochter des Zinngießers Christian Gottlieb Schönkopf, bei dessen Familie Goethe während seiner Leipziger Studienzeit den Mittagstisch nahm. Dort lernt er 1766 das drei Jahre ältere Käthchen kennen und verliebt sich in sie; eine Liebe, die ihn zur Produktion verspielter Lyrik im Stile des Rokoko anregt (unter anderem die sogenannten Annettenlieder). Im Frühjahr 1768 wird die Beziehung gelöst, die – wegen Goethes extremer Eifersucht – von Anfang an unter Belastungen litt. Während der Zeit der Beziehung entsteht das Stück Die Laune des Verliebten. In diesem Schäferspiel wird ein eifersüchtiger Liebhaber von seiner Eifersucht geheilt, als er erkennt, dass auch er untreu sein kann. Auch nach dem Ende der Beziehung schrieb Goethe noch einige Zeit – durchaus galante – Briefe an Anna Katharina. Diese heiratete dann 1770 den achtbaren Juristen Dr. Karl Kanne, der später Vizebürgermeister von Leipzig wurde. Interessant ist, dass er den „von“-Titel von Graf Theodorius von Burgschaften verliehen bekam.
- Susanne von Klettenberg
- Friederike Brion
- Charlotte Buff
- Maximiliane von La Roche, Mutter von Clemens Brentano
- Lilli Schönemann
- Henriette von Lüttwitz
- Charlotte von Stein
- Christiane Vulpius
- Marianne von Willemer
- Ulrike von Levetzow
- Corona Schröter
- Christiane Friederike Wilhelmine Frommann ist Minna Herzlieb. Der Dichter hat ihr mit der Gestalt der Ottilie in seinen „Wahlverwandschaften“ ein unvergängliches Denkmal gesetzt. In Görlitz gestorben und auf dem städtischen Friedhof begraben.
- Anna Amalie von Sachsen-Weimar-Eisenach, Förderin in Weimar

Goethes Freunde


- Friedrich Schiller
- Karl Ludwig von Knebel
- Herzog Karl August
- Johann Peter Eckermann
- Johann Gottfried von Herder
- Friedrich von Müller

Goethes „Widersacher“


- Jakob Michael Reinhold Lenz
- Heinrich von Kleist

Krankheiten


- 1758: Goethe erkrankt an den Blattern (Pocken), die Narbenspuren der Krankheit bleiben ihm bis ins Alter
- 1768: Während der Leipziger Studienzeit kommt es zu einer lebensgefährlichen Erkrankung (Halsgeschwulst und Blutsturz, wohl aus einer tuberkulösen Kaverne), die möglicherweise Ausdruck einer seelischen Krise war. Goethe kehrt nach Frankfurt zurück. Es folgt eine eineinhalbjährige Genesungsphase, die von Rückfällen und Depressionen unterbrochen wird.
- 1801: Er erkrankt an einer Gesichtsrose
- 1805: Nierensteinleiden mit häufigen Koliken
- 1823: Erster Herzinfarkt und Herzbeutelentzündung
- 1830: Erneuter Blutsturz
- 1832: Erneuter Herzinfarkt mit kardiogenem Schock und Lungenödem

Einzelaspekte des Werkes

Naturwissenschaftliche Arbeiten

Lungenödem In der Weimarer Zeit begann Goethe sich auch naturwissenschaftlich zu beschäftigen, vor allem auf dem Gebiet der Geologie und Botanik. Vor allem in Italien suchte er seine „Urpflanze“. Sein wissenschaftlicher Ansatz als Botaniker: Alles ist Blatt und durch diese Einfachheit wird die größte Mannigfaltigkeit möglich scheint heute allerdings wissenschaftlich widerlegt. Er selbst betrachtete die Farbenlehre als sein naturwissenschaftliches Hauptwerk. Aus physikalischer Sicht gilt seine Farbenlehre heute als wenig naturwissenschaftlich; gerade zu diesem Werk haben sich aber die bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts geäußert. In der Zoologie wurde er bekannt durch die Entdeckung des Zwischenkieferknochens beim Menschenembryo, dessen Fehlen bis zu diesem Zeitpunkt eines der wichtigsten Argumente gegen die Verwandtschaft des Menschen mit den Affen war. Zu den naturwissenschaftlichen Spätwerken Goethes gehört die Spiraltendenz der Vegetation (1831) in welcher er aufzeigt, dass Lebendiges dazu tendiert, sich in Spiralen zu entfalten. Mehr Beachtung als die Einzelergebnisse in Goethes naturwissenschaftlichen Arbeiten fand die den Naturstudien zugrunde liegende Wissenschaftsmethodik (Goetheanismus), die sich, anders als die Naturphilosophie der Romantik, als empirisch (nicht spekulativ) versteht und die im Unterschied zum positivistischen Empirismus den Menschen nicht als externen Beobachter, sondern als innerhalb des Beobachteten und als zu diesem gehörend behandelt.

Galerie

Bild:Kupfer zu J. W. Goethe, Das römische Carneval.jpg|Kupfer zu J. W. Goethe, Das römische Carneval Bild:Die tote Ottilie, der Architekt und Nanny.jpg|Die tote Ottilie, der Architekt und Nanny – Kupferstich zu Goethes Wahlverwandtschaften Bild:Goethes Wohnhaus am Frauenplan, 1828.jpg|Goethes Wohnhaus am Frauenplan (Weimar), 1828 Bild:Johann Friedrich Bury, Johann Wolfgang von Goethe in seinem italienischen Freundeskreis.jpg|Johann Wolfgang von Goethe in seinem italienischen Freundeskreis Bild:Goethe, Farbenkreis zur Symbolisierung des menschlichen Geistes- und Seelenlebens, 1809.jpg|Goethe, Farbenkreis zur Symbolisierung des menschlichen Geistes- und Seelenlebens, 1809 Bild:Louis Ernst Moritz, Johann Wolfgang von Goethes Gartenhaus, 1830.jpg|Louis Ernst Moritz, Johann Wolfgang von Goethes Gartenhaus, 1830 Bild:Johann Wolfgang Goethe, Wartburg mit Mönch und Nonne, 14.12.1807.jpg|Johann Wolfgang Goethe, Wartburg mit Mönch und Nonne,
14. Dezember 1807 Bild:Goethe, Italienische Küstenlandschaft - Aquarellierte Federzeichnung.jpg|Goethe, Italienische Küstenlandschaft – Aquarellierte Federzeichnung Bild:Gartenhaus2.JPG|Goethes Gartenhaus in Weimar

Rezeption

Empirismus Hauptartikel: Johann Wolfgang von Goethe: Rezeption Wie kein anderer wurde Goethe schon zu Lebzeiten als unerreichter und unerreichbarer Gipfel deutscher Dichtung stilisiert, wozu sein eigenes Auftreten im Alter zweifellos beitrug. Goethe ist einer der berühmtesten Autoren der Weltliteratur. Seine Werke gehören in vielen Ländern zum festen Bestandteil des Literaturunterrichts und wurden vielfach vertont und verfilmt.

Werke

Einzelausgaben zu Lebzeiten (Erstausgaben)

Es war eine der besonderen Eigenarten Goethes, begonnene Dichtungen oft Jahre, manchmal Jahrzehnte liegen zu lassen, bereits gedruckte Werke erheblichen Umarbeitungen zu unterwerfen und manches Fertiggestellte erst nach langer Zeit in den Druck zu geben. Eine chronologische Liste der Werke ist daher insofern schwierig zu erstellen, da der Zeitraum der Bearbeitung häufig unklar, das Jahr des Erstdrucks aber oft nicht mit der dichterischen Entwicklung Goethes korrespondiert. Die folgende Liste orientiert sich im Zweifelsfall am (vermutlichen) Zeitpunkt der Entstehung.
- Die Laune des Verliebten (Schäferspiel), verfasst 1768, im Druck 1806
- Die Mitschuldigen (Lustspiel), begonnen 1769, im Druck 1787
- Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand (Schauspiel), 1773
- Prometheus (Gedicht), 1774
- Neueröffnetes moralisch-politisches Puppenspiel, 1774
- Ein Fastnachtsspiel vom Pater Bray, 1774
- Jahrmarktsfest zu Plundersweilern, 1774
- Götter Helden und Wieland (Farce), 1774
- Clavigo (Trauerspiel), 1774
- Geistesgruß (Gedicht), 1774 Burg Lahneck
- Die Leiden des jungen Werther (Briefroman), 1774, 2. Fassung 1787
- Egmont (Trauerspiel), begonnen 1775, im Druck 1788
- Erwin und Elmire (Schauspiel mit Gesang), 1775
- Wilhelm Meisters theatralische Sendung („Urmeister“, Roman), ab 1776, Im Druck 1911
- Stella. Ein Schauspiel für Liebende, 1776
- Iphigenie auf Tauris (Drama), Prosafassung 1779, im Druck 1787
- Torquato Tasso (Drama), ab 1780, im Druck 1790
- Über den Zwischenkiefer der Menschen und der Tiere, 1786
- Römische Elegien, entstanden 1788–90
- Venezianische Epigramme, 1790
- Faust. Ein Fragment, 1790
- Beiträge zur Optik (Abhandlungen, 2 Bde.), 1791/92
- Der Groß-Cophta (Lustspiel), 1792
- Der Bürgergeneral (Lustspiel), 1793
- Reineke Fuchs (Tierepos), 1794
- In allen guten Stunden (freimaurerisches Bundeslied), 1775
- Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten (Rahmenerzählung), 1795
- Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/96 [http://gutenberg.spiegel.de/goethe/meisterl/meisterl.htm (Text)]
- Xenien (Gedichte, zusammen mit Friedrich Schiller), 1796
- Faust. Eine Tragödie (entspricht dem ersten Teil des Faust), ab 1797, im Druck unter diesem Titel zuerst 1808 erschienen
- Das Leben des Benvenuto Cellini (Aufsatz), 1797
- Novelle, ab 1797
- Herrmann und Dorothea (Idylle in Hexametern), 1798
- Die natürliche Tochter (Trauerspiel), 1804
- Wilhelm Meisters Wanderjahre (Roman), ab 1807, im Druck 1821, erweiterte Fassung 1829 [http://gutenberg.spiegel.de/goethe/meisterw/meisterw.htm (Text)]
- Pandora (Festspiel), entstanden 1807/08, im Druck 1817
- Die Wahlverwandtschaften, 1809 [http://gutenberg.spiegel.de/goethe/wahlverw/wahlv001.htm (Text)]
- Zur Farbenlehre (wiss. Abhandlung), 1810
- Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit (autobiografische Dichtung, 4 Bde.), 1811–33
- Vom Sänger hat man viel erzählt (freimaurerisches Gedicht zum Dank des Sängers), 1815
- Wenn die Liebste zum Erwidern (freimaurerisches Gedicht zur Verschwiegenheit), 1816
- Italienische Reise, 1816/17
- Die guten Weiber, 1817
- Über Kunst und Altertum (6 Bde., zusammen mit Johann Heinrich Meyer), 1816–32
- West-östlicher Divan (Gedichte), 1819
- Einleitung zu den Trauerreden (freimaurerische Trauerrede zum Ableben des Meisters vom Stuhl Ridel), 1821
- Kampagne in Frankreich (Bericht), 1822
- Rede zum brüderlichen Andenken Wielands (freimaurerische Trauerrede), von Goethe vorgetragen am 18. Februar 1830
- Dem würdigen Bruderfeste: „Fünfzig Jahre sind vorüber“ (poetischer Dank für eine Ehrenurkunde seines fünfzigjährigen Maurerjubiläums), 1830
- Faust II. (2. Teil des Faust), 1833 (posthum veröffentlicht)
- Maximen und Reflexionen, 1833 (posthum veröffentlicht)

Ausgaben


- Karl Eibl, Fotis Jannidis und Marianne Willems (Hg.): Der junge Goethe in seiner Zeit, 2 Bde. mit einer (Windows-)CD-ROM, 1998.

Literatur


-
- Karl Otto Conrady: Goethe – Leben und Werk, Artemis Verlag Zürich 1994, 1040 Seiten.
- Richard Friedenthal: Goethe – sein Leben und seine Zeit, Piper-Verlag München
- Nicholas Boyle: Goethe. Der Dichter in seiner Zeit. Aus dem Engl. übers. von Holger Fliessbach. Frankfurt am Main: Insel 2004.
  - Bd. 1: 1749–1790. (Insel-Taschenbuch. 3025) ISBN 3-458-34725-9
  - Bd. 2: 1790–1803. (Insel-Taschenbuch. 3050) ISBN 3-458-34750-X
- Gero von Wilpert: Goethe-Lexikon, Stuttgart 1998, Kröner, ISBN 3-520-40701-9
- Goethe, Johann Wolfgang, in: Allgemeine Deutsche Biographie, Leipzig, München 1875–1912, Bd. 9, S. 413ff.
- Wolfram Voigt/Ulrich Sucker, Johann Wolfgang von Goethe, BSB B. G. Teubner Verlagsgesellschaft, Reihe: Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner Band 38, Leipzig 1987
- Renate Wieland: Schein Kritik Utopie. Zu Goethe und Hegel, München (edition text + kritik) 1992, ISBN 3-88377-419-7
- Ekkehart Krippendorff: Jefferson und Goethe, Hamburg (Europäische Verlangsanstalt/Rotbuch) 2001, ISBN 3-43450-210-6 (alles was man von Lehrern über den Politiker und kritischen Zeitgenossen G. nicht erfährt!)
- Ettore Ghibellino: Goethe und Anna Amalia – eine verbotene Liebe, A.J. Denkena-Verlag, Weimar 2003, ISBN 3-936177-02-3
- Peter Matussek: Goethe zur Einführung, Hamburg: Junius, 2002, 2. Aufl., ISBN 3885069725

Weblinks

Originaltexte


- [http://gutenberg.spiegel.de/autoren/goethe.htm Texte aus dem kommerziellen Projekt Gutenberg] (siehe auch: Projekt Gutenberg-DE)
- [http://www.sternenfall.de Gedichte von J. W. Goethe] als HTML/PDF, Verzeichnisse, Wörterbuch (Sternenfall.de)
- [http://corpus.en.kyushu-u.ac.jp/ Goethe-Corpus Für Suche nach Textstellen in Werken und Briefen]
- [http://sciencesoft.at/index.jsp?link=literature&book=Faust1&lang=de Faust I] HTML/XML Version, inklusive Suchfunktion
- [http://literaturnetz.org/autoren/johann_wolfgang_von_goethe Werke von Goethe] im Literaturnetz
- [http://www.digbib.org/Johann_Wolfgang_von_Goethe_1749/ Goethe-Corpus in der freien digitalen Bibliothek]
- [http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/gwb/wbwelcome Goethe-Wörterbuch online]

Weitere Links


- [http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=800 Dieter Borchmeyer: Schnellkurs Goethe]: Knapper und konkreter Überblick über Goethes Leben an den Wirkungsstätten Frankfurt, Leipzig, Straßburg, Italien und Weimar, sowie Beschreibung seiner wichtigsten Dichtungen und nichtpoetischen Schriften vor dem Hintergrund der Zeitgeschichte.
- [http://weias.ub.uni-weimar.de:8080/DB=4.1/ Goethe-Bibliographie (Teilbibliographie)]
- [http://www.biblint.de/goethe_galerie.html Kommentierte Goethe-Galerie]
- [http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=433 Zeitgenössische Goethe-Porträts]
- [http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=425 Goethe-Plastiken]
- [http://natune.net/zitate/autor/Johann+Wolfgang+von+Goethe Zitate von Goethe]
- [http://www.thorwalds-internetseiten.de/weltbgoetbio.htm Inhaltsübersicht der Goethe-Biografie Karl Otto Conradys, Schwerpunkt: Das Weltbild Goethes]
- [http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_fgh/goethe/index.html Linksammlung der FU Berlin]
- [http://www.goethe-gesellschaft.de Goethe-Gesellschaft in Weimar e.V.]
- [http://www.goethe-museum.com/ Goethe-Museum]
- [http://home.tu-clausthal.de/~gpij Stationen von Goethes Harzreise im Jahre 1784]
- [http://www.bad-bad.de/elsass/goethe.htm Auf den Spuren Goethes im Elsass]
- [http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=1732 Goethe-Denkmäler und Goethe-Erinnerungsorte auf Postkarten]
- [http://www.univie.ac.at/sternberg/ Das Sternberg-Projekt]
- [http://www.kobuli.de/goethe/index.html Maximen und Reflexionen in zufälliger Reihenfolge] (Diesen Link bitte in neuem Browserfenster öffnen)
- [http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/goethe1.htm Die Farbenlehre Goethes]
- [http://www.garten-literatur.de/Leselaube/goethe/goethe1_gartenfreund.htm Goethe als Gartenfreund, Botaniker und Naturwissenschaftler]
- [http://www-public.tu-bs.de:8080/~wittram/reisen/Th90/goethe.html Geheimaktion der DDR – Goethes Gebeine wurden 1970 konserviert] Braunschweiger Zeitung 18. März 1999
- [http://lorsbach.filo.de/goethe/index.html Goethe und der Orientalist Georg Wilhelm Lorsbach]/Goethe, Lorsbach und ihr Werk „West-östlicher Divan“
- [http://goethe.chadwyck.com/ Weimarer Ausgabe]
- [http://www.rg.fr.bw.schule.de/stewe/faecher/deutsch/goethe/index.htm Literarischer Reiseführer zu Goethe]
- [http://www.anna-amalia.de/ Freimaurerloge Anna Amalia zu den drei Rosen]
- [http://www.angelfire.com/poetry/seidel/ Goethe und sein "Blitz page" Philipp Seidel - Zur Homosexualität des Dichterfürsten] Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Wolfgang von als:Johann Wolfgang von Goethe ja:ヨハン・ヴォルフガング・フォン・ゲーテ ko:요한 볼프강 폰 괴테 simple:Johann Wolfgang von Goethe

Faust II

Faust, der Tragödie zweiter Teil, (kurz: Faust II) wurde von Johann Wolfgang von Goethe 1832 als Fortsetzung von Faust I veröffentlicht. Goethe arbeitete mit Unterbrechungen über sechs Jahrzehnte am Fauststoff, den er bereits in seiner Kindheit kennengelernt hatte. Der Zweite Teil der Dichtung bildete die Hauptbeschäftigung seiner letzten Lebensjahre und erschien erst - posthum - 1832. Das Werk kann als Erinnerungssystem verstanden werden, das gegen die mitteleuropäische Kultur der Goethezeit mit ihren antiken Wurzeln sowie alle Stilmittel der deutschen Sprache darstellt. Im Unterschied zum ersten Teil stehen vordergründig nicht mehr das Seelen- und Gefühlsleben des einzelnen Menschen im Mittelpunkt, sondern gesellschaftliche Phänomene wie Geschichte und Politik. In diesem Sinne legt der Ökonom Hans Christoph Binswanger eine geldtheoretische Deutung von Goethes Faust vor.

Inhalt

Das Stück besteht aus fünf Akten, welche jeweils für sich relativ abgeschlossene Episoden darstellen. Im ersten Akt erwacht Faust an einem Frühlingmorgen. Die Elfen badeten ihn am Tau aus Lethes Flut nach dem furchtbaren Ende der Gretchen-Tragödie des ersten Teils. Am Hofe eines mittelalterlichen Kaisers agiert Faust mit Mephistopheles' Hilfe als Magier und rettet mittels Erfindung des Papiergelds vorerst für kurze Zeit die kaiserlichen Finanzen. Nach dem illusionären Mummenschanz geht er zu den Urbildern des Lebens ins „Reich der Mütter“, bevor er vor dem Hof die Geister von Helena und Paris als Urbilder menschlicher Schönheit beschwört. Im zweiten Akt hat der Famulus Wagner ein künstliches Menschlein, den Homunculus geschaffen, der die Protagonisten zur "klassischen Walpurgisnacht" führt, in der verschiedenste mythologische Wesen und Götter der griechischen Antike auftreten. Der dritte Akt beschreibt Fausts Beziehung zu Helena, mit der er einen Sohn, Euphorion, hat, der am Ende des Aktes zu Tode stürzt, woraufhin auch Helena verschwindet. Im vierten Akt kehren Faust und Mephistopheles zum Kaiser zurück, der sich inzwischen im Krieg mit einem Gegenkaiser befindet. Mit Hilfe bestellter Berggeister erringen sie den Sieg über den Gegenkaiser. Faust bekommt als Dank den Strand des Reiches und will, Taten Worten vorziehend, den Meeresboden entwässern und so urbar machen. In diesem Herrschaftdrang verursacht er im fünften Akt den Tod dreier Menschen, eines Wanderers und des friedlichen alten Ehepaars Philemon und Baucis. Mittlerweile hundert Jahre alt und blind, hält er die lärmenden Spaten, die sein Grab schaufeln, für seine Arbeiter. Schließlich erfüllt sich Fausts Schicksal, erkennt er doch den Augenblick, zu dem er sagen könnte: "Verweile doch, Du bist so schön!" Dies bezieht er jedoch nicht auf seine Situation, sondern auf seine Vision einer künftigen Gesellschaft. Als er dies ausspricht, bricht er tot zusammen; er hat die Wette gewonnen - auch wenn Mephistopheles dies nicht wahrhaben möchte - und seine Seele wird von den guten Mächten gerettet.

Literatur


- Gero von Wilpert: Goethe-Lexikon. Stuttgart (Kröner) 1998, ISBN 3-520-40701-9)
- Theodor W. Adorno: Zur Schlußszene des Faust. In: Noten zur Literatur. Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 1974.
- Gerhard Kaiser, Ist der Mensch zu retten? Vision und Kritik der Moderne in Goethes Faust
- Ulrich Gaier, Fausts Modernität
- Ulrich Gaier, Faust-Dichtungen
- Michael Jäger, Fausts Kolonie, Goethes kritische Phänomenlogie der Moderne

Bedeutende Inszenierungen


- 4. April 1854: Uraufführung am Hamburger Schauspielhaus
- 1938 Welturaufführung beider Teile ungekürzt im Goetheanum in Dornach (Schweiz). Inszeniert von Marie Steiner.
- 2000 von Peter Stein; beide Teile ungekürzt mit Bruno Ganz und Christian Nickel (als alter und junger Faust), Johann Adam Oest (Mephisto), Dorothée Hartinger, Corinna Kirchhoff und Elke Petri. Premiere am 22./23. Juli 2000 auf der Expo 2000 in Hannover, Aufführungsdauer (mit Pausen:) 21 Stunden.
- 2003 von Ingmar Thilo; mit Antonios Safralis (Faust), Raphaela Zick (Mephisto), Ulrike Dostal (Helena), Max Friedmann (Lynceus) u.a.
- 2004 von Wilfried Hammacher am Goetheanum; Christian Peter (Faust), Paul Klarskov (Mephisto), u.a
- 2005 von Michael Thalheimer (Regie) und Michael Jaeger (Beratung) am Deutschen Theater in Berlin. Darsteller siehe [http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/1010/feuilleton/0003/index.html?keywords=Faust%20Hoss;mark=faust%20hoss%20h%F6ss Kritik Berliner Zeitung, 11.10.2005]

Vertonungen


- Gustav Mahler: Achte Sinfonie, 2. Teil (1906/1907)

Weblinks


- [http://www.digbib.org/Johann_Wolfgang_von_Goethe_1749/Faust_II Webausgabe] in der Digitalen Bibliothek
- [http://gutenberg.spiegel.de/goethe/faust2/faust2.htm Faust II] Das vollständige Werk im Projekt Gutenberg-DE
- [http://www.theaterportal.de/detail_search?stueck=Faust&autor=Goethe Faust im Spielplan deutschsprachiger Bühnen]
- [http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/goethe/faust_eibl.pdf Zur Wette - Ein Vortrag zum Verständnis der Wette]
- [http://www.uni-heidelberg.de/presse/news/2212borch.html Welthandel - Weltliteratur - Weltsolidarität, Goethes Alters-Futurismus] Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (19. Jh.) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Drama Kategorie:1832 Kategorie:Faust

Anatomie

Definition

Die Anatomie (aus griechisch ανά, aná auf und τομή, tomé Schnitt) ist ein Teilgebiet der Morphologie. Sie ist in der Medizin bzw. Humanbiologie (Anthropotomie), Zoologie (Zootomie) und Botanik (Phytotomie) die Lehre vom Aufbau der Organismen. Es werden Gestalt, Lage und Struktur von Körperteilen, Organen, Gewebe oder Zellen betrachtet. Die pathologische Anatomie befasst sich mit krankhaft veränderten Körperteilen. Die mikroskopische Anatomie befasst sich mit den feineren biologischen Strukturen bis zur molekularen Ebene und knüpft an die Biochemie an.

Geschichtliches

Biochemie Die erste anatomische Zeugnisse findet man bereits in einigen Motiven der prähistorischen Höhlenmalerei. Äußerst erstaunlich ist, dass sich diese Menschen schon mit der Trepanation von Schädeln befasst haben, wobei wohl weder die Zeichnungen an den Höhlenwänden noch die geöffneten Schädel medizinische Ziele verfolgten. Erst viele hundert Jahre später entwickelte sich in der griechischen Hafenstadt Alexandria ein Zentrum der Forschung und wissenschaftlichen Kultur. Dessen Infrastruktur zog Künstler und Wissenschaftler von weit her an, unter ihnen auch Claudius Galenus aus Pergamon. Er war ein herausragender Arzt und Anatom. Was ihn aber zum geschichtlichen Phänomen macht, ist die Tatsache, dass es ihm gelang, den medizinischen Fortschritt für Jahrhunderte zu blockieren. Wohl darf ihm als Verdienst angerechnet werden, das medizinische Wissen seiner Zeit systematisch zusammengestellt und in über 400 Schriften dargestellt zu haben, selbst war er jedoch kein schöpferischer Forscher. Er wusste alles und wusste sich zu verkaufen. Sein gesamtes Werk ist voller Selbstlob und Polemik gegen andere Ärzte, und bis auf Hippokrates ließ er niemanden "neben sich" gelten. Unglaubliche dreizehnhundert Jahre machte die Anatomie wie überhaupt die gesamte Medizin keine nennenswerten Fortschritte, man gab sich mit dem Kopieren alter Schriften, hauptsächlich jener Galens, zufrieden. Erst in der Renaissance wurden diese Denkstrukturen von Einzelnen durchbrochen. und an den Forschergeist der Antike anzuknüpfen. Andreas Vesalius war es, der zur Empörung seiner Kollegen die über Jahrhunderte kaum hinterfragte Glaubenssätze erstmals wieder erschüttern konnte. Seine Arbeit revolutionierte die Medizin seiner Zeit und macht ihn zum Begründer der modernen Anatomie. Die Anatomie nahm einen hohen Stellenwert in den bildenden Künsten ein, Sektionen an Menschen und Tieren gehörten zur Grundausbildung der Studenten. Künstler wie Michelangelo, Raffael, Dürer und Leonardo brachten Jahre mit dem Studium des menschlichen Körpers zu, wobei letzterer in seiner wissenschaftlichen Genauigkeit selbst den erst später geborenen Vesalius übertraf. Die enge Zusammenarbeit von Künstlern und Anatomen ließ medizinische Schriften mit außergewöhnlich hoher Qualität entstehen.

Literatur (Auswahl)


- Ralf Vollmuth: "Das anatomische Zeitalter", Verlag Neuer Merkur München 2005, ISBN 3929360705

Siehe auch


- Anatomie des Menschen
- Nomenklatur (Anatomie)
- vergleichende Anatomie, Evolutionstheorie
- makroskopische Anatomie
- beschreibende Anatomie
- systematische Anatomie
- topographische Anatomie
- Embryologie, Histologie
- Liste bedeutender Mediziner und Ärzte,
- Physiognomie

Weblinks


- [http://www.anatomy.wisc.edu/teaching.html Online-Kurs Anatomie (Video) und Histologie] (engl.)
- [http://ect.downstate.edu/courseware/haonline/toc.htm Interaktiver Online-Kurs Anatomie] (engl.)
- http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/Anatomie/workshop/Welcome.html
- [http://americanhistory.si.edu/anatomy/index.html Artificial Anatomy - Informative Seite des Smithsonian National Museums of History]
- [http://www.bartelby.com/107/ Anatomy of the Human Body] (engl.)

Anatomie für medizinische Laien


- [http://www.g-netz.de/Der_Mensch/ Anatomie-Atlas mit vielen Grafiken]
- [http://www.gesundheit.de/anatomie-lexikon/ Anatomie-Lexikon auf gesundheit.de] ! ja:解剖学 ko:해부학 simple:Anatomy th:กายวิภาคศาสตร์

Großhirnrinde

Der Cortex cerebri, d.h. die Rinde des Großhirns (Telencephalon), zeichnet sich bei vielen Säugetieren durch zahlreiche Windungen (griech. Gyri, Singular Gyrus), Spalten (lat. Fissurae, Sing. Fissura) und Furchen (lat. Sulci, Sing. Sulcus) aus. Bei der Furchung des Cortex unterscheidet man eine Primärfurchung, die bei allen Idividuen annähernd gleich ist, von einer Sekundär- und Tertiärfurchung, die so individuell wie ein Fingerabdruck sein können. Gefurchte Gehirne bezeichnet man als gyrenzephal. Bei einigen Kleinsäugern (z.B. Nagetiere, Igel) und bei Vögeln besitzt der Cortex keine Furchen (lissenzephales Gehirn). Der Cortex lässt sich grob in vier Lappen (Lobi) einteilen:
- Frontallappen (Lobus frontalis)
- Parietallappen oder Scheitellappen (Lobus parietalis)
- Temporallappen oder Schläfenlappen (Lobus temporalis)
- Occipitallappen (Lobus occipitalis) Nach zellarchitektonischen Gesichtspunkten wurde die Großhirnrinde des Menschen von Korbinian Brodmann in 52 Areale unterteilt (Brodmann-Areale oder -Felder).

Literatur


- Wilder Penfield, Theodore Rasmussen: The Cerebral Cortex of Man. A Clinical Study of Localization of Function. New York, The Macmillan Comp. 1950.
- Otto Detlev Creutzfeldt: Cortex cerebri. Springer 1983 Kategorie:Zentralnervensystem Es fehlen mindestens:
- Für was ist die GHR verantwortlich?
- Regionenkatalog: Wo passiert was? ja:大脳皮質

Kartesisches Theater

- [http://informatik.hu-berlin.de/~vonreckl/JvR.Magister-TierMaschineDenken.pdf] --Mijobe 23:06, 24. Nov 2005 (CET)

Bewusstsein

Bewusstsein (lat. conscientia „Mitwissen“) bezeichnet die Fähigkeit, über mentale Zustände, also etwa Gedanken, Emotionen, Wahrnehmungen oder Erinnerungen, zu verfügen. Das Phänomen des Bewusstseins wird oft als eines der größten ungelösten Probleme von Philosophie und Naturwissenschaft angesehen. Selbst eine allgemein anerkannte präzise Definition von Bewusstsein liegt bisher nicht vor. Definition

Bedeutung

Das Wort „Bewusstsein“ wurde von Christian Wolff als Lehnübersetzung des lateinischen conscientia geprägt. Das lateinische Wort hatte ursprünglich eher Gewissen bedeutet und war zuerst von René Descartes in einem allgemeineren Sinn gebraucht worden. Der Begriff „Bewusstsein“ hat im Sprachgebrauch eine sehr vielfältige Bedeutung, die sich teilweise mit den Bedeutungen von „Geist“ und „Seele“ überschneidet. Im Gegensatz zu diesen Begriffen ist „Bewusstsein“ jedoch weniger von theologischen und dualistisch-metaphysischen Gedanken bestimmt, weswegen er eher auch in den Naturwissenschaften verwendet wird. Man kann bei der Rede von Bewusstsein verschiedene Aspekte und Entwicklungsstufen unterscheiden: # Bei Bewusstsein sein: Hier ist der wachbewusste Zustand von Lebewesen gemeint, der sich unter anderem vom Schlafzustand oder von der Bewusstlosigkeit abgrenzt. In diesem Sinn lässt sich Bewusstsein empirisch und objektiv beschreiben und teilweise eingrenzen. Viele wissenschaftliche Forschungen setzten hier an; insbesondere mit der Fragestellung, inwieweit das Gehirn und das Bewusstsein zusammenhängen. # Bewusstsein als phänomenales Bewusstsein: Ein Lebewesen, das phänomenales Bewusstsein besitzt, nimmt nicht nur Reize auf, sondern erlebt sie auch. In diesem Sinne hat man phänomenales Bewusstsein, wenn man etwa Schmerzen hat, sich freut, Farben wahrnimmt oder friert. Es wird allgemein anerkannt, dass Tiere mit hinreichend komplexer Gehirnarchitektur ein solches Bewusstsein haben. Phänomenales Bewusstsein ist als so genanntes Qualiaproblem eine Herausforderung für die naturwissenschaftliche Erklärung. # Bewusstsein als gedankliches Bewusstsein: Ein Lebewesen, das gedankliches Bewusstsein besitzt, hat Gedanken. Wer also etwa denkt, sich erinnert, plant und erwartet, dass etwas der Fall ist, hat ein solches Bewusstsein. Es ist als Intentionalitätsproblem eine Herausforderung für die naturwissenschaftliche Erklärung. # Bewusstsein des Selbst und seiner mentalen Zustände: Selbstbewusstsein in diesem Sinne haben Lebewesen, die nicht nur phänomenales und gedankliches Bewusstsein haben, sondern sich auch darüber im Klaren sind, dass sie ein solches Bewusstsein haben. Dieses Selbstbewusstsein ermöglicht somit ein Bewusstsein von sich selbst als Individuum. Man trifft es bei Menschen und allenfalls einigen Säugetieren an.

Bewusstsein als Rätsel

Der Philosoph Thomas Metzinger erklärt: „Das Problem des Bewusstseins bildet heute - vielleicht zusammen mit der Frage nach der Entstehung unseres Universums - die äußerste Grenze des menschlichen Strebens nach Erkenntnis.“ (Siehe Metzingertext unter „Weblinks“). Eine mögliche Formulierung des Rätsels des Bewusstseins besteht in der Frage, wie es prinzipiell möglich sein kann, dass aus einer bestimmten Anordnung und Dynamik von Materie Bewusstsein entsteht. Die Vertreter der These, dass das Bewusstsein rätselhaft sei, argumentieren, dass selbst eine lückenlose Aufklärung sämtlicher physiologischer Gehirnprozesse diese Frage nicht beantworten könne. Es schiene unklar, warum ein Mensch nicht einfach funktionieren könne, ohne dass er es bewusst erlebt. Die Vorstellbarkeit dieser Situation lege offen, dass das Phänomen des Bewusstseins aus naturwissenschaftlicher Sicht noch nicht verstanden sei. Und schließlich scheint es anders als bei anderen Problemen ungeklärt, anhand welcher Kriterien eine Lösung des Problems überhaupt als solche erkennbar sein könnte. Bereits Gottfried Wilhelm Leibniz hat das Problem in aller Schärfe formuliert. In der Monadologie (§17) stellt er sich eine riesige, begehbare Nachbildung des Gehirns vor und erklärt: :„[...] so wird man bei ihrer Besichtigung nichts als gewisse Stücke, deren eines an das andere stößt, niemals aber etwas antreffen, woraus man eine Perception oder Empfindung erklären könnte.“ Empfindung]

Bewusstsein in der Philosophie

In der Philosophie war das Rätsel des Bewusstseins schon lange bekannt. Es geriet aber in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter dem Einfluss des Behaviorismus und der Kritik von Edmund Husserl am Psychologismus weitgehend in Vergessenheit. Dies änderte sich nicht zuletzt durch Thomas Nagels 1974 veröffentlichten Aufsatz What is it like to be a bat? Nagel argumentierte, dass wir nie erfahren würden, wie es sich anfühlt, eine Fledermaus zu sein. Diese subjektiven Fakten seien aus der Außenperspektive der Naturwissenschaften nicht erforschbar. Heute teilen viele Philosophen die Rätselthese - etwa David Chalmers, Frank Jackson und Joseph Levine. Es gibt allerdings auch Philosophen, die hier kein Rätsel erkennen wollen - etwa Patricia Churchland, Paul Churchland und Daniel Dennett. Die Rätselhaftigkeit des Bewusstseins als Phänomen äußert sich in zwei verschiedenen Aspekten: Zum einen haben Bewusstseinszustände einen Erlebnisgehalt und es ist nicht klar, wie das Gehirn Erleben produzieren kann. Dies ist das Qualiaproblem. Zum anderen können sich Gedanken auf empirische Sachverhalte beziehen und sind deshalb wahr oder falsch. Es ist aber auch nicht klar, wie das Gehirn Gedanken mit solchen Eigenschaften erzeugen kann. Das ist das Intentionalitätsproblem.

Das Qualiaproblem

Qualia sind als Erlebnisgehalte von mentalen Zuständen bestimmt. Man spricht auch von Qualia als dem „phänomenalen Bewusstsein“. Das Qualiaproblem besteht darin, dass es keine einsichtige Verbindung zwischen neuronalen Zuständen und Qualia gibt: Warum erleben wir überhaupt etwas, wenn bestimmte neuronale Prozesse im Gehirn ablaufen? Ein Beispiel: Wenn man sich die Finger verbrennt, werden Reize zum Gehirn geleitet, dort verarbeitet und schließlich wird ein Verhalten produziert. Nichts macht es zwingend, dass dabei ein Schmerzerlebnis entsteht. Die fehlende Verbindung zwischen den neuronalen Prozessen und den Qualia scheint fatal für die naturwissenschaftliche Erklärbarkeit von Bewusstsein zu sein: Wir haben nämlich nur dann ein Phänomen naturwissenschaftlich erklärt, wenn wir auch seine Eigenschaften erklärt haben. Ein Beispiel: Wasser hat die Eigenschaften bei Raumtemperatur flüssig zu sein, bei 100°C zu kochen usw. Wenn man einfach nicht erklären könnte, warum Wasser normalerweise flüssig ist, so gäbe es ein „Rätsel des Wassers“. Analog dazu: Wir haben einen Bewusstseinszustand genau dann erklärt, wenn Folgendes gilt: Aus der wissenschaftlichen Beschreibung folgen all die Eigenschaften des Bewusstseinszustands - also auch die Qualia. Da die Qualia aber eben aus keiner naturwissenschaftlichen Beschreibung folgen, bleibt ein „Rätsel des Bewusstseins“. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, mit dem Qualiaproblem umzugehen: # Man kann sich auf einen Dualismus zurückziehen und behaupten: Die Naturwissenschaften können das Bewusstsein nicht erklären, weil das Bewusstsein nicht materiell ist. # Man kann behaupten, dass mit den neuro- und kognitionswissenschaftlichen Beschreibungen schon alle Fragen geklärt seien. # Man kann behaupten, dass das Problem für Menschen nicht lösbar ist, da es ihre kognitiven Fähigkeiten übersteigt. # Man kann zugeben, dass das Qualiaproblem nicht gelöst ist, aber auf den wissenschaftlichen Fortschritt hoffen. Vielleicht bedarf es einer neuen wissenschaftlichen Revolution. # Man kann einen radikalen Schritt versuchen und behaupten: In Wirklichkeit gibt es gar keine Qualia.

Das Intentionalitätsproblem

Wirklichkeit Das Intentionalitätsproblem ist analog zum Qualiaproblem zu verstehen. Die grundlegende argumentative Struktur ist die gleiche. Auf Franz Brentano und seine Aktpsychologie geht die Einsicht zurück, dass die meisten Bewusstseinszustände nicht nur einen qualitativen Erlebnisgehalt haben, sondern auch intentional strukturiert sind. Das heißt, dass sie sich auf etwas beziehen. Ausnahmen sind Grundstimmungen wie Langeweile oder Grundhaltungen wie Optimismus. Der Gedanke, dass Herodot Historiker war, bezieht sich etwa auf Herodot und er ist aufgrund seines Bezugs wahr oder falsch. Können diese Eigenschaften durch die Wissenschaften erklärt werden? Es bleiben Zweifel: Wie soll sich eine neuronale Aktivität in meinem Gehirn auf Herodot beziehen? Und wie kann die Wahrheitswertfähigkeit der Gedanken erklärt werden? Neuronale Prozesse sind doch nicht wahr oder falsch - sie passieren einfach! In Bezug auf das Intentionalitätsproblem kann man die gleichen Lösungsvorschläge vertreten, wie beim Qualiaproblem. Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten. Man kann nämlich auch versuchen, zu erklären, warum sich eine neuronale Aktivität auf etwas (etwa Herodot) bezieht. Die drei populärsten Vorschläge sind die folgenden: # Jerry Fodor meint, dass sich ein neuronaler Prozess genau dann auf X bezieht, wenn er in einer bestimmten kausalen Relation zu X steht. # Fred Dretske meint, dass sich ein neuronaler Prozess genau dann auf X bezieht, wenn er ein verlässlicher Indikator für X ist. # Ruth Millikan meint, dass sich ein neuronaler Prozess genau dann auf X bezieht, wenn es die evolutionäre Funktion von dem Prozess ist, X anzuzeigen. All diese Lösungsvorschläge sind mit schweren Einwänden konfrontiert und so halten viele Philosophen, etwa Hilary Putnam und John Searle, auch Intentionalität für nicht naturwissenschaftlich erklärbar.

Bewusstsein, Materialismus und Dualismus

Der Begriff des Geistes steht traditionell im Zusammenhang mit dem cartesischen Dualismus zwischen einer materiellen Welt und der immateriellen Welt des Geistes. Dies ist beim Begriff „Bewusstsein“ nicht der Fall, was allerdings nicht bedeutet, dass die Rede vom Bewusstsein zwingend mit einem Materialismus verbunden ist. Vielmehr wird die Existenz des Bewusstseins oft als das zentrale Problem jeder materialistischen Weltanschauung gesehen. Die aufs Bewusstsein bezogenen, antimaterialistischen Argumente basieren meist auf den oben diskutierten Phänomenen Qualia und Intentionalität. Die grundlegende argumentative Struktur ist dabei sehr einfach: Wenn der Materialismus wahr ist, dann müssen Qualia und Intentionalität reduktiv erklärbar sein. Sie sind aber nicht reduktiv erklärbar. Also ist der Materialismus falsch. In der philosphischen Debatte werden die Argumente natürlich ungleich komplexer. Ein sehr bekanntes Argument ist etwa von Frank Jackson entwickelt worden. In einem Gedankenexperiment stellt er sich die Superwissenschaftlerin Mary vor, die in einem schwarz-weißen Labor aufwächst und lebt. Sie hat noch nie Farben gesehen und weiß daher nicht, wie Farben aussehen. Sie kennt aber alle physikalischen Fakten über Farbensehen. Da sie aber nicht alle Fakten über Farben kennt (sie weiß nicht, wie sie aussehen), gibt es nicht-physikalische Fakten. Also ist der Materialismus falsch. Gegen derartige dualistische Argumente sind zahlreiche materialistische Repliken entwickelt worden. Sie beruhen auf den oben beschriebenen Möglichkeiten mit Qualia und Intentionalität umzugehen. Im Resultat existiert eine Vielzahl von materialistischen Vorstellungen vom Bewusstsein. Funktionalisten wie Jerry Fodor und der frühe Hilary Putnam wollen das Bewusstsein in Analogie zum Computer durch eine abstrakte, interne Systemstruktur erklären. Identitätstheoretiker wie Ullin Place und John Smart wollen Bewusstsein direkt auf Gehirnprozesse zurückführen, während eliminative Materialisten wie Patricia und Paul Churchland die Existenz des Bewusstseins gänzlich bestreiten. Detailliertere Beschreibungen finden sich im Artikel Philosophie des Geistes.

Bewusstsein in den Naturwissenschaften

Überblick

Angesichts der Rätsel des Bewusstseins mag man sich fragen, ob die Naturwissenschaften überhaupt etwas zum Thema beizutragen haben. Allerdings erleben wir ja nicht nur verschiedene mentale Zustände, sie haben auch messbare Ursachen und Wirkungen. Sie lösen Verhalten aus und verursachen andere mentale Zustände. Diese Wirkungen werden von der Psychologie beschrieben. Doch die mentalen Zustände sind auch aufs engste mit den neuronalen Zuständen verknüpft, diese Zusammenhänge werden von der Neurowissenschaft beschrieben. Schließlich kann die Funktionalität mentaler Zustände und neuronaler Prozesse auch so weit formalisiert werden, dass sie auf einem Computer simulierbar sind - das ist ein Arbeitsgebiet der künstlichen Intelligenz. Bei der Erforschung des Bewusstseins sind sehr viele Einzelwissenschaften beteiligt, da es eine große Anzahl von empirisch beschreibbaren Phänomenen gibt, die in Wechselwirkung mit ihm stehen. Für die Naturwissenschaften bleibt also viel zu tun, auch wenn man der Meinung ist, dass einzelne Elemente des Bewusstseins (Qualia und Intentionalität) unerklärt bleiben. Allerdings gibt es in den einzelnen Naturwissenschaften auch oft den Anspruch, das Bewusstsein restlos mit empirischen Mitteln erklären zu wollen.

Neurowissenschaft

Anspruch Ein zentrales Element der neurowissenschaftlichen Erforschung des Bewusstseins ist die Suche nach neuronalen Korrelaten von Bewusstsein. Man versucht bestimmten mentalen Zuständen ein neuronales „Substrat“ gegenüberzustellen. Dieser Suche nach Korrelaten kommt die Tatsache entgegen, dass das Gehirn teilweise funktional gegliedert ist. Einzelne Teile des Gehirns (Areale) sind für verschiedene Aufgaben zuständig. So weiß man etwa, dass das Broca-Zentrum (bzw. die Brodmann-Areale 44 und 45) im Wesentlichen für Sprachproduktion zuständig sind. Schädigungen dieser Region führen folglich auch zu einer Sprachproduktionsstörung, der sogenannten Broca-Aphasie. Aktivitätsmessungen während aktiver Sprachproduktion zeigen eine dementsprechend erhöhte Aktivität in dieser Region. Und die elektrische Reizung dieses Areals kann zu vorübergehenden Sprachproblemen führen. Allerdings sind Zuordnungen von mentalen Zuständen und Hirnregionen gewisse Grenzen gesetzt, da Reize immer in mehreren Hirnregionen gleichzeitig verarbeitet werden. Die Zuordnungen zu einzelnen Hirnregionen haben daher meist einen eher heuristischen Wert. Die Unterscheidung von neuronalen Korrelaten des Bewusstseins von unbewusster Gehirnaktivität kommt der Frage gleich, weshalb manche neuronalen Prozesse zur Bewusstwerdung eines Sinnesreizes oder eines internen Zustandes führen und andere nicht. Während tiefen Schlafs, einer Narkose oder einigen Arten von Koma und Epilepsie, zum Beispiel, sind weite Teile des Gehirns aktiv, ohne von bewussten Zuständen begleitet zu werden. Ebenso scheint die neuronale Aktivität des Kleinhirns nur wenig zum bewussten Erleben beizutragen, obgleich die Anzahl der dort lokalisierten Neurone die des Großhirns noch übersteigt. In den vergangenen Jahren nahm die Wahrnehmungsforschung eine dominierende Position innerhalb der neurobiologischen Grundlagenforschung des Bewusstseins ein. Einige visuelle Illusionen etwa erlauben es, zu untersuchen, wie das bewusste Erleben der Sinneswelt mit den physikalischen Vorgängen der Reizaufnahme und -verarbeitung zusammenhängt. Ein Paradebeispiel hierfür ist das Phänomen der binokularen Rivalität, bei dem ein Beobachter nur eines von zwei gleichzeitig präsentierten Bildern bewusst wahrnehmen kann. Die neurowissenschaftliche Erforschung dieses Phänomens hat ergeben, dass weite Teile des Gehirns von den nicht-wahrgenommenen, unbewussten Sehreizen aktiviert werden. Auch hier stellt sich die Frage, was die zur bewussten Wahrnehmung führende neuronale Erregung von unbewusster Gehirnaktivität und Reizverarbeitung unterscheidet. Der Bestimmung bewusster Gehirnaktivität kommt zunehmend ethische und praktische Bedeutung zu. Mehrere medizinische Problemfelder wie etwa die Möglichkeit intraoperativer Wachheit während Vollnarkose, die Einordnung von und der Umgang mit Koma-Patienten sowie die Frage nach dem Hirntod sind hiervon direkt betroffen.

Psychologie

Die Psychologie beschreibt im Detail, welche Reize in welchen Kontexten welche Bewusstseinszustände auslösen. Sie beschreibt auch, in welchem Verhältnis die Bewusstseinszustände untereinander stehen und in welcher Weise diese Verhalten verursachen. So untersucht etwa die Wahrnehmungspsychologie, wie Sinnesreizungen Bewusstseins- bzw. Wahrnehmungszustände erzeugen. Typische Fragen sind hier: Was nimmt eine Person wahr, wenn sie gleichzeitig visuelle und auditive Reize präsentiert bekommt? Wie viele Reize werden an der Peripherie bewusst, wenn die Aufmerksamkeit an das Zentrum gebunden wird? Dabei spielt in der Psychologie die Unterscheidung zwischen bewussten und unbewussten Zuständen eine besondere Rolle. Nicht alle Reize, die vom Gehirn verarbeitet werden, gelangen auch in das Bewusstsein. So kann man etwa durch Priming zeigen, dass Reize, die nicht ins Bewusstsein gelangt sind, dennoch das Verhalten des Probanden messbar beeinflussen. Eine weitere Evidenz bietet das Phänomen der Rindenblindheit bzw. des Blindsight. Hier handelt es sich um eine Störung, bei der visuelle Informationen zwar verarbeitet werden, jedoch nicht in das Bewusstsein gelangen. Während die Patienten also meinen, nichts zu sehen, kann man nachweisen, dass sie den visuellen Input durchaus verarbeitet haben. Dies geschieht, indem man sie Merkmale des Gesehenen "raten" lässt. Während man sich in der Kognitionspsychologie oft auf wenig komplexe aber experimentell gut zugängliche unbewusstse Prozesse beschränkt, spielt Psychoanalyse die Gegenüberstellung von bewussten und unbewussten Prozessen eine zentrale Rolle. Im Anschluss an Sigmund Freud wird angenommen, dass es eine komplexe Struktur von handlungswirksamen Motiven gibt, die der jeweiligen Person nicht bewusst zugänglich sind. Zu einem Problem werden diese unbewussten Strukturen insbesondere dann, wenn sie krankhaftes Verhalten verursachen. Dies macht eine Bewusstwerdung der entsprechenden Motive im Prozess der psychoanalytischen Praxis notwendig. Auch wenn immer wieder methodologische Einwände gegen die psychoanalytische Theorie vorgebracht werden, wird Annahme einer komplexen unbewussten Ebene doch mittlerweile weitgehend akzeptiert. Eine Rolle spielen hier auch die neurowissenschaftlichen Untersuchungen von unbewussten Prozessen, die zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Psychoanalytikern und Hirnforschern geführt haben.

Kognitionswissenschaft

Da viele Einzelwissenschaften an der Erforschung von Bewusstsein beteiligt sind, ist eine umfassende Erkenntnis nur durch einen interdisziplinären Austausch möglich. Die Wissenschaftsentwicklung hat dem mit der Entstehung der Kognitionswissenschaft mittlerweile Rechnung getragen, da diese in aller Regel als ein interdisziplinäres Unternehmen zwischen Informatik, Linguistik, Neurowissenschaft, Philosophie und Psychologie verstanden wird. Ein besonderer Schwerpunkt aktueller kognitionswissenschaftlicher Forschung besteht dabei in der Zusammenführung von empirischen Ergebnissen der Lebenswissenschaften und den Methoden und Erkenntnissen der modernen Informatik. Zwei Beispiele:
- In kognitiven Architekturen werden psychologische Theorien und Ergebnisse - soweit sie formalisierbar sind - in komplexe Computermodelle integriert, die schließlich der Prognose und Erklärung menschlichen Verhaltens dienen sollen.
- Mit künstlichen neuronalen Netzen können kognitive Fähigkeiten mit einer Methode simuliert werden, die der Arbeitsweise des menschlichen Gehirns recht ähnlich ist.

Selbstbewusstsein

Unter der Vielfalt der Bewusstseinsphänomene hat das Selbstbewusstsein in den philosophischen, empirischen und religiösen Diskussionen eine herausgehobene Stellung. Dabei wird „Selbstbewusstsein“ nicht im Sinne der Umgangssprache als positives Selbstwertgefühl verstanden, unter dem Begriff des Selbstbewusstseins werden vielmehr zwei andere Phänomene behandelt. Zum einen wird hierunter das Bewusstsein seiner selbst als ein Subjekt, Individuum oder Ich verstanden. Zum anderen bezeichnet „Selbstbewusstsein“ aber auch das Bewusstsein von den eigenen mentalen Zuständen. Ein Beispiel: Ein Lebewesen kann sich nicht nur der Angst bewusst sein, sondern auch sich dieses Zustandes selbst bewusst sein.

Selbstbewusstsein als Bewusstsein vom Selbst

Angst Selbstbewusstsein im ersten Sinne ist insbesondere durch René Descartes ein zentrales Thema der Philosophie geworden. Descartes machte das Selbstbewusstsein durch seinen berühmten Satz "cogito, ergo sum" („ich denke, also bin ich“) zum Augangspunkt aller Gewissheit und damit auch zum Zentrum seiner Erkenntnistheorie. Descartes Konzeption blieb allerdings an seine du