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Porzellan
Porzellan, auch Weißes Gold genannt, besteht aus Tonsubstanz (im Volksmund auch Kaolin genannt), Feldspat und Quarz.
Es gibt Hartporzellan und Weichporzellan, die Anteile verhalten sich etwa im Verhältnis 50/25/25 (Hartporzellan) und 40/30/30 (Weichporzellan).
Das herausragende Merkmal von Porzellan gegenüber anderen Keramik-Produkten ist die hohe Brenntemperatur (Hartporzellan 1410° - Weichporzellan 1300°), und dass bei reduzierender Atmosphäre gebrannt wird.
Es wird zweimal gebrannt: Dem Schrühbrand (Glühbrand/Biskuitbrand) bei ca. 850° - 950° folgt der Glattbrand (Glasurbrand/Endbrand) bei oben angegebenen Temperaturen.
Die Veredelung des Porzellans bedarf eines dritten Brandes:
- Aufglasurdekore bei ca. 780° - 900°
- Inglasurdekore bei ca. 1200° - 1300° (Spülmaschinenfest)
- Unterglasurdekore werden auf den verglühten Scherben aufgebracht, glasiert und bei den jeweiligen Temperaturen (Weichporzellan 1300° - Hartporzellan 1410°) gebrannt. Somit ist sie die beste, aber auch die teuerste Dekorationsart. Sie wird fast nur für hochwertige Kobaltdekore (wie Zwiebelmuster von Meissen und Hutschenreuther) verwendet.
Kennzeichen des Porzellans:
Es hat einen dichten Scherben, muscheligen Bruch und große Härte. Es ist Säure- und Laugenbeständig, nur Flusssäure kann es angreifen. Es ist bis zu einer gewissen Scherbenstärke mehr oder weniger transparent (durchscheinend) und hat einen hellen Klang. Porzellan besitzt gute Isolierfähigkeit gegen Elektrizität und ist ein schlechter Wärmeleiter.
Die neueste Technologie der Porzellanherstellung für Flachgeschirr ist der Monobrand, d.h. Einbrandverfahren einschliesslich der Dekoration.
Bone China und Hartporzellan sind die edelsten Produkte der keramischen Erzeugnisse.
Geschichte
Der Herstellungsprozeß von Porzellan wurde zunächst im Kaiserreich China im Jahre 620 entwickelt, die Herstellungsmaterialien und -methoden wurden lange Zeit geheimgehalten.
Chinesisches Porzellan hat Kaolin (eine spezielle Tonart ohne Eisen) sowie "Petuntse" als Grundmaterialien, sowie feinen Quarz. Beim Brennprozess verbinden diese sich zu einem weißen, harten und glatten Material.
In Europa wurde das Wissen um die Porzellanherstellung durch Ehrenfried Walther von Tschirnhaus Anfang Oktober 1708 ein zweites Mal entdeckt und nach Tschirnhaus' Tod von Johann Friedrich Böttger weiterentwickelt. Am 28. März 1709 vermeldete er die Erfindung des europäischen Porzellans. 1710 entstand in Meißen auf der Albrechtsburg die erste europäische Porzellanproduktionsstätte, die Weltgeltung erreichte. Fast ein halbes Jahrhundert lang konnte Meissen das Geheimnis der Porzellanherstellung für sich bewahren. Das Meissener Porzellan aus der Meissener Porzellan-Manufaktur ist noch heute berühmt, alle Porzellane aus dieser Produktion tragen bereits seit 1722 das Markenzeichen für Meissener Porzellan , die "Gekreuzten Schwerter".Durch die kontinuierliche Fertigung bis zum heutigen Tag werden die "Gekreuzten Schwerter" häufig zu recht als die älteste in Gebrauch befindliche Marke bezeichnet.
Viele der Manufakturen mussten um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert ihre Produktion wieder einstellen. Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu zahlreichen Neugründungen, die aufgrund von Kaolinvorkommen rings um Selb (in Nordbayern) entstanden. In diesem Zentrum zwischen Selb und Weiden in der (Oberpfalz), vor allem in Selb, Weiden und Arzberg (Oberfranken) wurde zeitweise bis zu 90% des deutschen Porzellans produziert.
Heute, im Jahr 2005, ist es mit der bayerischen Porzellanindustrie jedoch nicht zum besten gestellt. Der einst so blühende Industriezweig befindet sich schon seit 1970 in einer schwierigen Krise und Umstrukturierung. Zahlreiche Porzellanfabriken mussten schon ihre Tore schließen und tausende von Arbeitsplätze gingen seitdem in der Porzellanindustrie verloren. In den drei Städten des Stiftlandes: Tirschenreuth, Waldsassen und Mitterteich ist von 6 Porzellanfabriken - in denen einst Tausende Porzelliner beschäftigt waren - ein einziger Betrieb in Mitterteich übrig geblieben, der sich am Markt behaupten konnte. So sterben auch viele Berufe in der Porzellanindustrie dieser Gegend, wie z.B. der des Porzellanmalers (Kerammaler) langsam aus.
Etymologie
Im Italien des 15. Jahrhunderts nannte man die aus China bekannte feine, weiße Keramik “Porcellan", weil man glaubte, sie werde aus der zermahlenen Substanz einer weißglänzenden Muschelschale namens “Porcellana” hergestellt. Dieser Begriff seinerseits ist von lat. “Porcella”, das bedeutet “kleine Sau”, abgeleitet, weil die klaffenden Muschelschalen mit dem Geschlechtsteil eines weiblichen Schweines verglichen wurden.
Produktion
Je nachdem, ob in Drehautomaten Teller oder im Gießverfahren Kannen, Dosen usw. hergestellt werden sollen, wird die nach einem bestimmten Mischungsverhältnis vorbereitete Porzellanmasse kompakt und schmiegsam oder flüssig verarbeitet.
Bei der Verarbeitung der flüssigen Masse wird diese in Formen gegossen, die die Außenform des Werkstückes bestimmen, aber keinen Kern haben - sie sind hohl. Dieses Verfahren wird Schlickerguss genannt. Die Formen können aus vielen Einzelteilen bestehen und dem entsprechend viele Teilungsebenen haben, um komplizierte Stücke zu gestalten. Üblich sind jedoch (z.B. für Tassen, Vasen und andere achssymetrische hohle Teile) zweiteilige Formen mit einer Teilungsebene. Die Formen bestehen aus Gips, der die Eigenschaft hat, Wasser einziehen zu können. Damit wird der eingefüllten Porzellanmasse im Randbereich das Wasser entzogen und die festen Bestandteile der Masse lagern sich an den Formwänden ab. Je länger die Masse in der Form verbleibt, um so dicker wird die verbleibende Randschicht. Ist die vorgesehene Dicke erreicht, wird die restliche flüssige Masse aus der Form ausgegossen. Nach gewisser Ruhezeit kann dann die Form geöffnet und die Teile zur endgültigen Trocknung herausgenommen werden. Danach werden sie noch vor dem ersten Brennen entgratet und ggf. sonst ausgebessert, Henkel können mit dicker Porzellanmasse angeklebt werden.
Mit neuentwickelten Technologien wird jetzt mit isostatischen Trockenpressen Flachgeschirr aus Porzellanpulver trockengepresst. Im so genannten Spritzgießverfahren wird - ähnlich wie bei der plastischen Kunststoffverformung - flüssige Porzellanmasse in Kunststoffformen eingespritzt, unter sehr hohem Druck verdichtet und dabei Wasser entzogen.
Nach dem Trocknen erhalten die Gegenstände den so genannten Glühbrand bei ca. 900 Grad, der in etwa 18 bis 20 Stunden vor sich geht. Nach dem Verglühen erhält das Geschirr die Glasur, die dem Porzellan die zarte, glänzende Schönheit verleiht. Die Glasurflüssigkeit besteht aus den gleichen Bestandteilen wie die Porzellanmasse, nur ist sie viel flüssiger. Daraufhin folgt der Glattbrand bei etwa 1400 Grad. Dabei werden die Geschirrteile wiederum kontinuierlich in etwa 30 Stunden durch einen 80 Meter langen Tunnelofen gefahren.
Anschließend kann das fertige Porzellan dekoriert werden. Dies geschieht entweder mit Buntdruck - das sind bunte Abziehbilder - oder durch Handmalerei. Danach muss es allerdings noch einmal bei 800 Grad in einem Dekorbrandofen gebrannt werden. Hierbei verbinden sich die Farben oder die Silber- und Goldpräparate mit der Glasur. Soll das Porzellan spülmaschinenfeste Dekore erhalten, werden diese bei 1400 Grad gebrannt, so dass diese speziellen Farben in die noch einmal weich gewordene Glasur eindringen.
Hersteller
Europäische Porzellanmanufakturen des 17. und 18.Jahrhunderts
mit Gründungsjahr
- 1653: Delft
- 1710: Meißen (Meissener Porzellan)
- 1718: Wien (Augarten-Porzellan)
- 1743: Capo di Monte bei Neapel
- 1745: Chelsea London
- 1745: Vincennes und Sevres, Paris
- 1746: Höchst (Höchster Porzellanmanufaktur)
- 1747: Fürstenberg
- 1747: Nymphenburg (Porzellanmanufaktur Nymphenburg)
- 1751: Berlin
- 1755: St.Petersburg
- 1755: Frankenthal (Pfalz)
- 1758: Ludwigsburg
- 1760: Älteste Volkstedter
- 1760: Kopenhagen
- 1761: Kelsterbach
- 1763: Zürich
- 1765: Fulda
- 1766: Kassel
- 1777: Ilmenau
- 1783: Rauenstein (Thüringen)
Weitere historische Hersteller
- Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst
- Unterweißbach (Thüringen)
Heutige Porzellanhersteller in Deutschland
(Stand: 2005)
Viele der hier aufgelisteten Porzellanproduktionsstätten liegen an der "Porzellanstraße". Kleinere Manufakturen wurden nicht mit in die Liste aufgenommen.
- Aelteste Volkstedter Porzellanmanufaktur GmbH, Rudolstadt, mit:
- Porzellanmanufaktur Plaue, Plaue (Thüringen)
- Porzellanmanufaktur Scheibe-Alsbach, Scheibe-Alsbach
- Unterweißbacher Werkstätten für Porzellankunst, Unterweißbach
- Arzberg-Porzellan GmbH, Schirnding, [http://www.arzberg-porzellan.de]
- BHS tabletop AG (ehemals Hutschenreuther AG), Selb, mit:
- Hutschenreuther Hotelporzellan, Selb
- Bauscher, Weiden i.d.OPf.
- Porzellanfabrik Schönwald, Schönwald (Bayern)
- Porzellanmanufaktur Fürstenberg, Fürstenberg (Weser)
- Porzellanfabrik Hermsdorf , Hermsdorf (Thüringen)
- Höchster Porzellanmanufaktur, Frankfurt-Höchst
- Jung-Porzellan, Berlin
- Kahla Thüringen Porzellan GmbH, Kahla, http://kahlaporzellan.com
- Kaiser Porzellan, Bad Staffelstein
- Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM), Berlin
- Porzellanmanufaktur Ludwigsburg, Ludwigsburg
Porzellanmanufaktur Meißen
- Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH, Meissen
- Porzellanfabrik Mitterteich, Mitterteich (2004 Insolvenz angemeldet)
- Porzellanmanufaktur Nymphenburg, München
- Retsch Porzellan GmbH, Arzberg (Oberfranken)
- Rosenthal AG, Selb, mit Hutschenreuther (Haushaltsporzellan) und Thomas
- Sächsische Porzellan-Manufaktur Dresden, Dresden
- Seltmann, Weiden
- Sitzendorfer Porzellanmanufaktur, Sitzendorf (Thüringen)
- Porzellanfabrik Tirschenreuth Bavaria, Tirschenreuth
- Triptis-Porzellan, Triptis (laut [http://www.mdr.de/wirtschaft/1627753.html MDR] Insolvenz angemeldet)
- Villeroy & Boch Keramische Werke, Mettlach
- Walküre Porzellanfabrik (Erste Bayreuther Porzellanfabrik Walküre Siegmund Paul Meyer GmbH), Bayreuth
- Weimar-Porzellan, Blankenhain
- Heinrich Winterling GmbH & Co. KG, Marktleuthen, Kirchenlamitz, Insolvenz angemeldet
- Friesland Porzellanfabrik GmbH & Co.KG 26305 Varel
- Lindner Porzellanmanufaktur in 96328 Küps bei Kronach
Museen
Neben den Porzellan-Abteilungen der großen Kunstgewerbemuseen sind eigenständige Porzellan-Museen selten und mehr oder weniger mit Firmen verbunden wie in Meißen und in Selb in Bayern.Dabei bietet das Museeum der Porzellan-Manufaktur eine der größten Sammlungen Meissener Porzellans weltweit.Gleichzeitig kann der Besucher hier die Entstehung des Meissener Porzellans in den wichtigsten Fertigungsstufen hautnah miterleben.Das Museeum der Manufaktur ist an 360 Tagen im Jahr geöffnet. Die Großherzoglich-Hessische Porzellansammlung in Darmstadt zeigt neben der höfischen Porzellan- und Fayencekunst die Bestände der Kelsterbacher Manufaktur auch in einem Online-Katalog. Im Schloss-Museum Wolfshagen befindet sich mit der Sammlung Bernhard von Barsewisch die größte Porzellansammlung mitteleuropäischer Blaumalerei. Momentan ist auch im Erkenbert-Museum in Frankenthal (Pfalz) die Ausstellung Die Kunst Porcelain zu machen zu sehen, die im Rahmen des Porzellanjahres 2005 konzipiert wurde.
Siehe auch: Porzellanmarke, Chinesisches Auftragsporzellan, Porzellangeld, Porzellanschnecke, Aalporzellan
Literatur
- Sven Frotscher: dtv-Atlas Keramik und Porzellan. dtv, München 2003, ISBN 3-423-03258-8
- Julius Matusz: Porzellan. Betrachtungen aus der Geschichte der ältesten Manufakturen Europas. Insel, Frankurt u.a. 1996, ISBN 3-458-33460-2
- Emanuel Poche: Porzellan-Marken aus aller Welt. 13. Auflage. Dausien, Hanau 2002 ISBN 3-7684-1489-2
- Robert E. Röntgen: Deutsche Porzellanmarken von 1710 bis heute. Battenberg, München 2004 ISBN 3-89441-558-4
- Li Zhiyan 李知宴, Cheng Wen 程雯: Keramik und Porzellan in China. Vom Tontopf der Steinzeitmenschen zur Porzellankunst. 中国陶瓷简史; Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing 1996, ISBN 7-119-01314-9
Weblinks
- [http://www.porzellanwelten.org/ Die Porzellanwelten Selb] - Porzellanmuseum, größtes Europäisches Museum über die Herstellung von Porzellan/Manufaktur, Technische Keramik - alles Wissenswerte über Porzellan - Restaurator und Expertisen
- [http://www.republika.pl/porcelan/porcelana/ Sämtliche jemals existierende Porzellanfabriken im deutschen Sprachraum]
- [http://www.porzellan-info.net/geschichte_porzellan/ Einführung in die geschichtliche Entwicklung]
- [http://www.lwe.ruhr-uni-bochum.de/fhy/keram-mk.htm Literaturzusammenstellung] über Porzellanmarken und Keramikmarken
- [http://www.ceramic-link.de/Seiten/ICD-Historical.htm International Ceramic Directory] - Linksammlung mit vielen Einträgen zu Keramik-Marken
- [http://www.porzellanmuseum-darmstadt.de Großherzoglich-Hessische Porzellansammlung] mit umfangreichem Online-Katalog der Kelsterbacher Manufaktur
- [http://www.zeller.de Auktionshaus Michael Zeller] Porzellanauktionen, Recherchemöglichkeit mit zahlreichen Abbildungen im Katalogarchiv
Kategorie:Keramischer Werkstoff
Kategorie:Porzellan
ja:陶磁器
KaolinKaolin ist ein feiner, eisenfreier, weißer Ton, der noch unzersetzte Feldspatteilchen enthält und zur Papierherstellung und Porzellanbereitung dient (Porzellanerde, Porzellanton). Ein weiterer Bestandteil von Kaolin ist der Kaolinit, ein Verwitterungsprodukt des Feldspat.
Das Wort Kaolin 高嶺土 wird von dem chinesischen Ortsnamen 高嶺 Gaoling abgeleitet. So heißt ein Ort in der Volksrepublik China, im Nordwesten der Provinz Jiangxi, wo die weiße Erde, eben das "eingedeutschte" Kaolin gefunden wurde.
Das Hauptabbaugebiet für Kaolin in Deutschland befindet sich bei Hirschau in der Oberpfalz.
Kaolin (Al2O3. 2SiO2. 2H2O) ist der wichtigste Primärton. Primärton (lat. primus, der erste) wird an der Stelle gefunden, an der er sich gebildet hat, das heißt, er wurde nie durch Wasser oder Wind umgelagert.
Lagerstätten dieser Tone sind ziemlich selten, nennenswerte Lagerstätten befinden sich in Deutschland, England, USA, Japan, China und Indien.
Eigenschaften:
- 1400 – 1750°
- Besitzen eine große Kornpartikelgröße
- Geringe Plastizität- kaum plastisch- mager
- Feuerbeständigkeit
- Der reinste+ natürlichste Ton
- Kaum verunreinigt
- Weiß
- Bildet einen festen dichten Scherben
- Reinstes Vorkommen in Zettlitz
Verwendung:
- Herstellung von weißem Porzellan und für hellbrennende Tonmassen
- Nicht zum Töpfern geeignet, weil er nicht besonders plastisch ist
- Gut für Gießmasse
- Zur Herstellung von Gefäßen oder Geschirr
- als Füllstoff beim Polyethylen (HDPE) zur Verbesserung des E-Moduls
Primärtone sind China Clay, Kaolin
Wichtig ist die Firma Meißen-Porzellan
Siehe auch: Kaolinit
Kategorie:Geologie
Kategorie:Bodenkunde
Quarz
Quarz ist ein im trigonalen Kristallsystem kristallisierendes Silikat-Mineral mit Härte 7, sehr variabler Farbe (auch farblos) und weißer Strichfarbe. Es besteht wie das amorphe Quarzglas vollständig aus Siliziumdioxid (SiO2).
Quarz wird gelegentlich mit dem Kalzit verwechselt, kann jedoch durch seine größere Härte, die niedrigere Doppelbrechung und die Reaktion des Kalzits mit verdünnter Salzsäure leicht von diesem unterschieden werden. Quarz ist ein häufiges gesteinsbildendes Mineral und sehr erosions- und verwitterungsbeständig.
Varietäten und Modifikationen
Verschiedene Einzelminerale und Schmucksteine werden zu den Quarzen gerechnet. Sie bestehen alle aus SiO2, enthalten aber Verunreinigungen, unter anderem durch Eisen, Mangan, Titan oder Eisenhydrate, welche verschiedene Färbungen hervorrufen. Zu den Quarzen zählen unter anderem die Varietäten:
- Achat, Amethyst, Aventurin
- Bergkristall
- Chalcedon, Chrysopras, Citrin
- Eisenkiesel
- Falkenauge
- Heliotrop
- Jaspis
- Quarz-Katzenauge, Karneol (Carneol)
- Milchquarz, Moosachat, Morion
- Onyx
- Prasem
- Rauchquarz, Rosenquarz
- Saphirquarz, Sarder, Sardonyx
- Tigerauge
Die Modifikationen des Quarz haben dieselbe chemische Zusammensetzung wie Quarz, das Kristallgitter, wenn vorhanden, ist jedoch anders aufgebaut. Man unterscheidet insbesondere folgende Modifikationen:
- den wasserhaltigen, amorphen Opal
- die Hochdruckmodifikationen Coesit, Cristobalit, Stishovit und Tridymit
- den kubisch kristallisierenden Melanophlogit
Die meisten Modifikationen können selbst wieder in verwandte, aber kristallographisch verschiedene Kristallstrukturen unterteilt werden.
Quarz selbst ist nur bei niedriger Temperatur in der trigonalen α-Quarz-Phase stabil. Bei 573 Grad Celsius findet eine Phasenumwandlung in die hexagonale β-Quarz-Phase statt. Die höhere Symmetrie des β-Quarz führt unter anderem zum Verlust der piezoelektrischen Eigenschaften.
Den Übergang von der β-Quarz Phase zum α-Quarz kann man sich leicht vereinfacht durch Kippen robuster Tetraeder um die <100> Achse veranschaulichen.
Die Kipprichtung entscheidet über die Orientierung des α-Quarzes.
Diese beiden Orientierungen der α-Quarz Phase werden als Dauphiné-Zwillinge des Quarz bezeichnet.
Struktur
Der Quarz ist ein Gerüstsilikat das aus SiO4-Tetraedern besteht. Über die Sauerstoffatome in den Ecken entsteht die Atombindung, in dem sich jedes Siliziumatom vier halbe Sauerstoffatome teilt und damit den Ladungshaushalt ausgleicht.
Vorkommen
Quarz findet sich häufig in Form sechsseitiger Kristalle, die im Einzelfall mehrere Tonnen schwer werden können. Das Mineral entsteht meist in der kontinentalen Kruste und findet sich dort in Form wohlentwickelter Kristalle, als Kruste auf Oberflächen und als Auskleidung natürlicher Höhlungen, so genannter Geoden.
Als sehr häufig vorkommendes Mineral, das einen Anteil von zwölf Prozent an der Mineralzusammensetzung der Erdkruste ausmacht, tritt Quarz sowohl in magmatischen und metamorphen Gesteinen als auch in Sandstein und Kreidekalken organischen Ursprungs auf: In magmatischen Gesteinen ist Quarz typisch für Granit, Rhyolith, Pegmatit oder Hydrothermaladern. Gabbro und Pyroxenit, die aus siliziumdioxidarmen Magmen entstanden sind, enthalten dagegen nur wenig Quarz. Ein wichtiges quarzhaltiges metamorphes Gestein ist Gneis, in dem das Mineral oft reine Adern bildet.
Daneben ist Quarz auch wichtiger Bestandteil von Sedimentgesteinen:
Viele Sande, sowie allgemeiner Fluss- und Meeresablagerungen, enthalten wegen der hohen Erosionsbeständigkeit des Minerals Quarz. Aus komprimierten und zusammenzementierten Quarzkörnern entsteht der Quarzsandstein.
Bedeutung als Rohstoff
Quarz findet je nach Varietät zahlreiche verschiedene Anwendungen:
Quarzvariationen wie der Achat, der violette Amethyst, der zitronengelbe Citrin, der blutrote Jaspis oder der massive, schwarz-weiß gestreifte Opal werden wegen der großen Härte und der guten Schneid- und Polierbarkeit des Minerals in der Schmuckindustrie zu Schmucksteinen verarbeitet.
Reiner Bergkristall wird zu optischen Prismen und Linsen geschliffen; Quarz allgemein findet in der Glas- und Keramikindustrie Verwendung.
Da Quarz nur mit wenigen Chemikalien reagiert, kann er auch gut für Gefäße verwendet werden. Bei der Wirbelschichtverbrennung wird Quarzsand mit der Luft verwirbelt, um die Wärmeübertragung zu verbessern und den Verbrennungsvorgang zu optimieren. Daneben findet Quarz Anwendung in Form feuerfester Steine.
Seine hohe Festigkeit, die Pflanzenbewuchs verhindert, führt dagegen zum Einsatz des Minerals als Eisenbahnschotterkörper.
Quarz ist allerdings ungeeignet als Straßenschotter, da er zu hart ist, schlecht bindet und einen raschen Verschleiß bei den Autoreifen verursacht.
Die piezoelektrischen Eigenschaften des Quarz werden in Form von Schwingquarzen ausgenutzt, die ähnlich einem Pendel bei Anlegen einer elektrischen Spannung in einer festen Frequenz schwingen.
Der Bau sehr genau gehender Quarzuhren wurde so möglich, doch auch die Taktfrequenz von Computern und der Farbträger in so gut wie allen Farbfernsehgeräten wird durch Schwingquarze vorgegeben. Daneben ist Quarz auch geeignet für Druckmessungen und in der Hochfrequenztechnik.
Zum Einsatz kommt Quarz auch in Normmaßstäben und Normgewichten, sowie als Faden für Torsionswaagen. Quarzkristallplatten aus unverwittertem Quarz werden in der Elektroakustik verwendet.
Weitere Anwendungen findet Quarz schließlich in Quarzlampen.
Quarz und Fossilisierung
Dringt siliziumreiches Grundwasser in das Gewebe abgestorbener, holziger Pflanzen ein, so können diese durch Auskristallisierung von Quarz fossilisieren und zwar oft so, dass die ursprüngliche Zellstruktur erhalten bleibt. Paläobotaniker können daraus heute Schlüsse zum Beispiel zu den einstigen Wachstumsbedingungen der Pflanze ziehen.
Geschichte
Quarz war im Mittelalter eine Bezeichnung für das Bergwerk, sowie für alle Kristalle. Erst mit Georgius Agricola wurde der Begriff auf Bergkristalle eingeschränkt. Die Wortherkunft ist unklar. In Frage kommen altslawisch tvurdu für „hart“ und mittelhochdeutsch querch für „Zwerg“. Die Bezeichnung "Quarz" hat sich international durchgesetzt.
Siehe auch: Liste von Mineralen
Literatur
- Edition Dörfler: Mineralien Enzyklopädie, Nebel Verlag, ISBN 3-89555-076-0
- Rudolf Rykart: Quarz-Monographie, Ott-Verlag, ISBN 3-72256-204-X
Weblinks
- [http://www.mineralienatlas.de/phpwiki/index.php/Quarz Quarz im Mineralienatlas]
- http://www.mineralien-basel.ch Quarzmodellbogen
Kategorie:Schmuckstein
Kategorie:Mineral
Kategorie:Wortexport
ja:石英
ko:석영
KeramikDie Bezeichnung Keramik stammt aus dem Altgriechischen. „Keramos“ war die Bezeichnung für Ton und die aus ihm durch Brennen hergestellten formbeständigen Erzeugnisse. Die Produktion von Keramik gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Ihre älteste Nutzung scheint bei semi-seßhaften Jägerkulturen im Gebiet des oberen Nil erfolgt zu sein. Ihre enorme Verbreitung verdankt sie aber ursprünglich den erweiterten Möglichkeiten zur Aufbewahrung (Vorratshaltung) von Nahrung wie sie mit dem Neolthikum erforderlich wurde. Keramik spielt eine wesentliche Rolle im Rahmen der Determination neolithischer Kulturen. Das Ausgangsmaterial Ton bot jedoch schon sehr früh auch Anreize zu künstlerischer Gestaltung.
Heute ist der Begriff breiter gefasst. Keramiken sind weitgehend aus anorganischen, feinkörnigen Rohstoffen unter Wasserzugabe bei Raumtemperatur geformte und danach getrocknete Gegenstände, die in einem anschließenden Brennprozess oberhalb 900°C zu harten, dauerhafteren Gegenständen werden. Der Begriff schließt auch Werkstoffe auf der Grundlage von Metalloxiden ein. Keramik wird heute im zunehmenden Maße für hochtechnische Einsatzzwecke, z.B. bei der Sinterung, genutzt.
Eine strenge Systematik der Keramik – wie beispielsweise bei Metall-Legierungen – ist kaum möglich, weil es hinsichtlich der Rohstoff-Zusammensetzung, des Brennvorgangs und des Gestaltungsprozesses fließende Übergänge gibt. Keramische Produkte werden deshalb häufig nach den jeweils im Vordergrund der Betrachtung stehenden Aspekten unterschieden:
- Beschaffenheit des Materials: Grob- und Feinkeramik
- Verwendungszweck: z. B.
- Baukeramik
- Sanitärkeramik
- Tischgeschirr
- Zierkeramik
- technische Keramik
- feuerfeste Keramik
- Besondere Eigenschaften: z. B.
- Wasseraufnahmevermögen, Porosität
- DE (Druckerweichen)
- DFL (Druckfliesen)
- ARF (Abriebfestigkeit)
- KDF (Kaltdruckfestigkeit)
- KBF (Kaltbiegefestigkeit)
- TWB (Temperaturwechselbeständigkeit)
- WAK (Wärmeausdehnungskoeffizient)
- Dichte
- Korngrößenverteilung der Rohstoffe
- chemische Zusammensetzung
- Regionale Keramiktypen: z. B.
- Westerwälder Keramik
- Bunzlauer Keramik
- ursprünglich auch Majolika und Fayence
Bedeutsam ist die Unterteilung in Grob- und Feinkeramik. Zur ersteren gehört die große Gruppe der Baukeramik (z. B.: Bau- und Dachziegel, Kanalisationsrohre); die Produkte sind dickwandig, häufig inhomogen, von oft zufälliger Färbung. Feinkeramik ist dagegen feinkörnig (unter 0,05 mm), von definierter Färbung (z. B. weiß für Haushaltskeramik, Tischgeschirr und Sanitärkeramik); hierher gehören auch die künstlerischen Erzeugnisse. Feinkeramik erfordert bezüglich Aufbereitung der Rohmasse, der Formgebung und des Trocknens sowie Brennens eine erheblich größere Sorgfalt als bei Herstellung von Grobkeramik nötig ist.
Die Eigenschaften keramischer Produkte werden bestimmt durch Art und Menge der in ihnen enthaltenen Kristalle und die als Bindung funktionierende Verglasungen. Keramiken sind formbeständig, geschmacks- und geruchlos.
Keramische Rohstoffe
Allgemeine Anforderungen
Die Auswahl und Mischung der Rohstoffe muss folgenden Forderungen genügen: Gute Formbarkeit der Masse, geringer Schwund beim Trocknen und Brennen, hohe Standfestigkeit beim Brennen, geringe oder keine Verfärbung des Endproduktes.
Ton
Ton ist ein wasserhaltiges Aluminiumsilikat (Al2O3.2SiO2.2H2O).
Man unterscheidet zwischen Primärton und Sekundärton.
Entstehungsgeschichte
Als die Erde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstand, war sie zunächst weitgehend glutflüssig. Allmählich bildeten sich einzelne Schichten heraus: schwere Elemente sanken zum Erdinneren ab und leichtere stiegen zur Erdoberfläche, wo sie abkühlten und erstarrten. Die geschmolzenen Elemente vereinigten sich zu einem glühenden, flüssigen Gesteinsbrei, dem so genannten Magma, welches aus der Tiefe nach oben stieg, an der Erdoberfläche abkühlte und das Erstarrungsgestein bildete. So entstand eine feste Kruste, die Erdrinde. Diese Erdrinde oder Lithosphäre reicht bis zu 1200 km in die Tiefe. Darunter befindet sich das flüssige Magma, das noch heute bei Vulkanausbrüchen an die Erdoberfläche steigt.
Der Erdkörper ist von verschiedenen Schalen umgeben, von denen die Erdrinde die größte Bedeutung hat. Sie besteht aus zwei Bereichen, der äußeren Silikathülle mit einer Tiefe von 60-120 km und der darunter liegenden Eklogitschale, die bis zu einer Tiefe von 1200 km reicht.
Erstarrungsgesteine
Erstarrungsgesteine unterscheidet man nach dem Ort und der Art ihrer Erstarrung; die Gesteine sind Quarz, Glimmer und Feldspat.
- Tiefengesteine sind sehr langsam in der Tiefe erstarrt und konnten daher grobkristallines Gefüge bilden, wie zum Beispiel Granit, Gabbro.
- Ganggesteine entstanden aus aufsteigendem Magma, das die Erdoberfläche nicht erreicht hat, sondern sich in darunter liegenden Gängen ausbreitete. Es ist, je nach Lage der Gänge, unterschiedlich schnell erstarrt. Je langsamer ein Gesteinsbrei erstarrt ist, umso besser konnten sich Kristalle bilden. Bei der langsamer Abkühlung konnten die Kristalle ungestört wachsen, und es bildeten sich Lagerstätten mit wertvollen Mineralien.
- Ergußgesteine - hierbei erreichte das Magma die Erdoberfläche - kühlte schnell ab und erstarrte. Es konnten sich daher keine größeren Kristalle bilden. Ihre Grundmasse ist feinkörnig, Beispiele hierzu sind Basalt, Porphyr.
Ton ist ein Verwitterungsprodukt von feldspalthältigem Urgestein wie Granit, Gneis, Quarzporphyr, das sich durch versch. mech. und chem. Einflüsse, Klimawechsel, Eisdruck, Wasser, Humussäure, Schwefel- Kohlensäure veränderte.
Tonlager bilden sich im Laufe von Jahrmillionen. Tonhaltige Böden zeichnen sich dadurch aus, dass sie leicht Wasser und mineralische wie organische Nährstoffe binden können.
Ton ist ein Verwitterungsprodukt feldspalthaltiger Sedimentgesteine, Tiefen- und Eruptionsgesteine wie zum Beispiel Quarz.
Feinstkörnige Teilchen, Ton, mit einem Korndurchmesser von 0,002 mm, entstehen durch Erosion, d. h. durch die mechanische und organische Verwitterung, der Einwirkung von Wind, Frost, Wasser usw. verschiedener Gesteine.
Starker Temperaturwechsel, Oxidationsvorgänge, Fäulnis- und Zersetzungsprozesse durch Bakterien und Spaltpilze spielen bei der Verwitterung eine große Rolle. Andere organische Substanzen, Holz und Sand sind Beimengungen und nehmen Einfluss auf das Aussehen und die Eigenschaften der Tone.
Plastische Rohstoffe
Kaolin, auch Porzellanerde genannt, ist ein Verwitterungsprodukt von Feldspat. Es besteht weitgehend aus Kaolonit, einem hydratisierten Mischkristall aus Aluminium- und Siliziumoxid, begleitet von Quarzsand, Feldspat und Glimmer. Letztere Verunreinigungen werden durch Schlämmen und Sieben entfernt, das Endprodukt muss möglichst plastisch, beim Trocknen formstabil und nach dem Brennen weiß sein. Zur Erzielung der gewünschten Eigenschaften werden Kaoline unterschiedlicher Herkunft gemischt; um ein gutes Gießverhalten zu erreichen, gibt man noch Plastifizierungsmittel, wie Wasserglas und/oder Soda zu.
Tone, Lehme sind ebenfalls Verwitterungsprodukte des Feldspates und verwandter Mineralien. Die Hauptbestandteile sind Illit, Montmorillonit und Kaolonit, die Korngrößen reichen herab bis 0,002 mm. Je nach Verwendungszweck unterteilt man diese Rohstoffe ein in Steinzeugtone, Steinguttone, Töpfertone und -lehme. Mergeltone haben einen hohen Gehalt an Kalk, der stark verflüssigend wirkt. Da an solchen Scherben Blei- und Zinnglasuren sehr gut haften, werden sie häufig für Kacheln und Fliesen eingesetzt. Bentonite sind ein Verwitterungsprodukt vulkanischen Ursprungs, sie wirken bereits bei geringen Zugaben sehr stark plastifizierend, verbessern die Formbarkeit und die Standfestigkeit während des Trocknungsprozesses.
Nichtplastische Rohstoffe
Feldspate sind im Vergleich zum Kalk ebenfalls gute Flussmittel, die aber mit steigender Brenntemperatur eine höhere Verdichtung der Erzeugnisse bewirken. Der Trocknungsschwund wird zwar reduziert, der Schwund beim Brennen steigt jedoch. Quarz senkt als Magerungsmittel den Trocknungs- und Brennschwund, verschlechtert jedoch die Plastizität. Quarz wird als feinstkörniger Sand oder als gemahlenes Ganggestein eingesetzt, er muss möglichst rein sein, um unerwünschte Verfärbungen zu vermeiden. Kalk wird als geschlämmte Kreide oder als gemahlener Kalkstein eingesetzt. Als Magerungsmittel unterstützt er die Formstabilität beim Trocknen, beim Brennen wirkt er als Flussmittel. Allerdings liegen sein Sinter- und sein Schmelzpunkt nahe beieinander, bei zu hohen Brenntemperaturen besteht mithin die Gefahr von Deformationen. Schamotte, als gemahlener gebrannter Ton oder Tonschiefer, ist ein Magerungsmittel, das die Porosität erhöht und die Trocknungs- und Brennschwindung reduziert. Magnesiummineralien (Talkum, Magnesit) verleihen den Erzeugnissen eine hohe Temperaturwechselfestigkeit; sie werden bevorzugt für elektrotechnische Produkte eingesetzt.
Andere Zusatzstoffe
Organische Plastifikatoren sind z. B. Leim, Wachse, Gelatine, Dextrin, Gummiarabikum, Paraffinöl. Sie verbessern die Formbarkeit und verbrennen beim Brennprozess. Feingemahlene Ausbrennmittel wie Säge- und Korkmehl, Stärke, Kohlenstaub machen den Scherben porös und leicht und können interessante Oberflächeneffekte erzeugen; sie verbrennen ebenfalls beim Brand.
Verwitterungsarten
Man unterscheidet zwischen den folgenden Arten:
- Mechanische / Physikalische Verwitterung: Wasserdämpfe und Wasser steigen aus dem Erdinneren auf und durchbrechen die Urgesteinslager als sprudelnde Quellen. Regen, Eisdruck, Frost, Wind, Sonne zersetzen und bauen Urgestein ab.
- Chemische Verwitterung: Chemische Zersetzung des Gesteins durch Schwefel- und Kohlensäure einiger Quellwasser, durch vulkanische Gase und Humussäure der Pflanzen.
- Organische Verwitterung: Anreicherung der Erde mit Kohlenstoff und Stickstoff durch Mikroben, Bakterien, Tiere, Pflanzen.
Während der Lagerzeit kann es nicht zu chemischen Umbildungen kommen.
Die Tonlagerstätten werden heute maschinell, mit Bagger und Lader im Tagebau ausgebeutet. Der abgebaute Ton kann jedoch in den meisten Fällen nicht sofort verwendet werden. Er wird in Schlämmprozessen gereinigt und zu Tonmehlen oder Fertigmassen aufbereitet.
Abgesehen von der Verwitterung unterscheidet man auch zwischen Primär- und Sekundärtonen.
Aufbereitung der Rohstoffe
In der industriellen Keramikproduktion werden die Komponenten, nachdem sie teilweise vorgebrannt wurden, entsprechend der Rezeptur gemeinsam in Trommelmühlen fein gemahlen. Nach dem Schlämmen unter Zugabe von Wasser wird dieses in Filterpressen wieder weitgehend entfernt. Der zurückbleibende Filterkuchen wird getrocknet und nochmals gemahlen. In dieser Form wird die Rohmasse entweder gelagert oder sofort unter Zugabe von Wasser und verflüssigenden Hilfsstoffen in Maschinen geknetet und ggf. entlüftet. Daneben hat in jüngerer Zeit die halbnasse und die trockene Aufbereitung bei der industriellen Herstellung Bedeutung gewonnen.
In der Töpferwerkstatt wird z.T. noch heute dieser Prozess in aufwändiger Handarbeit durchgeführt. Da Mahlwerke oft nicht zur Verfügung stehen, kommt dem Schlämmen große Bedeutung zu. Die Homogenisierung der Masse wurde in mühsamer Knetarbeit erreicht, heute stehen dafür meist Maschinen zur Verfügung. Ziel ist es, eine möglichst homogene, geschmeidige und blasenfreie Arbeitsmasse zu erzeugen.
Die Formgebung
Die Formgebung erfolgt bei Grobkeramik u.a. durch Strangpressen (z.B. Rohre) oder durch Formpressen. Feinkeramik wird (analog der historischen Entwicklung) durch folgende Verfahren geformt:
- Modellieren
- Aufbauarbeit aus einzelnen Strängen (z.B. bei Hohlgefäßen)
- Drehen rotationssymmetrischer Hohlgefäße auf der Töpferscheibe
- Gießen dünnflüssiger Mischungen in geteilte Gipshohlformen, die das Wasser aufsaugen
- Formgebung auf motorgetriebenen Scheiben in Hohlformen mit Hilfe von Schablonen (sog. Eindrehen und Überdrehen)
- Pressen und Stanzen oder Fräsen
- Spritzguss
- Foliengießen
Industriell hat die halbtrockene und die trockene Formgebung Bedeutung erlangt, weil die Trocknungszeiten sehr verkürzt werden und eine hohe Maßhaltigkeit der Produkte erreicht wird.
Foliengießen
Das Trocknen
Nach der Formgebung ist der Rohling feucht durch
# mechanisch eingeschlossenes Wasser in den Hohlräumen
# physikochemisch gebundenes Wasser (Adhäsion, Kapillarwasser)
# chemisch gebundenes Wasser (Kristallwasser)
Die Trocknungsgeschwindigkeit hängt außer von dem umgebenden Klima stark von der Rezeptur der Rohmasse ab. Um die Trocknungsgeschwindigkeit zur Vermeidung von Rissen niedrig zu halten, können die Rohlinge abgedeckt werden. Industriell erfolgt das Trocknen in klimatisierten Räumen. Das unter Nr. 2, insbesondere aber das unter Nr. 3 genannte Wasser wird allerdings erst durch den Brand vertrieben.
Die drei Stadien des Trocknens
#Lederhart: Der Scherben lässt sich nicht mehr verformen, besitzt aber noch soviel Feuchtigkeit, dass man ihn dekorieren kann.
#Lufttrocken: Der Scherben gibt bei Raumtemperatur keine Feuchtigkeit mehr ab und fühlt sich kühl an.
#Brennreif: Der Scherben fühlt sich nicht mehr kühl an, sondern erweist sich als bedingt saugfähig. (Versuch: Zunge bleibt an Scherben kleben.)
Der Brennprozess
Der Brennprozess (Rauh- oder Schrühbrand) - Sintern genannt - ist sehr problematisch und erfordert eine sorgfältige Steuerung. Im so entstehenden „Scherben“ werden die Kristalle miteinander verfilzt und durch glasige Anteile verkittet. Anteil und Art der Kristall- und Glasphase sowie der Poren bestimmen die Eigenschaften des gebrannten Gutes. Die angewandten Temperaturen (bis etwa 1350 °C; teilweise erheblich höher) hängen von der Rohmischung, also von dem zu erzeugenden Produkt ab und müssen in vielen Fällen während des Brennprozesses variiert werden (Temperaturprofil). Überdies ist es häufig wichtig, dass der Prozess zeitweilig unter reduzierender Atmosphäre verläuft (z.B. Vermeiden von Gelbfärbung durch Eisenverunreinigungen bei weißem Geschirr oder bei Sanitärkeramik). Eingesetzt werden Kammer-, Tunnel-, Ringöfen.
Für den Handwerksbetrieb kommen elektrische Öfen oder mit fossilen Brennstoffen befeuerte Öfen in Frage. Hier ist zu unterscheiden zwischen offenen Systemen, bei denen die Brenngase (mit unterschiedlicher Flammführung) in unmittelbaren Kontakt mit der Ware treten und Muffelöfen, bei denen die Brenngase das Brenngut indirekt erhitzen.
Glasuren
Glasuren sind dünne, glasartige Überzüge, die zwei wesentliche Forderungen erfüllen. Zum einen machen sie den porösen Tonkörper wasserdicht und geben ihm eine leicht zu reinigende Oberfläche. Zum anderen ermöglichen sie eine abwechslungsreiche, dekorative Gestaltung der Keramiken. Glasuren können farbig, transparent oder deckend, glänzend, halbmatt oder matt sein. Sie können weich und niedrig schmelzend (max. 1000 °C) oder hart und hoch schmelzend (Über 1200 °C) sein. Nach ihrer chemischen Zusammensetzung kann man z.B. zwischen Borosilikat-, Feldspat-, Salz- und bleihaltigen Glasuren unterscheiden. Die Glasuren werden häufig (z.B. Tonwaren) erst nach dem Schrühbrand der Ware aufgebracht (Tauchen, Spritzen, Pinseln, Stempeln) und in einem erneuten Brennprozess (Glattbrand), der aber unterhalb der Brenntemperatur des Rohlings liegen muss, verglast.
Orientierende Einteilung Keramischer Massen
Tunnel-
1 Irdengut
- Tonerde bzw. Kaolin u. ggf. Quarz u./o. Feldspat, Kalk. Poröse, nicht durchscheinende, kristallisierte Scherben.
1.1 Baukeramik
- Nicht feuerfest. Ziegelsteine, Formsteine (1200 ··· 1350 °C), Klinker, Dränrohre (1000 ··· 1150 °C), Dachziegel
1.2 Feuerfeste Massen
- Schamottesteine für Herde, Öfen (1300 °C). Sillimanit, Magnesit, u.a. zur Auskleidung von Industrieöfen in der Eisen- und Zementindustrie (1500 °C)
1.3 Sonstiges Irdengut
1.3.1 Steingut
- Reinweißer bis elfenbeinfarbener, poröser Scherben mit durchsichtiger Glasur. Rauhbrand 1150 ··· 1250 °C; Glasurbrand >960 °C, aber unterhalb der Raubrandtemperatur; meist durchscheinend oder farblos.
1.3.1.1 Kalk- oder Weichsteingut
- Ton, Kaolin, Quarz, Kalk. Brenntemperatur 1120 ··· 1150 °C. Besonders für Unterglasurmalerei geeignet.
1.3.1.2 Feldspat- oder Hartsteingut
- Ton, Kaolin, Quarz, Feldspat. Brenntemperatur 1220 ··· 1250 °C. Frostsichere Wandplatten, Sanitärartikel, Geschirr.
1.3.1.3 Mischsteingut
- Ton, Kaolin, Quarz, Kalk, Feldspat. Wandplatten, Geschirr.
1.3.2 Tonwaren
- Flussmittelreiche Tone, bis 40 % Kalk
1.3.2.1 Unglasierte Tonwaren
- Gelb bis rot gebrannte wetterfeste Keramik. Terrakotta (Zugabe von Schamotte- oder Ziegelmehl); Figuren, Gebrauchs- und Ziergegenstände, Blumentöpfe.
1.3.2.2 Glasierte Tonwaren
1.3.2.2.1 Majolika
- Eine zuverlässige Differenzierung zwischen Majolika und Fayence ist nicht möglich, weil diese Bezeichnungen in der Literatur wechselweise benutzt werden. Ursprünglich: Farbiger poröser Scherben mit undurchsichtiger farbiger Glasur.
1.3.2.2.2 Fayence
- Eine zuverlässige Differenzierung zwischen Majolika und Fayence ist nicht möglich, weil diese Bezeichnungen in der Literatur wechselweise benutzt werden. Ursprünglich: Weißer, gelbgrauer oder hell-rot-braune, poröser Scherben, weiße deckende Glasur.
1.3.2.2.3 Sonstige Töpferware
- Weißer, ocker bis rotbrauner poröser Scherben mit mattem, feinkörnigem Bruch. Brenntemperatur 1000 ··· 1200 °C. Von Hand (Töpferscheibe, Gießverfahren) oder mittels Presse geformte Tonwaren. Geschirr, Gerätschaften für Haus und Garten, Zierkeramik.
2 Sinterzeug
- Tonerde bzw. Kaolin u. gff. Quarz u./o. Feldspat, Kalk. Nichtkristallisierte dichte Massen, nicht oder nur an den Kanten durchscheinend, hohe Festigkeit
2.1 Steinzeug
- Dicht, nicht durchscheinend. Scherben auch farbig meist aber hell.
2.1.1 Grobsteinzeug (nicht weißbrennend)
- Brenntemperatur 1100 bis 1400°C. Häufig Lehm- oder Anflugglasur. Klinker, Fliesen, Tröge, Kanalisationsrohre, Gefäße für die chem. Industrie.
2.1.2 Feinsteinzeug (weiß- oder hellbrennend, ähnlich dem Porzellan)
- Ton, Quarz, Feldspat. Brenntemperatur 1250 bis 1300°C (gemeinsamer Rauh- und Glasurbrand). Porzellanähnlich. Geschirr, Sanitärartikel, chemische Geräte, Mosaiken, Ziergefäße. Übergangsform zum Porzellan: Porzellangut, Halbporzellan, Vitreous China.
2.2 Porzellan
- Hartporzellan: Dichter transparenter Scherben. Kaolin, Quarzsand, Feldspat. Rauhbrand 900°C, Glasurbrand 1400°C. Gebrauchs- und Ziergeschirr
Weichporzellan hat eine ähnliche Zusammensetzung aber eine niedrigere Temperatur für den Glasurbrand. Bevorzugt für Zierplastiken.
3 Keramische Sondermassen
- Dazu zählen Raku, Paperclay und technische Massen für Dentalkeramik, die hochgesinterte Oxidkeramik für Schneid- und Schleifkörper (Aluminium-, Zirkonium-, Magnesium-, Beryllium-, Thoriumoxid; frei von Siliziumdioxid). Im weiteren Sinne gehören dazu auch die Ferrite und Titanate.
3.1 Hochtemperatur-Sondermassen (auch Mischkeramik genannt)
- Hochfeuerfeste Oxidkeramik mit geringen Beigaben verschiedener Metalle. Zähigkeit der Metalle ist hier mit der Korrosionsbeständigkeit und Feuerfestigkeit der Keramik vereint. Verwendung als Turbinenschaufeln oder als Schneidwerkzeuge.
3.2 Elektrotechnische Sondermassen
- Elektroporzellan für Isolatoren, Titanoxid-Keramik für Kondensatoren, Piezokeramik für elektroakustische Wandler, Werkstoffe für Magnete, Halbleiterwiderstände.
Als Grobkeramik werden die Klassen 1.1; 1.2; 2.1.1 bezeichnet.
Alle anderen zählen zur Feinkeramik: Ausgewählte Rohstoffe, sorgfältige Aufbereitung der Mischungen, aufwändigere Formgebung, z. T. von Hand, z. T.
Keramik im 20. Jahrhundert
Keramik ist nicht gleich Keramik, früher wurden einfache Gegenstände hergestellt, heutzutage umfasst aber der Begriff der Keramik noch viel mehr.
- Tonwaren, Porzellan, Ziegel und Fliesen sowie Steinzeug hergestellt
- keramische Isolierstoffe
- bestimmte Teile für die Luft- und Raumfahrtechnik
- Beständigkeit von Keramik gegen konzentrierte Säuren wurde bereits im Mittelalter genützt, indem man diese in Keramikbehältern aufbewahrte
- für Kugellager verwendet, die den Vorteil haben, dass man sie nicht schmieren muss
- als „Haut“ für das Spaceshuttle
- als Bremsen mit einer besonders langen Lebensdauer in der KFZ- Technik
- in der Freizeitindustrie für Skier und Tennisschläger
- in der Küche für besonders effiziente Kochplatten
- Bei Siemens erkannte man die ausgezeichnete Eignung des Porzellans als Elektro- Isolierstoff
- Biokeramik- künstlichen Zähnen, für Knochen oder Gelenksersatz
- An der Berliner Charité testet man eine neue Krebstherapie mit keramischen Feinstpulvern. Dabei werden Keramikpartikeln in die Tumore gespritzt und anschließend durch Magnetfelder erhitzt, um sie zu zerstören
- Sanitärbereich (Spülbecken, Toiletten), als Baumaterial (Ziegeln, Fließen), als Geschirr oder sind Kunstgegenstände.
- Keramikbremse, keramischer Minimotor, dann wird die harte spröde Keramik durch bestimmte Zusätze biegsam
Siehe auch
Künstlerische Keramik, Porzellan, Glaskeramik, Kalkspatz, Töpferei, Raku
Literatur
- Kleine Enzyklopädie Technik, Bibliographisches Institut, Leipzig, 1972
- Lueger Lexikon der Technik, hier "Werkstoffe und Werkstoffprüfung – Grundlagen" (vier Bände), Rowohlt Taschenbuch-Verlag, Reinbek, 2003, ISBN 3499190087
- P. Rada: Die Technik der Keramik, Dausien 1989, ISBN 3-7684-1868-5
- Sven Frotscher: dtv-Atlas Keramik und Porzellan, München 2003, ISBN 3-423-03258-8
Weblinks
- [http://www.milan-keramik.de Milan-Keramik in Münster] (Töpferei Homepage mit ausführlichen Beispielen und Bildern zu verschiedenen Techniken in Keramik, Porzellan und Raku, inkl. Video über die Raku-Brenntechnik)
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Kategorie:Töpferei
Flusssäure
Fluorwasserstoffsäure, auch Flusssäure genannt, ist die wässrige Lösung von Fluorwasserstoff (HF).
In der Technik wird sie durch erhitzen von Calciumfluorid mit konzentrierter Schwefelsäure gewonnen :
Flusssäure ist eine farblose, stechend riechende Flüssigkeit. Sie greift Glas stark an (Glasätzen) und wirkt stark ätzend auf die Haut, die Schleimhäute und die Bindehaut der Augen. Eine Lösung von 38,2% HF in Wasser bildet ein azeotrop siedendes Gemisch mit einem Siedepunkt von 112°C. Flusssäure wird generell in Kunststoff-Behältern aus Polyethylen aufbewahrt. Gold und Platin greift Flusssäure nicht an. Silber, Kupfer und Blei werden nur schwach angegriffen. Flusssäure ist die einzige Säure, die Quarz unter Bildung von Siliciumtetrafluorid beziehungsweise Hexafluorokieselsäure aufzulösen vermag. Die Flusssäure ist eine mittel starke Säure und stellt ein starkes Kontaktgift dar. Die Gefährlichkeit wird dadurch noch erhöht, dass es sofort von der Haut resorbiert wird. Dadurch ist eine Verätzung tieferer Gewebeschichten und sogar der Knochen möglich, ohne dass die Haut äußerlich sichtbar verletzt ist. Eine handtellergroße Verätzung kann durch resorptive Giftwirkung sogar tödlich wirken. Besonders gefährlich hierbei ist, dass eine Schmerzwirkung (die warnend wirken würde) oft erst mit einer Verzögerung von mehreren Stunden auftritt.
Sofortmaßnahmen
Sofort benetzte Kleidungsstücke entfernen und die betroffene Stelle mit viel Wasser abwaschen. Anschließend muss die Stelle mit dem Antidot Calciumglukonat oder Präparaten mit hohem Calcium-Anteil behandelt werden. Bei leichten Verätzungen (stecknadelgroße Spritzer) ist ein kräftiges Einmassieren von Calciumglukonatgel ausreichend, während bei größeren Flächen (größer als kleiner Fingernagel!) die Stelle mit Calciumglukonatlösung unterspritzt werden sollte.
Bei oraler Aufnahme kann auch als Erste Hilfe-Maßnahme Milch verabreicht werden.
Für die erste Hilfe bei Aufnahme in die Lunge sind spezielle Aerosol-Präparate erhältlich.
Grundsätzlich gilt bei Kontakt mit Fluorwasserstoff: Die Schnelligkeit der Hilfe kann lebenswichtig sein! Bei Kontakt mit mehr als ein paar Millilitern Fluorwasserstoff oder Flusssäure ist die Einlieferung in die Intensivstation eines Krankenhauses, sowie eine permanente Überwachung des Calciumspiegels des Blutes für mindestens 24 Stunden erforderlich. Weiter darf der Patient unter keinen Umständen unter Vollnarkose gesetzt werden, da es hierdurch erwiesenermaßen schon zu Todesfällen gekommen ist (Quelle: Unfallmerkblätter und Unfallberichte mit Flusssäure der Berufgenossenschaft Chemie)
Verwendung
Zum Ätzen von Glas und Metallen, des Weiteren in der Galvanik und in der Fassadenreinigung. Sowie auch zum Auflösen von Quarzkrusten auf Fluoriten, dabei bleibt der Fluorit unangetastet, da eine Säure nicht das eigene Salz anlöst.
Links
- [http://www.giftinfo.uni-mainz.de/Deutsch/therapiemanagement/Substanz/Flu%C3%9Fs%C3%A4ure.html weitere Informationen über HF]
Kategorie:Chemische Verbindung
Kategorie:Gift
ja:フッ化水素
Johann Friedrich Böttger
Johann Friedrich Böttger ( - 4. Februar 1682 in Schleiz; † 13. März 1719 in Dresden) war ein deutscher Alchemist.
Er galt lange Zeit als der Erfinder des Europäischen Porzellans, was jedoch neueren Quellen nach zu urteilen Ehrenfried Walther von Tschirnhaus zugestanden werden muss. Böttger kann aber der Verdienst der fabrikmäßigen Herstellung des Meissner Porzellans zugeschrieben werden.
Um das Jahr 1700 schloss sich der Apothekerlehrling Johann Friedrich Böttger beim Apotheker Zorn zu Berlin ins finstere Kämmerlein ein und hatte nichts geringeres vor, als die "Altinktur" zu finden, mit deren Hilfe nicht nur sämtliche Krankheiten geheilt werden können, sondern auch aus unedlen Metallen Gold herzustellen wäre. Da sein Treiben nicht geheim blieb und er bald als Eingeweihter in die Geheimnisse der Alchemie galt, hörte auch August der Starke davon und verlangte die Einziehung des "Kerls" (Schutzhaft). Böttger floh, wurde aber auf der Flucht in Gewahrsam genommen und nach Dresden zurückgebracht. Der sich immer in Geldnöten befindende Monarch verlangte von Böttger die Herausgabe der so genannten Alltinktur, sowie die Umwandlung von unedlen Metallen in pures Gold, was ihm natürlich nicht gelingen konnte.
1704 wurde nun auch von Tschirnhaus zur Beaufsichtigung des Goldmachers herangezogen. Wahrscheinlich hatte es Böttger dem Gelehrten zu verdanken, dass er nicht das harte Schicksal früherer alchemistischer Glücksritter teilen musste, indem ihn von Tschirnhaus zu seinen Experimenten heranzog. Böttger wollte davon aber nichts wissen und sträubte sich noch bis September 1707 gegen eine Mitarbeit.
Er wolle sich nicht "in die Porcellain-Arbeit melieren, die Tschirnhausens Angelegenheit sei". Erst auf höheren Befehl begann Böttger die Mitarbeit.
Im Dezember 1707 kam der König in das neue, für von Tschirnhaus eingerichtete Forschungslaboratorium in den Kasematten der Venusbastei (heute Brühlsche Terrasse) und ließ sich die Tschirnhaussche Erfindung vorführen.
Unter von Tschirnhaus Oberleitung wurden die planmäßigen Versuche mit verschiedenen Erden fortgesetzt, wobei mehrere Freiberger Berg- und Hüttenleute mitwirkten. Das Jahr 1708 brachte einen wesentlichen Fortschritt der Arbeit, da sich zwei Mineraliensendungen als besonders geeignet erwiesen: Eine gelieferte Probe Kaolin bei Schneeberg und ein Alabaster als Flussmittel. August der Starke ernannte von Tschirnhaus zum Geheimen Rat und Direktor der zu gründenden Manufaktur und verfügte, "daß wir dem Herrn von Tschirnhausen 2561 Thaler haben auszahlen lassen...". Von Tschirnhaus allerdings bat, diesen Titel erst nach Anlaufen der Fertigung führen zu dürfen.
Man spricht von einer Nacherfindung des Hartporzellans in Europa, weil Porzellan bereits aus dem Kaiserreich China bekannt war. Nur kannte man seine Zusammensetzung in Europa nicht. Dort gehen die Ursprünge bis auf etwa 200 Jahre vor Christus zurück. Tausend Jahre später gelang dort die Herstellung des durchscheinenden Porzellans, das dann später die Bewunderung und den Neid in der ganzen westlichen Welt erregte. Dem Wert nach wurde dieses Porzellan mit Silber und Gold gleichgesetzt. Man bezeichnete deshalb Porzellan auch als weißes Gold.
Tschirnhaus starb am 11. Oktober 1708 an der roten Ruhr. Der Fortgang der Entwicklungsarbeiten war unsicher.
Drei Tage nach Tschirnhaus' Tod berichtete Böttger in einer Meldung an den Statthalter Egon Fürst von Fürstenberg von einem Einbruch in dessen Haus, bei welcher Gelegenheit ein von Tschirnhaus gefertigter kleiner Porzellanbecher abhanden gekommen sei. Dieser Bericht ist ein besonders wichtiges Zeugnis, denn hier bestätigt Böttger selbst, dass es sich um ein echtes Porzellanerzeugnis von Tschirnhaus handelt.
Bis zum 20. März 1709 ruhten die Porzellanarbeiten, dann traf Melchior Steinbrück in Dresden ein. Steinbrück war der Hauslehrer der Familie von Tschirnhaus und hatte nun die Aufgabe, den Nachlass zu sichten. Hier fielen ihm u. a. auch die Porzellanrezepte in die Hände. Am 20. März 1709 unterzeichnete Steinbrück vor einem Notar die Aufstellung des Nachlasses von Tschirnhaus und traf in diesen Tagen mit Böttger zusammen, der dann plötzlich am 28. März 1709, also nur acht Tage später, dem König die Erfindung des Porzellans meldete. Böttger wurde Leiter der ersten Porzellan-Manufaktur Europas. Er ernannte Steinbrück zum Inspektor, dieser heiratete dann Böttgers Schwester.
1719 floh der Arkanist Samuel Stölzel aus Meißen nach Wien und verriet dort das Porzellan-Geheimnis. Er bekundete, dass nicht Böttger, sondern von Tschirnhaus das Porzellan erfunden habe.
Ebenfalls 1719 berichtete der Generalsekretär der Meißner Manufaktur, Caspar Bussius, in seinem Bericht, "daß die Porcellainerfindung nicht von Böttger, sondern von dem seeligen Herrn von Tschirnhausen herkommt und dessen schriftliche Wissenschaft ihm durch den Inspector Steinbrück zugebracht worden sey ".
In einem noch späteren Bericht aus dem Jahre 1731 schrieb Peter Mohrenthal: "Ganß Sachsen wird so leicht den Herrn von Tschirnhausen nicht vergessen, und sein Ruhm wird ewig bestehen, so lange nehmlich, als die Porcellain-Fabriqve in Meißen welche nächst der Chinesischen, ihresgleichen in der Welt nicht hat,... Denn eben der Herr von Tschirnhausen ist derjenige, so die Massam zum Porcellain am ersten glücklich gefunden, und hat sie nach ihm der bekannte Baron Bötticher völlig ausgearbeitet... Der Tod nehmlich unterbrach alle schöne Bemühungen des Herrn von Tschirnhausen, welche die Welt nicht mit Golde bezahlen kann."
Weblinks
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Böttger, Johann Friedrich
Böttger, Johann Friedrich
Böttger, Johann Friedrich
Böttger, Johann Friedrich
Böttger, Johann Friedrich
Böttger, Johann Friedrich
Böttger, Johann Friedrich
Kategorie:Porzellan
KanneEine Kanne (von lat. canna "Schilfrohr") ist ein Gefäß für Flüssigkeiten.
Kannen bestehen aus festen, zur Herstellung formbaren, Materialien (Keramik, Glas, Metall, Plastik etc.).
Sie werden zur Aufbewahrung und Darreichung, gewöhnlich von Getränken, verwendet. Oben befindet sich immer eine Öffnung zum Befüllen, die bei einigen Kannen mit einem Verschlussdeckel geschlossen ist. Kannen haben meistens einen Griff (Henkel, Stiel, Bügel) sowie eine Vorrichtung zum gezielten Entleeren (Ausguß, Loch, Schnaupe, Tülle).
Arten
nach Verwendung, Material oder besonderen Eigenschaften:
- Blechkanne
- Kaffeekanne
- Milchkanne
- Teekanne
- Thermoskanne
- Gießkanne
- Ölkanne
Redensart
"Volle Kanne" wird als Redewendung im Sinne von "mit maximaler Anstrengung" oder "mit höchster Geschwindigkeit" gebraucht.
Ort
Kanne (ausgesprochen: "kann") ist der Name eines am Albertkanal gelegenen sehenswerten Dorfes mit etwa 1.500 Einwohnern am äußersten Südost-Rand der flandrischen Provinz Belgisch-Limburg, direkt an der Grenze zu den Niederlanden (Stadt Maastricht; Schloß Neercanne) und zum wallonischen Landesteil Belgiens (Gemeinde Bassenge [französisch] / Bitsingen [niederländisch]); letztgenannter Ort ist weithin bekannt durch das Fort Eben-Emael).
Kategorie:Behälter
FormenbauDer Formenbau ist ein Spezialgebiet des Werkzeugbaus und stellt Werkzeuge (Formen) für die Massenproduktion her.
In der Massenproduktion hergestellte Gegenstände werden in der Technik, im Haushalt usw. verwendet. Mit Hilfe von Formen ist ab einer gewissen Mindeststückzahl eine kostengünstige und schnelle Teileherstellung gewährleistet. Der Formenbau beschäftigt sich hautpsächlich mit der Herstellung von dreidimensionalen, aber auch zweidimensionalen Formen. Die eigentliche Form besteht in der Regel aus gehärtetem oder vergütetem Werkzeugstahl oder aus Hartmetall. Die meistens sehr genauen Formkonturen werden mit Hilfe von verschiedenen Werkzeugmaschinen eingearbeitet.
Verfahren
Der Formenbau dient der Herstellung von Werkzeugen (Formen) für verschiedenste Verfahren:
- Spritzgießen (Verarbeitung von Kunststoff) (Thermoplast - Duroplast - Elastomer)
- Druckgießen (Verarbeitung von Nichteisen-Legierungen, z. B. Aluminium, Magnesium und Zink)
- Spritzpressen
- Formpressen
- Strangpressen
- Gesenkschmieden (Verarbeitung von Metall)
Diese Verarbeitungsverfahren können wiederum in Kombination miteinander verwendet werden. Auch können komplett verschiedene oder ähnliche Materialien in nacheinender folgenden Prozessen kombiniert verarbeitet werden.
Konstruktionszeichnung eines Kunststoff-Spritzgießwerkzeuges
Image:Spritzgießwerkzeug1.jpg|Auswerferseite (links) und Düsenseite (rechts)
Bild:Spritzgießwerkzeug2.jpg|Längsschnitt durch's Werkzeug
Bild:Spritzgießwerkzeug3.jpg|Querschnitt durch's Werkzeug
Fotos eines Druckgußwerkzeuges
Bild:Werkzeug_ds.jpg|Druckgußwerkzeug für Aluminium, hier sieht man die Düsenseite
Bild:Werkzeug_as.jpg|Druckgußwerkzeug für Aluminium, hier sieht man die Auswerferseite
Formbestandteile
Der Formenbau hat unter anderem die Aufgabe, die verschiedensten Werkstücke nach Konstruktionszeichnung und NC-Daten herzustellen, die zusammen mit eingekauften Normteilen und Normalien ein komplettes Werkzeug ergeben. Insgesamt kann eine fertig montierte Form aus bis zu mehreren hundert Einzelteilen Formbestandteilen bestehen.
Eine Form (Werkzeug) besteht mindestens aus einer Matrize, welche das Negativ der Außenform für das herzustellende Massenteil bildet. Um die Innenform dieses Teils zu bilden wird der so genannte Kern benötigt.
Der Formaufbau besteht aus mehreren Teilen und dient verschiedensten Funktionen. Matrize und Kern werden darin in abgestimmter Position zu einander festgehalten. Das Werkzeug kann mit Hilfe von Aufspannplatten einfacher auf der Verarbeitungsmaschine befestigt werden. Auch ein Angusssystem (Heißkanal) und die Ausstoßerei befindet sich im Aufbau. Daneben erfüllt der Formaufbau aber noch weitere Funktionen.
Entformung
Je nach Verfahren wird ein herzustellendes Massenteil anders entformt. Zum Teil werden komplizierte Mechanismen angewendet, um ein Teil aus dieser Form wieder herauslösen zu können. Die kompliziertesten Mechanismen werden beim Spritzgießen und beim Druckgießen angewendet. Neben ganz gewöhnlichen Ausstoßern oder Abstreifern werden Schieber, Schrägausstoßer oder sogar Zusammenfallkerne verwendet, um Hinterschnitte entformen zu können. Diese Entformungsvarianten können auch miteinander kombiniert werden.
Schwindung
Damit die verschiedenen Materialien (Werkstoffe) in der Massenfertigung verarbeitet werden können, müssen diese erwärmt werden oder es entsteht bei der Verarbeitung Wärme. Beim Abkühlen wird dabei das endgültige Werkstück etwas kleiner. Diese Verkleinerung nennt man Schwindung (Schwund). Die Schwindung hängt hauptsächlich vom verwendeten Material, aber auch vom angewendeten Verfahren, dessen Verarbeitung und weiteren Faktoren ab. Die Schwindung muss bei der Herstellung einer Form berücksichtigt werden. Das heißt, dass eine Kontur (jedes Maß) um einen bestimmten Prozentsatz vergrößert werden muss. Dies wird in der Konstruktion berücksichtigt. Bei stark formunterschiedlichen und unsymmetrischen Konturen wird oftmals auch ein so genanntes Puschen der Kontur notwendig. Damit wird die Maßhaltigkeit bei unterschiedlicher Längs- und Quer-Schwindung verbessert.
Oberflächenbeschaffenheit
Ein Massenteil weist immer eine ganz bestimmte Oberflächenbeschaffenheit und Rauheit auf. Diese Oberflächenbeschaffenheit muss beim Herstellen einer Form berücksichtigt werden. Je nach Bedürfnis des Endkunden wird die Oberfläche einer Form poliert, nach einem bestimmten Muster strukturiert (z. B. ätzen oder sandstrahlen) oder im angewendeten Herstellungsverfahren der entsprechenden Werkzeugmaschine belassen.
Wichtige Funktionen in einer Form:
Angusssystem
Der Anguss dient der Materialzuführung an das zu gießende Werkstück und kann unterschiedlich ausgestaltet sein. Das Werkstück wird entsprechend dem Kundenwunsch entweder über eine "Rübe", einen Tunnel (Tunnelanguss), evtl. mit Kaltkanal oder durch ein ganzes Heißkanalsystem (Hotrunner) angegossen. Der Preis einer Form wird wesentlich von der Angussart mitbestimmt. Dafür können bei der Verarbeitung je nach Angussart wieder Kosten eingespart werden.
Ausstoßer (Auswerfer)
Die Ausstoßer- oder Auswerfereinheit dient der Entformung eines gespritzten oder gegossenen Teiles. Es besteht im Wesentlichen aus einer Ausstoßerplatte und einer Halteplatte sowie von der Teilekontur abhängigen Anzahl, in der Regel runden Auswerfern. Die von der Halteplatte durch einen Bund festgehaltenen Auswerfer werden via Ausstoßbolzen und Ausstoßerplatte nach vorne geschoben, um das Teil aus der Form auszuwerfen respektive auszustoßen.
Bei komplexeren Formteilkonturen kann der Ausstoßer auch aufwändigere Funktionen wie Schrägausstoßer, Konturausstoßer, Hülsenauswerfer oder Flachauswerfer beinhalten. Der Ausstoßer ist in der Regel durch Endschalter abgesichert um Fehlern im Programmablauf und damit einer Beschädigung der teuren Formpartien vorzubeugen.
Schieber
Schieber dienen dazu, Partien zu entformen, die nicht in normaler Entformungsrichtung entformt werden können. Das heißt, dass das gespritzte oder gegossene Teil nicht durch das alleinige Öffnen der Form in der so genannten Trennebene entformt werden kann. Diese Partien nennt man Hinterschnitte.
Solche Hinterschnitte am Formteil können eine Form massiv verteuern, auch wenn diese nur sehr klein sind. Die Lage des Hinterschnittes, welche die Richtung der Entformung angibt, ist mitbestimmend für den Aufwand zur Herstellung eines Werkzeuges.
Schieber werden entweder mechanisch durch Schrägzugbolzen während des Öffnens der Form oder hydraulisch betätigt, um das Spritzteil oder Gussteil bei den Hinterschnitten zu befreien.
Kühlung oder Heizung (Temperierung)
Die Kühlung einer Form bestimmt wesentlich die Zykluszeit in der Produktion und damit die Kosten des herzustellenden Serienteiles. Je besser die Kühlung, desto kürzer ist die Zykluszeit. Auch der Teileverzug und damit die Qualität des gespritzten oder gegossenen Teiles kann damit beeinflusst werden.
In bestimmten Situationen ist auch eine Heizung notwendig, um zum Beispiel eine Form auf eine gewisse Temperatur für das Giessen zu bringen.
Aufspannung
Um eine Form in der Gießmaschine zu befestigen dient in der Regel beidseitig eine Aufspannplatte. Diese wird meistens mit Spannnuten versehen, die auf den entsprechenden Maschinentyp abgestimmt sind.
Die heutige Fertigung verlangt immer schnellere Wechsel der Produkte und damit kleinere Serien, die hergestellt werden (Just-in-Time). Bei den damit verbundenen häufigen Wechseln der Form auf der Produktionsmaschine kann ein Schnellspannsystem sinnvoll sein. Dieses vereinfacht die Aufspannung und den schnellen Anschluss von Kühlung, Hydraulik oder Pneumatik.
Mikroformenbau [http://www.ipt.fraunhofer.de/cms.php?id=1299]
Die Mikrosystemtechnologie ist ein Markt mit einer der größten Wachstumsraten weltweit und hat inzwischen den Weg aus den Laboren in die Serienfertigung gefunden. Diese fortschreitende Miniaturisierung von Bauteilen stellt neue Herausforderungen an den Werkzeug- und Formenbau.
Das Fräsen nimmt in der Herstellung von Mikroformen und -werkzeugen eine Schlüsselposition ein. Im Vergleich zu anderen Verfahren, wie z.B. dem Schleifen, Erodieren, Lasern oder den Fertigungsverfahren aus der Halbleitertechnik weist es verschiedene Vorteile auf:
- Bearbeitung von Werkzeugstählen
- hohe Geometriefreiheit
- Nutzung vorhandener CAD/CAM-Infrastrukturen
- geringe Umweltbelastung durch Betriebsmittel
- relativ geringe Investitionen
Zusatzfunktionen
Immer öfter werden vom Kunden Zusatzfunktionen erwartet, die nur indirekt mit dem eigentlichen Werkzeug (Form) in Verbindung stehen:
Zufuhr- oder Handlingssystem
Zur Entnahme der gespritzten oder gegossenen Teile oder für die Zuführung von Einlegeteilen wird ein Handlingssystem benötigt. Es dient der Automatisierung in der Produktion, unter anderem auch für den Schichtbetrieb.
Entgratwerkzeug
An der Trennung der beiden Fromhälften entsteht unter Umständen ein Grat (Formtrenngrat). Dieser wird gegebenenfalls zusammen mit dem Angusssystem und den allfälligen Überlauf per Stanzentgraten entfernt.
Engineering
Die heutige Entwicklung von Produkten verlangt nach parallelem Arbeiten zwischen Kunde und Werkzeughersteller. Man nennt dies Simultaneous Engineering, welche die Entwicklungszeit für Produkte verkürzt. Ein Teil oder die gesamte Engineeringarbeit kann dabei auch durch den Formenbau ausgeführt werden.
Beschriftung
Eine eindeutige Beschriftung der hergestellten Formbestandteile vereinfacht die Ersatzteilbestellung.
Weblinks
- [http://www.pwz.vdma.org Homepage des VDMA Werkzeugbaus mit weiteren Informationen zur Branche]
- [http://www.vdwf.de Homepage des VDWF (Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer)]
Kategorie:Werkzeugmaschine
WerkstückAls Werkstück bezeichnet man einzelne Bauteile (seltener bereits montierte Baugruppen), die in irgendeiner Form bearbeitet werden. Die Bearbeitungsmethode selbst spielt keine Rolle.
Der Begriff Werkstück hat sich im Handwerk und in der Industrie durchgesetzt. Er bezieht das Werk als vollbrachte oder zu vollbringende Tätigkeit auf das Objekt, an dem diese ausgeführt wird.
Kategorie:Werkzeug
Kategorie:Maschinenbau
Henkel (Griff)Als Henkel bezeichnet man einen gebogenen Griff, der in vertikaler oder horizontaler Lage an Töpfen, Tassen, Bechern, Gläsern oder anderem Geschirr angebracht ist. In den meisten Fällen sind beide Enden dieses Griffstücks mit dem Geschirr verbunden. Längere Griffstücke, die nur mit einem Ende an dem Geschirr befestigt sind (z.B. bei Pfannen) fallen nicht unter den Begriff Henkel.
Kategorie:esskultur
GlasurGlasur ist eine "glasartige" oder "glasige" Oberflächenbeschichtung. Glasuren gibt es in der Keramik und der Kochkunst. Siehe:
- Glasur (Keramik)
- Glasur (Küche)
Porzellanmaler
Porzellanmaler, Glas- und Kerammaler sind anerkannte Handwerks- und Ausbildungsberufe. Je nachdem, in welcher Branche sie tätig sind, verzieren sie Porzellan und Keramikprodukte aber auch Flachglas und Hohlglas. Die Dekors werden im manuellen oder teilmechanisierten Verfahren und Techniken aufgebracht und im Brennofen eingebrannt. Ein künstlerisches Talent ist bei dieser kunsthandwerklichen Tätigkeit Voraussetzung.
Berufsinhalt
Die zu verzierenden Porzellanteile werden vom Porzellanmaler mit Ränder-, Linien- und Bänderdekors, verschiedenen Schriftarten, Monogrammen, Blumen oder Ornamenten bemalt. Hierzu tragen sie Keramische Farben und Edelmetallpräparate wie Gold und Silber von Hand mit dem Pinsel, der Feder oder einem Stempel auf.
Stempel
Arbeitsstätten
Porzellanmaler, Glas- und Kerammaler arbeiten an Arbeitstischen in möglichst staubfreien, gleichmäßig beleuchteten Räumen. Zur Tätigkeit eines Porzellanmalers gehört auch das arbeiten in einer Spritzkabine mit Spritzpistole und Schablonen.
Porzellanmaler hatten noch bis vor wenigen Jahrzehnten in den Manufakturen und Porzellanfabriken im Vergleich zu den anderen Beschäftigten eine Art Sonderstellung. Sie hatten ein hohes Ansehen. Viele Porzellanmaler wurden mit ihren Arbeiten berühmt, wie etwa Johann Gregor Hoeroldt. Dieser prägte nach dem Tod von Johann Friedrich Böttger (1719) mit seinen Dekoren entscheidend den Charakter des Meissener Porzellans.
Viele Porzellanmaler üben auch heute noch in ihrer Freizeit als Hobby oder als Nebenbeschäftigung die Kunstmalerei aus, so wie es schon Generationen von Berufskollegen vor ihnen taten.
siehe auch: Glasmalerei und Liste von Berufen
Bedeutende Porzellanmaler und Künstler
- Johann Christoph Bauer, ab 1776 Porzellanmaler in Kopenhagen
- Christian David Busch,+1790 Porzellanmaler in den Manufakturen Meissen, Wien, München, Sevres, Kelsterbach
- Joseph Philipp Dannhofer, 1712-1790 Porzellanmaler in den Manufakturen Höchst, Ludwigsburg und Abtsbessingen
- Johann Martin Heinrici, 1711-1786 Porzellanmaler in den Manufakturen Meissen und Frankenthal
- Christian Friedrich Herold, 1700-1779 Spezialist in der Meissener Figuren- u. Goldmalerei
- Johann Gregorius Höroldt, 1696-1775 bedeutendster Porzellanmaler u. Farbchemiker in Meissen,gilt als Begründer der europäischen Porzellanmalerei
- Bonaventura Gottlieb Hoyer, 1709-1782 einer der bedeutendsten Figurenmaler in Meissen
- Sakaida Kakiemon, 1596-1666 Japanischer Porzellanmaler, der in Europa am meisten kopiert wurde
- Johann Gottfried Klinger, 1701-1781 einer der besten Blumenmaler in Meissen
- David Köhler, 1683-1723 erfand das Meissener Unterglasurblau
- Josef Leithner, einer der bekanntesten Wiener Porzellanmaler
- Adam Friedrich Löwenfinck, 1714-1749 einer der berühmtesten Porzellan-Dekorgestalter des 18.Jahrhunderts in Meissen
Weblinks
- http://www.meissen.de/por_malerei.html Die verschiedenen Spezialisierungen in der Porzellanmalerei
- [http://www.24infobox.de/kultur/porzellanmalerei.html Porzellanmalerei] - Entstehungsgeschichte
- [http://www.sabineschaffmeister.de Porzellanmalerei von Sabine Schaffmeister]
Kategorie:Handwerksberuf
Kategorie:Porzellan
Delft
Delft ist eine niederländische Stadt in der Provinz Südholland.
Die niederländische Stadt Delft verdankt ihren Namen dem künstlichen Wasserlauf Delf, an dem sie entstanden ist.
In Deutschland ist Delft vor allem bekannt für seine Porzellanmanufakturen und die dort hergestellten Delfter Fliesen.
Durch die 1842 gegründete Technische Universität hat Delft auch weltweiten Ruf in Bereichen technischer Innovation und Architektur errungen.
Söhne und Töchter der Stadt
- Christoph Delphicus von Dohna, Begründer der schwedischen Linie der Dohna
Weblinks
- [http://www.delft.nl Stadt Delft] (nl, en)
- [http://www.gemeentedelft.info Gemeindeverwaltung Delft] (nl)
- [http://www.monument.delft.nl Baudenkmäler in Delft] (nl, en)
- [http://www.delftmusea.nl/ Auswahl an Delfter Museen] (nl, en)
- [http://www.tudelft.nl/ Technische Universität Delft] (nl, en)
Kategorie:Ort in den Niederlanden
ja:デルフト市
1710
- 29. Januar: Modernisierung der kyrillischen Schrift durch Zar Peter I.
- Gründung der ersten europäischen Porzellanmanufaktur in Meißen (Sachsen) durch August den Starken
- Die Niederländer verlassen ihr Besitztum Mauritius
- Gründung der Stadt New Bern durch Einwanderer aus Bern im amerikanischen Carolina
Kultur
- 10. Januar: Uraufführung der Oper Turno Aricino von Giovanni Bononcini am Teatro della Favorita in Wien
- 16. Februar: Uraufführung der Oper Caio Gracco von Giovanni Bononcini an der Hofburg Wien in Wien
- 26. Juli: Uraufführung des Schäferspiels Aurora von Reinhard Keiser am Theater am Gänsemarkt in Hamburg
- 3. Januar: Richard Gridley, Britisch-amerikanischer Militäringenieur († 1796)
- 4. Januar: Giovanni Battista Pergolesi, italienischer Komponist († 1736)
- 15. Februar: Ludwig XV., König von Frankreich († 1774)
- 18. April: Friedrich Bogislav Graf von Tauentzien, preußischer General aus der friderizianischen Zeit († 1791)
- 14. Mai: Adolf Friedrich (Schweden), König von Schweden von 1751 bis 1771 († 1771)
- 28. Mai: Thomas Arne, britischer Komponist († 1778)
- 20. August: Thomas Simpson, englischer Mathematiker († 1761)
- 22. November: Wilhelm Friedemann Bach, deutscher Komponist († 1784)
- 10. Dezember: Johan Christian Wentzinger, Bildhauer, Maler und Architekt († 1797)
- 16. Januar: Higashiyama, 113. Kaiser von Japan ( - 1675)
- 26. Februar: Thomas de Choisy, Gouverneur von Saarlouis ( - 1632)
- 28. April: Thomas Betterton, englischer Schauspieler der Restaurations-Zeit ( - um 1635)
- 13. Mai: Heinrich (Sachsen-Römhild), Regent, Landgraf und königlich preußischer Feldzeugmeister ( - 1650)
- 3. Juli: Wolf von Lindenau, Rittergutsbesitzer und Amtshauptmann ( - 1634)
- 19. September: Ole Rømer, dänischer Astronom ( - 1644)
- 8. Oktober: Georg Benedikt Freiherr von Ogilvy, kursächsischer Generalfeldmarschall schottischer Abstammung ( - 1650)
ko:1710년
Meißen
Meißen (sorbisch: Mišno) ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Freistaat Sachsen und hat knapp 30.000 Einwohner.
Geographie
Geographische Lage
Freistaat Sachsen
Die Stadt Meißen – ca. 25 km nordwestlich von Dresden, ca. 100 km östlich von Leipzig und ca. 40 km nordöstlich von Freiberg (Sachsen) – liegt am Ausgang des Elbtalkessels an der Elbe und ihrem Nebenfluss, der Triebisch. Östlich von Meißen liegen Coswig und Radebeul, welche praktisch die Villenvororte von Dresden darstellen, jedoch selbstständige Städte sind. Niedrigster Punkt der Stadt ist der mittlere Wasserspiegel der Elbe bei 95 m Höhe über NN.
Nachbargemeinden
Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Coswig, Diera-Zehren, Käbschütztal, Klipphausen, Niederau, Triebischtal und Weinböhla im Landkreis Meißen.
Stadtgliederung
Plossen - Cölln - Questenberg - Altstadt - Triebischtal - Bohnitzsch - Spaar - Zaschendorf - Lercha - Niederfähre - Zscheila
Geschichte
Unterhalb der um 929 von Kaiser Heinrich I. gegründeten Burg "Misnia" entwickelte sich Meißen von der anfänglichen Marktsiedlung Ende des 12. Jahrhunderts zu einer Stadt (Stadtrechte 1332 urkundlich bezeugt). Im Zuge der 1539 hier eingeführte Reformation wurden die drei Klöster aufgelöst und im ehemaligen Franziskanerkloster eine Stadtschule eingerichtet. Ab 1543 befindet sich die Fürstenschule im ehemaligen Kloster St. Afra. Wirtschaftlich wurde Meißen lange Zeit durch die Tuchmacherei bestimmt, welche durch den Dreißigjährigen Krieg aber nahezu zum erliegen kam. 1710 wurde unter August dem Starken die Porzellanmanufaktur eröffnet, welche neue Impulse setzte.
Bis 1423 existierte die Markgrafschaft Meißen. Bekannte Markgrafen von Meißen waren die Wettiner Konrad der Große, Otto der Reiche, Dietrich der Bedrängte, Heinrich der Erlauchte und Friedrich der Streitbare, der Kurfürst von Sachsen wurde.
Der Meißner Dom und die Albrechtsburg prägen die Silhouette von Meißen. Um 1250 wurde mit dem Bau des Doms begonnen. Ab 1470 wurde unter Arnold von Westfalen die Albrechtsburg errichtet.
Die historische Innenstadt wurde durch das Elbehochwasser 2002 schwer beschädigt.
Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):
31. Dezember
- 29. Oktober
- 31. August
Kultur und Sehenswürdigkeiten
31. Dezember
- Meißner Dom ( http://www.dom-zu-meissen.de )
- Albrechtsburg ( http://www.albrechtsburg-meissen.de )
- Porzellan-Manufaktur ( http://www.meissen.de )
- Schloss Scharfenberg
- Schloss Siebeneichen
Siehe auch: Meissener Porzellan, Missingsch
Regelmäßige Veranstaltungen
An einem Wochenende Ende September findet das Weinfest statt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Meißen ist über die Elbe durch die Sächsische Dampfschifffahrtsgesellschaft unter Anderem mit Dresden verbunden. Weiterhin führt die Bundesstraße B6 durch das Zentrum von Meißen. Über eine Bahnlinie ist Meißen ebenfalls mit Dresden und Leipzig verbunden.
Ansässige Unternehmen
- Kabelwerk Meißen [http://www.balzer-kabel.de]
- UKM Meißen [http://www.ukm-meissen.de]
- Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH [http://www.meissen.de]
- DURAVIT Sanitärporzellan Meissen GmbH [http://www.duravit.de]
Medien
- Meissen Fernsehen [http://www.meissen-fernsehen.de/]
Bildung
- Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung [http://www.fhsv.sachsen.de/ ]
- Sächsische Landesgymnasium Sankt Afra (ehemalige Fürstenschule, heute Hochbegabtenförderung)[http://www.st-afra.de/]
- Gymnasium Franziskaneum Meißen [http://www.franziskaneum.de/]
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- 1416, Herzog Sigismund von Sachsen, † in Rochlitz, Bischof von Würzburg
- 1468, 13. Juni,Johann der Beständige,† 16. August 1532 in Schweinitz, Kurfürst von Sachsen
- 1616, Johann Klaj, † 16. Februar 1656 in Kitzingen, Dichter
- 1755, 10. April, Christian Friedrich Samuel Hahnemann, † 2. Juli 1843 in Paris, Arzt, Begründer der klassischen Homöopathie.
- 1819, 26. März, Louise Otto-Peters, † 13. März 1895 in Leipzig, Schriftstellerin, Frauenrechtlerin.
- 1871, 22. März, Franz Adam Beyerlein, Schriftsteller
- 1909, 22. Mai, Rudolf Bergander, † 10. April 1970 in Dresden, Maler
- 1936, 1. Juni, Peter Sodann, Schauspieler, Regisseur und Theaterintendant
- 1962, 10. Juni, Ralf Schumann, Sportschütze, Olympiasieger 1992, 1996 und 2004 mit der Schnellfeuerpistole.
Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
- Der bekannteste Bischof von Meißen war Benno von Meißen.
- Ein berühmter Schüler der fürstlichen Landesschule St. Afra war Gotthold Ephraim Lessing (1741–1745).
- Eng verbunden mit dem Porzellan ist Johann Friedrich Böttger ( - 4. Februar 1682 in Schleiz; † 13. März 1719 in Dresden)
kulinarische Spezialitäten
Johann Friedrich Böttger auf die Silhouette von Meißen mit Dom und Albrechtsburg]]
Das Weinanbaugebiet um Meißen gilt als das nördlichste kommerzielle Weinbaugebiet der Welt. Es bringt besonders bei Kennern geschätzte, trockene Weine hervor.
Die Meißner Fummel ist ein aufgeblasenes und sehr zerbrechliches Gebäck. Dies wurde angeblich erfunden, um einen der Trunkenheit zugetanen Boten des sächsischen Königs zu erziehen: dieser musste die Fummel nach der Reise unversehrt vorweisen, was bei den damaligen Straßenverhältnissen nicht in trunkenem Zustand möglich war.
Die Gegend um Meißen ist ein Obstanbaugebiet, in dem sich auch noch einige ältere Apfelsorten finden.
Sonstiges
In Meißen wird eine spezielle Form des Sächsischen Dialektes gesprochen: das Südostmeißnische, welches einen der fünf Meißnischen Dialekte darstellt.
Literatur
- Rauda, Fritz: Meissen - die tausendjährige sächsische Elbstadt. Augsburg 1929
- Akademie der Wissenschaften der DDR (Hrsg.): Elbtal und Lösshügelland bei Meissen. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme in den Gebieten von Hirschstein und Meißen. (Werte unserer Heimat Bd. 32), Berlin 1979.
Weblinks
- http://www.meissen24.de/
- http://www.stadt-meissen.de/
Kategorie: Ort in Sachsen
ja:マイセン
Meissener Porzellan
Das Meissener Porzellan ist das erste europäische Porzellan. Es wurde 1708 durch Ehrenfried Walther von Tschirnhaus im Auftrag des damaligen sächsischen Kurfürsten August dem Starken erfunden. Nach dessen Tode brachte Johann Friedrich Böttger die Erfindung Tschirnhaus zu fabrikmäßigen Fertigung. Damals wurde Porzellan noch als das so genannte "Böttgersteinzeug" bezeichnet.
Das charakteristische Merkmal des Meissener Porzellans ist die Schwertermarkung an den Porzellangegenständen. Doch die Schwertermarkung sah nicht immer so aus wie heute. Erst seit 1934 existiert die heutige Markung. Die Staatliche Porzellanmanufaktur Meissen war ehemals eine Königliche Porzellanmanufaktur und zu Zeiten der DDR ein Volkseigener Betrieb (VEB). Die Handbemalung der Stücke macht jedes Teil zu einem einzigartigen Meisterwerk der Kunst. Daher ist dieses auch im Vergleich zu anderen Porzellanen sehr teuer. Bekannte Dekore sind das Zwiebelmuster, Purpur Rose und das Weinlaub.
Anfänge des Meissener Porzellans
Weinlaub
Johann Friedrich Böttger behauptete Anfang des 18. Jahrhunderts, dass er aus wertlosen Materialien Gold herstellen könne. Als dies der sächsische Kurfürst August der Starke in Dresden hörte, ließ er ihn in der Jungfernbastei in Dresden einsperren, um ihn Gold fabrizieren zu lassen. Nach einigen Jahren kam Johann Friedrich Böttger immer noch nicht zu einer geeigneten Rezeptur, stattdessen beteiligte er sich an Tschirnhaus Versuchen zur Herstellung von Porzellan. Nach dessen plötzlichen Tode machte er sich die geglückte Erfindung zu eigen und führte sie in die manufakturelle Produktion über.
1710 wurde die Albrechtsburg als Produktionsstätte des Porzellans genutzt. Sie bot vor allem Schutz für das Herstellungsgeheimnis des weltweit ersten Hartporzellans. Um das Produktionsgeheimnis weiterhin zu wahren, wurden stets nur einem kleinen Kreis von Mitarbeitern ein Bruchteil des Geheimnis mitgeteilt. Dennoch gelang es dem geflohenen Arkanisten Samuel Stöltzel die Rezepturen nach Wien zu bringen, wo auch 1718 die erste Konkurrenz zum Meissener Porzellan entstand.
So erkannte man die Notwendigkeit, das Porzellan zweifelsfrei identifizieren zu können. Es entstand eine Marke, die auf das Porzellan aufgetragen wird. Diese Marke entwickelte sich bis heute zu den weltbekannten "Gekreuzten Schwertern". Schon in den ersten Jahren versuchte man ein solches Markenzeichen zu entwickeln, doch erst die Erfindung der blauen Unterglasurfarbe im Jahre 1720 bot einen hohen Schutz, der Fälschungen und Nachahmungen weitgehends ausschließt.
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