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| Vortigern |
VortigernVortigern, ein britischer Kriegsherr (Warlord) des 5. Jahrhunderts, wird im allgemeinen bezichtigt, die Angelsachsen eingeladen zu haben, als Söldner nach Britannien zu kommen. Später hätten diese Söldner dann revoltiert und ihre eigenen Königreiche gegründet.
Die Details seiner überlieferten Lebensgeschichte variieren über die Jahre seit sie niedergeschrieben wurde – und ob es sich bei Vortigern um eine historische Figur handelt oder lediglich einen Versuch, zu erklären, wie es dazu kommen konnte, dass die Angelsachsen fortan die Geschichte der Insel mitbestimmten, hängt alleine davon aber, für wie glaubwürdig man die überliefernden Autoren hält: Gildas, Beda Venerabilis, die Anglo-Saxon Chronicle, die Historia Britonum, Geoffrey von Monmouth und Wace, die alle unterschiedliche Details aus dem Leben Vortigerns berichten.
Der erste Schriftsteller, der die Geschichte von Vortigern erzählte, war im 6. Jahrhundert der Geschichtsschreiber Gildas. Er berichtet in Kapitel 23, wie „alle Ratsmitglieder, zusammen mit diesem stolzen Tyrannen“ den Fehler machten, „die stolzen und gottlosen Sachsen“ in Britannien anzusiedeln, um als Soldaten für die lokale römisch-britische Aristokratie zu dienen, denen die kaiserliche Regierung fehlte, um gegen die Pikten zu kämpfen. Eine kleine Gruppe kam zuerst und wurde „auf der Ostseite der Insel aufgrund einer Einladung eines Unglückskönigs“ angesiedelt. Diese kleine Gruppe lud mehr und mehr ihrer Landsleute ein, ihnen zu folgen, und die Kolonie wuchs. Am Ende beantragten die Sachsen, dass „ihre monatliche Zuteilung“ erhöht werden solle, und als dies schließlich abgelehnt wurde, brachen sie ihren Vertrag und plünderten das Land der Briten.
Gildas fügt zwei kleine Details hinzu, die nahe legen, dass entweder er oder seine Quelle einen Teil der Geschichte von den Angelsachsen erhielt. Zum einen: wenn er die Größe der ersten Sachsengruppe beschreibt, stellt er fest, dass sie in drei „cyulis“ oder „keels“ kamen, „wie sie ihre Kriegsschiffe nennen“ – wohl das erste bekannte englische Wort. Zum anderen: er wiederholt, dass den Sachsen als Besucher „durch einen bestimmten Wahrsager unter ihnen prophezeit wurde, dass sie das Land besetzen sollten, zu dem sie 300 Jahre gesegelt seien, um es die Hälfte der Zeit, 150 Jahre, zu plündern und auszurauben“. Beide Details werden kaum von einer römischen oder keltischen Quelle erfunden worden sein.
Moderne Forscher haben verschiedene Details von Gildas Geschichte diskutiert, und versucht, seine Sprache zu analysieren, um mehr Information zu gewinnen. Ein Punkt der Diskussion waren die Wörter, die Gildas benutzte, um die finanzielle Beihilfe der Sachsen zu beschreiben („annonas“, „epimenia“), und ob es sich um juristische Begriffe aus einem Unterstützungsvertrag handelt, eine spätrömische politische Praxis, um Alliierte aus „barbarischen“ Völkern anzusiedeln, um innerhalb der Grenzen des Reichs die Truppen mit Soldaten zur Verteidigung auszustatten. Es ist nicht bekannt, ob Privatpersonen diese Praxis übernahmen. Ein anderer Punkt der Diskussion war, wo genau in Britannien Gildas die Ostseite der Insel sieht, in Kent, East Anglia, oder an der Küste von Northumbria. Die einzige Sicherheit, die man nach dem Durcharbeiten der Sekundärliteratur erhält, dass auch die Schriftsteller in Gildas Umgebung mit den Lücken bei diesen Angaben kämpften, die sie dann mit eigenen Ermittlungsergebnissen oder schlicht mit ihrer Phantasie füllten.
Der erste, der Gildas Darlegung prüfte, war Beda Venerabilis, der bei modernen Forscher hoch angesehen ist. Beda fügt einige Details hinzu, vielleicht als wichtigstes den Namen des „stolzen Tyrannen“, Vortigern (lateinisch „Uurtigernus“, altenglisch „Wyrtgern“). Beda kennt zudem das Jahr 499 - „Markian wurde zum Kaiser gemacht mit Valentinian, und der 46. (Kaiser) seit Augustus regierte das Reich sieben Jahre“ – das traditionell akzeptiert wurde, aber seit dem späten 20. Jahrhundert doch infrage gestellt wird. Beda bietet auch mehr Information über die Wilden, die Vortigern nach Britannien einlud: er gibt ihren Anführern Namen, Hengest und Horsa, und identifiziert ihre Stämme: Sachsen, Angeln und Jüten. (H.E., 1.14,15).
Die Darstellung in der Anglo-Saxon Chronicle wartet mit einer großen Menge an Details auf. Die Chronik liefert Daten und Orte von vier Schlachten, die Hengest und sein Bruder Horsa gegen die Briten im Südosten schlugen, in den historischen Grafschaften Kent und Middlesex. Vortigern soll der Anführer der Briten nur in der ersten Schlacht gewesen sein, die Gegner in den drei nächsten Treffen werden abwechselnd „Briten“ und „Waliser“ genannt – was nicht unüblich für diesen Teil der Chronik ist – aber die sächsischen Invasoren tragen in jedem Aufeinandertreffen den Sieg davon.
Die Historia Britonum zählt die gleichen vier Schlachten im Südosten des Landes auf, behauptet aber, das Vortigern oder sein Sohn Vortemir alle vier Schlachten gewonnen hätten. Da das Entstehungsdatum der Historia Britonum nicht eindeutig ist und auch später als das der Chronik liegen könnte, wird argumentiert, dass die Historia Britonum ihr Material aus einer Quelle nahe der Chronik geschöpft haben könne, aber legt man beide Berichte nebeneinander, dann wundert man sich über die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede, und fragt sich, ob nicht beide auf eine ältere Überlieferung zurückgehen.
Die Historia Britonum liefert mehr Informationen über Vortigern als eine Auflistung der vier Schlachten, die sich aber in mehreren Punkten widersprechen. Diese Widersprüche lassen sich aber verstehen, wenn man die Teile der Historia eingruppiert, die ihren möglichen Ursprung widerspiegeln. Außer dem was von Gildas übernommen wurde, ergeben sich fünf Stränge:
- Material aus dem Leben des Sankt Germanus. Diese Auszüge beschreiben Sankt Germanus' Zusammentreffen mit einem Benlli, einem ungastlichen Gastgeber, der zu einem unziemlichen Ende kommt, während sein Knecht, der Gastfreundschaft ausübt, zum Vorfahren der Könige von Powys wird; Vortigerns Sohn von seiner eigenen Tochter, den Germanus am Ende fördert, und Vortigerns eigenes Ende durch ein vom Himmel fallendes Feuer durch Germanus’ Gebete.
- Erzählungen, die erklären, warum Vortigern den Sachsen Land in Britannien versprach – erstens Thanet im Austausch für den Dienst in der Armee, dann den Rest von Kent gegen Hengest’s Tochter, dann Essex und Sussex nach einem Bankett, bei dem die Sachsen heimtückisch alle britischen Anführer töteten, aber Vortigern verschonten, um eben dieses Lösegeld zu erhalten.
- Die Zaubererzählung von Ambrosius und den beiden Drachen, die bei Dinas Emrys (walisisch für "Festung des Ambrosius") gefunden wurden.
- Eine Anzahl von Berechnungen zum Versuch, das Jahr festzulegen, in dem Vortigern die Sachsen nach Britannien einlud (was danach um 429 gewesen sein soll); und
- Genealogisches Material über Vortigerns Ahnen, die Namen seiner drei Söhne Vortimer, Pascent und Catigern, das ihn mit Gloucester in Verbindung bringt.
Die Geschichten der Historia Britonum offenbaren den Versuch eines oder mehrerer anonymer britischer Schreiber, mehr Detailreichtum unterzubringen und die Texte gleichzeitig an die Tatsachen der britischen Überlieferung anzupassen. Dies ist ein wichtiger Punkt, als dass deutlich wird, dass in dieser Zeit einer oder mehrere walisische Könige versuchten, ihre Genealogie zurück bis zu Vortigern zu verfolgen.
Es war dann Geoffrey von Monmouth, der die Geschichte von Vortigern in ihre bekannteste Form brachte. Geoffrey – oder die mündliche Überlieferung, die er aufgeschrieben hat – versuchte, das widersprüchliche Material der Historia Britonum in eine stimmige Erzählung umzuformen. Zwei der neuen Elemente können aus zeitgemäßer mündlicher Überlieferung stammen: das Bankett, bei dem die Sachsen die Briten überfielen, und das im modernen Wiltshire lokalisiert wird, und die Figur des Grafen Eldol von Gloucester, der sich aus der Falle freikämpft, um Aurelius Ambrosius als Dienstmann zur Verfügung zu stehen (Geoffrey formt den Namen aus der Figur des Ambrosius Aurelianus bei Gildas).
Nach Geoffrey nahm sich Wace des Materials an und fügte weiteres über Vortigern hinzu, und die Forschung konzediert ihm weitaus glaubwürdigere Aufzeichnung der mündlichen Überlieferung gemacht zu haben als Geoffrey von Monmouth. Vortigern erscheint auch in den späteren Erzählungen der Artussage, aber wenn, dann wird er üblicherweise so beschrieben wie bei Geoffrey oder Wace.
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John Henry Ireland, ein notorischer Fälscher von Shakespeares Manuskripten, behauptete ein verlorenes Stück von ihm wiedergefunden zu haben, betitelt Vortigern und Rowena, das am 2. April 1796 am Drury Lane Theatre aufgeführt wurde. Aber schon die Uraufführung ging im Gelächter des Publikums und der Schauspieler unter...
Kategorie:Britische Geschichte
Kategorie:Mann
Kategorie:Mittelalter (Literatur)
Kategorie:Artusepik
Kategorie:Historiographie
Warlord
Ein Warlord (englisch, soviel wie Kriegsherr) ist der militärische und politische Anführer z.B. eines Stammes oder einer Volksgruppe, der in einem begrenzten Gebiet die Kontrolle übernommen hat.
Entstehung
Ein Warlord kann nur dann seine Position erreichen, wenn das Gewaltmonopol des Staates (zumindest lokal) zusammenbricht (Staatszerfall). Diese Situation tritt oft im Zusammenhang mit Bürgerkriegen auf; aber auch der Fall eines Machtvakuums, etwa nach einem Krieg oder dem Abzug von Besatzungstruppen, schafft die Bedingungen, unter denen Warlords möglich werden. Bei Erfolg entwickeln sie sich unter Hintanstellung ursprünglicher Ziele regelmäßig zu "Gewaltunternehmern" (Georg Elwert).
Verbreitung
Beispiele für von Warlords dominierte Länder in der jüngsten Geschichte sind Somalia seit 1991, Afghanistan oder Zaire. Aber auch andere Länder der Dritten Welt kennen Warlords, wenn auch in geringerem Ausmaße.
In China dagegen sind Warlords nicht auf Stammes-Basis zu definieren (hier tauchte der Begriff erstmals auf). Vielmehr waren diese chinesischen "Kriegsherren" in der Regel im Beamtenapparat aufgestiegene Angehörige der Gentry (niederer Land-Adel), die insbesondere in der Republik-Zeit (Herrschaft der Nationalpartei, chin. Guomindang, 1912-1949) als Gouverneure mehr oder weniger selbständig und mit eigener Hausmacht über Provinzen oder Teilgebiete Chinas herrschten. So z.B. herrschten Liu Wenhui über Sichuan, die Provinz, die sich östlich an Tibet anschließt, und der muslim-chinesische Hui-Gouverneur Ma Bufang in Amdo/Qinghai.
Sonstiges
Siehe auch die vergleichbaren älteren Formen des "Räuberkapitalismus" (Max Weber): Raubritter, Condottiere, Seeräuber
Kategorie:Allgemeine Truppenkunde
Kategorie:Soziale Rolle
ja:軍閥
ko:군벌
5. Jahrhundert
Das 5. Jahrhundert begann am 1. Januar 401 und endete am 31. Dezember 500.
Es ist die Epoche der Spätantike.
Zeitalter/Epoche
Spätantike
Ereignisse/Entwicklungen
- um 410 - Abzug der Römer aus Britannien
- 476 Ende des Weströmischen Reiches - Romulus Augustulus wird von Odoaker abgesetzt
- Die Flotten der Vandalen dominieren das westliche Mittelmeer
- 475/476 Die Westgoten schreiben im Codex Euricianus ihr Volksrecht nieder.
Persönlichkeiten
- Augustinus von Hippo (354-430): De civitate Dei (um 420)
- Aëtius, weströmischer Heermeister (gest. 454)
- Attila, Hunnenkönig (gest. 453)
- Peroz I., Perserkönig
- Romulus Augustulus, letzter weströmischer Kaiser
Erfindungen und Entdeckungen
01-05
!
ja:5世紀
ko:5세기
simple:5th century
th:คริสต์ศตวรรษที่ 5
BritannienBritannien (lat.: Britannia) war die antike Bezeichnung für die, damals noch von Kelten bewohnte, Insel, die heute, zur Unterscheidung von der Bretagne [„(Klein-)Britannien“], Großbritannien heißt.
Die Insel umfasst heute die Länder England (mit Wales) und Schottland, der Name wird jedoch zuweilen im deutschsprachigen Raum auch für das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland oder die Britischen Inseln insgesamt benutzt.
Der Name „Britannia“ stammt vermutlich vom altirischen brith- bzw. breith-, was so viel wie „tätowiert“ bedeutet. Nach anderer Meinung könnte der Name auch vom ägyptischen Wort preton für „Importzinn“ stammen. Er wurde von den Römern auch als Bezeichnung der von ihnen im südlichen Teil der Insel eingerichteten Provinz verwendet. Das Gebiet der Provinz wurde 43 n.Chr. von Kaiser Claudius erobert. Im Jahr 410 wurden die letzten römischen Truppen abgezogen.
Zu römischer Zeit wurde unter dem Namen Britannia von den Romano-Briten auch der weibliche Genius des Landes als Gottheit angebetet.
Der vermutlich vorkeltische Name für Britannien ist Albion.
Der antike Name für Irland ist Hibernia.
Siehe auch
- Geschichte Britanniens
- Großbritannien
- Greater Britain
- Großbritannien und Nordirland
Kategorie:Römische Provinz
Kategorie:Britische Geschichte
simple:Britain
Beda Venerabilis
Beda Venerabilis (dt. Beda der Ehrwürdige, engl. the Venerable Bede) ( - um 673 bei Wearmouth in Northumbria; † 26. Mai 735 Kloster Jarrow) war ein englischer Benediktinermönch, Theologe und Geschichtsschreiber.
Der angelsächsische Beda wurde um 673 bei Wearmouth in Northumbria im heutigen Sunderland, Durham geboren. Er kam schon mit sieben Jahren in das Kloster St. Peter und Paul in Wearmouth. Dort wurde er von Benedict Biscop und von Ceolfrid erzogen und ausgebildet. Er wurde mit 19 Jahren Diakonus und mit 30 Jahren Priester. Er siedelte 686 ins northumbrische Kloster Jarrow bei Newcastle upon Tyne über, wo er sein weiteres Leben verbrachte.
Dort wirkte er als Lehrer, zeichnete sich durch seine umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit als Vertreter der northumbrischen Renaissance aus und wurde zu einem der bedeutendsten Gelehrten des frühen Mittelalters.
In seinen historischen Darstellungen zeigt er sich von Dionysius Exiguus beeinflusst.
Seine Historia ecclesiastica gentis Anglorum (von Alfred dem Großen ins Angelsächsische übersetzt), die "Kirchengeschichte des englischen Volkes" aus dem Jahre 731 zählt aufgrund ihrer neutralen Quellenauswertung sowie durch die von Beda eingeführte Zeitrechnung nach Inkarnationsjahren (d. h. es werden historische Ereignisse mit Jahren nach Christi Geburt verknüpft) zu den maßgeblichen Werken der Historiographie des Abendlandes. Das Werk behandelt die Geschichte Englands von der Eroberung durch Cäsar bis ins Jahr 731; es befasst sich u. a. mit der angelsächsischen Festlandsmission bei Friesen und (Alt-)Sachsen;
Beda erwähnt auch den fränkischen Teilstamm der Boruktuarier zwischen Ruhr und Lippe, er erwähnt die Missionare Willibrord und Suitbert und gedenkt der Klostergründung Suitberts in Kaiserswerth.
Hauptinteresse jener Zeit war die Berechnung des beweglichen Osterfestes, um es für alle Länder verbindlich und gleichzeitig zu datieren.
Beda verteidigte in seinen Schriften über die Zeit (De temporibus, De temporum ratione) den 532-jährigen, alexandrinisch-römischen Osterzyklus gegen die in Irland und England geübte Osterrechnungspraxis (Osterfeststreit, Ostersonntag, Osterdatum).
Ebenso berechnete Beda aus biblischen Vorgaben das Datum der Erschaffung der Welt: er kam auf den 18. März 3952 v. Chr.
Die von Beda (und Dionysius Exiguus) geschaffene Zeitrechnung ist die bis heute maßgebliche.
Weitere Werke des Beda Venerabilis umfassen die Naturwissenschaften: die Kosmographie De natura rerum, die Hagiographie: die Vita (et miracula) Cuthberti und das Martyrologium Bedae, die Geschichtsschreibung: eine Biographie über die Äbte von Wearmouth, die Patristik, sowie die Exegese (Kommentar zum Jakobusbrief).
Auch Gedichte Bedas sind erhalten, altenglische Werke wie das "Totenlied" soll der Gelehrte ebenfalls verfasst haben.
Die Verehrung Bedas besonders im frühen Mittelalter war groß. Dies betraf vor allem seine Wirkung als »Erforscher der Heiligen Schrift«, als Komputist und als Lehrer.
Papst Leo XIII. ernannte Beda Im Jahre 1899 zum Doctor ecclesiae.
Schriften
Lehrbücher für den Schulgebrauch:
: ’’De arte metrica’’
: ’’De schematibus et tropis sacrae scripturae’’
: ’’De orthographia’’
Theologische Arbeiten:
: ’’In Apocalypsin’’
: ’’In Acta’’
: ’’In Genesim’’
: Kommentar zum Jakobusbrief
Hagiografien:
: ’’Vita sancti Cudbercti’’
: Abhandlungen zur Chronologie:
: ’’De temporibus’’
: ’’De temporum ratione’’
Altenglische Literatur:
: Sog. Totenlied des Beda (?)
Ausgaben aus dem 19. Jahrhundert:
- diverse Werke, Giles, London, 1843-44, 12 Bde.
- diverse Werke, Migne, Paris, 1858, 6 Bde.
- Historia ecclesiastica, Molesley, London, 1869
- Historia ecclesiastica, Holder, Freiburg, 1882
- drittes und viertes Buch, Mayor und Lumby, London, 1878
- deutsche Übersetzung, Wilden, Schaffhausen, 1860
Literatur
- Beda, bearbeitet von W. Becker u.a., in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 1, Sp. 1774-1779
- Gehle, De Bedae Venerabilis vita et scriptis, Leiden, 1838
- Wright, Biographia britannica litteraria. Saxon period, Oxford, 1842
- Werner, Beda der Ehrwürdige, Wien, 1875
- Mommsen, Theodor, Die Papstbriefe bei Beda, in: Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde 17, 1892, S. 387-396
- Dresen, Arnold, Beda Venerabilis und der älteste Name von Kaiserswerth, in: Düsseldorfer Jahrbuch 28, 1916, S. 211-218
- Beda Venerabilis, Bedae opera de temporibus, hg. v. C. W. Jones, Cambridge (Mass.), 1943
- Beda der Ehrwürdige, Kirchengeschichte des englischen Volkes, 2 Teile, hg. v. Günther Spitzbart in: Texte zur Forschung 34, Darmstadt, 1982
- Beda Venerabilis, In epistulam Iacobi expositio. Kommentar zum Jakobusbrief. Lateinisch-Deutsch, übers. v. Matthias Karsten, (Fontes Christiani, Bd.40), Freiburg i. Br., 2000
Weblinks
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Kategorie:Kirchenlehrer
Kategorie:Heiliger
Beda Venerabilis
Kategorie:Kirchenhistoriker
Beda Venerabilis
Beda Venerabilis
Beda Venerabilis
Beda Venerabilis
Kategorie:Mann
Kategorie:Geboren 673
Kategorie:Gestorben 735
Historia BritonumDie Historia Brittonum oder Historia Britonum, die Geschichte der Briten, ist ein Werk der Geschichtsschreibung, das kurz nach 820 erstellt wurde und heute in mehreren unterschiedlichen Varianten existiert. Sie macht den Eindruck, eine Geschichte der britischen Bewohner der Insel von frühester Zeit an zu erzählen, und diente in Ermangelung verlässlicherer Quellen als Vorlage, um die Geschichte sowohl von England als auch von Wales zu schreiben.
Der Text selbst ist eine Sammlung von Auszügen, chronologischen Berechnungen, Anmerkungen und Zusammenfassungen, die auf früheren Aufzeichnungen basieren, von denen viele nicht mehr existieren, mit dem Ergebnis, dass die Zuverlässigkeit dieses Textes in Teilen und im Ganzen in Frage gestellt wird. Der Archäologe Leslie Alcock hat bemerkt, dass in einer Ausgabe des Manuskripts der Autor seine Arbeit als Anhäufung all dessen bezeichnet, was er finden konnte, und vorgeschlagen, diesen Text, sofern man bereit sei, diese Metapher weitergehend anzuwenden, "ein steinerner Hügel sei, uneben und schlecht zueinander passend […] grausam als Beispiel für die Kunst eines Historikers. Aber er hat die Rechtschaffenheit seiner Fehler. Wir können die einzelnen Steine des Hügels sehen, und in einigen Fällen den elterlichen Fels ausmachen, von dem er stammt, sein Alter und seine Verwitterung bestimmen."
Eine andere Sicht wird von David N. Dumville angeboten, der großen Aufwand betrieben hat, um die Entwicklung des Textes und die Beziehungen zwischen seinen Ausgaben zu ermitteln. Dumville glaubt, dass dieser Text zwischen seinem Ursprung und der Entstehung der erhalten gebliebenen Manuskripte mehrfach und auf vielerlei Weise durchgesehen, ergänzt und neu geschrieben wurde. Die Absicht des Autors sei es gewesen, eine stimmige Chronik nach Art der irischen Geschichtsschreiber seiner Zeit anzufertigen. Und da das Manuskript die einzige Geschichte von Wales neben Bedas Historia ecclesiastica gentis Anglorum sei, wurde es abgeschrieben und verändert, um diesem Anspruch zu genügen.
Traditionell wird die Historia Brittonum als Werk von Nennius angesehen, einem walisischen Mönch des 9. Jahrhunderts. Untersuchungen der verschiedenen Ausgaben zeigen jedoch, dass Gildas ebenfalls als Autor in Anspruch genommen wurde (da er der einzige Geschichtsschreiber war, den die damaligen Schreiber kannten), während andere (zum Beispiel das Manuskript Harleian 3859 der British Library) keinen Autor nennen. Dumvilles Forschungen haben gezeigt, dass die Zuschreibung des Werk zu Nennius aus dem 10. Jahrhundert stammt und nur in einem Zweig der Kopien auftritt, also von einem Schreiber herrührt, der die Wurzeln des Werks in den geistigen Traditionen seiner Zeit suchte.
Die Historia Brittonum hat auch deshalb Aufmerksamkeit erregt, weil sie eine Rolle in den Legenden und Mythen um König Artus spielt. Sie ist die Quelle mehrerer Geschichten, von denen einige von späteren Autoren wiederholt und ausgebaut wurden:
Die Ankunft der Angelsachsen
Das erste Thema ist die Geschichte von Vortigern, der den Angelsachsen als Gegenleistung für die Hand von Hengists Tochter erlaubte, sich auf der britischen Insel niederzulassen (die folgenden lateinischen Texte entstammen der Ausgabe von Theodor Mommsen):
31 … Guorthigirnus regnavit in Brittannia et dum ipse regnabat, urgebatur a metu Pictorum Scottorumque et a Romanico impetu nec non et a timore Ambrosii. interea venerunt tres ciulae a Germania expulsae in exilio, in quibus erant Hors et Hengist, qui et ipsi fratres erant, filii Guictglis, filii Guigta, filii Guectha, filii VVoden, filii Frealaf, filii Fredulf, filii Finn, filii Fodepald, filii Geta, qui fuit, ut aiunt, filius dei. non ipse est deus deorum, amen, deus exercituum, sed unus est ab idolis eorum, quod ipsi colebant.
Guorthigirnus suscepit eos benigne et tradidit eis insulam, quae in lingua eorum vocatur Tanet, Brittannico sermone Ruoihm. regnante Gratiano secundo cum. Equitio Saxones a Guorthigirno suscepti sunt anno cccxlvii post passionem Christi.
:Vortigern regierte in Britannien, und während er regierte, hatten (die Einwohner) Angst nicht nur vor den Überfällen der Pikten und Skoten, sondern auch vor der Gewalt der Römer und des Ambrosius. Inzwischen kamen drei Schiffe (mit Männern), die aus Germanien verbannt worden waren, (in Britannien) an, in denen Horsa und Hengist waren, Brüder, Söhne von Witgils, Sohn von Witta, Sohn von Wekta, Sohn von Wotan, Sohn von Frithowald, Sohn von Frithuwulf, Sohn von Finn, Sohn von Godewald, Sohn von Geta, der, wie man sagt, der Sohn eines Gottes war. Nicht der des allmächtigen Gottes, Amen, des ewigen Gottes, sondern der eines ihrer Götzen, die sie selbst verehren.
:Vortigern empfing sie freundlich und übergab ihnen die Insel, die in ihrer Sprache Thanet genannt wird und in britischer Sprache Ruym. Gratian der Zweite regierte zu der Zeit. Vortigern empfing die Sachsen im Jahr 347 nach der Passion Christi.
36 Factum est autem postquam metati sunt Saxones in supra dicta insula Tanet, promisit rex supra dictus dari illis victum et vestimentum absque defectione; et placuit illis, et ipsi promiserunt expugnare inimicos eius fortiter. at illi barbari cum multiplicati essent numero, non potuerunt Brittones cibare illos. cum postularent cibum et vestimentum, sicut promissum erat illis, dixerunt Brittones: non possumus dare vobis cibum et vestimentum, quia numerus vester multiplicatus est, sed recedite a nobis, quia auxilio vestro non indigemus. et ipsi consilium fecerunt cum maioribus suis, ut pacem disrumperent.
:Tatsache ist, dass, nachdem die Sachsen einige Zeit auf der oben erwähnten Insel Thanet gelebt hatten, der oben genannte König versprach, ihnen Nahrung und Kleidung zu geben, falls sie sich verpflichteten, gegen die Feinde seines Landes zu kämpfen. Aber da die Barbaren stark an Zahl zugenommen hatten, waren die Briten außer Stande, ihr Versprechen einzulösen. Als sie, entsprechend der Zusage, die sie erhalten hatten, Nahrung und Kleidung forderten, sagten die Briten: wir können euch keine Nahrung und Kleidung geben, da eure Zahl sich vervielfacht hat, und da wir eure Hilfe nicht mehr brauchen, könnt ihr nach Hause zurückkehren. Sie hielten Rat mit ihren Großen, ob sie den Frieden brechen sollten.
37 Hencgistus autem, cum esset vir doctus atque astutus et callidus, cum explorasset super regem inertem et super gentem illius, quae sine armis utebatur, inito consilio dixit ad regem Brittannicum: pauci sumus; si vis, mittemus ad patriam nostram et invitemus milites de militibus regionis nostrae, ut amplior sit numerus ad certandum pro te et pro gente tua. et ille imperavit ut facerent, et miserunt, et laegati transfretaverunt trans Tithicam vallem, et reversi sunt cum ciulis sedecim, et milites electi venerunt in illis, et in una ciula ex eis venit puella pulchra facie atque decorosa valde, filia Hencgisti. postquam autem venissent ciulae, fecit Hencgistus convivium Guorthigirno et militibus suis et interpreti suo, qui vocatur Ceretic et puellam iussit ministrare illis vinum et siceram et inebriati sunt et saturati sunt nimis. illis autem bibentibus intravit Satanas in corde Guorthigirni, ut amaret puellam, et postulavit eam a patre suo per interpretem suum et dixit: omne quod postulas a me impetrabis, licet dimidium regni mei. et Hencgistus, inito consilium cum suis senioribus, qui venerunt secum de insula Oghgul, quid peterent regi pro puella, unum consilium cum illis omnibus fuit, ut peterent regionem, quae in lingua eorum vocatur Canturguoralen, in nostra autem Chent. et dedit illis Guoyrancgono regnante in Cantia et inscius erat, quia regnum ipsius tradebatur paganis et ipse solus in potestatem illorum clam dari, et sic data est puella illi in coniugium et dormivit cum ea et amavit eam valde.
:Aber Hengist, der ein geschickter, verschlagener und listiger Mann war und sich über den feigen König und sein Volk kundig erfahren hatte, dass sie ohne Waffen waren, begann ein Gespräch und sagte dem britischen König: wir sind wenige, aber siehe, wir werden in unsere Heimat nach weiteren Kämpfern aus den Kämpfern unserer Region schicken, mit denen wir unsere Zahl erhöhen, um für dich und deine Leute zu kämpfen. Er befahl, dass sie dies taten, Boten wurden nach Skythien geschickt, und sie kamen zurück mit 16 Booten, und streitbare Kämpfer kamen hierher, und in einem ihrer Boote kam ein schönes und anmutige Mädchen, die Tochter des Hengist. Nachdem weitere Boote angekommen waren, bereitet Hengist ein Fest vor, zu dem er Vortigern einlud, seine Offiziere und seinen Übersetzer, der Keretix hieß, und befahl dem Mädchen, ihnen Wein und Bier zu reichen, damit sie sehr satt und betrunken werden. Während sie tranken fand Satan Zugang zu Vortigerns Herz, dass er das Mädchen liebe, und er begehrte sie bei ihrem Vater durch seinen Übersetzer, und sagte: Alles, was du von mir forderst wirst du erhalten, selbst die Hälfte meines Reichs. Und Hengist beriet sich mit seinen Ältesten, die zu ihm von der Insel Oghul kamen, was sie vom König für das Mädchen erbitten sollten; ein Rat, den alle gaben, war, dass sie um die Region bitten, die in ihrer Sprache Canturguoralen genannt wird, in unserer aber Kent. Und er gab sie her, wobei Guoyrancgono, der in Kent regierte, unwissend war, dass sein Reich den Heiden gegeben werden sollte, und er selbst seiner Macht beraubt werden sollte; und als das Mädchen in die Ehe mit ihm gegeben wurde und er mit ihr schlief, liebte er sie in hohem Maße.
38 Et dixit Hencgistus ad Guorthigirnum: ego sum pater tuus et consiliator tui, et noli praeterire consilium umquam, quia non timebis te superari ab ullo homine neque ab ulla gente, quia gens mea valida est. invitabo filium meum cum fratueli suo, bellatores enim viri sunt, ut dimicent contra Scottos, et da illis regiones, quae sunt in aquilone iutxta murum, qui vocatur Guaul. et iussit ut invitaret eos et invitavit: Octha et Ebissa cum quadraginta ciulis. at ipsi cum navigarent circa Pictos, vastaverunt Orcades insulas et venerunt et occupaverunt regiones plurimas ultra mare Frenessicum usque ad confinum Pictorum. et Hencgistus semper ciulas ad se paulatim invitavit, ita ut insulas ad quas venerant absque habitatore relinquerent, et dum gens illius crevisset et in virtute et in multitudine, venerunt ad supra dictam civitatem Cantorum.
:Hengist sagte dann zu Vortigern: Ich bin dein Vater und dein Ratgeber, und du solltest niemals meinen Rat übergehen, damit du nicht fürchten musst von irgendeinem Mann oder irgendeinem Volk unterworfen zu werden, denn mein Volk ist stark. Ich werde meinen Sohn und seine Brüder einladen, die gewiß kriegerische Männer sind, damit sie gegen die Schotten kämpfen, und du gibst ihnen die Länder, die im Norden bei dem Wall sind, der Mauer, die "Guaul" genannt wird. Und er befahl sie einzuladen und es wurden eingeladen Okta und Ebusa mit vierzig Booten. Mit diesen fuhren sie gegen die Pikten, verwüsteten die Orkney-Inseln, und kamen und besetzten viele Länder jenseits des Mare Frenessicum bis zu den Grenzgebieten der Pikten. Und Hengist lud allmählich immer mehr Boote ein, auf die Inseln zu kommen und zu bleiben, um hier zu leben, und so wuchs dieses Volk an Kraft und an Zahl, kamen sie in den Staat Kent.
Ambrosius Aurelianus
Das zweite Thema beginnt mit der Absicht Vortigerns, in Snowdonia eine Festung zu bauen, aber der Bau misslingt. Beim Versuch, das Problem zu lösen, begegnet er Ambrosius Aurelianus (nach dem die Burg Dinas Emrys, walisisch für Festung des Ambrosius, genannt wird), den Geoffrey von Monmouth in seiner Nacherzählung mit Merlin gleichsetzt.
40 Et postea rex ad se invitavit magos suos, ut quid faceret ab eis interrogaret. at illi dixere: in extremis fines regni tui vade et arcem munitam invenies, ut tu defendes; quia gens, quam suscepisti in regno tuo, invidet tibi et te per dolum occidet et universas regiones, quas amaras, occupabit cum tua universa gente post mortem tuam. et postea ipse cum magis suis arcem adipisci venit et per multas regiones multasque provincias circumdederunt et illis non invenientibus ad regionem, quae vocatur Guined, novissime pervenerunt; et illo lustrante in montibus Hereri tandem in uno montium locum, in quo aptum erat arcem condere, adeptus est. et magi ad illum dixere: arcem in isto loco fac, quia tutissima a barbaris gentibus in aeternum erit. et ipse artifices congregavit, id est lapidicinos, et ligna et lapides congregavit et cum esset congregata omnis materia, in una nocte ablata est materia. et tribus vicibus iussit congregari et nusquam comparuit. et magos arcessivit et illos percunctatus est, quae esset haec causa malitiae et quid hoc evenerit. at illi responderunt: nisi infantem sine patre invenies et occidetur ille et arx a sanguine suo aspergatur, numquam aedificabitur in aeternum.
:Und nun lud der König seine Druiden zu sich ein, um sie zu fragen, was zu tun sei. Sie sagten ihm: weiche zu den äußersten Grenzen deines Reiches zurück und beginne eine Festung zu bauen, wo du dich verteidigst; weil das Volk, das du in dein Reich aufgenommen hast, dich beneidet und dich hinterlistig zu Boden schlagen, und nach deinem Tod alle Länder, die du besitzt, mit deinem ganzen Volk erobern will. Und dann ging er mit seinen Druiden, um die Festung zu errichten, und reiste ohne Erfolg durch viele Regionen und viele Provinzen, bis sie zuletzt in der Region, die Gwynedd genannt wird, ankamen; nachdem sie die Berge von Hereri (Snowdonia) untersucht hatten, fanden sie auf einem Berg einen Ort, der besonders geeignet war, darauf die Festung zu errichten. Und die Druiden sagten ihm: baue die Festung an diesem Ort, der ewig vor den barbarischen Völkern der sichersten sein wird. Und er rief Handwerker zusammen, das sind Steinmetzen, und ließ Holz und Steine kommen, und als das gesamte Material angekommen war, verschwand es in einer Nacht. Und er ließ sie dreimal zusammenkommen, aber nichts kam zum Vorschein. Er holte die Druiden herbei und befragte sie, worin der Grund für diese Bosheit sei und was hier geschehe. Sie antworteten: wenn du nicht ein Kind ohne Vater findest, es tötest und die Festung mit seinem Blut bespritzt, wirst du in Ewigkeit nicht bauen.
41 Et ipse legatos ex consilio magorum per universam Brittanniam misit, utrum infantem sine patre invenirent. et lustrando omnes provincias regionesque plurimas venere ad campum Elleti, qui est in regione, quae vocatur Gleguissing, et pilae ludum faciebant pueri. et ecce duo inter se litigabant, et dixit alter alteri: o homo sine patre, bonum non habebis. at illi de puero ad pueros diligenter percunctabantur, et cunctantes matrem, si patrem haberet. illa negavit et dixit: nescio quomodo in utero meo conceptus est, sed unum scio, quia virum non cognovi umquam, et iuravit illis patrem non habere. et illi eum secum duxere usque ad Guorthigirnum regem et eum insinuaverunt regi.
:Und er schickte auf den Rat der Druiden Gesandte durch ganz Britannien, um ein Kind ohne Vater zu finden. Nachdem sie in allen Provinzen und den meisten Regionen gesucht hatten, kamen sie nach Campus Allecti, das in der Region, die Glywysing genannt wird, liegt, wo Jungen mit einem Ball spielten. Und dort stritten sich zwei, als der eine dem anderen sagte: O Mensch ohne Vater, du wirst es nicht gut haben. Da befragten sie intensiv die Jungen über den einen, und fragten auch die Mutter, ob er einen Vater habe. Sie verneinte und sagte: ich weiß nicht, wie er in meinen Bauch gekommen ist, nur eines weiß ich, dass ich niemals einen Mann erkannt habe, und sie schwor, dass er keinen Vater habe. Und führten ihn mit sich bis zu Vortigern und übergaben ihn dem König.
42 Et in crastino conventio facta est, ut puer interficeretur. et puer ad regem dixit: cur viri tui me ad te detulerunt? cui rex ait: ut interficiaris et sanguis tuus circa arcem istam aspergetur, ut possit aedificari. respondit puer regi: quis tibi monstravit? et rex: magi mei mihi dixere. et puer dixit: ad me vocentur. et invitati sunt magi et puer illis dixit: quis revelavit vobis, ut ista arx a sanguine meo aspergeretur? et nisi aspergeretur a sanguine meo, in aeternum non aedificabitur? sed hoc ut cognoscat is, quis mihi de me palam fecit? iterum puer dixit, modo tibi, o rex, elucubrabo et in veritate tibi omnia satagam; sed magos tuos percunctor: quid in pavimento istius loci est? placet mihi, ut ostendant tibi, quid sub pavimento habetur. at illi dixere: nescimus. et ille dixit: comperior: stagnum in medio pavimenti est; venite et fodite et sic invenietis. venerunt et foderunt, et ruit. et puer ad magos dixit: proferte mihi, quid est in stagno? et siluerunt et non potuerunt revelare illi. et ille dixit illis: ego vobis revelabo; duo vasa sunt et sic invenietis. venerunt et viderunt sic. et puer ad magos dixit: quid in vasis conclusis habetur? at ipsi siluerunt et non potuerunt revelari illi. at ille asseruit: in medio eorum tentorium est, separate ea et sic invenietis. et rex separari iussit et sic inventum est tentorium complicatum, sicut dixerat. et iterum interrogavit magos eius: quid in medio tentorii est? et iam nunc narrate, et non potuerunt scire. at ille revelavit: duo vermes in eo sunt, unus albus et unus rufus; tentorium expandite. et extenderunt et due vermes dormientes inventi sunt. et dixit puer: expectate et considerate quid facient vermes; et coeperunt vermes, ut alter alterum expelleret, alius autem scapulas suas ponebat, ut eum usque ad dimidium tentorii expelleret, et sic faciebant tribus vicibus: tamen tandem infirmior videbatur vermis rufus et postea fortior albo fuit et extra finem tentorii expulit; tunc alter alterum secutus trans stagnum est et in tentorium evanuit. et puer ad magos refert: quid significat mirabile hoc signum, quod factum est in tentorio? et illi proferunt: nescimus. et puer respondit: en revelatum est mihi hoc mysterium et ego vobis propalabo. regni tui figura tentorium est; duo vermes duo dracones sunt; vermis rufus draco tuus est et stagnum figura huius mundi est. at ille albus draco illius gentis, quae occupavit gentes et regiones plurimas in Brittannia, et paene a mari usque ad mare tenebunt, et postea gens nostra surget, et gentem Anglorum trans mare viriliter deiciet. tu tamen de ista arce vade, quia eam aedificare non potes, et multas provincias circumi, ut arcem tutam invenias, et ego hic manebo. et rex adolescentem dixit: quo nomine vocaris? ille respondit: Ambrosius vocor, id est, Embreis Guletic ipse videbatur. et rex dixit: de qua progenie ortus es? at ille: unus est pater meus de consulibus Romanicae gentis. et arcem dedit illi cum omnibus regnis occidentalis plagae Brittanniae et ipse cum magis suis ad sinistralem plagam pervenit et usque ad regionem, qua vocatur Guunnessi, adfuit et urbem ibi, quae vocatur suo nomine Cair Guorthigirn, aedificavit.
:Am Morgen fand die Zusammenkunft statt, um den Jungen zu töten. Der Junge aber sagte zum König: Warum haben deine Männer mich zu dir gebracht? Der König antwortete: um dich zu töten und dein Blut über jene Festung zu verspritzen, damit sie gebaut werden kann. Der Junge antwortete dem König: Wer hat dich so angewiesen? Der König: meine Druiden haben es mir gesagt. Und der Junge sagte: Hört mir zu. Die Druiden wurden geladen und der Junge sagte ihnen: Was enthüllte euch, dass diese Festung mit meinem Blut bespritzt werden muss? Und dass sie in Ewigkeit nicht gebaut wird, wenn sie nicht mit meinem Blut bespritzt wird? Nur, damit man weiß, was man öffentlich mit mir macht. Es sagte erneut der Junge: Dir, o König, will ich es ans Licht bringen und dir die Wahrheit eröffnen; deine Druiden aber möchte ich fragen: was ist unter dem Boden dieses Ortes? Tut mir den Gefallen, mir zu zeigen, was sich unter dem Boden befindet. Sie sagten: Wir wissen es nicht. Und er sagte: Wir werden es erfahren: In der Mitte des Bodens ist ein Teich; kommt und grabt, und ihr werdet es sehen. Sie kamen, gruben und fanden ihn. Und der Junge sagte zu den Druiden: Gebt mir an, was ist in dem Teich? Aber sie schwiegen und konnten es ihm nicht enthüllen. Und er sagte ihnen: ich werde es euch zeigen; zwei Gefäße sind es und so werdet ihr es finden. Sie kamen und sahen es. Und der Junge sagte den Druiden: was ist in den Gefäßen eingeschlossen? Und sie schwiegen und konnte es ihm nicht sagen. Er fügte ihnen hinzu: in jedem von ihnen ist ein Zelt, trennt sie voneinander und ihr werdet es sehen. Und der König befahl sie zu trennen und sie entdeckten die gefalteten Zelte, wie er gesagt hatte. Und wieder fragte er seine Druiden: was ist in den Zelten? Und als sie es nun sagen wollten, konnten sie es nicht wissen. Und er erklärte ihnen: zwei Würmer sind darin, ein weißer und ein roter, faltet das Zelt auseinander. Und sie falteten es auseinander und zwei schlafende Würmer wurden gefunden. Der Junge sagte: wartet und überlegt, was die Würmer tun werden; und die Würmer begannen, jeder den anderen zu vertreiben, der eine legte sich auf seinen Rücken, um den anderen aus der Hälfte des Zeltes zu werfen, und so machten sie es drei Mal. Doch endlich drückte der offensichtlich schwächere roten Wurm den stärkeren weißen über den Rand des Zeltes hinaus; dann verfolgte der eine den anderen durch den Teich und er verschwand in dems Zelt. Und der Junge fragte die Druiden: was bedeutet dieses wunderbare Zeichen, was geschieht in dem Zelt? Und sie gaben ihre Unwissenheit zu. Und der Junge antwortete: das Geheimnis ist mir enthüllt und ich werde es euch erläutern. Das Zelt stellt dein Reich dar, die zwei Würmer sind zwei Drachen; der rote Wurm ist dein Drache und der Teich steht für diese Welt. Der weiße Drache ist jenes Volk, das die meisten Völker und Regionen Britanniens unterwirft, fast von Meer zu Meer, danach wird unser Volk sich erheben und das englische Volk mutig über das Meer verjagen. Du jedoch weiche von dieser Festung, die du nicht bauen kannst, und errichte in vielen Provinzen (um dich) herum feste Burgen, ich aber werde hier bleiben. Und der König sagte dem Jüngling: wie nennst du dich? Er antwortete: Ambrosius werde ich genannt, das ist Embreis Guletic, wie du selbst siehst. Und der König sagte: Von welchem Ort stammst du? Und er: mein Vater ist vom Stamm der römischen Konsuln. Und er gab ihm jene Festung mit allen Ländern der westlichen Gebiete Britanniens, und ging selbst mit seinen Druiden in die östlichen Gebiete und in jene Regionen, die Guenessi genannt werden, wo er eine Stadt baute, die nach seinem Namen Cair Vortigern genannt wird.
Die zwölf Schlachten des König Artus
Im einem weiteren Abschnitt werden zwölf Schlachten aufgelistet, die König Artus geschlagen haben soll, von denen einige aber eindeutig nichts mit ihm zu tun haben.
56 In illo tempore Saxones invalescebant in multitudine et crescebant in Brittannia. mortuo autem Hengisto Octha filius eius transivit de sinistrali parte Britanniae ad regnum Cantorum et de ipso orti sunt reges Cantorum. tunc Arthur pugnabat contra illos in illis diebus cum regibus Brittonum, sed ipse erat dux bellorum. primum bellum fuit in ostium fluminis quod dicitur Glein. secundum et tertium et quartum et quintum super aliud flumen, quod dicitur Dubglas et est in regione Linnuis. sextum bellum super flumen, quod vocatur Bassas. septimum fuit bellum in silva Celidonis, id est Cat Coit Celidon. octavum fuit bellum in castello Guinnion, in quo Arthur portavit imaginem sanctae Mariae perpetuae virginis super humeros suos et pagani versi sunt in fugam in illo die et caedes magna fuit super illos per virtutem domini nostri Iesu Christi et per virtutem sanctae Mariae genetricis eius. nonum bellum gestum est in urbe Legionis. decimum gessit bellum in litore fluminis, quod vocature Tribruit. undecimum factum est bellum in monte, qui dicitur Agned. duodecimum fuit bellum in monte Badonis, in quo corruerunt in uno die nongenti sexaginta viri de uno impetu Arthur; et nemo prostravit eos nisi ipse solus, et in omnibus bellis victor extitit. et ipsi, dum in omnibus bellis prosternebantur, auxilium a Germania petebant et augebantur multipliciter sine intermissione et reges a Germania deducebant, ut regnarent super illos in Brittannia usque ad tempus quo Ida regnavit, qui fuit Eobba filius. ipse fuit primus rex in Beornica.
:In jener Zeit nahmen die Sachsen an Zahl zu und gewannen Macht in Britannien. Nach dem Tod des Hengist wandte sich sein Sohn Okta vom östlichen Britannien zum Königreich Kent und von jenem Ursprung sind die Könige von Kent. Artus kämpfte gegen sie in diesen Tagen mit den Königen der Briten, aber er selbst war der Heerführer. Die erste Schlacht fand an der Mündung des Flusses statt, der Glein genannt wird. Die zweite, dritte, vierte und fünfte waren an einem anderen Fluss, der Douglas genannt wird und in der Region Lindsey liegt. Die sechste Schlacht war an dem Fluss, der Bassas heißt. Die siebte war die Schlacht im Wald von Kaledonien, den die Briten Cat Coit Celidon nennen. Die achte Schlacht war nahe der Burg Guinnon, wo Artus das Bild der Heiligen Maria, der ewigen Jungfrau, auf seinen Schultern trug und die Heiden sich an jenem Tag zur Flucht wandten und ein großes Gemetzel unter ihnen war durch die Tugend unseres Herrn Jesus Christus und die durch die Tugend der Heiligen Maria, seiner Mutter. Die neunte Schlacht fand statt in der Stadt der Legion. Die zehnte Schlacht ereignete sich am Ufer des Flusses Trat Treuroit. Die elfte Schlacht geschah an dem Berg, der Agned genannt wird. Die zwölfte war die Schlacht von Mons Badonicus, in der an einem Tag 960 Männer von Artus’ Hand fielen, und niemand leistete ihm Hilfe außer ihm selbst, und aus allen Schlachten trug er den Sieg davon. Und selbst, während sie in allen Schlachten zugrunde gerichtet wurden, baten sie um Hilfe aus Germanien und vervielfachten sie ohne Unterbrechung ihre Zahl, und führten die Könige von Germanien her, damit sie regieren über die in Britannien bis zu der Zeit in des Ida regierte, der der Sohn von Eobba war. Dieser war der erste König von Bernicia.
Wunder, die mit Artus in Verbindung gebracht werden
73 Est aliud miraculum in region quae vocatur Ercing. habetur ibi sepulcrum iuxta fontem, qui cognominatur Licat Anir, et viri nomen, qui sepultus est in tumulo, sic vocabatur Anir: filius Arthuri militis erat et ipse occidit eum ibidem et sepelivit. et veniunt homines ad mensurandum tumulum in longitudine aliquando sex pedes, aliquando novem, aliquando duodecim, aliquando quidecim. in qua mensura metieris eum in ista vice, iterum non invenies eum in una mensura, et ego solus probavi.
:Es gibt ein weiteres Wunder in der Region, die Ercing genannt wird. Dort ist ein Grab neben einer Quelle, die Licar Amr genannt wird, und der Name des Mannes, der dort in dem Grabhügel beerdigt ist, ist Amr. Er war der Sohn von Artus, dem Soldaten, und Artus selbst tötete und begrub ihn an dieser Stelle. Und die Männer, die kamen, um den Grabhügel auszumessen, fanden ihn mal sechs Fuß lang, mal neu, mal zwölf, mal fünfzehn. Und welche Länge du einmal messen magst, beim anderen Mal wirst du nicht die gleiche Länge finden, ich selbst habe es ausprobiert.
Die Abschnitte, die diese Erzählungen beinhalten, sind Teil des Harleian-Manuskripts, aber nicht die aller existierenden Ausgaben.
Sonstiges
Es gibt auch Kapitel, die Ereignisse um Germanus von Auxerre wiedergeben, die vorgeben, Auszüge aus (jetzt verlorenen) Biographien über diesel Heiligen zu sein, eine einzigartige Sammlung von Überlieferungen zu St. Patrick, ebenso wie eine Teil, der Ereignisse im Norden Englands im 6. und 7. Jahrhundert beschreibt, die mit einem Absatz über die Anfänge der walisischen Literatur beginnt.
62 ... tunc Talhaern Tataguen in poemate claruit et Neirin, et Taliessin, et Bluchbard, et Cian, qui vocatur Guenith Guaut, simul uno tempore in poemate Britannico claruerunt…
:In dieser Zeit war Talhaiarn Cataguen berühmt für Poesie, und Aneirin, Taliesin, Bluchbard und Cian, der Guenith Guaut genannt wird, waren alle berühmt in der britischen Dichtkunst.
Es gibt eine Reihe von Arbeiten, die oft mit den Historia Brittonum in Verbindung gebracht werden, teilweise, weil einige von ihnen in dem Text des Harleian Manuskripts erstmals erscheinen, teilweise, weil diese Quellen Erwähnung finden, immer wenn die Historia Brittonum untersucht werden
1) Die Annales Cambriae, eine Chronik, die aus einer nicht bezifferten Aneinanderreihung der Jahre zwischen 445 und 977 besteht, wobei zu einigen von Ihnen Ereignisse hinzugefügt wurden. Zwei wesentliche darunter sind die Schlacht von Mons Badonicus (um 516) und die Schlacht von Camlann (537), in der Artus und Mordred fielen. Eine Version davon wurde als Anfang für spätere walisiche Chroniken benutzt.
2) Die walisische Genealogie. Als eine von vielen walisischen Genealogien, enthält dieses Dokument die Stammfolge von Hywel Dda, König von Gwynedd und einigen seiner Zeitgenossen. Der Pfeiler von Eliseg wird häufig in Zusammenhang mit diesen Genealogien diskutiert.
3) Die angelsächsische Genealogie, eine Sammlung der Genealogien der fünf frühenglischen Königreiche Bernicia, Deira, Kent, East Anglia und Mercia.
Weblinks
- [http://www.gmu.edu/departments/fld/CLASSICS/histbrit.html Historia Brittonum (Lateinisch) in der Ausgabe von Theodor Mommsen]
- [http://www.fordham.edu/halsall/basis/nennius-full.html Historia Brittonum (Englisch)]
Kategorie:Britische Geschichte
Kategorie:Historiographie
Kategorie:Mittelalter (Literatur)
Geoffrey von MonmouthGeoffrey von Monmouth (lat. Galfredus) ( - um 1100 in Monmouth, † ca. 1154 in Cardiff) war ein britischer Geistlicher und Gelehrter, der zu einem der ersten Historiker Britanniens wurde.
Geoffrey verfasste die Historia Regum Britanniae (um 1135), die nach antikem Vorbild das Leben der britischen Könige beschreibt. Die Historia beginnt mit Brutus dem Trojaner, der als Ahnherr aller Briten festgeschrieben wird und reicht bis Cadwallon, dem König von Nordwales, der von ca. 625-634 regierte. Auch die Artussage wird hier erstmals in ihrer ausgeschmückten Form vorstellt. Es handelt sich um eine typische ethnogenetische Erzählung mit sehr vielen sagenhaften Elementen, die aber Material aus der walisischen Überlieferung aufgreift.
Durch seine Historia erlangte Geoffrey die Gunst des Earl von Gloucester, der ihn um 1140 zum Erzdiakon von Llandaff und 1152 zum Bischof von Asaph ernannte. Um 1150 schrieb Geoffrey die Vita Merlini, die die Artus-Sage weiter ausschmückt.
Werke
- The History of the Kings of Britain; [ins Engl.] übers. v. Lewis Thorpe, Harmondsworth 1966
Literatur
- Geoffrey Ashe, ›A Certain Very Ancient Book‹: Traces of an Arthurian Source in Geoffrey of Monmouth’s History; in: Speculum 56 (1981), 301–323
- W.R.J. Barron und S.C. Weinberg (Hg.), Laæamon’s Brut or Hystoria Brutonum; Essex u. New York 1995
- Christopher Brooke, Geoffrey of Monmouth as a Historian; in: ders. u.a. (Hg.), Church and Government in the Middle Ages. Essays presented to C.R. Cheney on His 70th Birthday, Cambridge 1976, 77–91
- T.D. Crawford, On the Linguistic Competence of Geoffrey of Monmouth; in: Medium Ævum 51 (1982), 152–162
- Julia C. Crick, The Historia Regum Britannie of Geoffrey of Monmouth; Tl.3: A Summary Catalogue of the Manuscripts; Cambridge 1989
- dies., a.a.O., Tl.4: Dissemination and Reception in the Middle Ages; Cambridge 1991
- Michael J. Curley, Geoffrey of Monmouth; New York 1994
- Christopher Dean, Arthur of England: English Attitudes to King Arthur and the Knights of the Round Table in the Middle Ages and the Renaissance; Toronto u.a. 1987
- E.M.R. Ditmas, A Reappraisal of Geoffrey of Monmouth’s Allusions to Cornwall; in: Speculum 48 (1973), 510–524
- Edmond Faral (Hg.), La légende Arthurienne: études et documents; 3 Bde., Paris 1929
- Valerie J. Flint, The Historia Regum Britanniae of Geoffrey of Monmouth: Parody and Its Purpose. A Suggestion; in: Speculum 54 (1979), 447–468
- Maureen Fries, Boethian Themes and Tragic Structure in Geoffrey of Monmouth’s Historia Regum Britanniae; in: Mary Flowers Braswell und John Brugge, The Arthurian Tradition: Essays in Convergence, Tuscaloosa 1988, 29–42
- John Gillingham, The Context and Purposes of Geoffrey of Monmouth’s History of the Kings of Britain; in: Anglo-Norman Studies 13 (1990), 99–118
- George Gordon, The Trojans in Britain; in: W.P. Ker (Hg.), Essays and Studies by Members of The English Association, Oxford 1924
- Antonia Gransden, Historical Writing in England c. 550–c. 1307; London 1974
- Acton Griscom und R.E. Jones (Hg.), The Historia Regum Britanniae of Geoffrey of Monmouth with contributions to the study of its place in early British history; New York 1929
- ders., The Date of Composition of Geoffrey of Monmouth’s Historia: New Manuscript Evidence; in: Speculum 1 (1926); 129–156
- Victoria M. Guerin, The King’s Sin: The Origins of the David-Arthur Parallel; in: Christopher Baswell und William Sharpe (Hg.), The Passing of Arthur: New Essays in the Arthurian Tradition, New York 1988, 15–30
- J. Hammer, Geoffrey of Monmouth’s Use of the Bibie in the Historia Regum Britanniae; in: Bulletin of the John Rylands Library 30 (1946/47), 293–311
- Robert W. Hanning, The Vision of History in Early Britain: From Gildas to Geoffrey of Monmouth; New York 1966
- Francis Ingledew, The Book of Troy and the Genealogical Construction of History: The Case of Geoffrey of Monmouth’s Historia Regum Britanniae; in: Speculum 69 (1994), 665–704
- Stephen Knight, Arthurian Literature and Society; New York 1983
- Hugh A. MacDougall, Racial Myth in English History; Montreal 1982
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- ders., a.a.O., Tl.2: The Stonehenge Story; Antiquity 15 (1941), 305–319
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- Susan M. Shwartz, The Founding and Betrayal of Britain: An Augustinian Approach to Geoffrey of Monmouth’s Historia Regum Britanniae; in: Medievalia et Humanistica: Studies in Medieval and Renaissance Culture 10 (1981), 33–53
- J.S.P Tatlock, The Legendary History of Britain: Geoffrey of Monmouth’s Historia Regum Britanniae and Its Early Vernacular Versions; Berkeley u. Los Angeles 1950
- Richard Waswo, Our Ancestors, the Trojans. Inventing Cultural Identity in the Middle Ages; in: Exemplaria 7 (1995), 269–290
- Neil Wright, Geoffrey of Monmouth and Gildas; in: Arthurian Literature 2 (1982): 1–40
Weblinks
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Geoffrey von Monmouth
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Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (12. Jh.)
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WaceWace (sprich: Waaß) ( - um 1110; † nach 1174) war ein anglonormannischer Kleriker und Dichter, der dem Hof König Heinrichs II. und Eleonores von Aquitanien nahestand. Seine Bedeutung liegt vor allem in der Vermittlung des Artusstoffes aus den historischen lateinischen Quellen an die volkssprachliche, höfische Dichtung (vgl. Chrétien de Troyes).
Chrétien de Troyes
Wace stammte von der Kanalinsel Jersey, die damals zum Herzogtum Normandie gehörte. Er erhielt eine kirchliche Ausbildung auf dem Festland in Caen, dem Sitz der normannischen Herzöge, studierte später vorübergehend auch im französischen Kernland (Île de France) und begann seine Karriere als geistlicher Verserzähler um 1130 in Caen; er schrieb in anglo-normannischer Sprache, dem in der Normandie und in England gesprochenen Dialekt des Altfranzösischen, und sprach damit ein adeliges Laienpublikum an.
Von seinen frühen geistlichen Legendendichtungen sind drei erhalten: das Leben der heiligen Margareta (um 1130), das Leben des heiligen Nikolaus (um 1150) und La conception de Notre Dame ("Mariä Empfängnis", ca. 1130-40).
Roman de Brut
Nikolaus
Bereits zwischen 1135 und 1140 dürfte Wace mit der lateinischsprachigen Geschichte Britanniens (Historia Regum Britanniae) des Geoffrey von Monmouth in Berührung gekommen sein. Geoffrey hatte seine Historia dem Statthalter in Caen, Robert of Gloucester, einem unehelichen Sohn Heinrichs I. von England, gewidmet. Kurz nach 1150 begann Wace mit der Übertragung dieser Darstellung ins Französische und reiste offenbar sogar nach England, um sich mit der Topographie des Landes vertraut zu machen.
1155 war die Übertragung der Historia Regum Britanniae vollendet. Waces Reimchronik ist unter dem Namen Roman de Brut (oder kurz Brut) bekannt, sie umfaßt 15.000 achtsilbige Verse und ist in rund 32 vollständigen oder fragmentarischen Handschriftenexemplaren überliefert - das ist eine recht hohe Zahl und spricht für einen großen Erfolg. Der Brut schließt die Geschichte Britanniens an den Trojamythos an, denn Brutus, von dem die Briten ihren Namen haben sollen, sei ein Urenkel des aus Troja entkommenen Aeneas gewesen. Von der Ankunft einer von Brutus geführten Trojanerschar in Albion über die römische Zeit bis zum Verlust der britischen Herrschaft an die Angelsachsen reicht die Darstellung. Den Höhepunkt der britischen Geschichte bildet die Herrschaft des Königs Artus. Dieses historiographische Gerüst entnahm Wace seiner lateinischen Vorlage. Aber seine Darstellung nimmt sich darüber hinaus doch einige Freiheiten und bereichert die Artusgeschichte um fabulöse Schilderungen, unter anderem um die Idee des Runden Tisches (table ronde, Tafelrunde), der Rangfolgestreitigkeiten ausschließt, und den Mythos von der Entrückung König Artus' nach Avalon. Weder Waces Werk noch die lateinische Vorlage können als Geschichtswerke im modernen Sinn betrachtet werden. Die Bezeichnung roman bezeichnet allerdings nicht die Gattung des Romans im späteren Sinne, sondern ein Werk in romanischer (französischer) Sprache, im Kontrast zum Lateinischen, das um 1150 die gelehrte, schriftliche Dichtung noch beherrschte.
Diese vernakulärsprachliche Geschichtsdarstellung Britanniens widmete Wace der Königin Eleonore von Aquitanien, die soeben (1154) mit ihrem Gemahl die englisch-normannische Thronfolge angetreten war, nachdem mehrjährige Nachfolgestreitigkeiten vorausgegangen waren. Die normannischen Adeligen, die sich neben ihren Nachbarn, den Franzosen, nicht als geschichts- und traditionslose Emporkömmlinge und Eroberer fühlen wollten, hatten schon länger ein starkes Interesse an einer 'nationalen' Geschichte bewiesen - sowohl der normannischen als auch der britischen (vgl. William of Malmesbury, Henry of Huntingdon, Geffrey Gaimar). Wace erlangte mit diesem ideologisch hochwillkommenen Tribut an die königliche Würde Britanniens für einige Jahre eine komfortable Stellung als Geschichtsschreiber am englischen Hof. Zwischen 1165 und 1169 versah ihn der König mit einer Pfründe als Kanoniker in Bayeux.
Der Roman de Brut wurde wiederum die Basis für Layamons Brut, ein alliteratives Gedicht auf Mittelenglisch.
Roman de Rou
Ein späteres Werk Waces, der unvollendete Roman de Rou, eine Geschichte der Herzöge der Normandie, wurde gegen 1160 von König Heinrich II. von England in Auftrag gegeben. Es behandelt die normannischen Herrscher seit Herzog Rollo (Rou) bis zur Gegenwart. Als Quellen dienten normannische Chroniken in lateinischer Sprache (u. a. Dudo von Saint-Quentin, Wilhelm von Jumièges und Ordericus Vitalis). Die Arbeit an dieser Chronik ging nicht problemlos vonstatten. Wace scheint zunächst in mehreren Ansätzen begonnen zu haben: eine erste kurze, "vorgeschichtliche" Partie über den Wikinger Hasting (751 Verse), dann - mit dem Wechsel zu einem längeren Versmetrum (zehnsilbige Alexandriner) - eine kurze rückläufige Chronik (Chronique ascendante des ducs de Normandie, 315 Verse), zuletzt eine umfangreichere Partie über die Gründung Rollos und die Geschichte der ersten Herzöge bis 965 im selben Metrum (4425 Verse). Danach blieb der Rou mehrere Jahre liegen. Als Wace die Arbeit in den 1170er Jahren wieder aufnahm und nun wieder in Achtsilblern schrieb, hatte mit Benoît de Sainte-Maure ein jüngerer Rivale die Gunst des Königspaars errungen. Benoît hatte zwischen 1160 und 1170 seinen Trojaroman (Roman de Troie) der Königin dediziert und war nun mit der Abfassung einer Normannengeschichte beauftragt worden. Ab 1170 arbeitete Benoît an einer Histoire des ducs de Normandie, gelangte aber seinerseits nach mehr als 44.000 Versen nur bis zu den Ereignissen um 1135. Auch Waces Roman de Rou blieb mit ca. 17.000 Versen unvollständig, nur bis zum Jahr 1106 reichend, liegen. 1174 oder etwas später ergänzte Wace noch einen Bericht über die Belagerung Rouens in diesem Jahr.
In einer Urkunde von 1174 wird Wace als Wascius canonicus noch einmal erwähnt. Sein Todesjahr, irgendwann nach 1174, ist unbekannt.
Literatur
- Wace's Roman de Brut. A history of the British. Text and translation, rev. edition by Judith Weiss. Exeter 2002. ISBN 0-85989-734-6
Weblinks
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Kategorie:Literatur (12. Jh.)
Kategorie:Literatur (Altfranzösisch)
6. Jahrhundert
Das 6. Jahrhundert begann am 1. Januar 501 und endete am 31. Dezember 600.
Es ist die Epoche des Übergangs zwischen der Spätantike und dem Frühmittelalter.
Zeitalter/Epoche
Letztes Jahrhundert der Spätantike und zugleich erstes Jahrhundert des Frühmittelalters.
Ereignisse/Entwicklungen
- die keltische Kirche geht in der römisch-katholischen Kirche auf.
- letzter Höhepunkt der spätantiken Kultur unter Kaiser Justinian I..
- in die durch die Völkerwanderung entvölkerten ehemaligen östlichen germanischen Gebiete wandern ab 580 allmählich slawische Völker (Wenden) ein.
- Das Fünfte Ökumenische Konzil tagt 553 in Konstantinopel.
Persönlichkeiten
- Papst Gregor I., der jüngste der antiken Kirchenväter (vgl. Gregorianischer Choral)
- Garab Dorje, buddhistischer Meister und Gründer der Dzogchen-Tradition
- Gregor von Tours (538/539-594)
- Benedikt von Nursia (ca. 480-547)
- Chosrau I., sassanidischer Großkönig (531-579)
- Justinian I., oströmischer Kaiser (527-565)
- Manjusrimitra, Abt der buddhistischen Klosteruniversität Nalanda, Schüler von Garab Dorje
Islam
Um 570 Geburt des Propheten Mohammed [http://de.wikipedia.org/wiki/Prophet_Mohammed] (s.a.w.s.) der dann um 610 gemäß muslimischer Tradition in einer Höhle namens Hira [http://de.wikipedia.org/wiki/Hira] auf der arab. Halbinsel den Erzengel Gabriel empfangen und damit zum Begründer einer neuen Weltreligion werden sollte, deren militärische Expansion ab etwa 632 das endgültige Ende der Antike markiert.
01-06
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ja:6世紀
ko:6세기
simple:6th century
th:คริสต์ศตวรรษที่ 6
GildasGildas ( - um 510 † um 570) auch Gildas der Weise war ein herausragender Vertreter des keltischen Christentums in Britannien, berühmt für seine Bildung und seinen literarischen Stil. Er war Priester und wollte das mittelalterliche Mönchsideal fördern; in mancher Hinsicht kann man ihn aber auch noch zur Spätantike zählen. Gildas wurde heiliggesprochen; sein Tag ist der 29. Januar.
Der Forscher David N. Dumville vermutet in Gildas den Lehrer des Vennianus von Findbarr, der seinerseits der Lehrer des heiligen Columban von Iona war.
Gildas’ erhalten gebliebenes Werk De Excidio Britonum oder Der Untergang Britanniens ist eine Predigt in drei Teilen, in der er die Taten seiner weltlichen wie geistlichen Zeitgenossen verurteilt. Der erste Teil besteht aus Gildas’ Erläuterung seiner Arbeit und einer kurzen Schilderung des römischen Britanniens von seiner Eroberung durch die Römer bis hin zu Gildas’ Zeit. Die Chronik berichtet:
::betreffend ihren Widerstand, Unterwerfung und Rebellion, über ihre zweite Unterwerfung und harte Knechtschaft; betreffend Religion und Verfolgung, die heiligen Märytrer, viele Häresien, Tyrannen, zwei plündernde Völker, betreffend die Verteidigung und eine weitere Verwüstung, eine zweite Rache und eine dritte Verwüstung, betreffend Hunger, den Brief an Agitius [der üblicherweise mit dem Patricius Aetius gleichgesetzt wird], Sieg, Verbrechen, plötzlich angekündigte Feinde, eine bemerkenswerte Plage, eine Ratsversammlung, einen Feind, wilder als der erste, die Zerrüttung der Städte, betreffend diejenigen, die überlebten, und den endgültigen Sieg unseres Landes, der unserer Zeit gewährt wurde durch den Willen Gottes.
Im zweiten Teil, der mit der Feststellung beginnt, "Britannien hat Könige, doch sind sie Tyrannen, und Richter, doch sind sie pflichtvergessen", spricht Gildas über Leben und Taten von fünf zeitgenössischen Regenten: Konstantin von Dumnonia, Aurelius Caninus, Vortipor von Demetae (das jetzt Dyfed heißt), Cuneglasus von "des Bären Festung" (Din Eirth, möglicherweise Dinarth bei Llandudno), und Maglocunus oder Maelgwn. Ohne Ausnahme bezeichnet er diese Regenten als grausam und räuberisch; sie leben ein Leben in Sünde.
Der Dritte Teil beginnt mit den Worten "Britannien hat Priester, aber sie sind Narren; viele Geistliche, aber sie sind schamlos; Kleriker, aber sie sind verschlagene Plünderer". Gildas fährt in seiner Jeremiade gegen die Kleriker seiner Zeit fort, erwähnt aber keine Namen, so dass kein Licht auf die Geschichte der christlichen Kirche dieser Periode fällt.
Die Vision eines durch plündernde Einbrecher und die schlechte Regierung korrupter und lässlicher Beamter verwüsteten Landes wurde von den Gelehrten lange unkritisch akzeptiert. Allzugut passte diese Sicht der Dinge zu der weit verbreiteten Auffassung, eine Invasion von Barbaren hätte die römische Zivilisation zerstört. Wegerklärt wurde so auch die peinliche Frage, warum Britannien einer der wenigen Teile des Römischen Reichs war, der nicht die römische Sprache annahm.
Versucht man Gildas' Schrift zu interpretieren, muss man jedoch berücksichtigen, dass es seine Absicht war, seinen Zeitgenossen nach Art eines alttestamentlichen Propheten zu predigen. Einen historischen Bericht für die Nachwelt zu verfassen, war nicht seine Absicht. Während Gildas einerseits eine der ersten Beschreibungen des Hadrianswalls gibt, lässt er andere historische Details, die nicht zu seiner Botschaft passen, aus. Dennoch bleibt sein Buch ein wichtiges Werk, nicht nur zur mittelalterlichen oder englischen Geschichte, zumal es eines der wenigen Werke aus dem Britannien des 6. Jahrhunderts ist, das überlebt hat.
In De Excidio Britonum erwähnt Gildas, dass das Jahr seiner Geburt das Jahr der Schlacht von Mons Badonicus war. Die Annales Cambriae, eine Chronik, die in einem Manuskript mit den Historia Britonum gefunden wurde, geben sein Todesjahr mit 570 an. Eine Biographie von Gildas wurde von Caradoc von Llancarfan im 12. Jahrhundert geschrieben.
Gildas wird weiterhin in Verbindung gebracht mit einer Lorica (Brustpanzer) genannten Hymne, einem Gebet zur Erlösung vom Bösen, das interessante Bruchstücke des Hiberno-Lateinischen enthält.
Weblinks
- [http://www.fordham.edu/halsall/basis/gildas-full.html De Excidio Britonum] ins Englische übersetzt von John Allen Giles.
- Ein weiterer E-Text von Giles Übersetzung ist unter [http://promo.net/pg/ Project Gutenberg] einzusehen.
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AristokratieDie Aristokratie (griechisch αριστοκρατία - Adelsherrschaft, von ἀριστεύς - Bester, Fürst und κρατεῖν - herrschen) ist
#eine Staatsform, in der der Adel die Macht ausübt
#in der Neuzeit eine Bezeichnung für die Angehörigen des Adels (im Zusammenhang mit der französischen Revolution der zweite Stand), in Abgrenzung zu Klerus (erster Stand) und Bürgertum (dritter Stand) (zu letzterem vgl. auch Bürgertum, Bourgeoisie)
#in der klassischen Verfassungstypenlehre des Aristoteles die Herrschaft der Besten. Dies ist auch die wörtliche Übersetzung aus dem Griechischen. Die Besten sind die Besten der Tugend nach oder der Tüchtigkeit nach. Im Gegensatz dazu steht nach Aristoteles die Oligarchie (wörtlich: Herrschaft weniger) die Machtausübung durch eine Minderheit, die die Macht an sich gerissen hat und den eigenen Vorteil sucht. Dem folgend wird die Aristokratie auch in der Theorie vom Kreislauf der Verfassungen des Polybios verwendet.
Der heutige Parlamentarismus ist nach der klassischen Verfassungssystematik keine Demokratie, sondern - je nach Wertung - eine Aristokratie oder eine Oligarchie.
Zitat
Eine Gesellschaft ohne Aristokratie, ohne eine erlesene Minderheit, ist keine Gesellschaft ... Es gibt und gab niemals eine andere Aristo-kratie als die, welche sich auf seelische Anziehungskraft gründet und nach einer Art geistigem Gravitationsgesetz die Lernwilligen zu einem Vorbildlichen hinzieht. - José Ortega y Gasset (Aufbau und Zerfall Spaniens)
Siehe auch
Bürokratie -
Demokratie -
Monarchie -
Ochlokratie -
Plutokratie -
Politie -
Technokratie -
Theokratie -
Tyrannis -
Xenokratie -
Kategorie:StaatsformKategorie:Politischer Begriff
ja:貴族制
PiktenPikten (v. lat. picti „die Bemalten“) ist der römische Name für Stämme mit präkeltischer Kultur in Schottland. Der Name wird auf die Sitte, sich mit blauer Farbe zu tätowieren, zurückgeführt. Der Name könnte sich aber auch das "Bemalen" auf die bemalten und gravierten Stelen beziehen, die die Pikten errichteten.
Die Ursprünge der Pikten sind unklar, es scheint sich jedoch um die jägerischen Ureinwohner Schottlands nördlich der Forth-Clyde-Linie zu handeln. Sie waren vermutlich bereits seit der Steinzeit in der Gegend anwesend. Einige Historiker vermuten, sie seien die Nachfahren jener Megalithkulturen, die Callanish und andere Steinformationen erbaut und die westschottischen Inseln wegen der klimatischen Veränderungen verlassen haben. Die piktische Sprache und Kultur verschwand als die Königreiche der Pikten und Schotten 843 n. Chr. unter Kenneth McAlpine vereinigt wurden.
Bei den von den Römern als Pikten bezeichneten Stämmen handelt es sich ursprünglich nicht um ein Volk (Ethnie), sondern um verschiedene Stämme mit sich unterscheidenden kulturellen Traditionen, die jedoch angesichts der gemeinsamen Feinde (Römer, Skoten, später auch die Wikinger) politische und militärische Allianzen eingingen.
Von der Kultur der Pikten ist wenig bekannt, es sind fast nur späte Bildsteine und Stelen erhalten, die jedoch mit Schriftzeichen, teilweise in einer eigenen Sprache, und reich verzierten Ornamenten versehen sind. Ortsnamen sowie die Muster auf ihren kunsthandwerklichen Gegenständen und gravierten Steinen deuten darauf hin, dass es sich bei den piktischen Stämmen kulturell gesehen um bretonische Kelten gehandelt haben könnte. Ihre Feinde hingegen, die Skoten, waren gälische (irische) Kelten.
Die Pikten in der Geschichte
Die einzigen zeitgenössischen schriftlichen Dokumente über die Pikten stammen von den Römern, weshalb darin vor allem die Beziehungen zwischen Römern und Pikten beschrieben werden.
Begegnungen zwischen Römern und Pikten
Die ersten dokumentierten Zwischenfälle mit den Pikten ereigneten sich im 1. Jahrhundert, als die Römer die britischen Inseln nordwärts bis zu Forth und Clyde eroberten. Gegen die ständigen Überfälle durch "Caledonier und andere Pikten" ließ der römische Kaiser Hadrian im Jahr 112 eine Schutzmauer, den so genannten Hadrianswall errichten. 142 baute sein Nachfolger Antonius Pius den Antoninuswall (auf der Höhe von Forth und Clyde). Die Römer konnten den Antoninuswall aber nur bis ins Jahr 161 halten und mussten sich dann auf den Hadrianswall als offizielle Grenze zurückziehen.
Im Jahr 180 überrannten die nördlichen Stämme den Antoninuswall und fügten den römischen Kastellen im Norden großen Schaden zu. Die ständigen Aufstände der nördlichen Stämme führten dazu, dass die Römer versuchten, den Frieden mit einer "großen Summe Silber" (Cassius Dio) zu kaufen. Im Jahr 208 rief der römische Statthalter von Britannien Kaiser Septimius Severus zu Hilfe. Severus schlug die Aufständischen zwar nieder, diese revoltierten jedoch bereits 210 wiederum. Nach dem Tod von Severus überließ sein Sohn Caracalla den britannischen Norden sich selbst und kehrte nach Rom zurück. Während des restlichen 3. Jahrhunderts bildete der Hadrianswall die Grenze Britanniens. Erst im 4. Jahrhundert wurden wieder Vorfälle im Norden dokumentiert.
Die Piktischen Kriege
Von 305 an führte der römische General Constantius Chlorus eine erfolgreiche Kampagne gegen die "Caledonier und andere Pikten" und wurde dafür 315 von Kaiser Konstantin mit dem Titel Britannicus Maximus geehrt. Sein Sohn Constans führte 343 erneut Krieg gegen die Pikten. Es scheint eine Art Waffenstillstand oder Friedensabkommen daraus resultiert zu haben, denn 360 wird beschrieben, dass ein solches von den Pikten (vereint mit den Skoten von Irland) gebrochen wurde.
Immer häufiger traten Scharmützel und aggressive Auseinandersetzungen mit nördlichen Stämmen in Britannien auf. Im Jahr 364 identifiziert der römische Historiker Ammianus Marcellinus Dicalydones, Verturiones, Skoten, Attacotti und Sachsen als Stämme, die dem römischen Reich in Britannien Probleme bereiteten. Bis heute ist unklar, welche Beziehungen diese erwähnten Stämme untereinander hatten und woher sie kamen.
367 bis 369 verbündeten sich Pikten, Skoten und Attacotti zu einer "Conspiratio Barbarica" (barbarische Verschwörung) gegen die Römer. Der erfolgreiche römische General Flavius Theodosius wurde nach Britannien entsandt, um diese niederzuschlagen. Der darauffolgende Frieden dauerte jedoch nur knappe 10 Jahre. 382 überfielen Pikten und Skoten erneut die Provinz Britannia und wurden von Magnus Maximus zurückgeschlagen.
Zu Beginn ihrer Auseinandersetzungen im 1. und 2. Jahrhundert scheinen die Pikten Rom als Quelle für Annehmlichkeiten betrachtet zu haben. Nachdem sie im 2. Jahrhundert Silber dafür bekamen, dass sie ihre Überfälle einstellten, könnte es sein, dass sie - nachdem von Rom nichts mehr kam - nach Süden ausrückten, um sich militärisch von den Römern Silber und Güter zu beschaffen. Gefundene Silberschätze und Kunsthandwerk aus Silber stützen die These, dass die Pikten römische Münzen und Gegenstände einschmolzen. Eine zweite - ebenso spekulative - These für die Überfälle besagt, dass ein erhöhter Populationsdruck die Pikten zwang, sich nach Süden auszubreiten.
Zwei weitere, nicht-römische Quellen belegen die piktischen Kriege:
Ein erhaltener Brief von St. Patrick an Coroticus (einen süd-west-schottischen König) aus dem 5. Jahrhundert, in dem St. Patrick Coroticus für sein "schändliches, niederträchtiges und unchristliches" Verhalten rügt.
Der Mönch Gildas schrieb im Jahr 540 über die piktischen Kriege:
der erste von 382 bis 390 (der von Magnus Maximus niedergeschlagen wurde), der zweite von 396-98 (niedergeschlagen von Stilicho) und der dritte im Jahr 450, bei dem die Pikten von einem gewissen Agitius Thrice Consul geschlagen wurden.
Piktland nach dem Abzug der Römer
Nach Abzug der Römer werden die Quellen sehr ungenau. Die vom Mönch Gildas erhaltene Königsliste kann nicht vollständig mit anderen Quellen bestätigt werden und moderne Historiker vermuten, dass die darin beschriebenen Greueltaten von Gildas stark übertrieben, wenn nicht frei erfunden wurden.
Nachdem die Römer die Provinz Britannia verlassen hatten, drangen die Pikten weiter nach Süden vor. Im Jahr 550 wurde Bridei mac Maelcon zum "König der Pikten" gekrönt, der eine wichtige Rolle bei der Bekehrung der Pikten zum Christentum im Laufe des 6. Jahrhunderts spielte. Bridei war ein starker und dynamischer Anführer der Pikten. Er vereinte nördliche und südliche Piktenstämme und schaffte es auf diese Weise, die Skoten zu besiegen.
Nach Brideis Tod im Jahr 584 begannen die Angelsachsen unter Aethelfried, König von Northumbrien, Druck auf die Pikten auszuüben. Nachdem er die Skoten geschlagen hatte, waren Pikten und Angelsachsen Nachbarn. Erst schienen die Beziehungen zwischen den beiden Völkern positiv und friedlich abzulaufen.
Es gab sogar Heiraten unter den jeweiligen Königsfamilien. Im Jahr 668 jedoch scheint Oswiu, König von Northumbrien, sein Territorium bis nach "Piktland" ausgeweitet zu haben.
Für über 30 Jahre wurde Südpiktland von Northumbrien aus regiert. St. Wilfrid berichtet von einer piktischen Revolte aus dieser Zeit, die von Ecgfrith von Northumbrien grausam niedergeschlagen wurde: Es wird ihm nachgesagt, er hätte eine Brücke aus Piktischen Körpern über zwei Flüsse gebaut, damit seine Armee diese trockenen Fußes überqueren könne, um die verbleibende Piktische Armee niederzuschlagen. 685 jedoch schlug der Piktenkönig Bridei mac Bili Ecgfrith vernichtend und massakrierte seine Armee. Die in Piktland verbleibenden Northumbrier wurden versklavt.
706 wurde Nechton mac Derelei Anführer der Pikten. Er beendete den Konflikt mit Northumbrien und begann friedliche diplomatische Beziehungen mit den Angelsachsen. Nechton musste sich jedoch während seiner Regierungszeit immer wieder gegen Angriffe aus den eigenen Reihen behaupten. Sein Bruder Ciniod wurde vom König von Atholl ermordet.
724 dankte Nechton ab und ging ins Kloster. Seine Nachfolge war hart umkämpft, schließlich übernahm Oengus mac Fergus die Macht im Jahr 729.
Oengus konnte sich bis zu seinem Tod im Jahr 761 auf dem Thron halten. Er führte in dieser Zeit Krieg gegen die Skoten, die Iren und gegen Northumbrien.
Nach dem Tod von Oengus wird die Geschichte der Pikten wieder unklar.
Es scheint viele Scharmützel, aber auch einige gemeinsame Könige von Skoten und Pikten gegeben haben. Mitte 9. Jahrhunderts verbündete sich Kenneth Mac Alpin, König der Skoten, mit den Wikingern und schlug mit deren Hilfe die Pikten vernichtend. 843 ließ er sich zum König der Skoten und Pikten ausrufen. Die Pikten wurden ins skotische Reich eingegliedert und die beiden Kulturen scheinen ineinander aufgegangen zu sein.
Sprache
Der Ursprung und die Klassifikation der piktischen Sprache konnten bis heute nicht hinreichend geklärt werden. Mit den drei gängigen Theorien wird jeweils versucht, das Piktische als erstens keltische, zweitens nicht-keltische, aber indoeuropäische bzw. indogermanische oder als drittens nicht-indoeuropäische Sprache einzuordnen. Keines der Modelle hat bis heute eine allgemeine Anerkennung gefunden.
Inschriften auf gravierten Steinen belegen, dass die Pikten eine eigene Sprache mit vielen irisch-gälischen, aber auch britannischen Lehnwörtern sprachen. Die Anzahl und Art der nicht-gälischen Elemente macht jedoch einen nicht-keltischen, möglicherweise sogar nicht-indogermanischen Ursprung mehr als denkbar.
Für eine genaue und sichere sprachliche Untersuchung hinsichtlich Klassifikation und Sprachstruktur sind die Belege jedoch kaum ausreichend.
Religion
Kult
Auch über die Religion der Pikten ist nicht viel mehr bekannt, als was römische Historiker und christliche Mönche aufgeschrieben haben.
Es gibt jedoch keinen Grund anzunehmen, dass die Rituale der Pikten sich von denen anderer keltischer Stämme unterschieden haben.
Ziemlich sicher gab es bei den Pikten eine große Anzahl Gottheiten, auch lokale Gottheiten der Flüsse, Lochs, Wälder, Berge oder sogar Bäume oder Tiere.
Die große Anzahl von Steinen mit eingravierten Bullen, die in der Umgebung von Burghead gefunden wurde, könnte beispielsweise auf eine Art Bullenkult in dieser Gegend schließen lassen.
Ob die Pikten Menschenopfer kannten, ist umstritten. Piktische Steine aus der späteren, christlichen Periode stellen mit Menschenköpfen verzierte Bäume dar. Andere Gravuren zeigen Menschen in Kochkesseln, bei denen es sich um Opfer handeln könnte - oder jedoch um Wiedergeburt (einige prominente keltische Legenden drehen sich um den Kessel der Wiedergeburt).
Als Zentren für religiöse Kulte mögen Höhlen (Covesea, East Wmyss, Fife) oder prähistorische Steinkreise und -formationen gedient haben.
Die Piktische Kirche
Die Pikten wurden im Laufe des 5. und 6. Jahrhunderts von St. Ninian und St. Columba christianisiert.
Moderne Historiker vermuten jedoch, dass sich das Christentum in Piktland erst im Laufe des 8. Jahrhunderts endgültig durchsetzen konnte.
Bei den meisten Beweisen für eine frühe piktische Kirche handelt es sich um Steinskulpturen und -gravuren (z.B. piktische Kreuze).
Gesellschaftsstruktur
Wie andere keltische Stämme, waren auch die Pikten tribal (d.h. in Stämmen organisiert), rural (ländlich), hierarchisch und familienzentriert.
Piktland war vermutlich in sieben unabhängige Regionen (Königreiche) aufgeteilt: Fortriu (heute Strathearn und Menthieth), Fothriff (heute Fife und Kinross), Circhenn (Angus und Mearns), Fotla (heute Atholl), Catt, Ce und Fidach. Diese Regionen waren von tuaths oder derbfhines (Familienverbänden) bewohnt. Ein derbfhine bestand aus den Nachkommen eines gemeinsamen Urgroßvaters (d.h. alle Verwandten 2. Grades in der Vaterlinie). Das Land gehörte dem Familienverband und wurde gemeinsam bewirtschaftet.
Die Frauen hatten in allen keltischen Kulturen einen hohen Status - höher beispielsweise als bei den Römern und anderen zeitgenössischen Kulturen. Es gibt Hinweise von römischen Autoren, dass es bei den Pikten auch weibliche Krieger gab.
Die Gesellschaft war streng hierarchisch aufgebaut (Standesgesellschaft). An der Spitze standen erbliche oder gewählte Könige, zuunterst Sklaven und Leibeigene.
Könige
Die Königswürde war erblich. Verschiedene Quellen widersprechen sich jedoch, ob sie über die Vater- oder die Mutterlinie vererbt wurde. Die Namen der Könige (maqq oder mac, "Sohn des ...") und andere Belege deuten eher auf die Vaterlinie, wobei nicht auszuschließen ist, dass bei Erbstreitigkeiten in Ausnahmefällen die Mutterlinie zum Tragen kam.
Adel
Unterhalb der Könige standen verschiedene Grade von Adligen. Adlige waren einerseits Krieger, aber auch Berufstätige wie Poeten, Künstler, Handwerker, Rechtsgelehrte, Historiker und Musiker. Ihre Fähigkeiten erlaubten ihnen, einen höheren Stand einzunehmen, als ihnen von Geburts wegen zustand.
Freie
Der Großteil der Bevölkerung gehörte wohl zu den Freien Menschen. Freie waren Bauern und bezahlten Abgaben aus der Ernte an den König, der ihnen im Gegenzug militärischen Schutz leistete.
Leibeigene
Zuunterst in der Hierarchie waren Sklaven und Leibeigene. Sie werden im 5. Jahrhundert in dem Brief von St. Patrick an den König Coroticus erwähnt: Patrick schalt Coroticus dafür, christliche Sklaven gekauft zu haben.
Kriegskunst
Die Kriegführung und -kunst war eine der Hauptbeschäftigungen der keltischen Stämme im 1. Jahrtausend n. Chr., so auch der Pikten.
Auf vielen piktischen Steinstelen und Skulpturen werden Krieger dargestellt, sodass sich Historiker ein ziemlich präzises Bild über eine piktische Armee machen können.
Waffen
Die wichtigsten Waffen der Pikten scheinen der Speer und das Schwert gewesen zu sein.
Speere werden mit blattförmigen Spitzen dargestellt. Es gab sowohl Einhandspeere als auch Zweihandspeere, die wie Piken benutzt wurden. Die Schwerter waren aus Eisen, mit oder ohne Hörner. Griffe und Hörner waren reich verziert. Zum Schwert gehörte eine ebenfalls verzierte Lederscheide. Die Halterungen für die Schwertscheiden waren aus Metall - Silber oder Bronze - und ebenso reich verziert.
Neben Speer und Schwert scheint sich eine frühe Form der gälischen Kriegsaxt bei piktischen Kriegern größter Beliebtheit erfreut zu haben. Darstellungen zeigen, dass sie wie ein Hammer geschwungen und anschließend dem Gegner über den Kopf gezogen worden ist.
Daneben gibt es Darstellungen mit Pfeilbogen und Armbrüsten. Es ist jedoch nicht klar, ob diese von den Römern übernommenen Armbrüste nur zur Jagd dienten oder auch für den Krieg.
Rüstung
Bisher wurde von Archäologen keine typisch piktische Schutzbekleidung gefunden. Gefundene Silberhaken stammen sehr wahrscheinlich von römischen Lorica squamanta.
Römische Aufzeichnungen beschreiben jedoch die piktischen Krieger mit "Silberrüstung, Helm mit Nasenschutz und Schild".
Auf gravierten Steinen finden sich ebenfalls Hinweise auf diese Rüstungen. Auf dem Aberlemno Church Cross tragen die Pikten kleine, runde, mit Spitzen versehene Schilde und tragen offenbar steife Ledertuniken. Anführer hingegen tragen auf diesen Darstellungen Kettenhemden.
Es gab offenbar zwei verschiedene Schildarten: Einerseits rechteckige oder länglich-ovale Schilde, die aussehen wie römische Scutum, jedoch kleiner und handlicher; andererseits die bereits beschriebenen gälischen Rundschilde, die sich größter Beliebtheit erfreuten. Sie wurden auf vielen Steinen, aber auch im Book of Kells dargestellt und sind eventuell irischer Herkunft.
Transport
Laut den Aufzeichnungen von Tacitus benutzten die Caledonier in der Schlacht am Mons Graupius Kriegswagen. Obwohl Kriegswagen auf irischen Steinskulpturen vorkommen, wurden in Nordschottland keine solchen Darstellungen gefunden.
Das Pferd war hingegen ein wichtiges Transportmittel für die piktischen Krieger. Es wurde mit oder ohne Sattel geritten. Wenn ein Sattel benutzt wurde, war dieser - wie andere Gegenstände - reich mit Ornamenten und keltischen Mustern verziert. Daneben wurden Boote für den Truppentransport und den Krieg benutzt.
Wirtschaft
Die Wirtschaft der Pikten beruhte hauptsächlich auf der Agrikultur. Sie führten jedoch auch regen Handel mit anderen Ländern und Kulturen der damaligen Zeit. Edelmetalle und Devisen "beschafften" sie sich auch auf militärische Weise (durch Überfälle auf die Römer und ihre Nachbarn, die Skoten).
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft der Pikten basierte auf der Viehhaltung. 61% der von Forschern gefundenen Knochen aus der damaligen Zeit stammen von Rindern, 31% von Schweinen und nur 8% von Schafen und Ziegen.
Die Rinderherden waren klein und es wurden jeweils nur so viele Tiere geschlachtet, wie nötig. Schafe und Ziegen wurden für ihr Fleisch gezüchtet, nicht für die Wolle.
Erst unter dem Einfluss von Northumbrien gibt es Hinweise auf Getreideanbau. Ansonsten sammelten die Pikten Wildkirschen, Himbeeren, Brombeeren und Haselnüsse als Ergänzung zum Fleisch. Gefischt wurde eher selten.
Handwerk
Viele handwerkliche Gegenstände waren aus organischen Materialien hergestellt und haben die Zeit nicht überlebt. Auf gravierten Steinen werden zahlreiche Alltagsgegenstände dargestellt: geschnitzte Bänke und Stühle, Ruhebetten, schön verzierte Dreibeine für die eben so schön verzierten und mit Griffen versehenen Kochkessel.
Die Pikten kannten auch mannigfaltige Werkzeuge: Zangen, Ambosse, Hämmer und Äxte für verschiedene Zwecke werden auf diversen Steinen dargestellt.
Das Weben scheint in Piktland nicht weit verbreitet gewesen zu sein. Es gibt keine Funde von Webstühlen oder dafür benötigten Werkzeugen nach <--vor?--> dem Jahr 200.
Die Holzbearbeitung hingegen war weitverbreitet. Es sind einige sehr schöne, mit geschnitzten Ornamenten versehene Holzbehälter aus der Gegend des Loch Glashan (Argyll) erhalten, in denen Werkzeug aufbewahrt wurde. Spachteln, Klammern, Nadeln, Handgriffe, Spindeln, Kämme usw. wurden aus Holz, aber auch aus Knochen hergestellt und reich verziert.
Nur wenige Lederarbeiten haben überlebt. In Dundurn wurde ein Schuh gefunden, der aus einem Stück gearbeitet und über und über verziert war. Dies weist auf eine hochstehende Lederindustrie hin.
Aus Knochen sind recht viele Arbeiten erhalten geblieben. Es handelt sich um Nähwerkzeug, Nadeln, Kleidernadeln, Kämme, Gurtschnallen usw. Viele dieser Gegenstände sind nicht nur mit Schnitzereien, sondern auch mit Nieten aus Bronze verziert.
Stein wurde benutzt, um daraus Schleifsteine, Formen für Metallbarren und Topfdeckel herzustellen.
Die Pikten selbst haben kein Glas hergestellt, es scheint jedoch, als hätten sie importiertes Glas geschmolzen, um daraus Glasperlen und Armbänder herzustellen.
Das am weitesten verbreitete Handwerk hingegen war die Schmiedekunst. Eisen wurde zu einer Vielfalt von Gegenständen verarbeitet: Verschlüsse, Schnallen, Pfeil- und Speerspitzen, Äxte, Meißel, Ahlen, Hammerköpfe, Messer, Nägel, Metallstreifen für Fässer, Handgriffe, Schwerter.
Nicht nur Eisen, sondern auch Bronze und Silber wurden von piktischen Handwerkern geschmolzen und bearbeitet. Es wurden Gießformen gefunden, die zeigen, dass diese Metalle nicht geschmiedet, sondern gegossen wurden. Die Formen bestanden aus zwei Teilen und die komplexen dreidimensionalen Verzierungen wurden bereits in die Gießform geschnitzt.
In Dunadd wurden auf diese Weise auch Zinngegenstände hergestellt und Gold in Dunadd und Dunollie.
Handel
Gefundene Töpferwaren und Behälter weisen darauf hin, dass die Pikten regen Handel mit anderen Völkern getrieben haben. Offenbar kamen die Handelsschiffe aus dem Mittelmeer, entlang der Atlantikküste über die irische See nach Schottland.
Auch mit den Nachbarn in Northumbrien und Irland wurde fleißig gehandelt. Sogar bei den Wikingern wurden piktische Metallarbeiten gefunden.
Bekleidung
Außer einigen Ledergegenständen haben keine Kleider die Zeit überdauert. Aus den Aufzeichnungen der Römer sowie anhand der Steinskulpturen lassen sich dennoch einige Schlüsse ziehen.
Frauen trugen ein langes Hemd und einen Überwurf, der mit einer Brosche zusammengehalten wurde. Die auf Skulpturen abgebildeten Frauen trugen ihr Haar relativ kurz - nicht länger als schulterlang und zusammengebunden.
Männer tragen auf den Abbildungen - sofern sie nicht die weiter oben beschriebene Kriegsausrüstung trugen - eine Art Tunika und denselben, mit einer Brosche zusammengehaltenen Überwurf, wie die Frauen. Piktische Männer trugen ihr Haar lang (manchmal rückenlang) und ließen sich einen Bart stehen.
Als Schmuck trugen sowohl Männer als auch Frauen Broschen, Kleidernadeln, Haarnadeln, Fingerringe, Arm- und Halsreifen.
Zeitvertreib
Die Pikten kannten diverse Brettspiele, wovon einige ursprünglich von den Iren und von den Römern stammten.
Es gibt auch Hinweise, dass Musik spielen und Singen ein beliebter Zeitvertrieb war. Zwei verschiedene Typen von Harfen wurden gefunden: große Instrumente, die auf dem Boden standen und sitzend gespielt wurden (ähnlich den heutigen Konzertharfen). Daneben gab es eine kleinere Harfe, die der Musikant oder die Musikantin zum Spielen in der Hand hielt.
Auch das Horn wurde gespielt (Sachsenhorn?). Auf der Stele von Nigg sind Figuren mit Zimbeln abgebildet, solche wurden jedoch im piktischen Raum nirgendwo gefunden.
Die Lieblingsbeschäftigung der Pikten schien jedoch das Trinken gewesen zu sein. Der Legende nach haben sie das Schottische Heather Ale erfunden. Getrunken wurde aus reichlich verzierten und mit Metall beschlagenen Trinkhörnern.
Siehe auch
- Liste der Könige der Pikten
Literatur
- Lloyd & Jenny Laing: The Picts and the Scots. Alan Sutton Publishing Ltd., 1993. ISBN 0-86299-885-9
- Nick Aitchinson: The Picts and the Scots at War. Sutton Publishing, 2003. ISBN 0-750-925-566
- W. A. Cummins: The Age of the Picts. Sutton Publishing, 1995. ISBN 0-750-909-242
Kategorie:Historische europäische Ethnie
Kategorie:Schottische Geschichte
ja:ピクト人
Kent
Kent ist eine Grafschaft in England, südöstlich von London. Der Verwaltungssitz befindet sich in Maidstone.
Kent war ursprünglich eines der Sachsenkönigreiche in England ("Königreich von Kent"), obwohl der Name selbst von dem keltischen Stamm der Cantiaci entstammt. Als dem Kontinent nächster Teil von England, war die Grafschaft Schauplatz zahlreicher Invasionsversuche. Von hier aus finden die meisten Verschiffungen von England nach Übersee statt.
Cantiaci
Wegen der landwirtschaftlichen Prägung der Grafschaft, weiten Obstgärten und Hopfenanpflanzungen wird Kent manchmal auch als 'Garten von England' bezeichnet. Einige Ortsteile von London (Bromley und Bexley) liegen zwar in Kent, werden aber in London verwaltet.
Kent ist traditionell als pittoreske, ländliche Grafschaft geprägt. Aber auch das inzwischen ausgebeutete Kohlefeld von Kent ist wahrnehmbar. Ein Kernkraftwerk steht in der Nähe von Dungeness.
Der Eurotunnel verlässt England bei Cheriton in Kent. Mit dieser Unterführung unter dem Ärmelkanal besteht eine Bahnverbindung zu Frankreich.
Flughäfen befinden sich in Biggin Hill, Headcorn, Lydd, Manston und Rochester.
Bekannte Bewohner Kents waren Charles Dickens und Charles Darwin.
Städte und Ortschaften
- Ashford, Aylesford, Allhallows-on-Sea.
- Bexley, Bearsted, Bexleyheath, Bromley, Broadstairs
- Canterbury, Charing, Chatham, Cliffe at Hoo Crayford, Crockenhill
- Dartford, | | |