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Pharmakologie

Pharmakologie

Die Pharmakologie (von griechisch φάρμακον - Arzneimittel und λόγος - Lehre) beschäftigt sich mit der Wirkung von Arzneimitteln im menschlichen oder tierischem Körper. Sie wird allgemein in zwei Hauptbereiche unterteilt: der Pharmakodynamik, die sich mit der unmittelbaren Wirkung eines Arzneistoffs am Wirkort beschäftigt und der Pharmakokinetik, in der untersucht wird, wie und in welchem Ausmaß ein Arzneistoff zum Wirkort gelangt oder von ihm entfernt wird. In der wissenschaftlichen Pharmakologie ergeben sich aus unterschiedlichen speziellen Aufgabenstellungen drei Hauptbetätigungsfelder:
- In der experimentellen Pharmakologie wird anhand von Modellsystemen versucht, die pharmakologischen Eigenschaften eines Arzneistoffs zu simulieren.
- Die klinische Pharmakologie beschäftigt sich mit der Anwendung von Arzneimitteln am Menschen (Pharmakotherapie).
- In der Toxikologie werden die schädlichen Wirkungen auf den menschlichen oder tierischen Körper untersucht.

Siehe auch

Pharmakogenetik

Weblinks


- http://www.newlife-online.de/inhalt_pharma.php
- http://www.m-ww.de/pharmakologie/index.html ! ja:薬理学 th:เภสัชวิทยา

Arzneimittel

Arzneimittel oder Pharmaka (Singular das Pharmakon, griech. φάρμακον „Gift, Droge, Arznei“) sind laut Arzneimittelgesetz (AMG) Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen, die zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt sind, um:
- Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhafte Beschwerden zu heilen, zu lindern, zu verhüten oder zu erkennen,
- Krankheitserreger, Parasiten oder körperfremde Stoffe abzuwehren, zu beseitigen oder unschädlich zu machen,
- die Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktionen des Körpers oder seelische Zustände zu erkennen oder zu beeinflussen,
- vom menschlichen oder tierischen Körper erzeugte Wirkstoffe, Transmitter oder Körperflüssigkeiten zu ersetzen. Der Begriff Arzneimittel schließt also alle Medikamente ein, geht aber über den Begriff eines Medikamentes hinaus: Blutpräparate oder Diagnostika wie beispielsweise Kontrastmittel sind zwar Arzneimittel, aber keine Medikamente. Umgangssprachlich wird das Wort Arzneimittel jedoch häufig synonym mit Medikament verwendet. Siehe auch: Arzneistoff Heilmittel hingegen umfassen andere medizinisch unterstützende Maßnahmen wie Badekuren, Massagen, Ergotherapie oder Krankengymnastik.

Entwicklung

Die Entwicklung eines neuen Arzneimittels ist kapitalintensiv und langwierig, da bis zur Zulassung umfangreiche Wirksamkeits- und Verträglichkeitsprüfungen durchgeführt werden müssen. Dem forschenden Unternehmen, welches das Arzneimittel entwickelt hat, wird daher ein zeitliches Monopol zur ausschließlichen Nutzung des Medikaments gewährt (Patentschutz). Nach Ablauf dieser Zeit können andere Firmen (so genannte Nachahmer) eigene Präparate (so genannte Generika) mit dem gleichen Wirkstoff auf den Markt bringen. Dies geschieht meist unter dem Freinamen (International non-proprietary name, INN) der von der WHO vergeben wird. Die Entwicklung eines neuen Arzneimittels erfolgt in drei Phasen: # Präklinische Entwicklung, # Klinische Prüfung, # Galenische Entwicklung. Auf Grund des Zeitdrucks bei der Entwicklung eines neuen Arzneimittels werden diese Phasen teilweise parallel durchlaufen. Von der Entwicklung eines neuen Arzneistoffes bis zu seiner Zulassung und Produktion vergehen 12 bis 15 Jahre. Die Kosten betragen 500 bis 800 Millionen Dollar. Diese Aufwendungen bedingen aber nicht allein den Preis der Arzneimittel, da hier noch wesentliche Kostenanteile durch das Marketing hinzukommen, insbesondere durch die Bewerbung der Produkte durch Pharmareferenten bei der Zielgruppe der Ärzte.

Präklinische Entwicklung

Bestandteil der präklinischen Entwicklung ist die Synthese oder Isolierung eines potenziellen Arzneistoffes (oder Arzneistoffgemisches) und dessen Untersuchung in geeigneten experimentell-pharmakologischen Testsystemen. Dabei können Wirkstoffe (Arzneistoffe) aus:
- Pflanzen
- Tieren
- Mikroorganismen
- Sera (Seren aus Tieren, durch Impfen (Vakzinen)) oder durch Synthese bzw. Teilsynthese gewonnen werden.

Klinische Prüfung

Für die Zulassung eines Humanarzneimittels ist dessen Prüfung in klinischen Studien am Menschen vorgeschrieben. Diese umfassen:
- Phase I: Überprüfung der Aufnahme des Arzneistoffs und erste qualitative Überprüfungen der (Neben-)Wirkungen an einem kleinen Kreis i. d. R. gesunder Probanden (ca. 10–20 Probanden).
- Phase II: Qualitative und quantitative Überprüfungen der Wirkungen und Nebenwirkungen eines Arzneistoffs und Dosisfindung für Phase III der klinischen Prüfung (ca. 100–300 Patienten).
- Phase III: Quantitativer Nachweis der Wirksamkeit eines Arzneimittels unter definierten Bedingungen (über 500 Patienten).
- (Phase IV): Überprüfung eines Arzneimittels nach dessen Zulassung.

Galenische Entwicklung

Die (galenische Entwicklung) beschäftigt sich mit der Form eines fertigen Arzneimittels aus einem (oder mehreren) Arzneistoffen und einem (oder mehreren) Hilfsstoffen. Durch die Galenik kann die Freisetzungsgeschwindigkeit, der Ort der Freisetzung und der Ort der Wirkung beeinflusst werden. Siehe auch: Pharmaforschung

Rechtliches

Zulassung

Arzneimittel müssen in Deutschland vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte oder dem Paul-Ehrlich-Institut zugelassen werden. Für sogenannte High-tech-Arzneimittel ist eine EU-weite Zulassung bei der europäischen Arzneimittelagentur EMEA vorgeschrieben. In den USA erfolgt die Zulassung von der FDA. Für die Zulassung in Deutschland bedarf es einiger Voraussetzungen, die u. a. im Arzneimittelgesetz (AMG) niedergelegt sind.

Verkehr mit Arzneimitteln

Arzneimittel können in Deutschland nach ihrer Erhältlichkeit in vier Gruppen eingeteilt werden: # freiverkäufliche (Verkauf auch außerhalb von Apotheken) # apothekenpflichtige (Abgabe nur in Apotheken) # verschreibungspflichtige (Abgabe nur in Apotheken gegen Vorlage einer ärztlichen Verschreibung) # Betäubungsmittel (Abgabe in Apotheken nur gegen Vorlage eines Betäubungsmittelrezeptes)

Pharmazentralnummer

Die meisten Fertigarzneimittel erhalten in Deutschland einen eindeutigen 7-stelligen Schlüssel, die so genannte Pharmazentralnummer (PZN). Die PZN wird von der IFA GmbH (Frankfurt) auf Antrag des Herstellers vergeben und muss nach SGB V auf die äußere Umhüllung aufgedruckt sein. Mit Stand Januar 2004 sind etwa 340.000 PZN vergeben. Bei der Abrechnung der Arzneimittel mit den Krankenkassen durch die Apothekenrechenzentren werden die PZN als Schlüssel genutzt, dazu müssen sie von den Apotheken auf die Rezepte aufgedruckt werden. Weiterhin findet die PZN für die Bestellungen zwischen Großhändlern und Apotheken Verwendung. Die im Krankenhausbereich häufig genutzte EAN-128 konnte sich bislang nicht in Deutschland durchsetzen. Anmerkung: Die PZN ist nicht ständig eindeutig: Nach einer gewissen Zeit tauchen früher vergebene PZN wieder auf. Hieraus resultiert ein Problem bei Arzneimitteldatenbanken, die mit Präparaten arbeiten, die „außer Handel“ gegangen sind. Allerdings spielt das im Apothekenalltag keine große Rolle.

Geschichte

Für eine Reihe von Heilpflanzen finden sich Hinweise auf ihre Anwendung schon aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Bereits in einem Grab eines Neandertalers (Shanidar IV., im heutigen Irak) das vor ca. 70.000–40.000 Jahren angelegt wurde, finden sich Beigaben, die nach Pollenuntersuchungen sieben Heilpflanzen zuzuordnen sind, weswegen hier das Grab eines Heilkundigen, eines Schamanen mit Attributen seiner Tätigkeit vermutet wird. Steht dieser Fund aus frühester Zeit noch isoliert, so sind aus dem Neolithikum, der jüngeren Steinzeit, eine Reihe von Funden bekannt, die auf die Anwendung von Heilpflanzen schließen lassen. Aus den frühen Hochkulturen gibt es dann zahlreiche schriftliche Zeugnisse für deren umfangreichen Arzneischatz, in Assyrien und Ägypten waren einige hundert pflanzliche, tierische und mineralische Arzneimittel in Gebrauch.

Griechisch-römische Überlieferung

Für die Arzneien der westlichen Medizin sind folgende Autoren besonders wichtig:
- Theophrastos von Eresos (371–287 v. Chr.) beschrieb 550 Pflanzen, darunter zahlreiche Arznei- und Giftpflanzen.
- Plinius der Ältere lebte von 23/24 bis 79 n. Chr. schrieb eine höchst umfangreiche enzyklopädische Naturkunde, die naturalis historiae. Die Heilmittel nehmen einen breiten Raum ein, es werden beinahe 1000 aus dem Pflanzenreich beschrieben.
- Die in fünf Büchern abgefasste Arzneimittellehre De materia medica des Dioskurides (ein römischer Militärarzt, der im 1. Jh. lebte) ist die umfangreichste des Altertums. Er behandelt Arzneimittel aus allen drei Naturreichen, es werden 102 mineralische, 101 tierische und 813 pflanzliche Arzneimittel beschrieben. Das Werk erschien um 78 n. Chr. und wirkte über Jahrhunderte. Besonders im Mittelalter diente es als Vorbild und Fundgrube für andere einschlägige Kompendien.

Mittelalter

Die mittelalterlichen Quellen zum Arzneischatz sind sehr zahlreich. Dazu gehört u. a. so genannte Hortulus des Walahfrid Strabo (9. Jahrhundert), der Abt des Klosters Reichenau war. Das Wissen über die Heilkräfte der Pflanzen wird in Gedichtform (Hexameter) vermittelt. Ebenfalls ein Lehrgedicht über Heilpflanzen und durch den 'Hortulus' beeinflusst ist der 'Macer floridus'. Der Verfasser, Odo von Meung, lebte im 11. Jahrhundert. Eine vom 13. Jahrhundert an überlieferte thüringisch-schlesische Prosaübersetzung und -bearbeitung, der 'Ältere deutsche Macer' war weit verbreitet und diente neben anderen Quellen als Textgrundlage für den 'Gart der gesuntheit' von 1485, eines der einflussreichsten gedruckten Kräuterbücher. Zudem wird das europäische Mittelalter etwa vom Jahr 1000 an mit verloren geglaubten oder in Vergessenheit geratenen Schriften der Antike durch Übersetzungen aus dem Arabischen ins Lateinische bekannt. Die Zentren der Übersetzertätigkeit liegen in Süditalien (Salerno) und Spanien (Toledo). Dazu kommen eigenständige Erkenntnisse arabischer Gelehrter. Abu Bakr Mohammad Ibn Zakariya al-Razi (865 bis etwa 930), Avicenna (9801037) und andere arabische Autoren zählen zu den hochgeachteten Autoritäten der europäischen Heilkunde. In ihren Schriften werden bislang unbekannte Arzneidrogen beschrieben, zum Beispiel Ambra, Benzoeharz, Cubeben, Galgant, Kampfer, Moschus, Muskat, Mumie (siehe Mumia), Sandelholz, Sennesblätter und andere. Auch unabhängig vom antiken oder arabischen Einfluss werden hier und da neue, eigenständige Beobachtungen gemacht, die das Wissen über den Arzneischatz bereichern. Herausragend sind die „Physica“ der Hildegard von Bingen und eine Schrift des Albertus Magnus mit dem Titel „De vegetabilibus“.

Neuzeit

Seit der frühen Neuzeit wurde der europäische Arzneischatz erheblich erweitert:
- durch eine neue Dimension im Handel mit Heilpflanzen und Drogen, die sich nach der Entdeckung des Seeweges nach Ostindien durch Vasco da Gama und die Landung in Amerika durch Columbus eröffnete. So kamen beispielsweise Brechwurzel, Chinarinde, Curare, Guajak und Perubalsam nach Europa.
- durch Produkte alchemistischer Tätigkeit. Besonders wichtig war die Alchemie der Araber, da hier eine medizinische Zielrichtung in den Vordergrund trat: die Suche nach der Panazee, der Universalmedizin. Der wichtigste Wegbereiter für den Einsatz (al)chemischer Präparate in der Medizin wurde Philippus Theophrastus Bombastus von Hohenheim genannt Paracelsus (14931541). Er vertritt die innerliche Anwendung von Chemikalien, gerade von giftigen Antimon- und Quecksilberpräparaten als erster. Zwar fanden seine Lehren zu seinen Lebzeiten nur einen beschränkten Anhängerkreis, doch seine Nachfolger, die Paracelsisten, vermittelten seine Ideen einem immer größer werdenden Kreis von Medizinern und anderen Gelehrten. Von hier führt der Weg zur pharmazeutischen Chemie.

19. Jahrhundert bis jetzt

Die Neuzeit brachte mit ihren naturwissenschaftlichen Erkenntnissen ganz erhebliche Veränderungen des Arzneischatzes. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es zunächst eine deutliche Reduktion: Übrig blieb, was nach damaligen Stand der Wissenschaft in der Wirksamkeit als gesichert galt. Der Erkenntniszuwachs in der Chemie führte dazu, dass eine Fülle von wirksamen Inhaltsstoffen aus Arzneipflanzen isoliert wurden, etwa die Alkaloide Chinin, Morphin, Strychnin. Nicht nur Alkaloide, auch viele weitere Pflanzeninhaltsstoffe wurden isoliert und davon eine große Zahl arzneilich verwendet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann der Siegeszug der organisch-synthetischen Arzneimittel, die von der Teerfarbenindustrie entwickelt wurden, wobei das Herstellungsverfahren dem Patentschutz unterlag. Dies förderte ganz erheblich die industrielle Produktion von Arzneispezialitäten, den in abgabefertiger Verpackung hergestellten Arzneimitteln, wie sie heute das Bild beherrschen. Die Acetylsalicylsäure, bekannt unter dem Namen Aspirin®, viele andere Schmerzmittel und weitere auf das Nervensystem wirkende Arzneistoffe gehören hierher (Narkosemittel, Antiepileptika, Antiparkinsonmittel, Psychopharmaka und andere). Weitere Beispiele sind Arzneimittel, die das vegetative Nervensystem beeinflussen, etwa die Sympatholytika (zu denen die „Betablocker“ zählen), die als Herz-Kreislaufmittel eingesetzt werden. Die Zahl der synthetisierten Wirkstoffe wurde rasch unüberschaubar. Bei den Hormonen und Vitaminen gab es in der Folge biochemischer, physiologisch- und klinisch-chemischer Untersuchungen des 19. und 20. Jahrhunderts zahlreiche Fortschritte. Dabei wurden u. a. die Grundlagen für den therapeutischen Einsatz von Vitaminen, Insulin, den Sexualhormonen (Estrogene, Gestagene, die "Pille", Androgene), den Hormonen der Nebennierenrinde (Glukokortikoide wie Cortison), Schilddrüsenhormonen, den Gewebshormonen und ihren Antagonisten (beispielsweise Antihistaminika als Antiallergika) gelegt. Besondere Bedeutung erlangten Arzneimittel zur Prophylaxe und Therapie der Infektionskrankheiten. Dazu gehören vor allem Antibiotika, Desinfektionsmittel, Sterilisation und Impfungen. Mit ihrer Hilfe, aber auch durch bessere Ernährung und Wohnung sowie durch Anwendung hygienischer Verhaltensweisen, sind einst lebensbedrohliche Erkrankungen („Geißeln der Menschheit“), die auf Mikroorganismen zurückgehen, stark zurückgegangen. Zu nennen sind hier die Forschungen von Paul Ehrlich (1854–1915) (Salvarsan) und Gerhard Domagk (1895–1964) (Sulfonamide). Dazu kam die Entdeckung, dass Naturstoffe, so das von Schimmelpilzen gebildete Penicillin, als Antibiotika erfolgreich gegen diese Krankheiten eingesetzt werden können.

Arzneimittelrückstände in der Umwelt

Arzneimittel sind aufgrund ihrer Bestimmung in der Regel biologisch hochaktive Stoffe, die selbst oder als Metabolite (Stoffwechselprodukte) in der Umwelt bei entsprechenden Konzentrationen zu Schäden führen können. Durch verbesserte Analysetechniken werden seit etwa Mitte der 1990er Jahre vermehrt Arzneimittel oder deren Rückstände in Oberflächen-, Grund- und Trinkwässern nachgewiesen. Eintragsquellen in die Umwelt ist neben den Ausscheidungen (Urin, Kot) von Mensch und Tier auch das Wegwerfen ungebrauchter Arzneimittel. Antibiotika Es wird befürchtet, dass sich durch das Vorhandensein von Arzneimitteln bzw. von deren Rückständen in der Umwelt bei Bakterien Resistenzen gegen Antibiotika ausbilden können.

Siehe auch

ROTE LISTE, Verschreibungspflicht, Betäubungsmittel, Drogen, Wirkstoff, Placebo, Generika, Mumia, Therapeutische Breite, Nebenwirkung, Orphan drug, Phytotherapie, Allopathie, Homöopathie, TCM, Medizinische Wirksamkeit, Rezeptgebühr

Literatur


- Wolf-Dieter Müller-Jahncke, Christoph Friedrich: Geschichte der Arzneimitteltherapie. Stuttgart 1996
- Merrill Goozner: The $800 million pill. University of California Press, Berkeley, 2004, 297 S., ISBN 0-520-23945-8
- Marcia Angell: The truth about the drug companies. Random House, New York 2004, 305 S., ISBN 0-375-50846-5
- Ray Moynihan, Alan Cassels: Selling sickness: How the world's biggest pharmaceutical companies are turning us all into patients. Nation Books, New York 2005
- Robert Langer: Medikamente direkt am Ziel. Spektrum der Wissenschaft, März 2004, S. 42–48,
- Franz-Josef Kuhlen: Historisches zum Thema Schmerz und Schmerztherapie. Pharmazie in unserer Zeit 31(1), S. 13–22, 2002, ISSN 0048 - 3664
- Bernd Hanisch, Bettina Abbas, Werner Kratz, Gerrit Schüürmann: Humanarzneimittel im aquatischen Ökosystem. Bewertungsansatz zur Abschätzung des ökotoxikologischen Risikos von Arzneimittelrückständen. USWF – Zeitschrift für Umweltchemie und Ökotoxikologie 16(4), S. 223–238, 2004
- Radka Alexy, Klaus Kümmerer: Antibiotika in der Umwelt. KA-Abwasser, Abfall 52(5), S. 563–571, 2005, ISSN 1616-430x

Weblinks


- [http://www.onmeda.de/lexika/arzneimittellexikon/index.html www.onmeda.de] – Arzneimittellexikon bei Onmeda.de
- [http://www.fda.gov www.fda.gov] – Homepage der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde
- [http://www.bfarm.de www.bfarm.de] – Homepage der deutschen Arzneimittelzulassungsbehörde
- [http://www.pei.de www.pei.de] – Paul-Ehrlich-Institut (PEI) – das Bundesamt für Sera und Impfstoffe
- [http://www.vifapharm.de www.vifapharm.de] – Virtuelle Fachbibliothek Pharmazie
- [http://www.who.int/medicines/organization/par/edl/eml.shtml www.who.int] – WHO-Liste unerlässlicher Arzneimittel ! Kategorie:Klinische Forschung ms:Dadah

Arzneistoff

Ein Arzneistoff ist ein Wirkstoff, der im oder am menschlichen oder tierischen Körper zur Heilung, Linderung, Verhütung oder Erkennung von Krankheiten dient. Ein Arzneistoff ist in Kombination mit einem oder mehreren Hilfsstoffen ein Bestandteil eines Arzneimittels. Arzneistoffe sind dabei diejenigen Bestandteile eines Arzneimittels, die die Ursache für dessen Wirksamkeit sind. Neben natürlich vorkommenden Arzneistoffen (Naturstoffe) werden auch ihre partialsynthetischen Abkömmlinge und vollsynthetisch hergestellte chemische Arzneistoffe verwendet. Zunehmend gewinnen auch gentechnisch hergestellte Arzneistoffe an Bedeutung.

Naturstoffe

Naturstoffe sind Stoffe, die in der Natur vorkommen und von Lebewesen produziert werden. Dazu gehören Stoffe aus Bakterien, Pilzen, Pflanzen und Tieren aber auch Stoffe aus dem menschlichen Blut. Die ersten Arzneimittel waren aus Naturstoffen und auch noch heute sind ein Viertel der Arzneimittel pflanzlicher Herkunft bzw. nach dem Vorbild pflanzlicher Inhaltstoffe hergestellt. Den Durchbruch gelang den pflanzlichen Arzneimitteln, als sie in den siebziger Jahren von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) international anerkannt wurden. Heute werden allerdings die meisten Naturstoffe nicht mehr aus Bakterien, Pilzen, Pflanzen, Tieren oder menschlichem Blut gewonnen, sondern chemisch hergestellt, da dies wesentlich schneller und kostengünstiger ist. Allerdings gibt es auch einige wenige Unternehmen die ihre Arzneimittel aus aus Pflanzen gewonnenen Naturstoffen herstellen, wie zum Beispiel die Firma Wala.

Chemische Stoffe

Chemisch erzeugte Wirkstoffe sind nach wie vor die am weitesten verbreiteten Wirkstoffe, was vor allem an den niedrigen Kosten sowie den schnelleren Herstellungsverfahren liegt. So werden 70% der Arzneimittel der „Perspektive-2007“ auf Basis von chemischen Wirkstoffen entwickelt. Meistens handelt es sich bei chemischen Wirkstoffen um chemisch synthetisierte Stoffe, das heißt Stoffe, die auch anders gewonnen bzw. produziert werden können, die aber chemisch hergestellt werden.

Gentechnische Stoffe

Gentechnisch erzeugte Wirkstoffe werden mit Hilfe von Mikroorganismen (Bakterien, Hefe) oder Säugetierzellen in großen Fermentern produziert. Es gibt auch neue Versuche, die Wirkstoffe direkt von Säugetieren (z.B. in der Milch) oder Pflanzen (z.B. in den Früchten) produzieren zu lassen. Die ersten bekannten gentechnischen Wirkstoffe waren naturidentisch aufgebaut. Allerdings ist man heute dazu übergegangen, die Wirkstoffe gentechnisch so abzuwandeln, das sie noch gezielter wirken. So wirkt z.B. eine gentechnisch abgeänderte Version des Hormons EPO, Darbepoetin α (Aranesp®) gezielter gegen Blutarmut. Derzeit sind drei Prozent der zugelassenen Wirkstoffe gentechnischen Ursprungs, allerdings sind von den jährlich neu eingeführten Wirkstoffen mittlerweile 15 bis 25 Prozent gentechnischen Ursprungs.

Siehe auch

Leitstruktur !

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik beschreibt, wie rasch und in welchem Ausmaß nach der Verabreichung eines Stoffes dieser anschließend im Blutplasma und in den verschiedenen Körpergeweben auftritt und wo und in welcher Weise er wieder ausgeschieden wird. Angewendet wird Pharmakokinetik z. B. in der Arzneimittelentwicklung, wenn es gilt, für einen Arzneistoff eine passende Darreichungsform und sinnvolle Dosierungsempfehlungen zu entwickeln. Neben der Freisetzung (Liberation) aus der Darreichungsform und der Aufnahme des Arzneistoffes in den Körper (Resorption) sind auch seine Verstoffwechselung im Organismus (Metabolisierung) und seine Ausscheidung maßgeblich für die Konzentration am Wirkort. Die Abkürzung (L)ADME fasst diese Vorgänge zusammen:
- Liberation - Freisetzung
- Absorption - Aufnahme in die Blutbahn
- Distribution - Verteilung im Organismus
- Metabolism - Verstoffwechselung
- Excretion - Ausscheidung Bei Vergiftungen helfen Kenntnisse über die Pharmakokinetik des Giftstoffes, die Folgen der Vergiftung und die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einer Therapie abzuschätzen. Als Begründer der Pharmakokinetik gilt der Kinderarzt Prof. Friedrich Hartmut Dost, der 1953 mit dem ersten Lehrbuch über die Pharmakokinetik diese der klinischen Praxis und Forschung zugänglich machte. Grundlage seiner Überlegungen war die Erkenntnis, daß Dosisempfehlungen für Arzneimittel nicht einfach von Erwachsenen auf Kinder "heruntergerechnet" werden dürfen. Aus diesen Grundüberlegungen entwicklete sich ein eigener Wissenschaftszweig, der heute in der Arzneimittelforschung ein eigenes Feld besetzt und aus der Arzneimittelentwicklung nicht mehr wegzudenken ist.

Pharmakokinetische Daten

Chemische Daten:
- Verteilungskoeffizienten
- Metabolische Umsatzraten
- Vmax, Km, Ki
- Löslichkeit
- Dampfdruck
- Diffusionsgeschwindigkeit
- Proteinbindungskonstanten Biologische Daten:
- Anatomische Abmessungen
- Blutfluß durch Organe
- Organvolumina
- Atmung
- Körpergewicht
- Alter, Geschlecht, Ausmaß körperlicher Aktivität Wichtige Größen der Pharmakokinetik sind zum Beispiel Dosis, Verteilungsvolumen, Clearance, Bioverfügbarkeit, Erhaltungsdosis.

Siehe auch


- Pharmazie
- Pharmakodynamik
- Pharmakologie
- Bioverfügbarkeit

Weblinks

[http://www.med.uni-giessen.de/infoweb/allgemein/dost.htm www.med.uni-giessen.de/infoweb/allgemein/dost.htm] - Friedrich Hartmut Dost Kategorie:Pharmakologie Kategorie:Pharmazie th:ฟาร์มาโคไคเนติกส์

Toxikologie

Die Toxikologie (griechisch τοξικολογία, toxikolojía - die Giftkunde) ist die Lehre von den Giftstoffen (Toxinen), den Vergiftungen und der Behandlung von Vergiftungen. Sie ist ein Teilgebiet der Medizin. Meistens ist sie der Pharmakologie angegliedert. Ihr Beschäftigungsfeld überschneidet sich dort mit dem der Biochemie, wo die molekularen Grundlagen der Vergiftungen aufgeklärt werden. Daher sind auch viele Chemiker und Biochemiker als Toxikologen tätig. Das Wort Toxikon stammt aus dem Griechischen und bedeutet Pfeilgift. Die Pfeilspitze wurde zwecks schneller tödlicher Wirkung mit bakteriell verseuchtem Leichengift oder mit toxisch wirkenden Pflanzenstoffen präpariert. Als Pflanzenstoffe dienten solche, die örtliche Entzündungen hervorriefen, das Herz zum Stillstand brachten und die Muskeln oder die Atmung lähmten. Die Toxikologie ist damit die Lehre von den schädlichen Wirkungen chemischer Stoffe auf lebende Organismen. Bei der Frage nach der Giftigkeit (Toxizität) einer Stoffes ist in der Regel die Menge bzw. die Konzentration des betreffenden Stoffes wichtig. Manche Substanzen wirken in geringen Mengen günstig auf den Körper, sind aber in höheren Konzentrationen gefährlich. :„Alle Dinge sind ein Gift und nichts ist ohne Gift, nur die Dosis bewirkt, dass ein Ding kein Gift ist.“ (Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493-1541), Arzt aus Einsiedeln in der Schweiz) Eine andere Form dieses Satzes stammt von dem griechischen Arzt Eryximachos um 350 v. Chr.. Eine Ausnahme von dieser Regel stellen die genverändernden Stoffe dar, da bei ihnen theoretisch schon ein Molekül ausreichen kann, eine Zelle entarten und damit einen Tumor entstehen zu lassen. Es ist daher umstritten, ob für diese Substanzen eine Wirkungsschwelle angegeben werden sollte. Eine weitere Ausnahme von dieser Regel bilden die Allergene, auch hier reicht theoretisch ein einziges Molekül aus, eine allergische Reaktion auszulösen, von den allergischen Reaktionen zu trennen sind die stofflichen Unverträglichkeiten (z. B. Lebensmittel oder Medikamente), bei denen das Dosis/Wirkungsprinzip gilt. Siehe auch: LD50, dirty dozen, Acromelalga

Literatur


- Wirth, Gloxhuber: Toxikologie. 1994 ISBN 3-13-421105-X
- Platon, Das Gastmahl

Weblinks


- [http://embryotox.de Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie]
- [http://www.toxinfo.org Toxikologische Abteilung des Klinikums Rechts der Isar, München] Kategorie:Chemie Kategorie:klinische Toxikologie Kategorie:Pharmazie Die Politoxikomanie ist im Drogenmilleu sehr verbreitet; es handelt sich hier um den Gebrauch, die Sucht nach mehr als einer Drogensubstanz. Siehe Drogen ja:毒性学

Pharmakogenetik

Die Pharmakogenetik ist ein Teilgebiet der klinischen Pharmakologie und befasst sich mit den vererbbaren Besonderheiten der Pharmakodynamik und Pharmakokinetik von Medikamenten. Grundlage der Pharmakogenetik ist die Erkenntnis, dass sowohl die erwünschten als auch die unerwünschten Wirkungen (UAW, vgl. Nebenwirkung) vieler Medikamente durch angeborene genetische Merkmale beeinflusst werden.

Geschichte

Die erste Beobachtung eines genetisch begründeten Unterschiedes in der Wirkung eines Arzneimittels stammt aus den 1950er Jahren und betrifft das für Narkosen verwandte Muskelrelaxans Suxamethonium: In seltenen Fällen (1:3500 bei Menschen weißer Hautfarbe) ist die Dauer der durch Suxamethonium verursachten Muskellähmung stark verlängert, weil das zum Abbau des Medikaments erforderliche Enzym Pseudocholinesterase verändert ist.

Grundlagen

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass viele häufig verordnete Medikamente zum Teil erhebliche interindividuelle Unterschiede ihrer therapeutischen Wirkung und ihrer Nebenwirkungen aufweisen, die nicht mit bekannten Einflussfaktoren wie Alter, Körpermasse, Nieren- oder Leberfunktion erklärt werden können. So sind beispielsweise Betablocker, Statine und Antidepressiva überhaupt nur bei 25-60% der Patienten wirksam. Als Ursache mancher dieser Unterschiede konnten bereits vererbte genetische Merkmale identifiziert werden. In der Pharmakogenetik wird je nach Häufigkeit des Auftretens zwischen genetischen Polymorphismen und seltenen genetischen Varianten unterschieden. Als Polymorphismen werden solche auf einem Gen (monogen) determinierten Merkmale bezeichnet, die in mindestens zwei Genotypen auftreten und deren Allelhäufigkeit mindestens 1% beträgt. Bei einer Häufigkeit von <1% spricht man von seltenen genetischen Varianten. Wurden anfangs hauptsächlich genetische Unterschiede bei den Arzneimittel abbauenden Enzymen entdeckt, so sind heute auch Polymorphismen und genetische Varianten für andere wirkungsrelevante Prozesse wie Absorption und Verteilung sowie für Transportproteine und Rezeptoren der Arzneimittel bekannt. Auf diese Weise haben genetische Merkmale einen Einfluss auf die Pharmakokinetik und auch die Pharmakodynamik sehr vieler Arzneimittel.

Beispiele

Antidepressiva und CYP2D6

Das Enzym CYP2D6 ist am Metabolismus vieler Neuroleptika und Antidepressiva beteiligt. Bei etwa 7% aller Menschen weißer Hautfarbe besteht eine angeboren deutlich verminderte Aktivität dieses Enzyms, sie werden als schlechte Metabolisierer (poor metabolizer) bezeichnet. Eine normale Dosis der Medikamente führt bei ihnen zur gesteigerten Arzneimittelwirkung bis hin zur Toxizität. Ca. 1,5-5% der Bevölkerung hingegen besitzen drei Allele, was zur erhöhten Aktivität des Enzyms führt (ultraschnelle Metabolisierer). Bei diesen Menschen führt erst eine viel höhere Dosierung der Arzneimittel zur gewünschten Wirkung. Ultraschnelle Metabolisierer benötigten beispielsweise die ca. 6-fache Dosis des Antidepressivums Imipramin, um eine vergleichbare therapeutische Plasmakonzentration zu erzielen wie schlechte Metabolisierer. Angesichts der geringen therapeutischen Breite und insbesondere der kardialen Nebenwirkungen des Imipramins besteht an der Relevanz dieser Unterschiede kein Zweifel.

CYP2C19 und Protonenpumpenhemmer

Der Protonenpumpenhemmer Omeprazol wird überwiegend über CYP2C19 metabolisiert. Menschen mit einer in Asien häufigen (15-25% der Bevölkerung), in Europa aber selteneren (3-5%) genetisch verursachten CYP2C19-Defizienz zeigten in Studien eine höhere Heilungsrate von Helicobacter-pylori-Infektionen. Als Ursache wird die bei diesen Menschen etwa 10-fach höhere Bioverfügbarkeit von Omeprazol vermutet, die nur wegen der anscheinend geringen Toxizität auch bei höheren Konzentrationen nicht zu vermehrten Nebenwirkungen geführt hat.

Quelle


- Pharmakogenetik - aktueller Wissensstand und klinische Anwendbarkeit Der Arzneimittelbrief, Jg. 39 Nr. 08, August 2005 Kategorie:Pharmakologie Kategorie:Pharmazie

Kategorie:Pharmakologie

Kategorie:Medizin Kategorie:Pharmazie Siehe auch: :Kategorie:Pharmazie

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[http://www.unm.edu New Mexico Üniversitesi] kategori:ABD üniversiteleri

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