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Johann Friedrich Böttger
Johann Friedrich Böttger ( - 4. Februar 1682 in Schleiz; † 13. März 1719 in Dresden) war ein deutscher Alchemist.
Er galt lange Zeit als der Erfinder des Europäischen Porzellans, was jedoch neueren Quellen nach zu urteilen Ehrenfried Walther von Tschirnhaus zugestanden werden muss. Böttger kann aber der Verdienst der fabrikmäßigen Herstellung des Meissner Porzellans zugeschrieben werden.
Um das Jahr 1700 schloss sich der Apothekerlehrling Johann Friedrich Böttger beim Apotheker Zorn zu Berlin ins finstere Kämmerlein ein und hatte nichts geringeres vor, als die "Altinktur" zu finden, mit deren Hilfe nicht nur sämtliche Krankheiten geheilt werden können, sondern auch aus unedlen Metallen Gold herzustellen wäre. Da sein Treiben nicht geheim blieb und er bald als Eingeweihter in die Geheimnisse der Alchemie galt, hörte auch August der Starke davon und verlangte die Einziehung des "Kerls" (Schutzhaft). Böttger floh, wurde aber auf der Flucht in Gewahrsam genommen und nach Dresden zurückgebracht. Der sich immer in Geldnöten befindende Monarch verlangte von Böttger die Herausgabe der so genannten Alltinktur, sowie die Umwandlung von unedlen Metallen in pures Gold, was ihm natürlich nicht gelingen konnte.
1704 wurde nun auch von Tschirnhaus zur Beaufsichtigung des Goldmachers herangezogen. Wahrscheinlich hatte es Böttger dem Gelehrten zu verdanken, dass er nicht das harte Schicksal früherer alchemistischer Glücksritter teilen musste, indem ihn von Tschirnhaus zu seinen Experimenten heranzog. Böttger wollte davon aber nichts wissen und sträubte sich noch bis September 1707 gegen eine Mitarbeit.
Er wolle sich nicht "in die Porcellain-Arbeit melieren, die Tschirnhausens Angelegenheit sei". Erst auf höheren Befehl begann Böttger die Mitarbeit.
Im Dezember 1707 kam der König in das neue, für von Tschirnhaus eingerichtete Forschungslaboratorium in den Kasematten der Venusbastei (heute Brühlsche Terrasse) und ließ sich die Tschirnhaussche Erfindung vorführen.
Unter von Tschirnhaus Oberleitung wurden die planmäßigen Versuche mit verschiedenen Erden fortgesetzt, wobei mehrere Freiberger Berg- und Hüttenleute mitwirkten. Das Jahr 1708 brachte einen wesentlichen Fortschritt der Arbeit, da sich zwei Mineraliensendungen als besonders geeignet erwiesen: Eine gelieferte Probe Kaolin bei Schneeberg und ein Alabaster als Flussmittel. August der Starke ernannte von Tschirnhaus zum Geheimen Rat und Direktor der zu gründenden Manufaktur und verfügte, "daß wir dem Herrn von Tschirnhausen 2561 Thaler haben auszahlen lassen...". Von Tschirnhaus allerdings bat, diesen Titel erst nach Anlaufen der Fertigung führen zu dürfen.
Man spricht von einer Nacherfindung des Hartporzellans in Europa, weil Porzellan bereits aus dem Kaiserreich China bekannt war. Nur kannte man seine Zusammensetzung in Europa nicht. Dort gehen die Ursprünge bis auf etwa 200 Jahre vor Christus zurück. Tausend Jahre später gelang dort die Herstellung des durchscheinenden Porzellans, das dann später die Bewunderung und den Neid in der ganzen westlichen Welt erregte. Dem Wert nach wurde dieses Porzellan mit Silber und Gold gleichgesetzt. Man bezeichnete deshalb Porzellan auch als weißes Gold.
Tschirnhaus starb am 11. Oktober 1708 an der roten Ruhr. Der Fortgang der Entwicklungsarbeiten war unsicher.
Drei Tage nach Tschirnhaus' Tod berichtete Böttger in einer Meldung an den Statthalter Egon Fürst von Fürstenberg von einem Einbruch in dessen Haus, bei welcher Gelegenheit ein von Tschirnhaus gefertigter kleiner Porzellanbecher abhanden gekommen sei. Dieser Bericht ist ein besonders wichtiges Zeugnis, denn hier bestätigt Böttger selbst, dass es sich um ein echtes Porzellanerzeugnis von Tschirnhaus handelt.
Bis zum 20. März 1709 ruhten die Porzellanarbeiten, dann traf Melchior Steinbrück in Dresden ein. Steinbrück war der Hauslehrer der Familie von Tschirnhaus und hatte nun die Aufgabe, den Nachlass zu sichten. Hier fielen ihm u. a. auch die Porzellanrezepte in die Hände. Am 20. März 1709 unterzeichnete Steinbrück vor einem Notar die Aufstellung des Nachlasses von Tschirnhaus und traf in diesen Tagen mit Böttger zusammen, der dann plötzlich am 28. März 1709, also nur acht Tage später, dem König die Erfindung des Porzellans meldete. Böttger wurde Leiter der ersten Porzellan-Manufaktur Europas. Er ernannte Steinbrück zum Inspektor, dieser heiratete dann Böttgers Schwester.
1719 floh der Arkanist Samuel Stölzel aus Meißen nach Wien und verriet dort das Porzellan-Geheimnis. Er bekundete, dass nicht Böttger, sondern von Tschirnhaus das Porzellan erfunden habe.
Ebenfalls 1719 berichtete der Generalsekretär der Meißner Manufaktur, Caspar Bussius, in seinem Bericht, "daß die Porcellainerfindung nicht von Böttger, sondern von dem seeligen Herrn von Tschirnhausen herkommt und dessen schriftliche Wissenschaft ihm durch den Inspector Steinbrück zugebracht worden sey ".
In einem noch späteren Bericht aus dem Jahre 1731 schrieb Peter Mohrenthal: "Ganß Sachsen wird so leicht den Herrn von Tschirnhausen nicht vergessen, und sein Ruhm wird ewig bestehen, so lange nehmlich, als die Porcellain-Fabriqve in Meißen welche nächst der Chinesischen, ihresgleichen in der Welt nicht hat,... Denn eben der Herr von Tschirnhausen ist derjenige, so die Massam zum Porcellain am ersten glücklich gefunden, und hat sie nach ihm der bekannte Baron Bötticher völlig ausgearbeitet... Der Tod nehmlich unterbrach alle schöne Bemühungen des Herrn von Tschirnhausen, welche die Welt nicht mit Golde bezahlen kann."
Weblinks
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Kategorie:Porzellan
1682
Politik und Weltgeschehen
- In Russland beginnt die gemeinsame Herrschaft von Peter dem Großen und seinem Bruder Iwan V
- 4. Februar: Johann Friedrich Böttger, deutscher Alchimist († 1719)
- 25. Februar: Giovanni Battista Morgagni, Italienischer Forscher († 1771)
- 16. April: John Hadley, englischer Astronom und Mathematiker († 1744)
- 23. April: Johann Georg Meindl, Aufrührer und Anführer der Bayerischen Volkserhebung († 1767)
- 15. Juni: Franz Georg von Schönborn, Kurfürst-Erzbischof, Fürstbischof, Fürstpropst († 1756)
- 27. Juni (17. Juni alt. St.): Karl XII., König von Schweden von 1697 bis 1718 und Herzog von Zweibrücken in Personalunion († 1718)
- 10. Juli: Bartholomäus Ziegenbalg deutscher evangelischer Missionar († 1719)
- 31. Juli: Ignazio Visconti, 16. General der Societas Jesu († 1755)
- 6. August: Ludwig von Frankreich, französischer Thronfolger († 1712)
- 13. September: Theodor Christlieb, deutscher Komponist und Kreuzkantor († 1755)
- 3. April: Bartolomé Esteban Murillo, spanischer Maler ( - 1618)
- 7. Mai: Fjodor III. (Russland), war Zar von Russland von 1676 bis 1682 ( - 1661)
- 9. September: Siegmund Wiprecht von Zerbst, deutscher Hofbeamter und Politiker ( - 1606)
- 12. September: Alfons VI. (Portugal), war König von Portugal aus dem Hause Braganza ( - 1643)
- 19. Oktober: Thomas Browne, englischer Philosoph ( - 1605)
- 23. November: Claude Lorrain, französischer Landschaftsmaler ( - 1600)
- 29. November: Ruprecht von der Pfalz, Herzog von Cumberland, Earl of Holderness, englischer Generalissimus und Admiral ( - 1619)
ko:1682년
13. MärzDer 13. März ist der 72. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 73. in Schaltjahren) - somit bleiben 293 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1400 - Sophie von Bayern wird zur Königin von Böhmen gekrönt.
- 1865 - Im Amerikanischen Bürgerkrieg erlauben die Südstaaten widerwillig den Einsatz afroamerikanischer Soldaten in ihrer Armee.
- 1881 - Alexander II. (Russland) stirbt durch ein Sprengstoffattentat der Untergrundorganisation Volkswille auf dem Sankt Petersburger Newski-Prospekt.
- 1900 - Im Burenkrieg nehmen britische Kräfte Bloemfontein im Orange Free State ein.
- 1912 - Das Royal Flying Corps wird gegründet.
- 1914 - Der Deutsche Wilhelm Friedrich Heinrich Prinz zu Wied wird für kurze Zeit Fürst von Albanien.
- 1921 - Die äußere Mongolei erklärt ihre Unabhängigkeit von der Republik China.
- 1925 - Per Gesetz wird in Tennessee verboten, an Schulen Darwins Evolutionstheorie zu lehren.
- 1938 - Adolf Hitler verkündet in Linz den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.
- 1940 - In Moskau beendet der Waffenstillstandsvertrag zwischen Russland und Finnland den Winterkrieg.
- 1954 - Im Indochinakrieg greifen die Viet Minh unter General Vo Nguyen Giap die französischen Truppen überraschend mit chinesischem Beutegut aus dem Koreakrieg an. Die Franzosen erleiden in der Folge eine entscheidende Niederlage.
- 1978 - Der frühere italienische Ministerpräsident Aldo Moro wird von der Terrorgruppe Brigate Rosse ("Rote Brigaden") entführt und später ermordet.
- 1993 - Der ehemalige DDR-Staatschef Erich Honecker trifft auf seiner Flucht vor der bundesdeutschen Strafverfolgung in Chile ein.
Wirtschaft
- 1979 - Das Europäische Währungssystem (EWS) tritt in Kraft.
Wissenschaft, Technik
- 1781 - Wilhelm Herschel entdeckt den Planeten Uranus mit einem von ihm selbst entwickelten Teleskop.
- 1969 - Apollo 9 landet wieder sicher auf der Erde, nachdem Rendezvous- und Andockmanöver der Mondlandefähre unter realen Bedingungen in der Erdumlaufbahn getestete wurden.
- 1988 - In Japan wird der 54 km lange Eisenbahntunnel zwischen den Inseln Honshu und Hokkaido in Betrieb genommen.
Kultur
- 1789 - Die Oper "Don Juan oder der Steinerne Gast" von Wolfgang Amadeus Mozart wird in Mainz erstmalig in deutscher Sprache aufgeführt.
- 1797 - Am Théâtre Feydeau in Paris wird die Oper "Medea" von Luigi Cherubini uraufgeführt.
- 1841 - Uraufführung der Oper Il Proscritto von Otto Nicolai am Teatro alla Scala di Milano in Mailand.
- 1847 - Die Oper "Griselda" von Federico Ricci wird im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt.
- 1900 - Uraufführung der Oper Das stille Dorf von Alexander von Fielitz in Hamburg.
Religion
- 483 - Der verheiratete Diakon Felix wird als Papst Felix II. inthronisiert.
Katastrophen
- 1992 - Ein Erdbeben in der türkischen Region Erzincan fordert etwa 650 Todesopfer.
- 1997 - Iran. Bei Dezful stürzt eine Lockheed C-130 Hercules der Iranischen Luftwaffe ab. 86 Menschen kommen dabei um.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
- 1265 - Eberhard I., Graf von Württemberg
- 1271 - Guta von Habsburg, Königin von Böhmen
- 1372 - Ludwig von Orléans, Sohn des französischen Königs Karl V.
- 1479 - Lazarus Spengler, Ratsherr und Förderer der Reformation in Nürnberg
- 1687 - Johann Christoph Graupner, deutscher Komponist
- 1700 - Michel Blavet, französischer Flötist und Komponist
- 1720 - Charles Bonnet, Schweizer Naturwissenschaftler und Philosoph
- 1733 - Joseph Priestley, britischer Naturwissenschaftler, Philosoph und Theologe
- 1741 - Joseph II., römisch-deutscher Kaiser
- 1763 - Friedrich Bury, deutscher Maler
- 1763 - Guillaume-Marie-Anne Brune, Marschall von Frankreich
- 1764 - Charles Grey, britischer Staatsmann
- 1781 - Joseph Johann von Littrow, Astronom
- 1781 - Karl Friedrich Schinkel, preußischer Architekt und Maler
- 1784 - Jean François Moufot, französischer Mathematiker und Philosoph
- 1802 - Friedrich Georg von Bunge, Rechtshistoriker
- 1821 - Hermann August Jacques Gruson, Erfinder, Wissenschaftler und Unternehmer
- 1821 - Leopold Kaufmann, von 1851 bis 1874 Oberbürgermeister von Bonn
- 1822 - Moritz von Strachwitz, deutscher Dichter
- 1829 - Richard Coke, 16. Gouverneur von Texas
- 1849 - Sergej Juljewitsch Graf Witte, russischer Politiker und Regierungschef
- 1854 - Heinrich Tramm, deutscher Politiker und Verwaltungsbeamter
- 1855 - Percival Lowell, US-amerikanischer Astronom
- 1860 - Hugo Wolf, österreichischer Komponist
- 1862 - Wilhelm Weigand, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1863 - Richard Zoozmann, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1866 - Franz Rudolf Bornewasser, Bischof von Trier
- 1870 - Albert Meyer, Schweizer Politiker
- 1873 - Georg Demmler, deutscher Architekt, Sportler und Sportfunktionär
- 1873 - Amédée Henri Gustave Noël Gastoué, französischer Musikwissenschaftler und Komponist
- 1879 - Karl Caspar, deutscher Maler
- 1880 - Otto Meissner, Leiter des Büros des Reichspräsidenten
- 1884 - Hugh Walpole, britischer Schriftsteller
- 1884 - Oskar Loerke, deutscher Lyriker
- 1888 - Anton Semjonowitsch Makarenko, sowjetischer Pädagoge und Schriftsteller
- 1888 - Makarenko, sowjetischer Pädagoge und Schriftsteller
- 1890 - Frank Thieß, deutscher Schriftsteller
- 1890 - Fritz Busch, deutscher Dirigent
- 1892 - Janet Flanner, US-amerikanische Journalistin
- 1895 - Vardis Fisher, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1896 - Erich Sichting, deutscher Politiker, Antifaschist und Sportfunktionär
- 1898 - Henry Hathaway, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1899 - Clara Döhring, deutsche Politikerin und MdB
- 1899 - John Hasbrouck van Vleck, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger
- 1900 - Giorgos Seferis, griechischer Schriftsteller, Literatur-Nobelpreisträger († 1971)
- 1901 - Gebhard Seelos, deutscher Politiker
- 1902 - Hans Bellmer, deutsch-französischer Zeichner
- 1904 - Erhart Kästner, deutscher Schriftsteller
- 1904 - Paul Mattick, deutscher Kommunist und politischer Schriftsteller
- 1906 - Bum Krüger, deutscher Schauspieler
- 1907 - Ludwig Biermann, deutscher Physiker
- 1910 - Karl Mommer, deutscher Politiker
- 1911 - José Ardévol, kubanischer Komponist
- 1911 - L. Ron Hubbard, US-amerikanischer Sektengründer
- 1912 - Carl Raddatz, deutscher Film- und Theaterschauspieler
- 1914 - Friedrich-Wilhelm Goldenbogen, deutscher Politiker
- 1915 - Melih Cevdet, türkischer Schriftsteller
- 1922 - Jack Kerouac, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1922 - Karl Dietrich Bracher, Emeritierter Professor für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte
- 1924 - Karl Ahrens, deutscher Politiker und MdB
- 1925 - Herbert Fleischmann, deutscher Film- und Fernsehschauspieler
- 1925 - Inge Müller, deutsche Schriftstellerin
- 1930 - Günther Uecker, deutscher Maler und Objektkünstler
- 1933 - Hans Katschthaler, Landeshauptmann von Salzburg
- 1933 - Mike Stoller, US-amerikanischer Songschreiber
- 1935 - Hilmar Kopper, deutscher Bankier
- 1935 - Josef Fuchs, österreichischer Leichtathlet und Olympionik
- 1936 - Lothar Ahrendt, Minister des Inneren der DDR
- 1938 - Hans-Joachim Hespos, deutscher Komponist und Verleger
- 1939 - Gerbert Hübsch, deutscher Bundesrichter
- 1939 - Michael Rogowski, Präsident des BDI
- 1939 - Neil Sedaka, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1939 - Youhanna Fouad El-Hage, libanesischer Bischof
- 1940 - Daniel Bennie, US-amerikanischer Sänger
- 1942 - David N. Cutler, Leiter der Entwicklung von Windows NT
- 1942 - Scatman John, US-amerikanischer Sänger
- 1945 - Anatolij Timofejewitsch Fomenko, russischer Mathematiker und Dozent
- 1945 - Michael Martin Murphey, US-amerikanischer Country-Sänger
- 1946 - Chris Roberts, deutscher Schlagersänger und Schauspieler
- 1946 - Yann Arthus-Bertrand, französischer Fotograf und Journalist
- 1948 - Lillian Board, britische Leichtathletin und Olympionikin
- 1949 - Donald York, US-amerikanischer Sänger
- 1949 - Julia Migenes, US-amerikanische Sängerin
- 1949 - Jutta Braband, Vertreterin der Bürgerrechtsbewegung der DDR
- 1950 - André Brie, deutscher Politiker, Mitglied des EU-Parlaments
- 1950 - Charles Krauthammer, US-amerikanischer Journalist
- 1950 - William H. Macy, US-amerikanischer Schauspieler
- 1952 - Joesi Prokopetz, österreichischer Musiker und Kabarettist
- 1952 - Wolfgang Rihm, deutscher Komponist, Musikwissenschaftler und Essayist
- 1953 - Jürgen Fritz, deutscher Musiker
- 1960 - Adam Clayton, Bassist der irischen Rock-Band "U2"
- 1969 - Franz Stocher, österreichischer Bahn-Radrennfahrer
- 1971 - Berrit Arnold, deutsche Schauspielerin
- 1973 - Eloy de Jong, niederländischer Popsänger
- 1973 - Edgar Davids, niederländischer Fußballspieler
- 1974 - Franziska Schenk, deutsche Sportlerin und Moderatorin
- 1979 - Jens Filbrich, deutscher Skilangläufer
- 1984 - Pieter Custers, niederländischer Bogenschütze
Gestorben
- 1202 - Mieszko III., Herzog von Großpolen, Herzog von Krakau und Herzog-Senior von Polen
- 1265 - Agnes von Schlesien-Liegnitz
- 1443 - Johann von Pfalz-Neumarkt (die "Hussitengeißel"), Pfalzgraf und Herzog in Bayern
- 1516 - Wladislaw II., König von Böhmen und Ungarn
- 1629 - Basilius Besler, deutscher Arzt, Botaniker und Verleger
- 1711 - Nicolas Boileau, französischer Schriftsteller
- 1719 - Johann Friedrich Böttger, deutscher Chemiker
- 1808 - Christian VII., König von Dänemark und Norwegen
- 1811 - Franz Paul von Herbert, österreichischer Kunstmäzen
- 1813 - Georg Adolf Suckow, Naturwissenschaftler
- 1832 - Friedrich Kuhlau, dänischer Komponist
- 1851 - Karl Konrad Friedrich Wilhelm Lachmann, Philologe
- 1852 - Georg Moller, deutscher Architekt und Stadtplaner
- 1876 - Josef von Führich, österreichischer Maler
- 1879 - Adolf Anderssen, deutscher Schachmeister
- 1881 - Alexander II. (Russland), Zar von Russland aus dem Haus Romanow-Holstein-Gottorp
- 1895 - Julius Schulhoff, tschechischer Pianist und Komponist
- 1895 - Louise Otto-Peters, Schriftstellerin und Mitbegründerin der deutschen Frauenbewegung
- 1901 - Benjamin Harrison, US-amerikanischer Politiker, 23. Präsident der USA
- 1906 - Heinrich Schwenger, Baumeister
- 1906 - Susan B. Anthony, US-amerikanische Frauenrechtlerin
- 1930 - Stephen Alfred Forbes, Biologe, gilt als einer der Begründer der Limnologie
- 1932 - Heinrich Tramm, deutscher Politiker und Verwaltungsbeamter
- 1935 - Richard Mollier, deutscher Physiker
- 1938 - Carlo Dalmazio Minoretti, Erzbischof von Genua und Kardinal
- 1939 - Lucien Lévy-Bruhl, französischer Ethnologe
- 1945 - Guus van Hecking-Colenbrander, niederländischer Fußballspieler
- 1945 - Johanna Tesch, deutsche Politikerin
- 1946 - Thomas Dunhill, englischer Komponist
- 1946 - Karl Haushofer, deutscher Militär und Geopolitiker
- 1953 - Arkadi Dimitrijewitsch Schwezow, sowjetischer Triebwerkskonstrukteur
- 1953 - Leopold Kunschak, österreichischer Politiker und Gewerkschaftsführer
- 1957 - Paul Bildt, deutscher Schauspieler
- 1961 - Ruth Fischer, österreichische Politikerin und Publizistin
- 1965 - Fan Noli, orthodoxer albanischer Bischof und Politiker
- 1970 - Max Tau, deutsch-norwegischer Schriftsteller und Publizist
- 1971 - Rockwell Kent, US-amerikanischer Maler
- 1975 - Ivo Andrić, jugoslawischer Schriftsteller
- 1975 - Ruth Schaumann, deutsche Schriftstellerin und Bildhauerin
- 1976 - Max Tau, deutsch-jüdischer Humanist, Philosoph und Dichter
- 1976 - Murtala Mohammed, von 1975 - 1976 Militärdiktator und Staatspräsident von Nigeria
- 1983 - Louison Bobet, französischer Radrennfahrer
- 1986 - Eugen Gerstenmaier, evangelischer Theologe, Widerstandskämpfer und Politiker (CDU)
- 1987 - Bernhard Grzimek, Tierarzt, Tierfilmer, Autor und Herausgeber von Tierbüchern
- 1988 - John Holmes, US-amerikanischer Pornodarsteller
- 1989 - Carl Dahlhaus, deutscher Musikwissenschaftler
- 1990 - Bruno Bettelheim, US-amerikanischer Psychoanalytiker und Kinderpsychologe
- 1990 - Ernst Goldenbaum, Vorsitzender der DBD und Minister für Land- und Forstwirtschaft der DDR
- 1990 - Karl Münchinger, deutscher Dirigent
- 1994 - Eva Gräfin Finck von Finckenstein, deutsche Politikerin
- 1994 - Sandra Paretti, deutsche Schriftstellerin
- 1996 - Krzysztof Kieślowski, polnischer Filmregisseur und Drehbuchautor
- 1997 - Fred Zinnemann, US-amerikanischer Filmregisseur österreichischer Abstammung
- 1998 - Hans von Ohain, einer der Väter des Strahltriebwerks
- 2002 - Christian Graf von Krockow, deutscher Politikwissenschaftler, Historiker und Schriftsteller
- 2002 - Hans-Georg Gadamer, deutscher Philosoph
- 2004 - Franz König, Erzbischof von Wien und Kardinal
Feier- und Gedenktage
Siehe auch
- 12. März - 14. März
- 13. Februar - 13. April
- März - Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0313
ja:3月13日
ko:3월 13일
simple:March 13
th:13 มีนาคม
1719
- 23. Februar: Das Fürstentum Liechtenstein wird selbständig
Kultur
- 21. August: Uraufführung der Oper Sirita von Antonio Caldara in Wien
- Daniel Defoe veröffentlicht Robinson Crusoe
- 3. Januar: Friedrich Karl Joseph von Erthal, Erzbischof von Mainz († 1802)
- 15. Februar: Wilhelm Sebastian von Belling, preußischer Husarengeneral († 1779)
- 2. April: Johann Wilhelm Ludwig Gleim, deutscher Dichter († 1803)
- 28. Juni: Étienne-François de Choiseul, französischer Staatsmannn († 1785)
- 20. August: Charles-François de Broglie, Französischer Diplomat († 1781)
- 3. September: Ferdinand Zellbell, schwedischer Komponist († 1780)
- 27. September: Abraham Gotthelf Kästner, deutscher Mathematiker († 1800)
- 20. Oktober: Gottfried Achenwall, Begründer der moderenen Statistik († 1772)
- 14. November: Leopold Mozart, der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart († 1787)
- 15. Dezember: Ludwig IX., Gemahl der Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken, der „Großen Landgräfin“ († 1790)
- 23. Februar: Bartholomäus Ziegenbalgdeutscher evangelischer Missionar ( - 1682)
- 13. März: Johann Friedrich Böttger, deutscher Alchimist ( - 1682)
- 17. Juni: Joseph Addison, britischer Schriftsteller und Politiker ( - 1672)
- 7. September: John Harris, Geistlicher und Mathematiker sowie ab 1709 Sekretär der Royal Society in London ( - 1666)
- 11. September: Domenico Martinelli, italienischer Architekt, der auch (1690–1705) in Wien tätig war ( - 1650)
- 8. November: Michel Rolle, Mitglied der Academie des sciences ( - 1652)
- 31. Dezember: John Flamsteed, englischer Astronom ( - 1646)
ko:1719년
Dresden
Dresden (sorbisch: Drježdźany; abgeleitet aus dem altsorbischen Drežďany für Sumpf- oder Auwaldbewohner, tschechisch: Drážďany) ist die Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen. Sie liegt nordwestlich des Elbsandsteingebirges und an der Nordabdachung des Osterzgebirges sowie am Übergang vom Ober- zum Mittellauf der Elbe in der Dresdner Elbtalweitung, der letzten durchbruchartigen Tallandschaft des Flusses.
Bereits in der Steinzeit besiedelt und 1206 erstmals urkundlich erwähnt, entwickelte sich Dresden zur kurfürstlichen und königlichen Residenz. Dresden ist das politische und kulturelle Zentrum des Freistaates. Es hat den Status einer kreisfreien Stadt, ist Sitz des Regierungsbezirks Dresden und zahlreicher Hochschulen. Die Einwohnerzahl der Stadt Dresden überschritt ca. 1852 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.
Dresden bildet den Kern des gleichnamigen Ballungsgebietes in Mitteleuropa und ist dadurch Verkehrsknotenpunkt und ein wirtschaftliches Zentrum. Zusammen mit den Ballungsräumen Chemnitz-Zwickau sowie Leipzig-Halle bildet dieser Ballungsraum die „Metropolregion Sachsendreieck“.
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Geographie
Metropolregion Sachsendreieck, Zschertnitz und Teile der Südvorstadt]]
Dresden liegt beiderseits der Elbe in der Dresdner Elbtalweitung, eingebettet zwischen den Ausläufern des Osterzgebirges, dem Steilabfall der Lausitzer Granitplatte und dem Elbsandsteingebirge auf etwa 113 Meter über Normalnull. Unter anderem wegen seiner landschaftlich reizvollen Lage am Fluss und seiner barocken und mediterranen Architektur sowie der klimatisch vorteilhaften Besonderheiten wird die Stadt auch „Elbflorenz“ genannt. Die höchste Erhebung des erweiterten Dresdner Stadtgebietes ist der 384 m hohe Triebenberg, der nördlich der Elbe liegt.
Die Stadt ist nach teils großflächigen Eingemeindungen, aber auch aufgrund der Siedlungsallokation, ihrer Fläche nach hinter Berlin, Hamburg und Köln die viertgrößte Großstadt Deutschlands und insgesamt die siebtgrößte Stadt Deutschlands.
Wichtige Flüsse in Dresden sind die Elbe, die die Stadt als einziges schiffbares Gewässer durchfließt, die Weißeritz und der Lockwitzbach, beides linke Nebengewässer der Elbe, die im Osterzgebirge entspringen, sowie die Prießnitz, ein rechter Nebenfluss der Elbe.
Siehe auch: Liste der Landschaften in Sachsen, Liste der Gewässer in Sachsen
Natur
Liste der Gewässer in Sachsen
Dresden gehört nach großflächigen Eingemeindungen mit 63 % Grün- und Waldfläche zu den grünsten Großstädten in Europa. Die Dresdner Heide bildet eine geschlossene Waldfläche im Dresdner Norden. Im erweiterten Stadtgebiet gibt es vier Naturschutzgebiete mit einer Fläche von 331 ha, 12 Landschaftsschutzgebiete mit mehr als 11.000 ha teilweise deckungsgleich mit neun FFH-Gebieten mit 1.800 ha Fläche. Zahlreiche denkmalgeschützte Gärten, Alleen und Parkanlagen sowie Friedhöfe bilden 110 Naturdenkmäler oder geschützte Landschaftsbestandteile.
Umgebung
Nahe gelegene deutsche Großstädte sind Chemnitz (80 km südwestlich), Leipzig (100 km nordwestlich) und Berlin (200 km nördlich). 150 km südlich befindet sich die tschechische Hauptstadt Prag, die Goldene Stadt, 230 km östlich liegt Breslau (Wrocław) in Polen.
In der Nachbarschaft liegen der Landkreis Kamenz mit der Stadt Radeberg, der Landkreis Sächsische Schweiz mit den Städten Pirna und Heidenau, der Weißeritzkreis mit der Stadt Freital und der Landkreis Meißen mit Moritzburg und der Stadt Radebeul. Alle erwähnten Städte grenzen direkt an Dresden an und bilden den Kernraum des Ballungsraumes Dresden. Etwas weiter entfernt liegt Riesa und die Bergstadt Freiberg.
Stadtgliederung
Freiberg
Zur ursprünglichen Stadt Dresden gehörten Stadtteile, die in der gegenwärtigen Struktur fast alle den Ortsämtern Altstadt und Neustadt zugehörig sind. Neben den innerhalb der Stadtfestung liegenden Teilen entstanden außerhalb der Stadtmauern, jedoch meist auf Dresdner Flur, Vorstädte, die auf Anweisung sächsischer Herrscher angelegt worden waren und zum Teil nach diesen benannt wurden. Die Antonstadt ist mittlerweile weitestgehend unter dem Begriff Äußere Neustadt bekannt. Die anderen „königlichen“ Vorstädte blieben dagegen als Begriff erhalten. Später wuchs die Stadt vor allem im 19. Jahrhundert, als weitere Dörfer dichter bebaut wurden. Der Begriff Vorstadt wurde später für weitere Stadtteile nicht mehr verwendet.
1958 bereits war das Stadtgebiet von Dresden in die fünf Stadtbezirke Mitte, Ost, West, Süd und Nord eingeteilt worden.
1958
Seit 1991 ist das Stadtgebiet von Dresden in zehn Ortsamtsbereiche eingeteilt. Nach Eingemeindungen kamen später neun Ortschaften hinzu.
Dresden gliedert sich gegenwärtig in zehn Ortsamtsbereiche und neun Ortschaften. Die Ortsamtsbereiche wurden aus dem Stadtgebiet vor 1990 gebildet, während die Ortschaften durch nach 1990 eingemeindete Flächen gebildet wurden. Der Ortsamtsbereich mit der höchsten Bevölkerung ist der um Blasewitz, das flächengrößte der von Loschwitz. Die größte und bevölkerungsreichste Ortschaft ist Schönfeld-Weißig, die sich im Schönfelder Hochland erstreckt. Die Dresdner Innenstadt liegt in den Ortsamtsbereichen Altstadt und Neustadt.
Bei den neun Ortschaften, die teilweise auch aus mehreren Ortsteilen bestehen, handelt es sich um die erst Ende der 1990er Jahre eingegliederten ehemals selbständigen Gemeinden. Eine Ausnahme ist der Ortsteil Kauscha, der, bis 1999 zu Bannewitz gehörig, dem Ortsamt Prohlis angegliedert wurde.
Geschichte
Siehe auch: Hauptartikel Geschichte Dresdens
Geschichte Dresdens
Erste Siedlungen bestanden im Dresdner Raum bereits in der Jungsteinzeit. Die Furt durch die Elbe in Höhe der heutigen Altstadt bestand wahrscheinlich schon im frühen Mittelalter. Dresdens Besiedlung blieb trotz der lukrativen Lage an der Elbe und der fruchtbaren Böden aufgrund der starken Bewaldung problematisch.
Im Jahre 1206 wird Dresden erstmals urkundlich erwähnt. Die damalige Bezeichnung war Dresdene; sie ist vom slawischen Begriff „Drežďany“ („Auwaldbewohner“) abgeleitet, mit dem ursprünglich die Bewohner des Ortes bezeichnet worden waren.
slawischen
Ende des 15. Jahrhunderts wird Dresden Residenzstadt der sächsischen Herrscher und erfährt mit der Erhebung des wettinischen Herrschaftsbesitzes zum Kurfürstentum und Königreich eine Aufwertung als politisches und kulturelles Zentrum. Durch die Ernennung Sachsens zum Kurfürstentum 1547 wird Dresden Hauptstadt des wichtigsten protestantischen Landes innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. In dieser Zeit wurden auch wichtige kulturelle Einrichtungen begründet, die bis in die Gegenwart die besondere Geltung Dresdens ausmachen.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Dresden nie geplündert oder zerstört, aber durch Pest und Hunger sowie die allgemeine wirtschaftliche Stagnation in seiner Entwicklung gestört. Die Geschichte seit dem Dreißigjährigen Krieg ist dann sehr wechselvoll: Zum Einen entstanden in Dresden die bekannten Bauwerke und Parkanlagen; auf der anderen Seite war Dresden in fast alle großen europäischen Kriege verwickelt und wurde dabei mehrfach beschädigt.
1685 brannte Altendresden komplett ab und wurde über mehrere Jahrzehnte wiederaufgebaut und erst 1732 als „Neue Königliche Stadt“ vollendet. Schon seit längerem wird der Stadtteil deshalb als Neustadt bezeichnet. Unter August II., genannt „August der Starke“, errang Dresden die kulturelle Bedeutung, die es bis in die Moderne besitzt. Im Dezember 1745 wurde Dresden im österreichischem Erbfolgekrieg zum ersten Mal durch Preußen erobert. Erneut wurde Dresden im Siebenjährigen Krieg 1756 durch Preußen eingenommen. Als sich die österreichische Armee der Stadt näherte, ließ der preußische Gouverneur Teile der Stadt abbrennen. 1760 belagerte Preußen Dresden erfolglos und beschoss dabei die Innenstadt. 1785 schrieb Friedrich Schiller die Ode an die Freude, die lyrische Vorlage für die Hymne der Europäischen Union, in Dresden.
Im Frühjahr des Jahres 1791 wurde in Dresden bzw. im nahe gelegenen Ort Pillnitz mit der Pillnitzer Deklaration ein Initial für die mehr als 150 Jahre währende Feindseligkeit zwischen Deutschland und Frankreich gelegt. Darin riefen die vornehmlich deutschen Monarchen die europäischen Mächte zur Zerschlagung der Französischen Revolution auf. Bereits in die Befreiungskriege gegen Napoleon war Dresden intensiv involviert. Im Jahr 1813 fanden zahlreiche vorentscheidende Schlachten der Völkerschlacht bei Leipzig um Dresden herum statt. Sachsen und damit Dresden kämpfte auf der Seite von Frankreich, die Stadt wurde durch die Franzosen weiter befestigt und durch deren Truppen geschützt.
Im weiteren 19. Jahrhundert blieb Dresden von Kriegen verschont und wurde Hauptstadt eines der stärksten Königreiche auch ab 1871 im Deutschen Reich. Vom Ersten Weltkrieg blieb die Stadt unberührt. Nach der Novemberrevolution 1918 wurde Dresden Hauptstadt des Freistaates Sachsen.
Auch im Zweiten Weltkrieg sah es lange so aus, als würde Dresden von Kriegshandlungen verschont bleiben, bis im Frühjahr 1945 weite Teile des Stadtgebietes durch britische und US-amerikanische Luftangriffe schwer beschädigt wurden. Die genaue Zahl der Opfer ist ungewiss. Man nimmt Opferzahlen in Höhe von etwa 25.000 bis 40.000 Toten an. Offiziell anerkannt ist heute die Zahl von 35000 Toten. Dass die Opferzahl höher liegen könnte, ist gegenwärtig stark umstritten und seit Jahrzehnten Diskussionsfokus. So gehen einige Historiker von bis zu 350.000 Toten aus, da viele Menschen in der Bombennacht völlig verbrannten.
Dresden war seit Jahrhunderten ein militärisches Zentrum. Im Dresdner Norden wurde die Albertstadt als autarke Militärstadt angelegt, die unter den Nationalsozialisten weiter ausgebaut wurde. Zwischen 1939 und 1945 wurden auch KZ-Häftlinge, v. a. aus den Lagern in Auschwitz und Flossenbürg, in der Stadt in Baracken interniert. Sie arbeiteten in der Rüstungsindustrie Dresdens.
Nach 1945 standen in und um Dresden die 1. Gardepanzerarmee der Sowjetunion sowie die 7. Panzerdivision der Nationalen Volksarmee. Nie zuvor in Friedenszeiten standen so viele Truppen in Dresden wie zwischen 1945 und 1990. In den Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung wurden alle Truppenteile verlegt oder aufgelöst.
Während der Zeit des Sozialismus wurden viele Reste der alten Stadt beseitigt. Ruinen des barocken Dresden sowie Kirchen wurden gesprengt. Die unzerstörte äußere Neustadt blieb aufgrund von Bürgerprotesten erhalten. In Prohlis und Gorbitz entstanden Großsiedlungen in Plattenbauweise auf zuvor unbebautem Land. Die Johannstadt und andere Gebiete im Stadtzentrum wurden ebenso in Großblockbauweise überbaut. Nur wenige alte Gebäude wurden wieder hergerichtet. Das zerstörte Stadtzentrum wurde nach den Idealen des sozialistischen Wohnungsbaus neu angelegt. Erst spät wurden Semperoper, Zwinger und die Kathedrale wiederaufgebaut.
deutschen Wiedervereinigung
Nach der Wende 1989 wurden nochmals einige alte Gebäude abgerissen. Viele andere wurden jedoch mit Hilfe steuerlicher Subventionen wieder hergerichtet. Viele Gebiete Dresdens gelten daher als Beispiele für die gelungene Restauration von Baudenkmälern und stehen als Gesamtensembles unter Denkmalschutz.
Im August 2002 wurde die Stadt von der sogenannten „Jahrhundertflut“ getroffen. Dabei überschwemmten mehrere Nebengewässer und die Elbe die Stadt. Die Elbe erreichte einen Pegelstand, der die bis dato schwersten Hochwasser von 1784, 1799 und 1845 übertraf. Das Reparieren von Straßen und Infrastruktur dauerte nach dem Hochwasser bis in die Gegenwart an. Betroffene Bauwerk waren wesentlich schneller wieder hergerichtet.
Im Jahr 2005 wurde nach zehnjähriger Bauzeit der Wiederaufbau der Frauenkirche im Rohbau fertig gestellt und die Kirche am 30. Oktober geweiht. Im Jahr 2006 feiert die Stadt ihr 800-jähriges Bestehen, formal an der ersten urkundlichen Erwähnung festgemacht.
Religionen
Siehe auch: Hauptartikel Religionen in Dresden
In Dresden gehören etwa 20.000 Menschen einer römisch-katholischen und etwa 75.000 einer evangelisch-lutherischen Gemeinde an. Dies entspricht einem Anteil von 4 bzw. 15 % an der Gesamtbevölkerung mit Erstwohnsitz in Dresden.
Die Reformation setzte sich in Dresden 1539 durch. Ab etwa 1571 vertrat die Stadt ein strenges Luthertum. Im Jahre 1661 gab es in Dresden erstmals wieder katholische Gottesdienste. Kurfürst Friedrich August I. veranlasste 1697 den Wechsel des Hofstaates zum katholischen Glauben, um zum polnischen König August II. gekrönt werden zu können. Die katholischen Gemeinden wurden erst 1807 den evangelischen gleichgestellt und blieben nach Mitgliederzahl bis heute eine kleine Minderheit. Ab 1949 trat die Mehrzahl der Dresdner aus der - meist evangelischen - Kirche aus. Der Anteil der evangelischen Kirchenmitglieder ging von etwa 85 % auf 22 % 1989 zurück. Seit 1980 ist Dresden erstmals in seiner Geschichte Sitz eines Bischofs, wobei die katholische Hofkirche zur Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen geweiht wurde.
Die Stadtverwaltung schätzt die heutige Anzahl der Mitglieder von Freikirchen und nicht-christlichen Gemeinden auf etwa 5.000 Menschen.
Entwicklung des Stadtgebiets
Siehe: Hauptartikel Entwicklung des Dresdner Stadtgebiets für detaillierte Werte und Statistiken
Entwicklung des Dresdner Stadtgebiets
Entwicklung des Dresdner Stadtgebiets
Ursprünglich lag der älteste Teil der Stadt rechtselbisch, daher nördlich der Elbe. Den Stadtteil Altendresden gibt es nicht mehr. Nachdem er abbrannte, wurde er 1732 als Neue Königliche Stadt, später vereinfacht Neustadt, neu angelegt und ist mit der heutigen Inneren Neustadt deckungsgleich. Der Stadtteil südlich der Elbe wird daher mittlerweile als die historische Altstadt bezeichnet. Gleichzeitig hat sich damit die gesamte Stadt nach Süden verlagert. Auch die Tallage ist südlich der Elbe wesentlich flacher, was die starke Entwicklung dort begünstigte. Gerade auf Grund der Tallage, in die sich die Stadt legt, dehnt sich die Stadt nicht gleichmäßig aus, sondern folgt dem Tal in süd-östliche bzw. nord-westliche Richtung.
Eingemeindungen von umliegenden Gemeinden gab es seit 1835, als Dresden sich nach Norden und Westen ausdehnte. Seitdem wurden 64 Landgemeinden, zwei Gutsbezirke und zwei Städte nach Dresden eingemeindet.
Landgemeinden, die in Dresden nach 1990 eingemeindet wurden, erhielten den Sonderstatus „Ortschaft“ innerhalb der kommunalen Struktur von Dresden. Die größte Eingemeindung dabei war die von Schönfeld-Weißig im Osten des Stadtgebietes.
Der Bereich Dresdens mit der dichtesten Besiedlung ist der Ortsamtsbereich Blasewitz. Dabei ist dichte Besiedlung nicht mehr Anzeichen für schlechteren Wohnraum, wie es zu Zeiten enger Hinterhofbebauung noch gelten konnte. Die Elbe wirkt im Bereich von Blasewitz als Grenze des urbanen Raums, weshalb diese dicht besiedelte und die quasi unbewohnten Flächen der Dresdner Heide sehr nah beieinander liegen. Blasewitz selbst wurde erst 1921 an Dresden angegliedert, wobei zu dieser Zeit schon weite Teile des heutigen Ortsamtsbereichs zur Stadt Dresden gehörten. Die Dresdner Heide liegt im Ortsamtsbereich Loschwitz, das mit 268 Einwohnern je Quadratkilometer das am dünnsten besiedelte Ortsamt Dresdens ist.
Wie feinstrukturiert und unterschiedlich die urbanen Räume Dresdens besiedelt sind, zeigt sich beim Vergleich von Äußerer und Innerer Neustadt. Die Äußere Neustadt ist mit mehr als 11.000 Bewohnern pro Quadratkilometer der am dichtesten besiedelte Stadtteil Dresdens, während die Innere (historische) Neustadt mit etwa 3.000 Einwohnern pro km² eine weit geringere Bevölkerungsdichte hat.
Dresden hat gegenwärtig etwa 489.000 Einwohner. Am Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte Dresden zu den fünf bevölkerungsreichsten Städten in Deutschland. 1933 wurde mit 642.143 Einwohner der höchste Wert in der Geschichte Dresdens gezählt. Durch den Zweiten Weltkrieg verringerte sich die Stadtbevölkerung zur Zählung von 1946 auf etwa 468.000. Zwischenzeitlich wieder auf mehr als 500.000 Einwohner angestiegen, sank die Anzahl an wohnberechtigter Bevölkerung mit Erstwohnsitz durch Abwanderung und Urbanisierung bis 1995 erneut auf etwa 469.000 Einwohner und damit nur knapp mehr als kriegsbedingt 1946. Danach wurde sie durch Eingemeindungen erhöht und steigt mittlerweile auch dauerhaft durch einen leichten Wanderungsüberschuss.
Politik
Stadtverwaltung, -gremien und -politik
Der Oberbürgermeister leitet die Stadtverwaltung, verantwortet laufende Tagesgeschäfte und repräsentiert die Stadt. Er wird für eine Amtszeit von 7 Jahren direkt gewählt. Ihm unterstellt sind mehrere Bürgermeister für einzelne Fachbereiche. Der derzeitige Oberbürgermeister Ingolf Roßberg trat sein Amt am 1. August 2001 an, weshalb die nächsten planmäßigen Oberbürgermeisterwahlen im Jahr 2008 liegen.
Der Stadtrat definiert die Grundlagen nach der die Stadtverwaltung handelt und kann über Beschlüsse auch dem Oberbürgermeister Aufträge erteilen. Sofern einzelne Entscheidungen nicht im Kompetenzbereich des Oberbürgermeisters liegen, bestimmt der Stadtrat über Angelegenheiten der Stadt. In der Tat ist der Stadtrat wesentlich an Fragen der Stadtentwicklung beteiligt. Er nimmt bezogen auf die Stadt gesetzgebende Kompetenzen wahr, in dem er Stadtverordnungen und Satzungen erlässt. Die Stadträte werden über ein Drei-Stimmen-System für eine Amtszeit von 5 Jahren gewählt. Im Stadtrat gibt es 70 Stadträte. Für Senioren und Ausländer in der Stadt gibt es Beiräte.
In den letzten Jahren und Monaten wurden mehrere Themen in der Dresdner Kommunalpolitik sehr kontrovers diskutiert: Über den Bau einer weiteren Elbquerung, der Waldschlößchenbrücke, entschied ein Volksentscheid zustimmend. Weitere Themen waren der Neubau für die Staatsoperette, die Modernisierung eines der Stadien der Stadt und in letzter Zeit der geplante Verkauf der städtischen Wohnungsbaugesellschaft.
Räumliche Gliederung der Kommunalpolitik
Dresden ist in Ortsamtsbereiche gegliedert. Diese sind in Ortsteile bzw. Stadtteile unterteilt und haben jeweils ein Ortsamt, sozusagen ein Rathaus vor Ort, sowie einen Ortsbeirat im Sinne von § 71 der Sächsischen Gemeindeordnung, der zu allen wichtigen Angelegenheiten, die den Ortsamtsbereich betreffen, vom Stadtrat und seinen Ausschüssen anzuhören ist. Vorsitzender des Ortsbeirats ist der Oberbürgermeister oder eine von ihm beauftragte Person. In der Regel ist dies der Ortsamtsleiter des Ortsamtsbereiches. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Ortsbeiräte werden vom Stadtrat von Dresden nach einem Parteien- und Listenproporz gewählt, der sich an den Wahlergebnissen bei der Stadtratswahl in den einzelnen Ortsamtsbereichen orientiert. Diese Mitglieder müssen ihren Hauptwohnsitz im jeweiligen Ortsamtsbereich haben.
Nach 1990 eingemeindete Gebiete bilden in Dresden Ortschaften. Für die Ortschaften wurden insgesamt fünf Verwaltungsstellen eingerichtet. Die Ortschaft Altfranken wird jedoch vom Ortsamt Cotta mitverwaltet. Die Ortschaften haben jeweils einen Ortschaftsrat, der im Gegensatz zu den Ortsbeiräten der Ortsamtsbereiche direkt von den Bürgern der Ortschaft zeitgleich mit dem Stadtrat von Dresden gewählt wird. Jeder Ortschaftsrat wählt für seine Ortschaft einen Ortsvorsteher.
Historische Entwicklung
An der Spitze der Stadt Dresden gab es seit dem 13. Jahrhundert (1292) einen Rat mit einem Bürgermeister. Dieser wurde vom Rat gewählt und wechselte jährlich. Er war ehrenamtlich tätig. Nach Einführung der Allgemeinen Städteordnung des Königreichs Sachsen im Jahre 1832 gab es neben dem Bürgermeister noch gewählte Stadträte. 1853 erhielt der Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister.
Bereits 1874 schied Dresden aus der Amtshauptmannschaft aus und wurde eine „exemte Stadt“. In der gegenwärtigen Landesstruktur bezeichnet man solche Städte als „kreisfreie Stadt“. Sie blieb aber weiterhin Sitz der Amtshauptmannschaft Dresden sowie der Kreishauptmannschaft Dresden. Aus der Amtshauptmannschaft wurde später der Landkreis Dresden, aus der Kreishauptmannschaft der Regierungsbezirk Dresden.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden Oberbürgermeister und Ratsherren entsprechend der Deutschen Gemeindeordnung von der NSDAP eingesetzt.
1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, setzte zunächst die sowjetische Stadtkommandantur eine Verwaltung ein. Im September 1946 wurde als Stadtparlament eine Stadtverordnetenversammlung gewählt. Bei späteren Wahlen bis 1989 traten alle Parteien und Organisationen auf einer gemeinsamen Liste auf.
Nach dem Beitritt der DDR zur BRD wurde das zunächst als Stadtverordnetenversammlung, nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums war zunächst ein besonderer Präsident bzw. eine Präsidentin (ab 1990 Evelyn Müller, CDU). Aufgabe der Stadtverordnetenversammlung war es auch, den Oberbürgermeister zu wählen. Nach Einführung der Süddeutschen Ratsverfassung in Sachsen ist seit 1994 der nunmehr direkt vom Volk gewählte Oberbürgermeister auch Vorsitzender des Stadtrates.
Liste der Oberbürgermeister seit 1853
Entwicklung des Wappens
Blasonierung: Gespaltener goldener Schild; vorn ein schwarzer Löwe, hinten zwei schwarze, senkrechte Pfähle.
Bedeutung: Der Löwe steht für die Markgrafschaft Meißen, die Pfähle für die Grafschaft Landsberg, welche die Stadt im späten Mittelalter beherrschten. Beide Wappensymbole sind bereits seit dem 14. Jahrhundert in den Siegeln der Stadt nachweisbar. Die Symbole fanden auch Einzug in das Wappen von Sachsen, welche später über die Stadt herrschten. Früher waren die Pfähle blau (vgl. auch das Wappen von Leipzig und Chemnitz), doch wurden sie zur Unterscheidung vom Landeswappen derer von Meißen-Landsberg später in schwarz geändert. Die Stadtfarben sind schwarz und gelb.
Bundestagsabgeordnete
Dresden teilt sich in zwei Bundestagswahlkreise auf. Der Wahlkreis 160 erlangte bei der Wahl zum 16. Deutschen Bundestag Berühmtheit, weil in ihm zwei Wochen später gewählt werden musste. Da das Ergebnis der anderen Wahlkreise bereits bekannt war, fiel das Ergebnis insbesondere durch die Überhangmandate sehr taktisch aus.
Im Wahlkreis 160 ist Andreas Lämmel von der CDU gewählter Abgeordneter. Stärkste Partei wurde die SPD.
Der Wahlkreis 161 (Dresden II) schließt alle Stadtteile nördlicher der Elbe und einige westliche südlich der Elbe ein. Er reicht aber auch aus der Stadt in den Landkreis Meißen. Abgeordneter dieses Wahlkreises wurde Arnold Vaatz von der CDU, die in dem Wahlkreis auch stärkste Partei wurde.
Städtepartnerschaften
Dresden unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Coventry, Vereinigtes Königreich, seit 1959
- St. Petersburg, Russland, seit 1961
- Breslau, Polen, seit 1963
- Skopje, Mazedonien, seit 1967
- Ostrava, Tschechien, seit 1971
- Brazzaville, Republik Kongo, seit 1975
- Florenz, Italien, seit 1978
- Hamburg, Deutschland, seit 1987
- Rotterdam, Niederlande, seit 1988
- Straßburg, Frankreich, seit 1990
- Salzburg, Österreich, seit 1991
- Columbus, Ohio, USA, seit 1992
Kultur und Sehenswürdigkeiten
USA
Dresden ist eine Kunst- und Kulturstadt von hohem internationalem Rang und ist Weltkulturerbestätte. Die Stadt besitzt kostbare Kunstsammlungen, bekannte Klangkörper und bedeutende Bauwerke in zahlreichen Epochen und für verschiedenste Zwecke. In der Regel befinden sich kulturelle Einrichtungen in besonderen Bauwerken; der Übersicht halber, sind Bauwerk und Einrichtung in getrennten Kapiteln beschrieben auch um die jeweilige Verknüpfung wiedergeben zu können. Zahlreiche Großveranstaltung ziehen jedes Jahr viele Gäste aus dem In- und Ausland an. Nennenswert ist auch die Verzahnung von Kunst mit Wissenschaft und Technik, wie sie übergangslos in vielen Sammlungen erkennbar ist.
Theater und Bühnen
Epoche
Die Sächsische Staatsoper Dresden im bekannten Bauwerk der Semperoper (s. u.) wurde 1841 an heutigem Ort gegründet. Das Bauwerk der Oper wurde in seiner Geschichte zwei mal zerstört. Insgesamt war die Staatsoper in mehr als 50 Jahren ihrer etwa 160-jährigen Geschichte gezwungen, an einem anderen Ort als der Semperoper zu spielen. In der Semperoper wurden Opern von Richard Wagner und Richard Strauss uraufgeführt. Das Orchester der Oper ist die Sächsische Staatskapelle (s. u.).
Das Staatsschauspiel Dresden betreibt das „Schauspielhaus am Zwinger“ (das Große Haus) und damit das größte eigentliche Theater der Stadt. Weitere Theater des Staatsschauspiels sind das „Schlosstheater am Theaterplatz“ und das „Kleine Haus“. Ebenfalls am Theaterplatz befindet sich der Theaterkahn, eine Bühne auf einem Elbschiff.
Für die Staatsoperette Dresden wird seit Jahren nach einer Spielstätte in der Innenstadt gesucht. Derzeit ist ein Neubau am Wiener Platz, direkt am Hauptbahnhof im Gespräch. Entgegen seiner Bezeichnung als Staatseinrichtung ist die Stadt Dresden Besitzer und Betreiber der Operette.
Die bedeutenden Kabaretttheater der Stadt sind „Die Herkuleskeule“ und die Komödie Dresden. Das Theater für moderne Formen von Aufführungen ist das Theater der Jungen Generation, zu dem auch ein Puppentheater gehört. Weitere Theater und Aufführungsstätten sind „Das Societaetstheater“, „die bühne“, „Das Projekttheater“ in der Dresdner Neustadt und das Theater „Wechselbad“. Auch die Kulturvereine „Mimenstudio Dresden e. V.“, „Kulturverein riesa efau“ und die „Motorenhalle – Projektzentrum für zeitgenössische Kunst“ zeigen Aufführungen.
Musik
In Dresden existieren mehrere berühmte Orchester.
Die Sächsische Staatskapelle Dresden gilt als das älteste durchgängig musizierende Orchester der Welt und zählt nach wie vor zu den besten Klangkörpern überhaupt. Der Vorgänger die Königliche Hofcantorey wurde von Moritz von Sachsen bereits 1548 gegründet. Anfang des 17. Jahrhunderts begann die Staatskapelle Opernaufführungen zu begleiten und wurde später das Orchester der Sächsischen Staatsoper (Semperoper). Musikdirektoren waren u. a. Carl Maria von Weber, Heinrich Marschner sowie als Assistent Richard Wagner. Ab 2007 wird Fabio Luisi Generalmusikdirektor.
Die Dresdner Philharmonie, das Konzertorchester der Stadt Dresden, ebenfalls international berühmtes und renommiertes Orchester, wurde 1870 gegründet. Bis 1915 trug es den Namen „Orchester des Gewandhauses Dresden“. Chefdirigenten in jüngerer Zeit war u. a. Kurt Masur und Marek Janowski. Derzeitiger Chefdirigent ist Rafael Frühbeck de Burgos.
Die Dresdner Sinfoniker sind ein sehr junges Orchester und gründeten sich 1996. Das Sinfonieorchester trägt sich über die Mitglieder nahezu selbst. Es widmet sich ausschließlich der zeitgenössischen Musik abseits des normalen Konzertrepertoires und im Crossoverbereich. 2004 wurde es mit dem Echo Klassik ausgezeichnet und vertonten zusammen mit den Pet Shop Boys den Film Panzerkreuzer Potemkin neu.
Weitere Orchester in Dresden sind das „ensemble courage“, ein Spezialensemble für zeitgenössische (Kammer-)Musik, 2004 mit dem Förderpreis der Stadt Dresden ausgezeichnet und „sinfonietta dresden“, ein Kammerorchester mit vielfältigen Aufgaben im Dresdner Musikleben und einer eigenen Konzertreihe.
In Dresden befindet sich auch bekannte Chöre mit langer Historie und Aufmerksamkeit.
Der Dresdner Kreuzchor (Capella sanctae crucis) ist der Knabenchor der Kreuzkirche. Der Chor ist in etwa so alt, wie die Stadt selbst und wurde im 13. Jahrhundert gegründet. Der Knabenchor der Kathedrale (ehemalige katholischen Hofkirche) sind die Dresdner Kapellknaben.
Weitere Chöre in Dresden sind:
- Dresdner Kammerchor – international und in Dresden aktiver Chor mit dem Schwerpunkt Alte Musik, gegründet (1985) und geleitet von Hans-Christoph Rademann
- Philharmonischer Chor Dresden – Der Chor wurde 1967 gegründet und arbeitet hauptsächlich mit der Philharmonie zusammen, derzeitiger Leiter ist Matthias Geißler
- Knabenchor Dresden – gegründet im Jahr 1971 durch Studienrat Manfred Winter. Der Chor wird von Matthias Jung geleitet.
- Singakademie Dresden – einer der bedeutendsten Laienchöre Mitteldeutschlands, hervorgegangen aus dem 1884 gegründeten Dresdner Lehrergesangverein, bestehend aus Kinder-, Kammer-, Oratorien- und Seniorenchor, geleitet von Ekkehard Klemm
Museen und Galerien
Ekkehard KlemmEkkehard Klemm
Ekkehard Klemm
Staatliche Museen und Landesmuseen
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) enthalten die berühmtesten staatlichen Museen Dresdens. Zahlreiche einzelne Exponate ziehen international Besucher an oder werden weltweit an andere Museen und Ausstellungen verliehen. Eine zentrale Einrichtung der Kunstsammlungen wird wieder das Dresdner Schloss, das derzeit noch in Teilen aufgebaut wird. Neben diesem befinden sich noch zahlreiche Museen im Zwinger.
Die Gemäldegalerie Alte Meister befindet sich im Semperbau des Zwingers. Der Standort des Museums liegt dort seit 1855. Das berühmteste Exponat dieser Galerie ist die Sixtinische Madonna von Raffael, die ursprünglich 1512/13 als Altarbild gemalt wurde. Mit weiteren Werken unter anderem von Rembrandt, Rubens und Canaletto führt die Galerie Bilder der Renaissance und des Barock. Der Begriff „Alte Meister“ soll dabei die epochale Abgrenzung zu den Malern der Galerie Neue Meister späterer Epochen schaffen.
Zu den Neuen Meistern zählen Maler wie Caspar David Friedrich, Max Liebermann, Max Slevogt, Otto Dix und Künstler der Vereinigung Die Brücke. Damit führt die Galerie Werke der Romantik, des Impressionismus und des Expressionismus. Im Gegensatz zu den Alten Meistern hatten bei den Künstlern dieser Galerie sehr viele einen persönlichen Bezug zu Dresden, in dem sie an der Kunstakademie studierten, lehrten oder in Dresden lebten. Die Galerie Neue Meister reißt als einziges großes Museum in Dresden die Moderne der Bildenden Künste an.
Eine weitere berühmte Einrichtung der SKD ist das Grüne Gewölbe. Es beherbergt den Schatz des ehemaligen sächsischen Königs ist also eine Sammlung europäischer Goldschmiedekunst und des Feinhandwerks. Besonders bekannt ist der Kirschkern, der mit zahlreichen menschlichen Köpfen beschnitzt ist. Insgesamt besitzt die Sammlung etwa 3.000 Stücke von denen derzeit baubedingt 1.000 ausgestellt sind. Eng verbunden ist die Sammlung mit der Münzsammlung aber auch mit der Rüstkammer.
Ein besonderes Museum der SKD ist der Mathematisch-Physikalische Salon, der sich ebenfalls im Zwinger befindet. Er enthält mathematische und physikalische Instrumente aus der Zeit des Barock und der Aufklärung aber auch Globen und astronomische Kartografien. Er ist eins der frühsten Zeugnisse für die Verbindung von Kultur und Wissenschaft in Dresden und wurde 1728 aus der allgemeinen Kunstsammlung ausgegründet. Die Grundlagen dieser Sammlung wurden dort schon Jahrhunderte vorher gelegt.
Weitere Einrichtungen der Kunstsammlungen sind das Kunstgewerbemuseum im Schloss Pillnitz, das Kupferstich-Kabinett, das Museum für Sächsische Volkskunst, die Porzellansammlung – eine Sammlung Meißner Porzellans –, die Puppentheatersammlung und die Skulpturensammlung.
Weitere Landesmuseen und Sammlungen des Landes in Dresden sind:
- Landesmuseum für Vorgeschichte
- Staatliche Naturhistorische Sammlungen Dresden
- Staatliches Museum für Völkerkunde Dresden
- Universitätssammlung Kunst + Technik der Technischen Universität Dresden
- Verkehrsmuseum Dresden
Nationale Museen
Das Deutsche Hygiene-Museum wurde 1928 bis 1930 in einer Zeit errichtet, in der durch zahlreiche (öffentliche) Sanitäreinrichtungen und Schulneubauten der Gesundheitszustand auch ärmerer Bevölkerungsteile verbessert werden sollte. Seit seiner Gründung 1912 dient das Museum der gesundheitlichen, humanbiologischen und medizinischen Aufklärung der breiten Bevölkerung. Bekanntestes Exponat ist die Gläserne Frau, die einen plastischen Einblick auf alle inneren Organe zulässt. Das Maskottchen zur gesundheitlichen Aufklärung von Kindern vor 1990 war Kundi.
Im Norden der Stadt, in der ehemaligen Kasernenvorstadt Albertstadt liegt das Militärhistorisches Museum der Bundeswehr. Es wird derzeit nach Plänen von Daniel Libeskind umgebaut (s. u.) und führt eine Sammlung von Waffen und Kriegsgeräten aus mehreren Jahrhunderten.
Städtische Museen
Das Stadtmuseum Dresden sitzt mit seiner Hauptstelle im Landhaus (dem ersten Tagungsgebäude für die Landstände) am Pirnaischen Platz. Diese Stelle enthält neben der städtischen Galerie Ausstellungen zur Stadtentwicklung. Weitere Museen des Stadtmuseums sind das Carl Maria von Weber Museum, das Kraszewski-Museum, das Kügelgenhaus – Museum der Dresdner Romantik, das Schillerhäuschen und das Heimat- und Palitzschmuseum.
Die Technischen Sammlungen der Stadt Dresden liegen im Stadtteil Striesen und belegen den Ernemannbau, eine alte Fabrik für fotografische Apparaturen. Sie stellt technische Objekte der Industrialisierung aber auch Rechen- und Datenverarbeitungsmaschinen aus. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf sächsischen Entwicklungen, die die Industrialisierung in Sachsen beeinflussten.
Weitere Museen
- Erich Kästner Museum
- Fahrradmuseum
- Gedenkstätte Münchner Platz Dresden
- Kleinbauernmuseum Reitzendorf
- Kulturverein riesa efau
- Buchmuseum
- Lichtdruck-Werkstatt-Museum
Zeitgenössische Kunst in Dresden
Zeitgenössische Kunst ist in Dresden in folgenden nicht kommerziellen Instituten und Galerien zu sehen:
- Kunsthaus Dresden- Städtische Galerie für Gegenwartskunst
- Motorenhalle – Projektzentrum für zeitgenössische Kunst
- Doppel.De - Autonome Projektgalerie Studierender der Hochschule für Bildende Künste Dresden
- 7 Stock – useful information
- Oktogon - Ausstellungsräume der Hochschule für Bildende Künste Dresden
Bibliotheken
Hochschule für Bildende Künste Dresden
Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB, s. u.) befindet sich im Campus der TU Dresden integriert im Süden der Stadt. Sie besitzt als Landesbibliothek das Pflichtexemplarrecht für in Sachsen daher vor allem in der Verlagsstadt Leipzig erschienene und erscheinende Bücher. Sie gehört mit etwa 7 Millionen Bestandseinheiten zu den größten Bibliotheken in Deutschland, und entstand 1996 durch den Zusammenschluss mit der Universitätsbibliothek. In der Bibliothek befindet sich die Deutsche Fotothek. Gegründet wurde die Landesbibliothek als Hofbibliothek 1556.
Die Stadt selbst betreibt mit den städtischen Bibliotheken eine der intensivst genutzten Bibliotheken in Deutschland. Jährlich entleiht sie mehr als 5 Millionen Bücher und andere Medien. Sie unterteilt sich in 18 Stadtteilbibliotheken, 28 Haltestellen der Fahrbibliothek und eine Hauptstelle.
Kinos
Dresden hat eine ausgesprochen vielfältige Kinolandschaft. Mit dem CinemaxX in Blasewitz, dem Metropolis am Waldschlösschen, dem UCI im Elbe-Park und dem UFA-Palast an der Prager Straße wurden in den letzten Jahren insgesamt vier Multiplex-Kinos in Dresden eröffnet. Besonders der UFA-Palast ist architektonisch interessant, der vom Architekturbüro Coop Himmelb(l)au entworfene auffällige „Glaskristall“ (s. u.) steht direkt neben dem derzeit nicht mehr als Kino genutzten und ebenso markanten „Rundkino“ aus DDR-Zeiten.
Trotz der Häufung von Multiplex-Kinos bestehen in Dresden weiterhin verschiedene Programmkinos und mit der Schauburg in der Neustadt auch ein großes „klassisches“ Kino. Trotz der Konkurrenz wurde bspw. die Schauburg wiederholt bei Umfragen eines Dresdner Stadtmagazins zum beliebtesten Kino gewählt. Unter den Programmkinos sind vor allem das Programmkino Ost, das Casablanca, das Kino im Dach, das Kino im Kasten und das Thalia zu nennen.
Bauwerke
Programmkino
Programmkino
Dresden ist berühmt als Stadt des Barock. Dabei hat sich im Bereich der Architektur der Dresdner Barock entwickelt. Die erhaltenen Bauwerke des Barock sind im Allgemeinen für sächsische Monarchen errichtet und teilweise auch dem Neobarock zuzuordnen. Für bürgerlichen Barock gibt es in Dresden wenige erhaltene Beispiele. Auf der anderen Seite werden viele Gebäude irrtümlich dem Barock zugeordnet. Weitere Bauwerke sind im Stil der Renaissance und der Klassik, vor allem aber im „Neobaustil“ des Historismus errichtet.
Kulturelles Erbe
Zum kulturellen Erbe gehört als Gesamteinheit das Weltkulturerbe Elbtal. Diese erst kürzlich von der UNESCO aufgenommene Weltkulturerbestätte wird jedoch durch den geplanten Bau der Waldschlößchenbrücke gefährdet. Im November 2005 äußerte sich der zuständige Direktor des Unesco-Welterbezentrums besorgt über die mögliche Beeinträchtigung der Landschaft.
Der eigentlichen barocken Zielsetzung einer Beherrschung der Natur und Einordnung in klare symmetrische Formen entgegengestellt, achtete man dabei auf Freiräume für die Elbe. Die Elbe durchläuft die Stadt deshalb immer noch in weiten Mäandern. Dieser Umgang mit den elbnahen Räumen setzte sich dabei über Jahrhunderten bis in die Gegenwart durch. Zu diesem Kulturraum zählen auch bürgerliche und industrielle Bauwerke.
Die beiden kulturellen Wahrzeichen der Stadt sind die Semperoper und der Zwinger. Die Semperoper wurde von 1977 bis 1985 nach Originalplänen des zweiten Opernbaus (1878 bis 1945) von Gottfried Semper wiedererrichtet. Sie ist ein Bauwerk des Historismus und trägt vor allem Elemente der Klassik.
Der Zwinger kann noch als im Original erhalten bezeichnet werden. Er wurde von 1711 bis 1722 im barocken Baustil als Ort für Feierlichkeiten verbunden mit Kunstausstellungen auf einer ehemaligen Bastion der Stadtfestung errichtet. Auf seiner Südseite blieben dabei Reste der Stadtmauer erhalten in der sich das sehr bekannte Kronentor befindet, das der königlichen Krone nachempfunden ist. Als eines der ersten Gebäude wurde er nach dem zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut und restauriert. Zusammen mit dem Italienischen Dörfchen und der Hofkirche (s. u.) bilden Zwinger und Semperoper die architektonische Einheit des Theaterplatzes.
Die Brühlsche Terrasse erstreckt sich in der Innenstadt entlang des Elbufers. Sie ist eine Zusammenstellung aus mehreren Bauwerken und befindet sich auf der alten Stadtbefestigung etwa 10 Meter über der Elbe. Die Kasematten, die ehemaligen unzugänglichen Wehranlagen der Stadt, unter der Terrasse sind in Form eines Museums begehbar. Gebäude die zur Brühlschen Terrasse gezählt werden, sind zum Beispiel das Albertinum, die Kunstakademie und die Secundogenitur, die ihren Namen daher erhielt, dass immer der zweitgeborene Sohn (lat. secundo) der sächsischen Könige dieses Gebäude als Ausgleich erhielt. Am östlichen Ende befindet sich die Jungfernbastei bzw. der Brühlsche Garten.
Das Dresdner Residenzschloss war Wohnsitz der sächsischen Kurfürsten und später Könige. Es ist im Verlauf seiner Geschichte häufig erweitert und verändert worden. Es weist daher sehr viele Baustile in verschiedenen Flügeln und Teilen des Gesamtbauwerks auf. Die ältesten Strukturen lassen sich auf Stiche
AlchemistDie Alchemie (auch Alchimie) ist ein alter Zweig der Naturphilosophie und wurde im 17./18. Jahrhundert sukzessive von der modernen Chemie und Pharmakologie abgeloest. Die Kunst der Alchemie wurde von Alchemisten (auch Alchimisten) praktiziert. In heutiger Zeit bezeichnen sich manche Vertreter von Pseudowissenschaften ebenfalls als Alchemisten. Zur Möglichkeit der künstlichen Herstellung von Gold (siehe Goldsynthese) und von anderen Edelmetallen (siehe Edelmetallsynthese).
Herkunft
Es wird angenommen, dass sich das Wort Alchemie vom arabischen „al-kymiya“ bzw. vom griechischen "χυμεία" (chymeia) herleitet. Ersteres entspricht dem Namen mit dem die alten Ägypter selbst ihr Land bezeichneten, d. h. Alchemie wird hier als „Kunst der Ägypter“ verstanden, im Sinne des Letzteren als „Lehre des Gießens“. Anhand der Etymologie werden bereits ihre Ursprünge im alten Ägypten und im (hellenistischen) Griechenland deutlich.
Aufgabengebiet und Errungenschaften
Die Alchemie war teilweise von der Idee der künstlichen Herstellung von Gold getrieben, auf der Suche nach dem Stein der Weisen oder dem Universallösungsmittel Alkahest. Dabei arbeitete sie hauptsächlich mit der Methode Versuch und Irrtum (Trial and Error), die auch heute noch eine wichtige Methode zur Erkenntnisgewinnung ist. Die Alchemisten waren der Meinung, chemische Elemente könnten ineinander umgewandelt (transmutiert) werden.
Alchemisten befassten sich, im Gegensatz zu gelegentlichen Falschangaben, nicht mit der Herstellung lebender Kunstwesen (Homunculus, Basilisk). Anklänge an diese okkulten Experimente finden sich beispielsweise noch in Goethes Faust I und Faust II und in Meyrinks Golem.
Wir verdanken der Alchemie unter anderem die (Wieder-)Erfindung des Porzellans und Schwarzpulvers in Europa. Berühmte Alchemisten waren z. B. Vincentius Cascariolo aus Bologna, der 1604 erstmals einen Phosphoreszenz-Farbstoff herstellte, den so genannten „Bologneser Leuchtstein” oder „Lapis Solaris”. Diese Entdeckung beförderte Diskussionen über die Natur des Lichtes und führte bereits 1652 zu ersten spektroskopischen Untersuchungen. Der Hamburger Heinrich Hennig Brand war ein weiterer wichtiger Alchemist. Er entdeckte 1669 die Chemilumineszenz des weißen Phosphors („Phosphorus mirabilis“) und damit die erste Chemilumineszenzreaktion überhaupt. Diese Chemilumineszenzreaktion fand als Mitscherlich-Probe Eingang in die forensische Chemie und ist auch heute noch ein beeindruckendes Experiment.
Arbeitsmittel
Wichtige Grundlage und sozusagen die Bibel der Alchemisten war die Tabula Smaragdina. Sie ist eine dem Hermes Trismegistos zugeschriebene, ursprünglich wohl griechische, später in lateinischer Fassung verbreitete Sammlung von wenigen, schwer verständlichen und auslegungsbedürftigen Sätzen, in denen die gesamte Weltweisheit enthalten sein sollte.
Ein spezieller Ofentyp der Alchemisten wird Athanor genannt.
Manche Gefäße der Alchemisten werden nach Tieren benannt, so z. B. Igel oder Gans oder das Menschliche Paar.
Philosophische Bedeutung
Allerdings handelt es sich bei der Alchemie nicht nur um eine praktische Disziplin im Sinne einer Proto-Chemie. Sie hat vielmehr auch eine philosophische Dimension: die verschiedenen alchemischen Vorgänge – wie beispielsweise die Umwandlung eines bestimmten Metalls in ein anderes – stehen hier für die Entwicklung des Menschen, d. h. für inner-psychische Prozesse. Diesen psychologischen Aspekt der Alchemie betonte vor allem der schweizer Psychiater und Psychoanalytiker Carl Gustav Jung, der sich eingehend mit ihr beschäftigte und versuchte, sie für seine Analytische Psychologie fruchtbar zu machen.
Bedeutende Alchemisten
Alchemisten des alten Ägypten, sowie der Griechischen und Römischen Antike
- Hermes Trismegistos (legendär)
- Ostanes (vor 500 v. Chr.)
- Xamolxides (ca. 550 v. Chr)
- Empedokles (ca. 490–430 v. Chr)
- Demokrit (ca. 470–380 v. Chr)
- Maria die Alchemistin (ca. 470 v. Chr.)
- Zosimus aus Panopolis (ca. 250 bis ca. 310 n. Chr.)
Chinesische Alchemisten
In China haben sich innerhalb daoistischer Strömungen solche der Inneren Wandlung | | |